Ravioli-Salat mit Borrettane-Zwiebeln, getrockneten Tomaten, Rucola, Oliven und Salsiccia im Weißweinsud [plus Weintipp]

Ravioli-Salat mit Fenchel-Salsiccia und Riesling Magnus.



14||09|2019   Wer kann schon nein sagen, wenn Ravioli als wohlduftendes Solo-Gericht oder erster Hauptgang (Primo Piatto) eines klassisches italienischen Menüs auf den Tisch kommen. Eine hervorragende Figur machen die kleinen gefüllten Teigtaschen aber auch als Salat. Angerichtet mit vielen weiteren Zutaten aus der italienischen Küche, darunter getrocknete Tomaten, Oliven und Borrettane-Zwiebeln, zaubert ein noch leicht warm servierter Ravioli-Salat mit seinem Farb- und Aromenspiel eine große Schüppe südländische Lebens- und Genussfreude auf die Teller. Einen stressigen Arbeitstag gehabt und kein Elan mehr, um jetzt noch die Pastateig-Maschine anzukurbeln und Ravioli selbst zu machen. Vorschlag: Nutze für den Salat gekaufte Ravioli aus der Frischetheke, dann ist dieser mediterrane Gaumenschmaus in Windeseile zubereitet.


Ravioli-Salat mit Fenchel-Salsiccia - das passt perfekt


Der lauwarme Raviolisalat kann zusammen mit etwas Weißbrot genossen als vollwertiges Hauptgericht dienen. Bei der jüngsten Zubereitung haben wir zum Salat aber einen weiteren Klassiker aus Italien hinzugesellt, und zwar Salsiccia. Die pikant gewürzte Wurstspezialität, die zumeist aus Schweinebrät hergestellt wird und von der es in Italien zahllose regionale Varianten gibt, wird zunächst in Olivenöl zusammen mit Lorbeer und Knoblauch angebraten und anschließend mit Weißwein abgelöscht und fertig gegart. Zum Raviolisalat passt eine mit wildem Fenchel gewürzte Salsiccia finocchietto besonders gut. Weil wir mit der Wurst bereits eine Fleischkomponente im Gericht haben, ist bei der Ravioli-Füllung eine fleischlose Variante empfehlenswert, z. B. eine Füllung aus Ricotta und Rucola oder aus etwas Käse und Gemüse.

Ravioli-Salat mit Borrettane-Zwiebeln, getrockneten Tomaten, Rucola, Oliven und Salsiccia.
Ravioli-Salat mit Borrettane-Zwiebeln, getrockneten Tomaten, Rucola und Oliven.


Auch die Zubereitung der Salsiccia geht ratzfatz von der Hand - alles in allem hast Du mit diesem Essen nach nur rund 30 Minuten einen geschmacklichen Kracher auf dem Tisch stehen, der Dich farbenfroh vom Teller anlacht und den Gaumen mit seiner Aromenfülle auf beschwingte und wunderbare Weise kitzelt. Ein Kracher ist auch der Wein, den ich zu diesem empfehle: der trockene Riesling "Magnus" aus der Spitzenlage Niederhäuser Hermannshöhle vom Weingut Jakob Schneider. Mehr zum Wein erzähle ich am Textende nach dem Rezept.


Borrettane-Zwiebeln - bitte gegrillt und geölt, nicht mit Essig!


Bevor ich zum Rezept komme, noch schnell ein Wort zu den kleinen mild-süßlichen Boretto- oder Borrettane-Zwiebeln. Namensgeber der kleinen, leicht flachen Zwiebeln, die an Perlzwiebeln erinnern, ist der Ort Boretto in der Region Emilia-Romagna. In der italienischen Küche sind die kleinen Leckerbissen weit verbreitet und kommen dort zum Beispiel bei Antipastigerichten, für Gulasch, Gemüseeintöpfe und als Beilage für Fleisch vom Grill zum Einsatz. Hierzulande werden sie zumeist eingelegt im Glas angeboten, wobei dem Sud auf Wasserbasis sehr häufig etwas Aceto Balsamico zugesetzt ist. Diese kannst Du für den Salat verwenden, meine erste Wahl sind sie aber aus zwei Gründen nicht. Erstens wird durch den Aceto der mild-süßliche Geschmack, der charakteristisch für diese Zwiebelsorte ist, für meinen Geschmack zu stark ins Säuerliche verschoben. Zweitens sorgt im Ravioli-Salat etwas Zitrone in der Vinaigrette für Säure und Frische, eine zusätzliche Säure oder säuerliche Komponente durch eine andere Zutat bedarf es geschmacklich nicht. Viel besser für den Salat geeignet sind in Öl eingelegte und zudem gegrillte weiße Borretane Zwiebeln - die mit ihrer Milde und dem feinen rauchigen Grillaroma bestens zum Ravioli-Salat passen.

Ravioli-Salat und Salsiccia im Weißweinsud.


Rezept für Ravioli-Salat und Salsiccia im Weißweinsud


ZUTATEN  |  für 4 Portionen

Für den Salat:

  • 500 g Ravioli (mit Ricotta/Rauke oder Gemüsefüllung)
  • 6 EL mildes Olivenöl
  • 80 g getrocknete Tomaten in Öl (Abtropfgewicht)
  • 80 g schwarze entsteinte Oliven 
  • 80 g gegrillte Borretane-Zwiebeln in Öl (Abtropfgewicht)
  • ½ rote Zwiebel
  • 3 TL Zitronensaft
  • 1 TL Honig
  • 1 handvoll Rukola (alternativ junge Spinatblätter, Feldsalat oder Portulak)
  • Salz und Pfeffer


Für die Salsiccia:

