Daumen hoch: das Weihnachtsmenü 2019 von Koch Jens Stempel!


Weihnachtsmenü 2019 von Koch Jens Stempel aus dem Landhaus Stempel an der Nahe.


28|12|2019   Schon seit fast einem Jahr steht das Landhaus Stempel in Windesheim an der Nahe auf unserer Wunschliste für einen Gastronomiebesuch, und nun hat’s tatsächlich nach langem Anlauf geklappt. Am zweiten Weihnachtsfeiertag nutzten wir die Gelegenheit, die Küche von Jens Stempel kennen zu lernen.

Das Credo des Kochs, der in fünfter Generation eine bis ins Jahr 1890 zurückreichende familiären Gastronomie-Tradition fortführt, lautet: die klassische Landhausküche neu und kreativ interpretieren und elegant auf den Teller bringen.

Mit Kräutern verfeinerten Butter und Scheiben von Roter Bete mit Blattsalat und einem Stundenei.
Kräuterbutter zum Brot und ein Stundenei zur Roten Bete mit Blattsalat.


Wie ihm das gelingt, demonstrierte er mit seinem Menü am Weihnachtsfeiertag: Los ging dieses mit einem schmackhaften Brot, einer mit Kräutern verfeinerten Butter und einem Glas Secco. Es folgten feine Scheiben von Roter Bete mit Blattsalat und einem Stundenei(gelb) sowie anschließend ein cremiges Selleriesüppchen mit Kräuteröl und Garnele.

Cremiges Selleriesüppchen mit Kräuteröl und Garnele von Koch Jens Stempel.
Selleriesuppe mit Kräuteröl und Garnele.


Nach einem Sorbet mit exotischem Gelbfruchtaroma schloss sich der Hauptgang an: ein perfekt rosa gebratenes Kalbsrückenstück unter der Kräuterkruste mit Wintergemüse und Kartoffelgratin.

Sorbet mit exotischem Gelbfruchtaroma von Koch jens Stempel.
Gelbfrucht-Sorbet zum Auffrischen der Sinne.


Zum Menüabschluss servierte Jens Stempel als Dessert eine süße Neuinterpretation rund um die weihnachtlichen Aromen von Bratapfel, Lebkuchen, Spekulatius & Co.

Rosa gebratenes Kalbsrückenstück unter der Kräuterkruste mit Wintergemüse und Kartoffelgratin.
Kalbsrücken unter der Kräuterkruste mit Wintergemüse und Kartoffelgratin. 


Unser Fazit: Daumen hoch! Jens Stempel serviert auf der Grundlage ausgewählter frischer und saisonaler Produkte einen gelungenen Brückenschlag zwischen zeitgemäß interpretierten Gerichten der traditionellen Landhausküche und modernen Küchenkreationen sowie Zubereitungsmethoden. Das klare, fein herausgearbeitete Geschmacksbild der einzelnen Produkte findet dabei seine optische Entsprechung in der ebenfalls klaren und aufgeräumten Sprache des Anrichtens auf dem Teller. Hier und da hätte ich mir bei einzelnen Komponenten der Speisen eine ein wenig akzentuierte Würzung  gewünscht, insgesamt versteht es Jens Stempel aber ausgezeichnet, die ausgewählten Lebensmittel optimal zu garen (siehe zum Beispiel das perfekt rosa gebratene Kalbsrückenstück unter der Kräuterkruste), den Eigenschmack der ausgewählten Lebensmittel heraus zu kitzeln (Beispiel Selleriesuppe und das Wintergemüse) und die einzelnen Komponenten zu einer harmonischen Gesamtkomposition auf dem Teller zusammen zu führen (beispielhaft hierfür das exzellent komponierte weihnachtliche Dessert).

Dessert rund um die weihnachtlichen Aromen von Bratapfel, Lebkuche, Spekulatius & Co.
Optisch und aromatisch ein Hochgenuss: das weihnachtliche Dessert von Koch Jens Stempel.


Weitere Pluspunkte: der Gastraum mit seiner eleganten Anmutung. Nachdem Jens Stempel vor knapp über einem Jahr das Ruder im Landhaus übernahm, ließ er das Restaurant komplett renovieren. Der Gastraum präsentiert sich nun sehr aufgeräumt, klar strukturiert und äußerst geschmackvoll eingerichtet. Äußerst positiv zu Buche schlägt zudem die exzellente Raumakustik des Restaurants. Ebenfalls bemerkenswert: die Weinkarte des Hauses. Auch bei dieser setzt Jens Stempel auf die Trumpfkarte Regionalität. Die Weinauswahl umfasst etliche Weiß- und Rotweine aus namhaften Weingütern, die allesamt an der Nahe beheimatet sind, darunter Weine aus den Betrieben Jakob Schneider und Gabelmann aus Niederhausen, von Anette Closheim aus Langenlonsheim, Bamberger aus Meddersheim sowie Sinß, Poss, Lindenhof und Gebrüder Kauer aus Windesheim.

Gast im Restaurant des Landhauses Stempel an der Nahe.
Und zum Abschluss des Menüs . . . ein Espresso.


Gesamteinschätzung: Mit seinem Weihnachtsmenü 2019 hat Jens Stempel  – auch mit Blick auf den mehr als fairen Preis für das 5-Gänge-Menü in Höhe von knapp unter 55 Euro – eine Leistung gezeigt, die aller Ehren wert ist und zudem eine individuelle Handschrift aufweist. Man merkt: Hier ist jemand mit Herz und Verstand bei der (Koch-)Sache. Wir kommen gerne wieder ins Landhaus Stempel – und zwar nicht nur zu Weihnachten!


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Fotos: Moderne Topfologie

French Toast mit Blaubeeren und Crème fraîche (vom Grill oder Herd)

French Toast mit Blaubeeren und Crème fraîche.


23|12|2019   Aus unserem jüngsten Sommerurlaub hab‘ ich einige Rezepte für Speisen mitgebracht, die sich wahlweise auf dem Grill oder Herd zubereiten lassen und die ich nun peu à peu veröffentlichen möchte. Los ging’s mit dem Rezept für Pancakes mit Mango, und heute geht’s mit einem zweiten süßen Leckerbissen weiter. Passend zum damaligen Urlaub in Frankreich gibt es French Toast mit Blaubeeren und Crème fraîche.

