Vom harten Hengst zum feurigen Riesling

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Rudolf Nickenig liest auf der Frankfurter Buchmesse aus seinem Buch "Vom harten Hengst zum feurigen Riesling".

26|10|2015   Der Mittelrhein ist faszinierend, das malerische Weinbaugebiet weltbekannt. Aber welchen Ursprung hat die Weinkultur im Mittelrheintal? Waren es tatsächlich die Römer, die den Weinbau hierher brachten? Wann war die Blütezeit, wann und warum folgte der Abschwung und vor allem, wie sieht die Zukunft dieser einmaligen deutschen (Wein)Kulturlandschaft aus?


Dr. Rudolf Nickenig, Generalsekretär des Deutschen Weinbauverbandes und Chefredakteur der Zeitschrift „Der Deutsche Weinbau", geht diesen und anderen Fragen in seinem druckfrischen Buch "Vom harten Hengst zum feurigen Riesling - Spurenlese am Mittelrhein" nach. Vor kurzem präsentierte der Autor sein Buch auf dem Rheinland-Pfalz-Podium der Frankfurter Buchmesse 2015. „Ich war begeistert, die Chance zu erhalten, mein Buch auf der Buchmesse vorstellen zu dürfen“, freute sich Nickenig. „Es war ein tolles Gefühl, hier zu lesen.“


Sachbuch über die Geschichte des Weinbaus am Mittelrhein

Die Frage nach der historischen Identität des Weinbaus am Mittelrhein und die Suche nach den Gründen für dessen Aufstieg und zeitweiligen Niedergang brachten Nickenig dazu, tief in den historischen Quellen zu graben. Dabei trug er nicht nur Aussagen von Zeitzeugen zusammen, sondern auch erstaunliche Erkenntnisse aus der Auswertung historischer Statistiken. Entstanden ist so nicht nur in einem äußerst informatives Sachbuch über die Geschichte des Weinbaus am Mittelrhein, sondern auch ein äußerst unterhaltsames. Denn Nickenigs Weise der Rechercheaufarbeitung ist außergewöhnlich: Im Buch trifft er Rheinreisende im 19. Jahrhundert, führt Interviews mit verstorbenen Literaten und Wissenschaftlern und lädt Zeitzeugen zum kurzweiligen Gespräch. Das Buch wird dadurch gleichermaßen informativ wie fesselnd. Und es zieht nicht nur Freunde des Mittelrhein-Weins in seinen Bann, sondern auch alle, die Informationen über Weinbau und Weinkultur in Mitteleuropa suchen.


Harter Hengst, feuriger Riesling

Übrigens: Der Name des Buches Vom Harten Hengst zum Feurigen Riesling* erklärt sich aus zwei geschichtlichen Besonderheiten des Weinbaus. Bei seiner Recherche für das Buch befasste sich Nickenig auch mit alten und einst in Deutschland verbreiteten Rebsorten und stieß dabei auch auf die Sorte Orleans. Die inzwischen nahezu ausgestorbene sehr alte Weißweinsorte, die aus Frankreich an den Rhein kam und wahrscheinlich von den Zisterzienser des Klosters Eberbach im 12. Jahrhundert erstmals im Rheingau angepflanzt wurde, trug in der Rheinregion auch den Namen Harthengst.
Der Feurige Riesling ist zu den sogenannten Feuerweinen zu zählen, einer Weinspezialität, die vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert im Viertäler-Gebiet rund um Bacharach erzeugt wurde. Bei der Feuerweinherstellung wurden Moste in speziellen Feuerweinkammern mittels offenen Feuern in eine stürmische Gärung gebracht, die bereits nach wenigen Tagen beendet war. Die jungen spritzigen Weine wurden dann schnell verschifft, denn ein Großteil der Feuerweine war für den Export in die Niederlande, die Länder der Hanse und nach England bestimmt.

Das Buch "Vom harten Hengst zum feurigen Riesling - Spurenlese am Mittelrhein" (gebunden, 304 Seiten) ist im Oktober im Verlag Matthias Ess in Bad Kreuznach erschienen, kostet 19,80 Euro und kann überall im Buchhandel oder online unter anderem hier* gekauft werden.

Zur Person

Dr. Rudolf Nickenig wurde 1953 in Boppard geboren und wuchs in einem Weinbaubetrieb auf. Er studierte in Bonn Ernährungswissenschaften und promovierte über „Polyphenole in Weißweinen“. Seit 1986 ist er Generalsekretär des Deutschen Weinbauverbandes und in dieser Funktion europaweit in Sachen Weinbaupolitik aktiv. Außerdem ist er Chefredakteur der Fachzeitschrift „Der Deutsche Weinbau“

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