  • ca. 400 bis 500 g Salsiccia
  • 1 TL Olivenöl
  • 2 kleine Lorbeerblätter
  • 2 Knoblauchzehen
  • schwarzer Pfeffer
  • 50 ml Weißwein


ZUBREITUNG  | 30. Min

Ravioli-Salat

  1. Die Ravioli nach Packungsanleitung in leicht gesalzenem Wasser garen, das wird zumeist um die 4 Min. dauern. Dann in einem Sieb abtropfen lassen. Die gut abgetropften Tomaten in kleinere Stücke schneiden (ca. 1–2 cm Kantenlänge), die Oliven und Borretane-Zwiebeln je nach eigenen Vorlieben entweder ungeschnitten lassen oder die Hälfte bzw. alle halbieren.
  2. Vom Olivenöl 2 EL in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die gut abgetropften Ravioli darin in ca. 4–5 Min. hell goldbraun anbraten. Beiseite stellen und ein wenig abkühlen lassen.
    Rukola waschen und trocken schleudern. Die halbe rote Zwiebel mit einem Messer sehr fein würfeln. 
  3. Aus dem restlichen Olivenöl (4 EL), dem Zitronensaft und Honig sowie etwas Salz und Pfeffer eine Vinaigrette anrühren. Die Ravioli in eine Schüssel geben und mit allen anderen Zutaten behutsam vermengen.

Salsiccia

  1. Die Salsiccia mit einem sehr scharfen Messer in ca. 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. In einer Antihaftpfanne die Salsiccia-Scheiben in dem Olivenöl zusammen mit den Lorbeerblättern und den geschälten und mit dem Handballen angedrückten Knoblauchzehen bei niedriger Temperatur braten. Ab und zu wenden. 
  2. Sobald die Salsiccia gebräunt und knusprig ist, etwas pfeffern und den Wein angießen. Noch etwas weiter köcheln lassen, bis der Wein bis auf einen kleinen Rest verkocht ist. Die Salsiccia-Scheiben im Weißweinsud zusammen mit dem noch lauwarmen Ravioli-Salat servieren.


Wein-Tipp

Manchmal muss man es eben krachen lassen – und dann kommt ein Wein wie der MAGNUS aus dem Weingut Jakob Schneider gerade recht. Der Ravioli-Salat mit Fenchel-Salsiccia wirft eine Fülle von hocharomatischen Zutaten in die Waagschale, so die konzentrierten getrockneten Tomaten, die nussig-würzigen Rucola-Blätter, die rauchig-süßlichen Borrettane-Zwiebeln und die Salsiccia mit Fenchel-Aroma. Für einen Weinbegleiter heißt es da: entweder unterordnen oder Paroli bieten! Mit dem trockenen Riesling Magnus hab‘ ich mich für letzteres entschieden.

Riesling Magnus Niederhäuser Hermannshöhle vom Weingut Jakob Schneider.


Der Magnus ist der trockene Premiumriesling in der Kollektion des Weingutes Jakob Schneider in Niederhausen an der Nahe, sozusagen die kleine oberste Spitze in der Qualitätspyramide, das Beste vom Besten. Bereits das, was Winzer Jakob Schneider an trockenen Rieslingen im Gut- und Lagenweinsegment in die Flaschen füllt, ist Jahr für Jahr aller Ehren wert, bei den Premiumweinen aus den Lagen Klamm und Dellchen packt er dann noch eine Schippe drauf und im Premiumwein aus der Lage Niederhäuser Hermannshöhle, getauft auf den Namen Magnus, konzentriert sich dann das allerbeste, was der jeweilige Jahrgang und das Winzerhandwerk zu bieten haben.

Die Niederhäuser Hermannshöhle gehört zu den besten und bekanntesten Riesling-Weinlagen weltweit. Für den Magnus selektiert Jakob Schneider aus dieser weltberühmten Lage nur die allerbesten Trauben des Jahrgangs. Klein, lockerbeerig, kerngesund und hocharomatisch müssen sie sein, um in den Magnus einzufließen. Dieser Wein stellt in konzentrierter Form alles zur Schau, für das die legendäre Lage Niederhäuser Hermannshöhle gerühmt wird. Eine hohe Dichte und Komplexität ist verwoben mit einer schwebenden Eleganz und Verspieltheit, Tiefgründigkeit trifft auf Filigranität, verführerische Fruchtaromen auf eine vibrierende Würze und schiefrig-steinige Mineralität.

Riesling Magnus Niederhäuser Hermannshöhle vom Weingut Jakob Schneider.
Großes Rieslingkino: Der Magnus 2018 aus dem Weingut Jakob Schneider.


Mustergültig zum Ausdruck bringt das der Niederhäuser Hermannshöhle Magnus Jahrgang 2018. Der trockene Riesling hält sich nach dem Öffnen nicht lange mit Geplänkel aufhält: Dicht, mächtig und vollgepumpt mit Extrakt rumpelt er direkt los. Um seine fruchtigen Aromen von Pfirsich, rosa Grapefruit, Mandarinen, Ananas, Litschi und Limette ist ein schiefrig-steiniges, würziges und dicht verwebtes Korsette gelegt, das mit Bändern aus feinen Gerbstoffen fest verschnürt ist. Ein Wein, der es durch seine Dichte, Konzentration und Würze locker mit dem aromatischen Feuerwerk des Ravioli-Salates mit Fenchel-Salsiccia aufnehmen kann und der in einem zupackenden, lange nachhallenden Finale ausläuft.

Ja, ich weiß: Der Magnus Jahrgang 2018 ist genau genommen noch zu jung zum Trinken, er wird in den kommenden Jahren grandios heranreifen und seinen geschmacklichen Gipfel erst noch erklimmen. Aber schon jetzt steht fest: Das ist ein Paradewein, ein Nahe-Riesling auf Grand Cru Niveau, der angesichts seiner Größe für 19,50 Euro die Flasche geradezu unverschämt günstig ist. Zugreifen, Ravioli-Salates mit Fenchel-Salsiccia zubereiten, eine Flasche Magnus dazu entkorken und die restlichen weglegen für die kommenden Jahre!