Das Grillrezept stammt aus unserem Campingurlaub im August 2019 in Vieux-Boucau-les-Bains an der französischen Atlantikküste. Dort kam unser neuer transportabler Gasgrill, der Napoleon TravelQ PRO 285, zu seinem ersten Außer-Haus-Einsatz. Um dessen Tauglichkeit für die Campingküche zu testen, wurde fast täglich vor dem Zelt gegrillt, und zwar nicht nur herzhaft, sondern auch süß. Und so landeten auch French Toast und Blaubeeren auf dem Grillrost. Pardon! In diesem Fall nicht auf dem Grillrost, sondern auf der Grillplatte.

Ausgiebig getestet und für gut befinden: der transportable TravelQ PRO 285 Gasgrill.


Ein Vorteil des TravelQ ist nämlich, dass der Grillrost zweigeteilt ist. Die eine Hälfte lässt sich durch eine glatte gusseiserne Grillplatte* ersetzen, was das Grillen von etlichen Speisen wesentlich einfacher beziehungsweise sogar erst möglich macht. Die Grillplatte sorgt dafür, dass sich Lebensmittel mit hohem Flüssigkeitsanteil wie Spiegeleier und Pancakes oder eben auch French Toast und Blaubeeren direkt auf dem Grill zubereiten lassen, ohne dass Du den „Umweg“ über eine Pfanne gehen musst, die Du auf den Grillrost stellst.

Meerblick satt: Die Silberküste (Côte d’Argent) im Südwesten Frankreichs.


Keine Grillplatte zur Hand? Macht nichts! Zubereiten lässt sich der French Toast mit Blaubeeren auch in einer Pfanne, die Du auf den Grill stellst. Oder auf den Camping-Gaskochen beziehungsweise auf den heimischen Herd. Am Ablauf der Zubereitung ändert die gewählte Befeuerungsart nämlich nichts.

French Toast mit Blaubeeren und Crème fraîche.
Allround-Rezept: French Toast vom Grill, Campingkocher oder Herd.

 

Rezept für French Toast mit Blaubeeren und Crème fraîche


Zutaten  |  für 4. Portionen

  • 200 g Blaubeeren
  • 2 EL Butter
  • 4 EL Sonnenblumenöl
  • 1/2 TL Muskovadozucker (ersatzweise Haushaltszucker)
  • 1 Prise Meersalz
  • 4 Eier
  • 2 EL Weißwein (alternativ Sahne)
  • 200 g Crème fraîche
  • 4 EL Zucker
  • 12 Scheiben Hefezopf (oder Brioche, Toast bzw. Croissant-Scheiben)
  • 1 EL Sahne oder Crème légère fluid
  • Puderzucker (oder/und Ahornsirup)


Zubereitung  |  ca. 20 Min.

  1. Circa 1/3 er Blaubeeren halbieren. 2 EL Butter und 1 EL Öl mit dem Zucker und der Prise Meersalz auf der Grillplatte (oder in einer Pfanne) erhitzen und alle Blaubeeren hinzufügen. Ca. 4 bis 5 Min. ohne Grilldeckel/Pfannendeckel auf kleiner Hitze köcheln. Anschließend warm stellen.
  2. Nun die Brotscheiben portionsweise ausgebacken. Dazu die Eier mit dem Weißwein, 80 g der Crème fraîche und 3 EL Zucker verquirlen. Die Brotscheiben einige Sekunden in die Eier-Crème fraîche-Flüssigkeit einlegen und dabei auch umdrehen, so dass das Brot rundherum vollständig mit Flüssigkeit bedeckt ist. Einen Teil vom restliche Sonnenblumenöl (ca. 1 EL) auf der Grillplatte (oder in der Pfanne) erhitzen, die getränkten Brotscheiben einlegen, anbräunen und wenden. Die Toasts sind fertig, wenn beide Seiten goldbraun sind. Das mit den übrigen Scheiben wiederholen – vorher stets etwas neues Öl in auf die Platte/in die Pfanne geben.
  3. Jeweils 3 Scheiben French Toast auf die vier Teller legen. Mit den noch warmen Blaubeeren überziehen. Das restlichen Crème fraîche (120 g) mit 1 EL Sahne (oder Crème légère) verrühren und löffelweise auf den French Toast aufklecksen. Mit Puderzucker bestäuben (oder/ und mit Ahornsirup beträufeln) und servieren.

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French Toast mit Blaubeeren und Crème fraîche.
 
Fotos: Moderne Topfologie

Mittelrhein-Kirsche: Die Rückkehr des "Roten Goldes" als Schattenmorellen-Brand

Heinz-Uwe Fetz aus Dörscheid veredelt die Früchte der Region zu preisgekrönten Premium-Bränden.


21|12|2019   Heinz-Uwe Fetz aus Dörscheid veredelt die Früchte der Region zu preisgekrönten Premium-Bränden. Jetzt hat er sich einem Obst mit goldener Vergangenheit angenommen: der Mittelrhein-Kirsche.

Wenn man sich mit Heinz-Uwe Fetz unterhält, merkt man schnell: Dieser Mann hat tausende Ideen im Kopf - und er hat ein Herz für seine Heimatregion. Deshalb kreist sein Ideenreichtum meist ums schöne Mittelrheintal. Und zwei Fragen beschäftigen ihn dabei ganz besonders: Wie lässt sich das Leben der Menschen hier im Weltkulturerbe auch in Zukunft lebenswert gestalten? Und wie bringt man den sagenumwobenen Landstrich zwischen Bingen und Koblenz auch touristisch wieder ganz nach vorne?


Ein Sack voller Staatsehrenpreise: die Destillerie Fetz


Wobei: „Ganz nach vorne“, das ist eigentlich gar nicht sein Ding. Mit Massenabfertigung kann und will Heinz-Uwe Fetz gar nicht konkurrieren. Er setzt auf Qualität, auf das Persönliche. Der Destillerie Fetz hat diese Strategie einen ganzen Sack voll Staatsehrenpreise eingebracht. Und Fetz ist davon überzeugt, dass seine Nische, fernab der Massenkultur, auch dem touristischen Konzept des Mittelrheins gut zu Gesicht stünde.

"Von mancher Kirschsorte gibt’s im ganzen Mittelrheintal nur noch einen Baum."

