Reben aus dem Burgund finden neue Heimat an Nahe und Glan

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Französische Pinot-Noir-Reben in Monopollage des Naheweinguts Klostermühle Odernheim gepflanzt.


21|06|2015   Über den bemerkenswerten neuen Weinjahrgang 2014 des Weingutes Klostermühle Odernheim habe ich vor kurzem bereits hier im Blog berichtet. Damit das auf die Erzeugung von Burgundern spezialisierte Naheweingut auch künftig weit "vorne mitspielen" kann, wurden jüngst besondere "Einwanderer" aus Frankreich in Odernheim am kleinen Flüsschen Glan begrüßt: das Weingut pflanzte mehr als 1600 Pinot-Noir-Reben aus dem Burgund in seiner Monopollage Langenberg neu an.


Weingut Klosternühle pflanzt 1 600 Pinot Noir Reben im Langenberg

Seit langem pflegt das Weingut Klostermühle Odernheim eine Verbindung ins Burgund, was auch naheliegend ist, denn es hat sich seit Jahrzehnten in der vom Riesling dominierten Weinbauregion Nahe als Pinot-Noir-Produzent etabliert, nicht zuletzt mit seiner Einzellage Montfort, dem größten Burgunderweinberg an der Nahe. Dieser Weg wird konsequent fortgesetzt: „Wir haben jüngst bei einem französischen Züchter verschiedene klein- und lockerbeerige Burgunderklone erworben“, erläuterte Thomas Zenz, Gesellschafter und Betriebsleiter des Weinguts. „Die Trauben dieser Reben sind dank festerer Schale widerstandsfähiger gegen feuchtwarmes Wetter, mit dem an der Nahe immer häufiger zu rechnen ist. Außerdem weisen die Trauben ein kräftiges Aroma von kleinen Schwarzkirschen auf."

Betriebsleiter und Kellermeister Thomas Zenz mir einer der Pinot-Noir-Reben aus dem Burgund.

Gesetzt wurden die Reben jüngst im Odernheimer Langenberg, einer Monopollage des Weingutes. „Der Langenberg ist ein ganz besonderes Terroir“, erläuterte Christian Held, geschäftsführender Gesellschafter des Weinguts. Malerisch in einem Seitental hoch neben der Weinlage „Kapellenberg“ gelegen, wird die Parzelle dank ihrer Ausrichtung von Süd-Ost bis Süd-West vom frühen Morgen bis zum späten Abend von der Sonne beschienen. Der Boden ist eine tiefgründige Tonschieferverwitterung aus dem Devon. Vor 300 Millionen Jahren lag hier der Äquator. Wo heute der Weinberg gepflegt wird, befand sich einst ein riesiger Süßwassersee, auf dessen Sedimenten heute die Reben wachsen. Der Tonschieferboden des Odernheimer Weinbergs markiert einen deutlichen Unterschied zum Burgund, denn dort ist der Boden deutlich vom Meeres-Sedimenten (Kalkgestein, also versteinerte Muscheln) dominiert. Entsprechend werden sich die französischen Reben auf dem Langenberg auch aromatisch anders entwickeln: „Das ist uns recht! Uns geht es nicht um eine Imitation, wir freuen uns auf den Vergleich“, so Christian Held.

Premiere des Lagenweins im Jahr 2020 

Auf rund 3500 Quadratmeter der Steillage, die jetzt bepflanzt wurde, soll bald ein sehr dichter, aromatischer Spätburgunder heranreifen. "Uns geht es um Qualität, nicht Quantität. Der Hektoliter-Höchstertrag wird deutlich unter 50 liegen", blickt Zenz voraus. Nach drei Jahren kann mit einer ersten Ernte gerechnet werden. „Wir werden ihn als Lagenwein abfüllen", so der Kellermeister, der sich schon jetzt auf den ersten Jahrgang vom Langenberg freut. In den Handel kommen wird dieser im Jahr 2020 - ein bisschen Geduld ist also noch gefragt.


Service & Bezugsquellen

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Text & Fotos: Norbert Krupp
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