Riesling Magnus Niederhäuser Hermannshöhle vom Weingut Jakob Schneider.


Fotos: Moderne Topfologie
*Links zu Amazon sind Affiliate-Links

Vinissima Regionalgruppe Nahe gründet sich

Sprecherinnen der Regionalgruppe Vinissima Nahe: laura Schneider und Anette Closheim.


19|09|2019   Zuwachs bei Vinissima Frauen & Wein: Fünf Frauen haben sich zum Ziel gesetzt, eine eigenständige Regionalgruppe Nahe innerhalb des Vereins zu gründen. In der NaheWeinVinothek in Bad Kreuznach wurde jüngst die Gründung der Regionalgruppe auf die Schiene gesetzt.

Laura Schneider (Foto rechts) vom Weingut Jakob Schneider in Niederhausen wurde zur Regionalsprecherin der Gruppe gewählt. Stellvertreterin ist Winzerin Anette Closheim (Foto links) vom Weingut Anette Closheim in Langenlonsheim. Nächster Termin wird im Dezember eine konstituierende Sitzung sein. Ziel ist es, das Programm für 2020 zu planen und Ideen zu sammeln. Auch die Einbindung der vielen Interessentinnen im Anbaugebiet Nahe sowie der Austausch mit anderen Berufsgruppen sollen dann Themen sein.
"Kurze Wege und regionale Netzwerke, um dann über den Tellerrand zu schauen und branchenübergreifend Kontakte entstehen lassen. Das sind die zentralen Punkte, um erfolgreich im Beruf zu sein", gegrüßte Susanne Wolf, Vorsitzende des Bundesverbandes von „Vinissima Frauen & Wein e.V.“, die Gründung der Regionalgruppe Nahe.

"Vinissima" ist ein bundesweites berufsbezogenes und Generationen übergreifendes Netzwerk für Frauen, die als Winzerinnen, Önologinnen, Wissenschaftlerinnen, Weinhändlerinnen, Gastronominnen, Sommelièren, Journalistinnen oder im Wein-Marketing tätig sind. Der Verein wurde 1991 von sieben Weinfrauen am südbadischen Kaiserstuhl gegründet und zählt heute knapp 600 Mitglieder bundesweit. Mit der Neugründung der Regionalgruppe Nahe gibt es nun zwölf Vinissima-Untergruppen mit den jeweiligen Sprecherinnen.

Naheweinkönigin werden möchten . . .

Die Weinkönigin-Kandudatinnen Laura Tullius aus Sommerloch, Rebecca Schramm aus Monzingen, Nina Schönbein aus Bad Münster am Stein-Ebernburg.


. . . drei junge Damen, die sich jüngst im Parkhotel Kurhaus in Bad Kreuznach offiziell als Kandidatinnen für das Amt der 58. Naheweinkönigin vorstellten. Ins Rennen um die Krone der höchsten Weinmajestät des Weinbaugebietes Nahe für die Amtsperiode 2019/2020 gehen am Wahlabend, 2. November, Laura Tullius aus der Gemeinde Sommerloch, Nina Schönbein für Bad Münster am Stein-Ebernburg und Rebecca Schramm aus Monzingen.

Laura Tullius (l.), Studentin der Internationale Weinwirtschaft, ist 23 Jahre alt und auf dem elterlichen Weingut in Sommerloch aufgewachsen. Ebenfalls 23 Jahre alt ist Winzerin Nina Schönbein (r.), die in Bad Münster am Stein-Ebernburg lebt und gerade ein Weinbaustudium absolviert. Rebecca Schramm (M.) ist 30 Jahre alt, stammt aus einer Winzerfamilie in Monzingen und steht kurz vor dem Abschluss ihrer Winzerausbildung. Mehr Details zu ihrer Person und warum sie sich um das Amt der Naheweinkönigin bewerben, dies verraten die drei Anwärterinnen hier im VIDEO.



Die Naheweinkönigin-Kandidatinnen im Detail


Laura Tullius ist 23 Jahre alt. Sie ist auf dem elterlichen Weingut in Sommerloch aufgewachsen, in die Welt gereist und letztlich hat sie wieder zielsicher den Weg zurück in die Heimat gefunden. Laura hat ein Jahr lang in Amerika gelebt und besonders der Grand Canyon hat sie beeindruckt. Jetzt studiert sie Internationale Weinwirtschaft in Geisenheim. Ihr Wein-Favorit ist ein fruchtbetonter Rosé, den sie am liebsten mit Freunden und dem Blick ins Nahetal genießt. "Nahewein bietet für mich die Möglichkeit, mit den Menschen zu kommunizieren. Daher würde ich auch gerne 100 Flaschen davon an die wunderbaren Menschen schicken, die ich meinen Reisen kennengelernt habe", so die 23-Jährige. Als Naheweinmajestät möchte Laura den jungen Menschen den Wein näherbringen, sodass sie neben dem erfolgsorientierten Alltag den Genuss nicht vergessen.

Nina Schönbein ist ebenfalls Jahre alt 23. Sie ist begeisterte Winzerin, lebt in Bad Münster am Stein-Ebernburg und möchte den Menschen, denen sie in ihrem Amtsjahr begegnet, weitergeben, was Weinmachen bedeutet. Getreu dem Motto „Think Global, Drink Local“ möchte sie zeigen, dass die schönsten Weine direkt vor der Haustür wachsen. Nach ihrer abgeschlossenen Winzerausbildung beginnt sie nun noch ein Weinbaustudium in Geisenheim. Neben dem Wein begeistert sie der Fußball und sie lässt sich keine Gelegenheit entgehen ein Spiel des 1. FC Kaiserslautern anzuschauen. "Wenn es um die Welt des Films geht, führt für mich kein Weg an den phantastischen Harry Potter Streifen vorbei. Beim Essen mag ich es hingegen bodenständig", so die 23-Jahrige, die und lobt den Spundekäs ihrer Mutter. Dazu genießt sie am liebsten einen fruchtbetonten Müller-Thurgau, der für sie eine der meist unterschätzten Rebsorten ist.

Rebecca Schramm ist mit 30 Jahren die älteste der drei Bewerberinnen. Nach ihrer Ausbildung zur Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin setzt sie nun noch eine Winzerausbildung obendrauf. Das ist nicht sehr verwunderlich, da sie schon als Kind im elterlichen Weingut in Monzingen am liebsten bei ihrem Vater auf dem Schoß den Traktor lenkte. Heute schätzt sie an einem Wein vor allem die Leidenschaft, die der Winzer oder die Winzerin in den Wein gesteckt haben. "100 Flaschen davon würde ich gerne an Festival-Veranstalter schicken, so dass dort statt Bier mehr Wein ausgeschenkt wird", so die 30-Jährige. Nahewein ist für sie nicht nur ihr Beruf, sondern auch ihre Leidenschaft . . . und genau das möchte sie in ihrer Amtszeit weitertragen. Und mit der Fotografie als ihrem Hobby wird sie die vielen Eindrücke während des Majestätenjahres mit Sicherheit bestens festhalten.


Die angehenden Naheweinmajestäten 2019/2012 (v. l.): Laura Tullius aus Sommerloch, Nina Schönbein aus Bad Münster am Stein-Ebernburg und Rebecca Schramm aus Monzingen.
Die angehenden Naheweinmajestäten 2019/2012 (v. l.): Laura Tullius aus Sommerloch, Nina Schönbein aus Bad Münster am Stein-Ebernburg und Rebecca Schramm aus Monzingen.

Karten für die Wahl der Naheweinmajestäten kaufen


Wer Naheweinkönigin und wer Prinzessin wird, das entscheidet sich bei der Wahl-Gala am Samstag, 2. November 2019, 17 bis 24 Uhr, im Kurhaus in Bad Kreuznach. Die Krönung wird gegen 21 Uhr stattfinden, anschließend beginnt die Krönungsparty.

Der Eintritt kostet 35 Euro inkl. Fingerfood. Karten gibt es ausschließlich bei Weinland Nahe e.V., Burgenlandstraße 7, 55543 Bad Kreuznach, im Direktverkauf, und zwar ab Dienstag, 1. Oktober, 8 bis 13 und 14 bis 17 Uhr. Wer Karten telefonisch über 06 71 / 83 40 50 bestellt, muss diese spätestens am Folgetag abholen. Pro Person werden maximal vier Karten ausgegeben.
www.weinland-nahe.de

Foto oben: Weinland Nahe / gabelfrau.de
Foto unten: Moderne Topfologie

Moderne Architektur trifft auf uraltes Fachwerk: Die Vinothek Closheim ist eröffnet

Die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.


11|09|2019   Gut 300 Jahre altes Fachwerk trifft auf Stahl, Glas und Beton: Die neue Vinothek des Weingutes Closheim im Langenlonsheim an der Nahe ist offiziell eröffnet. Am vergangenen Wochenende wurde die Einweihung gefeiert.

Die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.
Die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.


Gut zwei Jahre dauerte die Sanierung und Erweiterung des uralten Fachwerkhauses, unter dem sich der einstige Kurfürstliche Zehntkeller der Grafen von Nassau befindet. Vor Hunderten von Jahren war dies der zentrale Kelterplatz für alle Winzer von Langenlonsheim, ab sofort finden hier die Weine von Winzerin Anette Closheim, die bei An- und Ausbau der weine von ihrem Ehemann Philipp unterstützt wird, einen sehenswerten Präsentations-und Verkaufsplatz, an dem alte Fachwerk-Baukunst auf moderne Architektur trifft.

uise und Laura Closheim zerschneiden zur Eröffnung das rote Absperrband vor der Türe der Vinothek Closheim.
Luise und Laura Closheim zerschneiden zur Eröffnung das rote Absperrband vor der Türe der Vinothek.

Die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.
Freigelegte Holzbalkenkonstruktion im ersten Obergeschoss der Vinothek.


2001 erwarb Winzer Konrad Closheim das direkt neben dem Weingutshaus gelegene rund 300 Jahre alte Fachwerkhaus, beließ es aber zunächst ungenutzt. Ab 2008 etablierte Tochter Anette neben dem bestehenden Weinsortiment ihre eigene, durch eine moderne Handschrift gezeichneten Weinlinie, und dies äußerst erfolgreich. Bereits zum Start ihrer Karriere als Winzerin erhielt Anette Closheim vom Fachblatt Meiningers Weinwelt für einen Riesling aus dem schwierigen Jahrgang 2008 die Auszeichnung „Riesling Entdeckung des Jahres“, und viele weitere Prämierungen, so beim „Best of Riesling“-Wettbewerb, sowie die Aufnahme in etablierte deutsche Weinführer folgten.

Winzerin Anette Closheim aus Langenlonsheim an der Nahe.
Winzerin Anette Closheim.


Mit vier Weinen (zwei Weißweine, zwei Rotweine) legte die damals 30-Jährige los, bis heute ist das unter dem Namen „anetteclosheim“ vermarktete Weinsortiment auf gut zehn verschiedene Weine angewachsen. Ein Aufschwung, der irgendwann auch zur Idee führte, den Weinen eine eigene Präsentationsfläche zu geben und dafür das uralte Fachwerkhaus zu nutzen.
Die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.

Vinothek Closheim: Moderner Kubus trifft uraltes Fachwerk

Kubus aus Glas mit stilisierten Rebranken aus Stahl, gepaart mit traditionellem Fachwerk,

architektonische Weinvision für die hochwertigen Weine
 Von der Idee bis zur Eröffnung sollten aber noch viele Monate ins Land gehen. 2016 fiel der Startschuss für den Umbau, der nach über zwei Jahren Bautätigkeit nun einen sehenswerten Abschluss fand. Ein zentraler Baustein der umfangreichen und zweitintensiven Baumaßnahmen: das Fachwerkhaus wurde komplett entkernt, ohne die uralte Holzbalkenkonstruktion zu beeinträchtigen.

Vor dem Umbau: Aus einem uralten Fachwerkhaus wird die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.


Vor dem Umbau: Aus einem uralten Fachwerkhaus wird die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.
Vor dem Umbau: Aus einem uralten Fachwerkhaus wird die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.


Von der nun von den Wänden im Erdgeschoss bis hoch oben zum Dachgiebel freigelegten Fachwerkkonstruktion „haben wir tatsächlich nur einen einzigen alten Balken ersetzen müssen“, wusste Konrad Closheim bei der Eröffnungsfeier zu berichten. In einem weiteren Bauabschnitt wurde auf der Rückseite des Hauses ein kleiner Anbau für einen modernen Küchentrakt angefügt.

Winzer Konrad Closheim vom Weingut Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.
Winzer Konrad Closheim.


Den architektonischen Brückenschlag zur Moderne vollzieht die Vinothek durch einen neu gebauten Kubus aus Stahl und Glas, der sich einige Meter zurückgesetzt von der Gebäudefront genau zwischen das alte Fachwerkhaus und das durch Sandsteinelemente geprägte Weingutshaus von Familie Closheim aus dem Baujahr 1867 schmiegt. In diesem lichtdurchfluteten Kubus mit seinen stilisierten Rebranken-Elementen aus Stahl vor den großen Fensterflächen können Besucher die Vinothek die Weine an einem langen Stehtisch probieren.

Weinkunde in der Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.


„Die vergangene Zeit des Umbaus waren für uns alle eine anstrengende und kräftezehrende Zeit“, blickte Anette Closheim zurück. „Aber das Ergebnis, das heute zu sehen ist, belohnt ebenso wie das einhellige Lob der bisherigen Besucher für unsere neue Vinothek die Mühen verblassen lässt.“

Winzerin Anette Closheim.


Die neue Vinothek, die Platz für rund 40 Besucher bietet, wird für gutseigene Weinpräsentationen und Weinveranstaltungen genutzt. Aber auch individuelle Weinproben mit kulinarischer Begleitung/Catering sind in den neuen Räumen ebenso möglich wie kleinere Tagungen, die kulinarisch begleitet werden sollen.

Verkostungsraum in der Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.
Gemälde im Verkostungsraum der Vinothek Closheim.


Kommende Termine in der Vinothek Closheim

Die nächsten Termine in der neuen Closheim-Vinothek: Am 16. und 17. November 2019 findet die Winterpräsentation der Weine statt. Dann wird auch ein limitierter Jahrgangssekt vorgestellt. 
Eine „Wine & Dine“-Veranstaltung mit Koch Manuel Weyer am 16. November 2019 ist bereits ausgebucht. Noch Plätze zu ergattern gibt es für die beiden „Wine & Dine“-Abende mit Manuel Weyer am 8. und 9. Mai 2020 (7 Gänge, 7 Weine, 98 Euro pro Person). Direkt an schließt sich die Jahrgangspräsentation mit Vorstellung der ersten 2019er-Weine am Wochenende 9. und 10. Mai 2020.

 Kontakt: 
Weingut Closheim, Naheweinstraße 97, 55450 Langenlonsheim
Öffnungzeiten zum Verkosten und Kaufen: 
Mo. bis Fr. 10 bis 12 und 13 bis 18 Uhr. Sa. 10 bis 15 Uhr.


Die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.


Weinfreunde in der Die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.


Weinliebhaber in der Die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.


Weinliebhaber in der Die Vinothek des Weingutes Closheim in Langenlonsheim an der Nahe.

Fotos: Moderne Topfologie

Pssst! Weinfundstück Nr. 27 bis 30 aus dem Weingut Disibodenberg

Weißwein aus dem gemischten Satz vom Weingut Disibodenberg in Odernheim an der Nahe.


09|09|2019   Vier Wein-Tipps hab‘ ich von der Jahrgangspräsentation am gestrigen Sonntag aus dem Weingut Disibodenberg in Odernheim an der Nahe für euch mitgebracht. Die Kollektion 2018 kann sich sowohl sehen als auch schmecken lassen: Sehen, weil mit dem Jahrgang 2018 eine komplett neu gestaltete Etikettenlinie auf den Flaschen prangt, die im Gutsweinbereich in prägnanten Farben und im Lagenweinbereich im edlen Schwarz daherkommt. Schmecken, weil die Trauben in Odernheim im heißen Jahr 2018 offenbar durch die etwas kühleren und reifeverzögernden Weinlagen im Glan-Seitental der Nahe profitiert haben und Kellermeister Thomas Zenz eine vom Gutswein bis zum trockenen und edelsüßen Spitzengewächs sehr aromatische und dichte, aber zugleich trotzdem „trinkfreudige“ und finessenreiche Kollektion auf die Beine gestellt hat.


Weinfundstücke Nr. 27 bis 30 aus dem Weingut Disibodenberg


Meine Probierempfehlungen: der erstmals präsentierte Varieté 2018 (9,90 €), ein mit einem feinen und komplexen Fruchtspiel ausgestatteter trockener Weißwein aus einem Gemischten Satz, in dem über 24 zum Teil sehr alte und seltene Rebsorten eingeflossen sind. Der „W 18“ (Weißburgunder Gutswein trocken 2018, 8,90 €), der äußerst geschliffen daherkommt und einen feinen Burgunder-Trinkgenuss bei moderaten 12,5 Vol. Alkohol bietet. Der Lagenwein Riesling 2018 Kloster Disibodenberg trocken (dicht und zupacken, beflügelt von einer feinen Würze und vibrierenden Zitrusnoten), der für einen moderaten Preis von 9.40 Euro belegt, welches großes Potential in der Parade-Rieslinglage Disibodenberg steckt. Und – weil ja auch nicht immer trocken zugehen muss und sollte – der „Dizzy Beau“ (8,40 €), ein mit einer nicht zu üppig dimensionierten Restsüße ausgebauter Riesling Kabinett, der mit seinem fruchtigen Aromenspiel den Sommer auf der Zunge tanzen lässt.

Weine aus dem Weingut Disibodenberg in Odernheim an der Nahe.


Zusatz: Bemerkenswert gut haben mir übrigens die vier weißen trockenen Lagenweißburgunder Jahrgang 2018 gefallen, die es bei der Jahrgangspräsentation als Fassprobe zu probieren gab. Wie Thomas Zenz verriet, werden die vier Weine (Montfort Chardonnay, Montfort Chardonnay Weißburgunder, Kapellenberg Grauburgunder und Kapellenberg Grauburgunder „Alte Reben“) in Kürze gefüllt. Meine Empfehlung: Unbedingt probieren!

Du möchtest mehr über das Weingut Disibodenberg (ehemals Weingut Klostermühle Odernheim) erfahren? Dann schaue doch mal hier in meine jüngste Reportage über das Gut mit dem Titel Neuer Name, neue Weine, neue Etiketten: das Weingut Disibodenberg (ehem. Weingut Klostermühle Odernheim)

Thomas Zenz, Kellermeister des Weingutes Disibodenberg.
Thomas Zenz, Kellermeister des Weingutes Disibodenberg.

Noch mehr Fundstücke?

Du möchtest noch weiter Weinfundstücke kennen lernen? Alle Teile meiner Blog-Serie findest Du gesammelt hier.

Fotos: Moderne Topfologie

Premiere: 1. Donnersberger Genussmarkt

Der 1. Donnersberger Genussmarkt wird am 1. September im Weingut Bremer im Zellertal veranstaltet.


22|08|2019   Nach den Donnersberger Glanrindwochen und dem Donnersberger Weinforum bereichert ab sofort eine weitere Veranstaltung das genussvolle Leben im nordpfälzer Bergland: der Donnersberger Genussmarkt.

Der 1. Donnersberger Genussmarkt wird am Sonntag, 1. September, von 11 bis 18 Uhr im Weingut Bremer im Zellertal (Brückenstr. 2, 67308 Zellertal-Niefernheim) veranstaltet. Zahlreiche Erzeuger werden Leckereien aus der Region zum Genießen und Erwerben anbieten. Ob Kaffee aus feinsten Bohnen, goldgelber Honig vom heimischen Imker, herzhafte Wurstwaren oder Destillate und Marmeladen aus handverlesenen und vollreifen Früchten – die Besucher erwartet beim 1. Donnersberger Genussmarkt eine Vielzahl an Delikatessen. Ergänzend dürfen an diesem Sonntag auch die Weine des Weingutes Bremer verkostet werden.

Der 1. Donnersberger Genussmarkt ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Slow Food Conviviums Donnersberger Land-Glantal, des Donnersberger Touristikverbandes und des Weingutes Bremer.

Donnersberger Genussmarkt - die teilnehmenden Betriebe:

 

  • Amorella Kirschmanufaktur, Mainz (Produkte rund um die Kirsche)
  • Backstubb Börrstadt, Börrstadt (Kuchen und Torten)
  • Biohof Ganter, Zellertal-Harxheim (Chutneys, Marmeladen)
  • Bliesgau Ölmühle, Bliesransbach (Senf, Leindotteröl, Hanföl, Mohnöl, Nudeln)
  • CookCulture UG, Solingen (Messerverkauf und -schärfen)
  • Die kleine Brennerei am Donnersberg, Winnweiler (Brände, Liköre)
  • Forellenzucht Schneider, Katzweiler (Fisch)
  • GenussLab UG, Altlußheim (Obstessige)
  • Hoflädchen Ochsenschläger, Biblis-Wattenheim (Kartoffeln, Chutneys etc.)
  • Hofladen Heeger, Breunigweiler (Fleisch/Wurst aus der Region)
  • Honigmann Oliver Zelt, Albisheim (Honig, Marmelade etc.)
  • Kaffeerösterei Weidmann, Kirchheimbolanden (Kaffee)
  • Kochhandwerk Karsten Bessai, Kerzenheim-Rosenthal (Catering)
  • Rosenthaler Braubrüder, Rosenthal (Bier)
  • Seelen Futter Manufactur, Osthofen (Mediterrane Speisen)
  • Stephans Chili-Schmiede, Kaiserslautern (Chili-Produkte, Chilisalze) 
  • Weierhöfer Gartengemüse, Weierhof (Gemüse)
  • Wildzerlegebetrieb Bernd Balder, Medard (Wild)

MoToLogie-NEWSLETTER
Hol' Dir die neusten Rezepte, Storys & Tipps aus meiner Küche - gib hier Deine E-Mail ein und Du erhältst künftig automatisch den MoToLogie-Newsletter zugeschickt!




Deine E-Mail wird nicht für andere Zwecke genutzt! Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten findest Du in der Datenschutzerklärung.


Generationenwechsel im Schlossgut Diel: Winzerin Caroline Diel steht jetzt allein am Ruder des VPD Weingutes

Armin und Caroline Diel vom Schlossgut Diel.


06|08|2019   Jetzt ist sie alleinige Schloss(gut)herrin, ganz offiziell und ohne Wenn und Aber. Nach mehrjähriger Übergangszeit hat Armin Diel das Schlossgut Diel in Burg Layen an der Nahe vor kurzem vollständig an seine Tochter Caroline Diel übertragen.

Selbstbewusst ist sie, ja, kapriziös keineswegs. In Arbeitsmontur mit „Team-T-Shirt“ und festem Schuhwerk begrüßt Caroline Diel die Presse am frühen Vormittag zum Gespräch. „Ich steh‘ jeden morgen ab 6 Uhr mit dem Team im Weinberg“, erzählt die 39-Jährige, für die es undenkbar ist, Wein zu erzeugen, ohne die Weinberge und deren (aktuellen) Befindlichkeiten bis ins kleinste Detail aus dem Effeff zu kennen. „Das ist schon ein Unterschied zu mir. Ich bin ja nur in die Weinberge gekommen, wenn es dort Pressefotos zu machen gab“, wirft Armin Diel mit einem Schmunzeln ein.

Radikaler Schnitt: Armin Diel räumt im Schlossgut auf


Ganz ernst zu nehmen ist das tatsächlich nicht, denn der 65-Jährige wird seine Weinberge schon etwas besser als nur flüchtig gekannt haben. Ansonsten wäre es auch kaum möglich gewesen, dass der „Quereinsteiger“, der eigentlich Jurist werden wollte, das väterliche Weingut zu solchen Höhen führte. Sein zweitältester Sohn soll in Geisenheim Weinbau studieren und dann später das seit 1802 im Familienbesitz befindliche Gut übernehmen, so lautet der Wunsch des Vaters Dr. Ingo Diel (1924-2008). Doch Armin Diel wünscht sich das nicht. Er zieht nach Münster in die Heimatstadt seiner Frau Monika, die er 1979 heiratet, und nimmt ein Jurastudium auf.

Das Schlossgut Diel in Burg Layen.
Der Turm des Schlossgutes Diel in Burg Layen an der Nahe.


Doch dann gerät das Weingut im fernen Burg Layen in wirtschaftlich unruhiges Fahrwasser und beginnt zu schlingern. Kurz vor seinem ersten Staatsexamen übernimmt der Jurastudent 1987 das Ruder des Betriebes – und er fackelt nicht lang. In einem vom Glykolskandal erschütterten Branchenumfeld krempelt der 34-Jährige das Weingut radikal um. 24 Rebsorten auf zehn Hektar hatte sein Vater anpflanzen lassen, den größten Teil davon lässt Armin Diel aushacken. Alle Flächen mit Neuzüchtungen werden gerodet, für die Neuanlage werden nur klassische Rebsorten wie Riesling sowie weiße und rote Burgunder ausgewählt, die Weine werden (zunächst) ausschließlich trocken ausgebaut. „Ein durchaus waghalsiger Schritt“, wie der 65-Jährige rückblickend einräumt, denn „nach dieser Radikalkur hatten wir nur noch vier Hektar Rebfläche im Ertrag“.

Kurskorrekturen zeigen Wirkung


Doch Zaudern und Zagen ist nicht die Sache des Armin Diel, der – so Diel über Diel – „oft schon die Antwort parat hatte, bevor überhaupt die Frage gestellt wurde“. Dass der kreative Querdenker (und ab und an auch Querkopf), der sich bereits zu Zeiten seines Jurastudiums einen landesweit bekannten Namen als meinungsstarker Gastronomiekritiker erstritt, auf dem richtigen Kurs ist, beweisen die Folgejahre. Unter dem Management des Strategen und Marketingtalentes Armin Diel, der bei der Arbeit im Weingut stets versierte Kellermeister an seiner Seite weiß, blüht das Gut auf und schiebt sich Jahr um Jahr weiter in die Riege der besten deutschen Weinerzeuger vor. Die Betriebsfläche wächst von zehn auf heute 25 Hektar, davon ein großer Teil in Spitzenlagen wie Dorsheimer Goldloch, Burgberg und Pittermännchen.

Dorsheimer Spitzenlage des Schlossgutes Diel.


1989 wird das Gut in den renommierten Verband der deutschen Qualitäts- und Prädikatsweingüter (VDP) aufgenommen, 1993 wird Diel zum Vorsitzenden des VDP Regionalverbandes an der Nahe gewählt. Dort wie auch im VDP Bundesverband wirkt Diel an bedeutenden Projekten und Entwicklungen wie der VDP Lagenklassifikation mit, die nicht nur die Anerkennung des Weinbaugebietes Nahe im In- und Ausland enorm steigern, sondern auch richtungsweisend für den VDP und den Qualitätsweinbau insgesamt sind. Jüngstes Beispiel des Diel’schen Tatendrangs: „Auch die 2018 vom VDP beschlossene Sektklassifikation hat Armin Diel als Mitglied und Vizepräsident des VDP Bundesverbandes maßgeblich mit angestoßen“, lobt Hilke Nagel, Geschäftsführerin des VDP Bundesverbandes. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die Sporen, die sich Armin Diel zudem als Weinkritiker verdiente. Zusammen mit Joel Payne bildete er von 1994 bis 2009 das Chefredaktionsduo für die deutsche Ausgabe des „Gault & Millau Wineguide“ und wirkte in dieser Funktion am Aufstieg der deutschen Vorzeige- und Spitzenweingüter mit.

Hilke Nagel, Geschäftsführerin des VDP Bundesverbandes, Armin und Caroline Diel.

Caroline Diel: Heimkehr ins elterliche Gut nach zehn Jahren Wanderschaft


Und nun die Betriebsübergabe, mit der „nun endlich Weinsachverstand in das Familienweingut einzieht“, wie Armin Diel mit Blick auf die Vita seiner Tochter einräumt. Und tatsächlich: Anders als der „Quereinsteiger“ bringt Caroline Diel eine fachliche Ausbildung in Sachen Weinbau mit. Seit 2007 arbeitet die heute 39-Jährige im elterlichen Betrieb mit, zuvor studierte die diplomierte Önologin in Geisenheim und sammelte Praxiserfahrung in einigen der renommiertesten deutschen und internationalen Weinhäusern, so unter anderem bei Robert Weil, Toni Jost, Dr. Deinhard und Hansjörg Rebholz, in Château Pichon-Lalande in Bordeaux, im Champagnerhaus Ruinart in Reims und in der Domaine de la Romanée-Conti in Burgund.

Ihre erste Feuerprobe im elterlichen Weingut erlebt Caroline Diel direkt nach ihrer Heimkehr im Jahr 2006, als es eine witterungsbedingt extrem schwierige Weinlese zu meistern galt. Bereits im Folgejahr wird sie Kommanditistin der Schlossgut Diel KG und übernimmt zusammen mit Kellermeister Christoph Friedrich die Verantwortung für den An-und Ausbau der Weine. Schritt für Schritt erfolgt dann die Betriebsübergabe. 2012 ernennt Armin Diel seine Tochter öffentlich zur Nachfolgerin. 2017 überträgt Armin Diel Weinberge und Grundstücke an seine Tochter. Diese wird zum vollhaftenden Komplementär der KG, während ihr Vater als beschränkt haftender Kommanditist eine Reihe zurücktritt. Mit der Ende Juni 2019 vollständig vollzogenen Abnabelung vom Betrieb (Caroline Diels Ehemann Sylvain übernimmt die Gesellschaftsanteile von Armin Diel, der als Kommanditist ausscheidet) ist die Übergabe des Weingutes nun abgeschlossen. Caroline Diels Bruder Victor kümmert sich bereits seit einigen Jahren um den für das Schlossgut wichtigen Bereich der Exportmärkte.

Winzerin Caroline Diel zusammen mit ihrem Ehemann Sylvain und ihren drei Kindern.
„Ich wollte zunächst möglichst viele verschiedene Weinstile kennenlernen, um meine eigene Weinvision zu finden." Winzerin Caroline Diel zusammen mit ihrem Ehemann Sylvain und ihren drei Kindern.


Das während ihres Studiums und der gut zehnjährigen „Wanderschaft durch die Weinwelt erworbene Wissen und Fingerspitzengefühl nutzt die Winzerin, um in den renommierten Spitzenweinlagen des Gutes die Stellschrauben Jahr für Jahr noch exakter zu stellen. Ihr großes Ziel ist es, die Herkunft, das Terroir in fein ziselierten und trinkanimierenden Weinen zum Klingen zu bringen. Damit dies gelingt, geht die Schlossgut-Herrin auf enge Tuchfühlung mit jedem Weinberg und versucht, jeden Rebstock optimal auf den Standort, die klimatischen Bedingungen und wechselnden Witterungsereignisse einzustellen. „Bei der Arbeit im Weinberg und am Rebstock gehen wir tief ins Detail. Wir arbeiten extrem individuell und versuchen, mit viel Fingerspitzengefühl und harter Arbeit im richtigen Moment das Beste zu tun“, so die Dipl. Ingenieurin für Weinbau und Oenologie. Denn immerwährende Patentrezepte, so die 39-Jährige, gebe es im Weinbau nicht. „13 Weinjahrgänge habe ich bisher auf dem Buckel. Und die haben mich gelehrt, dass kein Jahr wie das zuvor ist. Jedes Jahr lerne ich neu dazu.“

„Unsere Weine waren nie besser als heute!“
Armin Diel über die Kunstfertigkeit seiner Tocher zur Weinbereitung
 

Dass die Nahewinzerin aus Burg Layen das nötige Wissen und Fingerspitzengefühl dafür hat, um zur rechten Zeit die Stellschrauben in die richtige Richtung zu drehen, belegen die Erfolge des Schlossgutes Diel auf dem Markt und in der Weinkritik. So wird Caroline Diel im Jahr 2017 vom „Feinschmecker“ als „Internationale Newcomerin des Jahres“ ausgezeichnet. Auch für Armin Diel, unter dessen Ägide das Schlossgut Diel in die Spitze der besten Weinerzeuger Deutschlands aufrückte, steht fest, dass die Weine des Gutes unter den Händen der 39-Jährigen nochmals an Finesse und Salzigkeit dazugewonnen haben . . . und er beschließt das Pressegespräch mit einem großen Kompliment an seine Tochter: „Unsere Weine waren nie besser als heute!“

Die neue Kelterhalle des Schlossgutes Diel.
Die neue Kelterhalle des Schlossgutes Diel.


Randnotiz: Was nun, Herr Diel?

Das Thema Wein spielt bei Armin Diel auch nach der Übergabe des Schlossgutes an seine Tochter eine große Rolle. So veranstaltet der 65-jährige geführte kulinarische Weinreisen in die berühmtesten Weinregionen Europas. Fort führt er auch seine journalistische Tätigkeit als Autor des FINE Weinmagazins, aber künftig soll es noch mehr Berichte aus der Feder des versierten Wein- und Gastronomie-Journalisten Diel zu lesen geben, und zwar speziell online. „Die Arbeiten stehen kurz vor der Fertigstellung. In Kürze wird mein Blog online gehen, in dem ich verstärkt Texte veröffentlichen werde“, kündigte Armin Diel an.