Vor dem Weg in die erfolgreiche Nische steht die Besinnung auf die eigenen Stärken. Und zu diesen Stärken zählte im Mittelrhein - besonders was die Kirschen angeht - eine stattliche Sortenvielfalt. 82 Kirscharten listet der Sortenfinder des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal auf. Von A wie “Adlerkirsche von Bärtschi” bis Z wie “Zenglers”. Allerdings liegt die Glanzzeit der Mittelrheinkirsche, in der das “rote Gold” - vom Mittelrhein aus in die ganze Welt verschifft - so manchem Produzenten einen ansehnlichen Landsitz finanzierte, nun schon rund ein halbes Jahrhundert zurück. Seit Mitte der 60er Jahre ging der Kirschanbau am Mittelrhein rapide zurück - und damit auch die Sortenvielfalt. Eine ganze Reihe der Kirschen, die der Zweckverband aufzählt, sind akut vom Aussterben bedroht. “Von mancher Kirschsorte gibt’s im ganzen Tal nur noch einen Baum”, weiß Heinz-Uwe Fetz.

Wird auch "rotes Gold" des Mittelrheintals genannt: die Kirsche.
Wird auch "rotes Gold" des Mittelrheintals genannt: die Kirsche.


Rettet die Mittelrhein-Kirsche!


Um den Fortbestand der alten Kirschsorten - die man teils ausschließlich im Mittelrheintal findet - zu sichern, riefen passionierte Produzenten gemeinsam mit dem Zweckverband im Jahre 2011 das “Projekt Mittelrheinkirsche” ins Leben. Das Ziel: Durch die Veredelung zu hochwertigen Produkten will das Projekt den bedrohten Sorten neues Leben einhauchen und sie dadurch - samt ihres prägenden Einflusses auf das Landschaftsbild der Welterbe-Region - für zukünftige Generationen erhalten. In den vergangenen acht Jahren ist so ein breites Produktportfolio rund ums einstige “rote Gold” entstanden, das von der einfachen Konfitüre über Pralinen und Schokolade bis hin zur Ziegensalami mit Mittelrheinkirsche und Kirsch-Leberpastete reicht. Auch zu Senf, Säften, Likören und - neuerdings - zu Kirschbier wird der einstige Obst-Star vom Mittelrhein heute wieder verarbeitet.

Heinz-Uwe Fetz aus Dörscheid veredelt die Früchte der Region zu preisgekrönten Premium-Bränden.
Heinz-Uwe Fetz veredelt die Früchte der Region zu preisgekrönten Premium-Bränden.

Raus aus dem Schatten(morellen)-Dasein 


Mit pfiffigen Ideen die Stärken der eigenen Heimatregion in den Vordergrund stellen? Das ist ein Projekt nach dem Geschmack von Heinz-Uwe Fetz. Deshalb mussten die Initiatoren auch nicht lange um einen Beitrag des Dörscheiders bitten. Er steuert in diesem Jahr erstmals einen Edelbrand aus Schattenmorellen vom Mittelrhein bei. Damit hat er sich aus der schwindenden Sortenvielfalt der hiesigen Kirschen gleich noch einen richtigen “Underdog” herausgepickt, denn die Schattenmorelle hat es als Sauerkirsche besonders schwer im Buhlen um die Verbrauchergunst. “Sauerkirschen nimmt keiner ab”, weiß Fetz, “die Leute wollen noch noch Süßkirschen.” Dabei ist die Sauerkirsche aus Sicht des Schnapsbrenners sogar das lohnendere Objekt. Der Namensgebung zum Trotz hat die Sauerkirsche nämlich einen deutlich höheren Zuckeranteil. “Der süßen Variante fehlt lediglich der Säureanteil”, erklärt Fetz. Beides aber ist für seine Arbeit essentiell: Der Zucker für die Gärung, die Säure fürs Aroma.


Gut Ding (und Obstbrand) will Weile haben

Fetz’ Edelbrand aus der Mittelrhein-Schattenmorelle steht seit diesem Jahr in den Verkaufsregalen - doch die Produktion lief bereits vor mehr als zwei Jahren an. Denn Fetz lässt sich viel Zeit für die Herstellung seiner Brände.
Am Anfang der Produktionskette muss jedoch erstmal alles sehr schnell gehen: Frisch gepflückt landen die Kirschen direkt von der Obstwiese in Fetz’ Destillerie. Dort werden sie sofort gereinigt, von Blättern und Stielen befreit, kurz angequetscht - damit der Saft austreten kann - und dann gemaischt. Danach ist zum ersten Mal Geduld gefragt: Sechs bis acht Wochen lang darf die Maische im Anschluss gären. Zwischendurch ist immer wieder das prüfende Näschen des Fachmanns gefragt, um zu verhindern, dass etwa eine wurmstichige Frucht mit ihrem Essig das Produkt ruiniert.

82 Kirscharten listet der Sortenfinder des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal auf.
82 Kirscharten listet der Sortenfinder des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal auf.


Als erfahrener Brenner destilliert Heinz-Uwe Fetz die Maische dann in mehreren Chargen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, um dann später über den Verschnitt - also die richtige Mischung - das ideale Aroma zu treffen. Bei der Schattenmorelle ist das besonders wichtig, denn bei ihr ist - wie bei jedem Steinobst - besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Lässt man das Obst nämlich auf den Steinen gären, entsteht ein charakteristisches Bittermandelaroma. Im richtigen Maße sorgt das für einen angenehmen Geschmack von Marzipan und Schokolade. Nimmt dieser aber Überhand, überdeckt das Bittermandel-Aroma schnell alle anderen Geschmacksnuancen.

"Manche Dinge brauchen eben Zeit. Und wer die nicht hat, sollte den Job am besten nicht machen."
Heinz-Uwe Fetz

Für den Brennvorgang selbst nimmt sich Fetz ebenfalls mehr Zeit als viele seiner Kollegen. Zwei bis drei Stunden lang kocht das Destillat in der Brennblase, bevor es dann mit rund 65 Volumenprozent eingelagert und anschließend nach und nach mit destilliertem Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt wird. Mit seiner behutsamen Brennweise stieß Fetz anfangs gar an die Grenzen seiner Betriebserlaubnis, denn die gab derart lange Brennvorgänge gar nicht her. Am Ende konnte der passionierte Brenner die Kontrollbehörden schließlich doch von seiner Philosophie überzeugen - und so darf sich Heinz-Uwe Fetz weiter seine Zeit lassen.

Die wahre Geduldsprobe beginnt allerdings erst nach dem Brennvorgang. Dann ist nämlich erstmal Warten angesagt. Langes Warten. Mindestens zwei Jahre - meist sogar länger - lagert Heinz-Uwe Fetz seine Destillate nach dem Brennvorgang ein. “Junges Destillat ist wie junger Wein”, sagt Fetz. Erst während der Lagerung finden Veresterungen statt und das Bouquet bildet sich heraus. “Manche Dinge brauchen eben Zeit”, sagt Fetz, “und wer die nicht hat, sollte den Job am besten nicht machen.” Er weiß: Den Unterschied, den die behutsame Destillation und die lange Lagerzeit ausmachen, schmeckt am Ende auch der Laie. “Und genau das ist meine Aufgabe, wenn ich mich mit meinen Produkten von der industriellen Massenware abheben möchte.”


Vom Autodidakten zum Spitzenbrenner: Heinz-Uwe Fetz


Der Schlüssel zum guten Brand? “Alles eine Frage des Timings”, sagt Heinz-Uwe Fetz - und vor allem das Wissen darum, wann es nötig ist, schnell zu sein und wann es darum geht, sich Zeit zu lassen.

Dass die Brennerei dereinst zu seiner großen Leidenschaft werden würde, hätte Fetz wohl selbst nicht vermutet. Denn als er mit zarten 19 Jahren das elterliche Weingut übernahm, hätte er die zugehörige Brennerei eigentlich lieber geschlossen. Mit der Schnapsproduktion verband er damals keine allzu rosigen Erinnerungen. “Ich habe es als Jugendlicher immer gehasst, mit meinem Vater die schweren Jutesäcke mit dem Tresterkuchen durch die Gegend zu schleppen.” Am Ende jedoch beherzigt er den Rat seiner Großmutter. “Steillagen kannst du vielleicht irgendwann nicht mehr fahren”, hatte die gesagt, “aber eine Brennerei kannst du immer bedienen.” Und so bleibt die Destille in Betrieb - zunächst nur, um das Brennrecht nicht zu bedienen.

Winzer und Brenner Heinz-Uwe Fetz aus Dörscheid veredelt die Früchte der Region zu preisgekrönten Premium-Bränden.
Heinz-Uwe Fetz in seiner Destillerie in Dörscheid.


Der Wendepunkt in Fetz’ Brennerkarriere kam Ende der 90er Jahre. Als Autodidakt hatte er bis dato vor sich hingebrannt, bis seine damalige Freundin - und jetzige Ehefrau - ohne sein Wissen vier seiner Destillate zu einer Prämierung einreichte. Drei davon kamen mit Auszeichnung zurück. “Das hat bei mir einen Schalter umgelegt”, erinnert sich Fetz. Erst im Anschluss an dieses “Aha”-Erlebnis beginnt er, sich intensiv mit der Materie zu beschäftigen und absolviert ein Brennseminar. “Wenn ich ohne Input schon solche Ergebnisse erziele”, so dachte er sich damals, “dann wird es mit Input richtig gut.” Rückblickend muss man sagen, dass der passionierte Brenner damit nicht ganz falsch lag. Bekannte scherzten ob der beachtlichen Menge an Staatsehrenpreisen und ihrer steinernen Beschaffenheit schon, ob er denn schon “an seiner eigenen Grabplatte arbeite.”


Nur 150 Flaschen Schattenmorellen-Brand


Die Gesamtproduktion von Fetz’ Schattenmorellen-Brand unter dem Banner der Mittelrhein-Kirsche umfasste nur 150 Flaschen. Wer sich also ein Fläschen (0,35 Liter, 25 Euro) sichern möchte, sollte nicht allzu lange zögern. In die Massenproduktion will Fetz jedenfalls nicht einsteigen. “Ich bin ein großer Verfechter der Handarbeit”, sagt er, “und da sind eben nur Kleinmengen möglich.” Dieser Philosophie - die gleichzeitig sein Erfolgsrezept ist - ist der Spitzenbrenner aus Dörscheid all die Jahre treu geblieben. “Ich bin zwar älter, grauer und dicker geworden”, scherzt er, “aber das hat sich nie geändert.”


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Randnotizen

Spitzenprodukte aus dem "roten Gold": Konfitüren, Müsliriegel, Senf, Saft, Liköre, Schokolade, Pralinen, Wurst, Käse und sogar Bier. Die Produktpalette des Projektes Mittelrhein-Kirsche ist seit der ersten Produktpräsentation im Jahr 2015 stetig im Wachstum. Eine Übersicht über das komplette Portfolio und Verkaufsstellen findest Du hier: www.mittelrheinkirschen.welterbe-mittelrhein.de

Produkte mit und aus der Mittelrhein-Kirsche.
 

Mittelrhein-Gin mit Kirschen-Seele: Heinz-Uwe Fetz ist auch der "Master-Distiller" des Loredry-Gins, den ich hier im Blog bereits unter dem Titel Loredry - eine wohlklingende Wacholderschnaps-Ode an das Mittelrheintal vorgestellt habe. Für einen speziellen "Distiller's Cut" des Mittelrhein-Gins haben die Loredry-Macher Markus, Andreas und Stefan Wanning ihrem Distiller freie Hand gelassen - und Fetz hat die Botanicals (Zutaten) des Gins für die Sonderedition noch einmal neu zusammengesetzt, um diesmal ganz besonders das Aroma der Mittelrheinkirsche zu betonen. Der Gin, der ebenfalls Teil der Produktpalette des Mittelrhein-Kirschen-Projektes ist, kann gekauft werden über www.loredrygin.de

Loredra Mittelrhein-Gin mit Kirsche.

Text: Robert Syska | Fotos: Robert Syska und Romantischer Rhein

Sekt Award 2019: Die Nahe stellt Deutschlands besten Riesling-Sekt

Beim Deutschen Sektpreis des Magazin Vinum sicherte sich der  Riesling brut aus dem Weingut Emrich-Schönleber einen ersten Platz.


10|12|2019   Die besten Sekte aus der Rebsorte Riesling kommen 2019 von der Nahe. Beim jüngsten »Deutschen Sekt Award« des Weinmagazins VINUM machten zwei Naheweingüter den Doppelsieg im Bereich der Riesling-Schaumweine perfekt: In der Kategorie Riesling Sekt bis 36 Monate Hefelager holte sich der Riesling brut aus dem Weingut Emrich-Schönleber den ersten Platz, und in der Kategorie Riesling Sekt über 36 Monate Hefelager siegte der Lagensekt 2013 Kupfergrube Riesling extra brut aus dem Gut Hermannsberg.

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Doppelsieg für Nahewinzer beim »Deutschen Sekt Award 2019«


Dass an der Nahe einige der besten Riesling-Weingüter der Welt beheimatet sind, ist mittlerweile weithin bekannt. Dass sich die hiesigen Winzer ebenso darauf verstehen, besten Schaumwein in die Flasche zu bringen, hat sich über die Grenzen der Region hinaus noch nicht ganz so weit herumgesprochen. Das könnte sich nun schnell ändern, denn zwei Nahe-Weingüter haben beim jüngsten »Deutschen Sekt Award«, der zum dritten Mal vom Weinmagazin VINUM und vom »Verband der traditionellen und klassischen Flaschengärer« veranstaltet wurde, einen bemerkenswerten Erfolg erzielt.

Frank Schönleber nimmt die Sieger-Urkunde für seinen Rieslingsekt aus den Händen von Harald Scholl, stellvertretender Vinum-Chefredakteur, entgegen.
Frank Schönleber (l.) nimmt die Sieger-Urkunde von Harald Scholl, dem stellvertretender Vinum-Chefredakteur, entgegen.


Knapp über 500 Sekte wetteiferten beim Sekt Award in sieben Kategorien um den Sieg, davon schafften es genau 130 Sekte nach der Vorrunde ins Finale. Die zwölf Verkoster der Experten-Jury, darunter Champagnerbotschafter Boris Maskow Nicole Retter vom Präsidium der Deutschen Sommelier Union, fühlten den Finalisten genauestens auf den Zahn, aber im Bereich Rieslingsekt kam kein anderes Weinbaugebiet an der Nahe vorbei. In der Kategorie Riesling Sekt bis 36 Monate Hefelager sprang der Rieslingsekt brut aus dem Weingut Emrich-Schönleber auf den ersten Platz, und in der Kategorie Riesling Sekt über 36 Monate Hefelager holte sich der 2013 Kupfergrube Riesling extra brut aus dem Gut Hermannsberg den Sieg.


Zweiter Sekt-Sieg in Folge für das Weingut Emrich-Schönleber


Die Sieger-Urkunden für die beiden erfolgreichen Naheweingüter brachte jüngst Wettbewerbsleiter Harald Scholl, stellvertretender VINUM-Chefredakteur, zusammen mit der ehemaligen Württemberger Weinkönigin und Redakteurin Theresa Olkus persönlich an die Nahe. Der Weg ins Monzinger Weingut Emrich-Schönleber war dabei ein altbekannter, denn bereits im Vorjahr konnte Winzer Frank Schönleber mit seinem Riesling brut den »Sekt Award«-Sieg in der Kategorie Riesling Sekt bis 36 Monate Hefelager erringen. »Zweimal hintereinander den Sieg in einer identischen Kategorie einzufahren, das ist bislang noch keinem anderen Sekterzeuger bei diesem Wettbewerb gelungen«, zollte Scholl seine Anerkennung für diese Titelverteidigung.

Beim Deutschen Sektpreis des Magazin Vinum sicherte sich der Riesling brut von Winzer Frank Schönleber einen ersten Platz.
Am Rüttelpult mit der kommenden Partie Rieslingsekt: Frank Schönleber.


»Den Riesling brut Sekt erzeugen wir bereits seit Jahrzehnten, aber bis vor kurzem haben wir ihn nie bei Wettbewerben angestellt. Dass wir nun gleich zweimal hintereinander mit ihm oben auf dem Siegertreppchen landen, freut uns ganz besonders«, verriet Winzer Frank Schönleber. Bereits seit 1990 versektet Winzerfamilie Schönleber im eigenen Weingut, dem aktuell prämierten Rieslingsekt wurde nach der Flaschengärung eine zweijährige Reifezeit auf der Hefe gegönnt. "Denn der Faktor Zeit ist, neben der Güte des Sektgrundweines, der entscheidende Faktor für die volle Entfaltung des Sektpotentials", so der Nahewinzer.


Gut Hermannsberg: Gleich auf Anhieb Spitzenplatz errungen


Besonders stolz ist man über den Sieg beim »Sekt Award« auch im Niederhäuser Gut Hermannsberg, denn auch hier gelang ein besonderes Kunststück: Gleich mit seinem allerersten Lagensekt, dem Kupfergrube Extra Brut Jahrgang 2013, errang das Weingut auf Anhieb den ersten Platz in der Disziplin Rieslingsekt über 36 Monate Hefelager. Ganze 66 Monate ließ Winzer Karsten Peter seinen ersten Lagensekt auf der Hefe schlummern. Nach dem langen Hefelager zeigte der Sekt aus der weltweit bekannten Lage Kupfergrube eine derart perfekte natürliche Balance, dass Karsten Peter auf jegliche Dosage verzichtete. Und das, obwohl der Sekt gerade einmal 1,6 Gramm (!) Restzucker hat, also knochentrocken ist. „Auch wenn auf dem Etikett Extra Brut steht, der Kupfergrube-Lagensekt ist ‚Brut Nature‘ im besten Sinne“, so der Betriebsleiter von Gut Hermannsberg.
Gefüllt wurde der Einzellagensekt von der Kupfergrube 2013 in einer kleinen Auflage von 800 Flaschen. Rund 500 wurden für die Weinversteigerung des VDP im September 2019 freigegeben. Der Rest wird in der gutseigenen Schatzkammer verwahrt. Auf Gut Hermannsberg ist die Freude über die Auszeichnung mit dem „Deutschen Sekt Award“ in doppelter Hinsicht groß: »Sie setzt das Scheinwerferlicht auf die Sektkompetenz, die auf Gut Hermannsberg und in Winzer Karsten Peter schlummert. Und sie bringt erneut die Nahe als Sektregion in den Fokus«, so Jens Reidel von der Gut Hermannsberg-Inhaberfamilie. Recht hat er!

Harald Scholl, stellvertretender VINUM Chefredakteur, überreicht die Siegersekt-Auszeichnung an Karten Peter.
Harald Scholl (l.) überreicht die Siegersekt-Auszeichnung an Winzer Karten Peter.


Die siegreichen Riesling-Sekte von der Nahe

Riesling Brut, Weingut Emrich-Schönleber

  • VINUM-Bewertung: 17,5 Punkte | Trinkempfehlung: 2019 bis 2022 
  • Preis: 16 Euro
  • VINUM-Beschreibung: „Gewann auch im letzten Jahr den Titel: Zeigt sich sortentypisch, gelbfruchtig, Mirabelle, schöne Aromenvielfalt. Wirkt sehr sauber, frisch, klar und zart. Im Glas grüne Reflexe, am Gaumen zupackend, dezent süsslich, leicht röstig. Feine Würze, dabei saftig, wird mit jeder Minute an der Luft besser.

Schlossböckelheimer Kupfergrube Riesling Extra Brut Sekt 2013, Gut Hermannsberg

  • VINUM-Bewertung: 18 Punkte | Trinkempfehlung: 2019 bis 2026
  • Preis: 69 Euro
  • VINUM-Beschreibung: Duftet fein nach frischer Brioche, gelber Steinfrucht, ein Hauch Vanille. Zeigt sich im Mund gelassen und fein gesetzt, lang, leicht oxidative Noten. Geht mit Luft auf, wird präsenter, zeigt getrocknete Kräuter, Tiefgang und feine Balance. Potenzial sehr hoch, nobel, mit hochfeiner Perlage und mineralischem Kern.

Die komplette Siegerliste mit allen Sieger-Sekten sowie den Zweit- und Drittplatzierten in den sieben Kategorien findest Du hier in der VINUM-Reportage zum Sekt Award 2019.

Guide Michelin macht gemeinsame Sache mit TripAdvisor und TheFork

Der Hotel- und Reiseführer Guide Michelin hat eine strategische Partnerschaft mit dem Online-Bewertungsportal TripAdvisor und dessen Reservierungsplattform TheFork abgeschlossen.


05|12|2020   Der renommierte Hotel- und Reiseführer Guide Michelin* hat eine strategische Partnerschaft mit dem Online-Bewertungsportal TripAdvisor und dessen Reservierungsplattform TheFork abgeschlossen. "Ziel der Zusammenarbeit ist es, Internetnutzern den Zugang zu einer noch größeren Auswahl qualitativ hochwertiger Restaurants zu ermögliche", teilte die Michelin-Unternehmenkommunikation heute mit." Um dieses Ziel zu erreichen, ist geplant, dass TripAdvisor und die TripAdvisor-Tochterplattform TheFork ihre Reichweite und ihr Know-how beim Buchungsservice mit der gastronomischen Kompetenz und Erfahrung der weltweit anerkannten Michelin Gastronomieführer bündeln.

Partnerschaft zwischen Michelin, TripAdvisor und TheFork


Die vereinbarte Lizenz- und Content-Partnerschaft sieht vor, dass auf der Website und den Apps von TripAdvisor künftig alle 14.000 Restaurantempfehlungen des Guide Michelin inklusive ihrer jeweiligen Auszeichnungen (Stern, Bib Gourmand und Tellersymbol) aufgeführt werden. Dadurch erhalte ein noch größeres Publikum Zugriff auf die Auswahl des renommierten Gastronomieführers. "Zusätzlich werden in Kürze rund 4.000 Restaurants in Europa auf TheFork und der Online-Plattform des Guide Michelin zugänglich und reservierbar sein.

TheFork übernimmt Bookatable


Die Partnerschaft sieht zudem vor, dass Michelin den Online-Restaurant-Reservierungsservice Bookatable an TheFork verkaufen. Auf diese Weise könne TheFork seine Position auf den bestehenden Märkten festigen und in fünf neue Märkte expandieren, und zwar in Deutschland und das Vereinigte Königreich, nach Österreich, Finnland und Norwegen. TheFork führt bereits jetzt  67.000 online buchbare Restaurants auf, durch die neue Partnerschaft kommen 14.000 reservierbare Häuser von Bookatable hinzu. Laut Michelin ist dies dann die weltweit größte Online-Reservierungsplattform für Restaurants. „Die Partnerschaft von Michelin und TripAdvisor wird für die im Guide Michelin* empfohlenen Häuser eine nie da gewesene öffentliche Wahrnehmung bringen“, freute sich Scott Clark, Vorstandsmitglied der Michelin Gruppe.

Die Buchungsplattform TheFork wird künftig in 22 Ländern präsent, umfasst nach der Übernahme von Bookatable mehr als 80.000 Restaurants und verbucht pro Monat über 30 Millionen Nutzer-Besuche. TripAdvisor hat knapp 460 Millionen Besucher pro Monat, die rund 830 Millionen Erfahrungsberichte zu insgesamt 8,6 Millionen Unterkünften, Restaurants, Fluglinien und Kreuzfahrtanbietern hinterlassen. „Durch die Kombination mit der global präsenten Reiseplattform werden wir die weltweit einmalige Restaurantauswahl des Guide Michelin einer noch viel größeren Zahl an Restaurantgästen zugänglich machen als bisher“, ist sich Clark sicher.

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Das Naheweingut Dönnhoff stellt den "Präsidentenwein 2020"


Winzer Helmut Dönnhoff mit Präsidentenwein.

02|12|2019   Weine mit hohen Kritikerbewertungen gibt es viele, einen "Präsidentenwein" aber nur selten. Einen solchen hat das Weingut Dönnhoff aus Oberhausen an der Nahe nun vorzuweisen.

An Auszeichnungen und Ehrungen wahrlich nicht arm ist das Naheweingut Dönnhoff. Der Betrieb aus der 400-Seelen-Gemeinde Oberhausen zählt weltweit zu den anerkanntesten deutschen Weingütern. Jahr für Jahr erhalten Seniorchef Helmut Dönnhoff und dessen Sohn Cornelius, Inhaber des Weingutes, für ihre im In- und Ausland ebenso geschätzten wie begehrten Rieslinge hohe Bewertungspunkte von Weinkritikern sowie Auszeichnungen und Ehrungen bei Weinwettbewerben - und das bereits seit Jahrzehnten. Einen "Präsidentenwein", den hatten die beiden Weltklassewinzer bislang aber noch nicht vorzuweisen. Bislang, denn Landtagspräsident Hendrik Hering kürte kürzlich gemeinsam mit Vizepräsidentin Astrid Schmitt und Landtagsdirektorin Ursula Molka nach einer kleinen Weinprobe ein Erzeugnis des Weinguts zum neuen "Präsidentenwein 2020", und zwar den Riesling Tonschiefer Jahrgang 2018.

Winzer Helmut Dönnhoff präsentiert zusammen mit Landtagsvizepräsidentin Astrid Schmitt, Landtagspräsident Hendrik Hering und Landtagsdirektorin Ursula Molka den "Präsidentenwein" (v. l.).
Winzer Helmut Dönnhoff präsentiert zusammen mit Landtagsvizepräsidentin Astrid Schmitt, Landtagspräsident Hendrik Hering und Landtagsdirektorin Ursula Molka den "Präsidentenwein" (v. l.).


Riesling Tonschiefer vom Weingut Dönnhoff wird "Präsidentenwein"


Dem Wein aus der Lage Oberhäuser Leistenberg kommt nun eine besondere Aufgabe zu: Als handnummerierte Spezial-Edition mit Sonderetikett wird der »Präsidentenwein« als Gastgeschenk des Landtags beim Besuch von in- und ausländischen Gästen und Delegationen, so unter anderem bei diplomatischen Empfängen, übergeben. Und auch bei Auslandsreisen werden die rund 750 Flaschen "Präsidentenwein" als "Botschafter" des Weinbaulandes Rheinland-Pfalz dienen. »Das ist ein bemerkenswerter Wein aus einem bemerkenswerten Weingut«, zeigte sich Landtagspräsident Hering am Ende der Verkostung überzeugt, dass der Dönnhoff-Wein diese Aufgabe mit Bravour meistern wird.

Einer der Vorgängerweine aus der "Edition Präsident" der Landtages von Rheinland-Pfalz.
Einer der Vorgängerweine aus der "Edition Präsident"


Übrigens: In den Vorjahren wurden für die "Präsidentenwein"-Sonderedition Weine aus den Anbaugebieten Rheinhessen (Weingut Wagner, Essenheim), Ahr (Winzergenossenschaft Mayschoss) und Mosel (Weingut Franzen, Bremm) ausgesucht.


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Randnotiz

Das Weingut Dönnhoff wird von der Fachpresse zu den weltweit besten Weinerzeugern gezählt und hat bereits etliche Auszeichnungen errungen, so die Titel "Weingut des Jahres" und "Weinkollektion des Jahres". Beleg für die hohe Wertschätzung, die das Weingut seit Jahrzehnten im In- und Ausland genießt, ist die hohe Nachfrage nach Dönnhoff-Weinen. Ungefähr die Hälfte ihrer Jahresproduktion von circa 180 000 Flaschen exportieren Cornelius und Helmut Dönnhoff ins Ausland, aktuell werden 40 Länder auf allen Kontinenten beliefert.

Vermag vortrefflich über Wein im Allgemeinen und Naheriesling im Besonderen zu parlieren: Helmut Dönnhoff.

Zu Beginn seiner Karriere bewirtschaftete Seniorchef Helmut Dönnhoff sechs Hektar Rebfläche, heute stehen Gutsinhaber Cornelius über 35 Hektar Rebfläche zur Verfügung. Wer etwas von den weltweit begehrten Dönnhoff-Rieslingen ergattern möchte, darf nicht trödeln. Das Naheweingut ist zumeist chronisch ausverkauft. "Aktuell sind wir zu 32 Prozent überzeichnet", so Helmut Dönnhoff. Landtagspräsident Hering hatte also Glück, dass für den "Präsidentenwein" noch ausreichend Flaschen verfügbar waren.

Fotos: Moderne Topfologie

Pancakes mit Mango vom Grill und Bitterorangen-Eis [plus Wein-Tipp]

Pancakes und Mango vom Grill mit Bitterorangen-Eis.


28|11|2019   Antizyklisch denken – Sommer-Rezepte schenken! Während aktuell allenthalben Rezepte für herbstliche Kürbissuppen, Weihnachtsplätzen, Gänsebraten und Glühwein aufploppen, schicke ich heut‘ und in den nächsten Wochen einige sommerlich inspirierte Grillrezepte ins Rennen um Eure Aufmerksamkeit. Den Anfang machen süße Pancakes mit gegrillter Mango und Bitterorangen-Eis. Eine Wein-Empfehlung zur Nachspeise liefere ich gleich frei Haus dazu. Mehr zum Weißwein "Kleiner Zarter" aus dem Weingut klein.wine erzähle ich Dir nach dem Rezept.

Kartenausschnitt der Reise an die "Silberküste" im Südwesten Frankreichs.
Dahin ging die Reise: Vieux-Boucau-les-Bains nur wenige Kilometer nördlich der Grenze zu Spanien.


Der Grund ist, ich geb’s zu, ein ganz profaner. Die Grillrezepte stammen aus unserem Campingurlaub im vergangenen August in Vieux-Boucau-les-Bains an der französischen Atlantikküste. Dort kam unser neuer transportabler Gasgrill, der Napoleon TravelQ PRO 285, zu seinem ersten Außer-Haus-Einsatz. Um die Tauglichkeit des Grills für die Campingküche zu testen, hatte ich gleich mehrere Rezepte mit ins Urlaubsgepäck gesteckt, und so wurde gegrillt, was die kleine Gasflasche an Brennstoff hergab. Allerdings: Seither hatte ich einfach keine Zeit, um die ausprobierten und für gut befundenen Rezepte zu Papier zu bringen.

Napoleon Gasgrill im Camping-Einsatz an der Atlantikküste in der Nähe des Surfer-Hotspots Hossegor.
Der transportable Napoleon Gasgrill dürfte an der Atlantikküste sein Können unter Beweis stellen.


Rezepte für den Grill, aber auch für Herd und Ofen


Macht nun aber nix, wie ich finde, denn jetzt heben sich die Speisen wohltuend vom Gewitter der Rezepte für den Herbst-und Winter ab und laden Dich dazu ein, einen warmen aromatischen Sommerhauch durch die gute Küchenstube wehen zu lassen. Durch die Küche? War nicht von Grillrezepten die Rede und mich ich die nicht draußen machen? Ne, kannst Du, musst Du aber nicht! Denn die besagten vier bis fünf folgenden Rezepte hab‘ ich zwar auf dem Gasgrill zubereitet, sie lassen sich aber ganz locker auch für die Indoor-Küche adaptieren und ohne viel Federlesen mittels Herd und Ofen zubereiten. Also: Ran an die Rezepte, trau‘ Dich!

Eis mit Bitterorangen-Marmelade.
Bitterorangen-Eis.


Auch ja, eines noch: Das Bitterorangen-Eis ist selbstverständlich auf dem Grill schwer zu machen, das ist eine Ergänzung, die erst nach dem Urlaub in der heimischen Küche dazu gekommen ist. Das Eis harmoniert sehr gut zu dieser Süßspeise, aber wenn Du mit Deinem Grill in der Wildnis unterwegs bist, dann lassen sich die Pancakes mit Mango auch ohne Eis schmecken.

Pancakes und Mango vom Grill.


Rezept für Pancakes mit Mango vom Grill und Bitterorangen-Eis


ZUTATEN  | für ca. 6 Portionen

Für die Pancakes (ca. 25 Stück):
  • 125 g Weizenmehl (Typ 405)
  • 1 Prise Meersalz
  • 20 g extrafeiner Zucker
  • 1/ TL Backpulver
  • 1 TL Natron*
  • 1 Ei
  • 40 g zerlassene Butter
  • 150 ml Vollmilch
  • 30 ml Orangensaft
  • 2 EL Sonnenblumenöl (alternativ Haselnussöl*)


Für die gegrillte Mango:

  • 2 reife Mangos
  • 1 Passionsfrucht
  • 1 EL Orangensaft
  • 1 EL Sonnenblumenöl


Für das Eis:

  • 100 ml Sahne
  • 100 ml Crème double
  • 3 EL Vanillezucker
  • 3 EL Invertzucker (=Zuckersirup aus Fructose und Glucose, alternativ Glukosesirup)
  • 100 ml Orangensaft, frisch gepresst
  • 2 EL Bitterorangen-Marmelade*
  • 3 cl Orangenlikör*


Weitere Zutaten:



ZUBEREITUNG  |  ca. 30 Min.

Eis

  1. Sahne und Crème double verrühren. Dann zunächst den Vanille- und Invertzucker, anschließend die Marmelade und den Likör in den Orangensaft einrühren. Den Saft zur Sahne/Crème double-Mischung geben und alles glattrühren.
  2. Für ca. 25 Min. in die Eismaschine geben, bis ein cremiges Eis entstanden ist. Falls dieses nicht sofort serviert wird, im Eisfach in einem verschließbaren Behälter aufbewahren.
TIPP:

Falls Du keine Eismaschine hast, kannst Du das Eis auch ohne Maschine herstellen. Dazu die Eismasse in einen verschließbaren Plastik- oder Metallbehälter füllen und im Eisfach gefrieren. Nach ca. 2 Stunden das Eis mit einem Handrührgerät durchrühren, und die sich bildenden Eiskristalle zu zerkleinern. Das Eis 1. weitere Stunde gefrieren, dann nochmals durchrühren, wieder 1. Stunde gefrieren und erneut durchrühren. Nun das Eis vollständig gefrieren lassen.


Pancakes

  1. Das Mehl in eine Schüssel sieben und mit der Prise Salz, Zucker, Backpulver und Natron verrühren.
  2. In einer zweiten Schüssel mit einem Schneebesen das Ei, die zerlassene Butter und die Milch verschlagen.
  3. Ei und Milch in die Mulde im Mehl geben und alles verrühren, bis ein glatter Teig entstanden ist. Ist der Teig zu flüssig, etwas Mehl hinzufügen, ist er zu fest, etwas zusätzliche Milch einrühren. Zu guter Letzt den Spritzer Zitronensaft unterrühren.
  4. Weitere Zubereitung in der Pfanne: Das Öl in einer Pfanne (nicht zu hoch) erwärmen und den Pancake-Teig löffelweise bei mittlerer Hitze von jeder Seite ca. 1 Min. backen, bis die Pfanneküchlein goldgelb sind.
    Weitere Zubereitung auf dem Grill: Den Grill auf ca. 180 Grad vorheizen. Einen gusseisernen Grilleinsatz (alternativ eine Eisenguss-Platte) 3-4 Min. auf dem Grill vorheizen. Mit etwas Sonnenblumenöl einfetten. Den Pancake-Teig löffelweise aufsetzen und bei direkter Hitze von jeder Seite ca. 2 Min. bei geschlossenem Deckel grillen, bis die Pfanneküchlein goldgelb sind. Dies Portion für Portion wiederholen, bis der Teig verbraucht ist.

Mango

  1. Die Mangos schälen. Das Fruchtfleisch auf den flachen Seiten in fingerdicke Scheiben am Stein entlang abschneiden. Die Passionsfrucht halbieren. Die Mangoscheiben mit dem Mark der Passionsfrucht und 1 EL Orangensaft einreiben.
  2. Weitere Zubereitung in der Pfanne: Die Mangoscheiben in ca. gleich große Stücke schneiden. In der Pfanne ein wenig Öl erhitzen und die Mangoscheiben bei geschlossenem Deckel einige Minuten erhitzen. Dabei ab und an die Stücke wenden. sind.
    Weitere Zubereitung auf dem Grill: Den Grill auf ca. 180 Grad vorheizen. Grillrost mit ein wenig Öl einfetten und die Mangoscheiben bei direkter Hitze und geschlossenem Deckel auf beiden Seiten grillen, bis sich ein Grillmuster abzeichnet. Anschließend die Mangoscheiben herunternehmen und in ca. gleich große Stücke schneiden.

ANRICHTEN

Pro Teller einige Pancakes auflegen, mit Mangostücken belegen und mit etwas Ahornsirup beträufeln.


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Wein-Tipp: Kleiner Zarter

Mit auf die über 1400 Kilometer weite Reise an die baskische Atlantikküste im Südwesten Frankreichs machte sich im Sommer fast die komplette Weinkollektion Jahrgang 2018 von Winzer Phli Klein. Was, fast die komplette Weinkollektion? Da muss aber ordentlich Platz im Kofferraum gewesen sein. Nein, denn – nomen est omen – die Kollektiv von Phil Klein ist klein.

Christin Leydecker und Phil Klein vom Weingut klein.wine.
Eingespieltes Winzer-Doppel: Christin Leydecker und Phil Klein.


Zusammen mit seiner Freundin Christin Leydecker, einer staatlich geprüften Wirtschafterin für Weinbau und Önologie, betreibt der 25 Jahre alte Quereinsteiger ins Weinmetier seit 2016 ein kleines „Boutique-Weingut“ in seiner Heimatgemeinde Weinsheim an der Nahe. Aus ihrem klein.wine getauften Gut brachten Christin und Phil, der inzwischen ein Studium für Weinbau und Oenologie erfolgreich abgeschlossen hat, fünf „Klein(e)-Weine“ vom Jahrgang 2018 auf den Markt, einen roten Spätburgunder, einen Rotling und drei Weißweine. Der „Kleine Prinzessin“ getaufte Rotling sowie die Weißweine „Kleiner Sylvaner“, „Kleiner Zarter“ und „Herz Riesling“ landeten in unserem Reisegepäck und wurden auf dem Campingplatz in Vieux-Bouceau-les-Baines nach und nach entkorkt und als Essensbegleiter verkostet.

Die Weißwein-Cuvée "Kleiner Zarter" aus dem Weingut klein.wine.
Die Weißwein-Cuvée "Kleiner Zarter".


Zur den Pancakes mit Mango öffneten wir den „Kleinen Zarten“, denn, so unser Gedanke, die als feinherb eingestufte Weißweincuvée aus Müller-Thurgau, Sylvaner und Riesling wird im besten Fall ausreichend Restzucker mitbringen, um mit dieser süßen Nachspeise mithalten zu können. Und ja, es klappt! