Quinoa-Salat nach Taboulé-Art - Inkakorn statt Bulgur

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Quinoa-Salat nach Taboulé-Art


21|07|2015   Der Taboulé-Salat ist ein Klassiker der arabischen und Küche und passt perfekt in die heiße Jahreszeit: Tomaten und Salatgurke, Petersilie, Minze und Zitrone geben ihm nicht nur einen frischen Anstrich, der traditionell mit Bulgur (oder Couscous) zubereitet Salat sättigt auch, ohne das es schwer im Magen liegt. Zudem ist er vielseitig einsetzbar: Er macht als Vor- oder Zwischenspeise ebenso eine gute Figur wie als Beilage (beispielsweise zu gegrillten (Lamm)Steaks) oder als Hauptspeise.

Vor einigen Wochen probierte ich auf einem Stehempfang den verdächtig nach Taboulé-Salat schmeckten Inhalt eines kleinen Glases, das aber keine hellgelbes Bulgur, sondern rötlichbraune Körner enthielt. „Watn datn?“, dachte ich so bei mir. Der in der Nähe am Grill herumbrutzelnde Koch konnte für Aufklärung sorgen. Bei den Körnern handelte es sich (die Vegetarier unter euch werden es wissen) um Quinoa, auch Inka-Reis oder Andenhirse genannt. Zuhause hab‘ ich mich dann schnell informiert: Die Quinoa (wird übrigens ‚kinwa‘ ausgesprochen) ist ein Pseudogetreide und gehört zusammen mit Amarant seit Jahrtausenden zu den Hauptnahrungsmittel in der Andenregion. In den vergangenen Jahren trat es einen kleinen Siegeszug rund um den Globus, ja, es gab sogar bereits ein ganzes „Jahr der Quinoa“, 2013 ausgerufen von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.


Ohne Minze: Quinoa-Salat nach Taboulé-Art

Was mich beim ersten Probieren der Quinoa-Körner, die es übrigens in den Farben Weiß, Rot und Braun gibt, nachhaltig faszinierte, was der feine nussige Geschmack und der schöne Biss: die Körner bleiben bei korrekter Garung bissfest und sind nicht klebrig. Gefällt mir! Also machte ich mich schnell daran, einen eigenen Quinoa-Salat nach Taboulé-Art zu kreieren. Zunächst nutzte ich dafür eine Mischung aus 50 Prozent weißer und 50 Prozent brauner Quinoa, wobei ich im fertigen Salat das weiße Inkakorn optisch nicht so überzeugend fand (geschmacklich liegen zwischen weißer, roter und brauner Quinoa kaum Unterschiede).

Ohne Minze: Quinoa-Salat nach Taboulé-Art. #Quinoa #Taboule #Salat #MoToLogie
Quinoa-Salat nach Taboulé-Art - aber ohne Minze.


Ich schwenkte dann auf eine halbe-halbe Mischung von roter und brauner Quinoa um. Ansonsten ähnelt das Rezept in weiten Teilen dem für einen klassischen Taboulé-Salat - mit einem dicken Unterschied. Da ich Minze im Essen - wenn überhaupt - nur in homöopathischen Dosen vertrage - lasse ich das grüne Kraut weg und füge stattdessen einige Blätter des Zitronenstrauchs (Zitronenverbene oder Verveine) hinzu. Wer Minze hingegen mag, der schnibbelt in den Salat einfach ein halbes Bund davon oder alternativ Zitronenmelisse hinein.


Rezept für Quinoa-Salat nach Taboulé-Art


Zutaten  |  Beilage für 8 Personen

  • 400 g Quinoa | Hälfte rot - Hälfte braun
  • 8 EL Olivenöl
  • 2 kleine Salatgurken
  • 4 Tomaten
  • 1 rote Paprika
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 5 Frühlingszwiebeln
  • 1 rote Pfefferschote
  • ½ Bund glatte Petersilie
  • 8–10 Blätter vom Zitronenstrauch
  • Saft einer ½ Zitrone
  • ½ TL Ras el-Hanout
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer


Zubereitung | rund 40 Min. plus Ziehzeit

  1. Erst wird die Quinoa gegart. Wichtig dabei: Zunächst das Inkakorn (wie Reis) gründlich unter laufendem kalten Wasser waschen. Anschließend abtropfen lassen. Dann 2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Quinoa darin drei Minuten anbraten. Nun die doppelte Menge Wasser und einen TL Salz dazugeben. Wer welche zur Hand hat, kann auch noch ein wenig Gemüsebrühe angießen. Bei geschlossenem Deckel 10 Minuten garen, dann den Deckel abnehmen, um die Flüssigkeit weitestgehend verdampfen zu lassen, und 6 bis 8 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze weiter garen. Dabei gelegentlich umrühren. Gegen Ende der Garzeit probieren. Die Körner sollten noch einen schönen Biss haben, bei zu langer Garzeit wird Quinoa mehr und mehr breiig. Fertig? Dann die Körner portionsweise aus dem Topf in ein feines Sieb geben und vorsichtig mit einem großen Löffel sanft ausdrücken, damit der Quinoa-Salat nicht „verwässert“. Anschließend alle Körner zurück in den noch heißen Topf geben und für mindestens 10 bis 15 Minuten ausdampfen lassen.
  2. Während die Quinoa gart, beginne mit der Schnibbelarbeit. Die Salatgurken schälen und das Kernfleisch entfernen, die Tomaten halbieren und das Kernfleisch herausfingern. Beides kleine Würfel schneiden (ca. 4 x 4 mm). Die Paprika und rote Zwiebel fein würfeln. Die Frühlingszwiebeln und die Pfefferschote in dünne Ringe schneiden. Die Blätter der Petersilien hacken, aus den Zitronenstrauch-Blättern die dickere Mittelrippe herausschneiden und die Blätter ebenfalls fein zerkleinern.
  3. Für die Salatsauce das restliche Olivenöl (6 EL), den Saft der ½ Zitrone und das Ras el-Hanout miteinander verschlagen. Das Gemüse, die Kräuter und die Sauce unter die Quinoa heben und mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen.

Noch Zeit bis zum Essen? Super! Der Salat gewinnt, wenn er noch einige Zeit ziehen darf. Im besten Fall bereitest Du ihn einen Tag vorher vor und stellst ihn bis zum Verzehr in den Kühlschrank. Vor dem servieren nochmals abschmecken- mit Salz und Pfeffer, etwas Zitronensaft oder alternativ Aceto Balsamico. Wer es etwas schärfer mag, würzt den Salat noch mit etwas selbstgemachtem Harissa (das Rezept findest Du hier) oder reicht in einem Schälchen etwas Harissa dazu, so das sich jeder Esser selbst je nach eigenem Geschmack etwas von der Chiliwürzpaste einrühren kann.


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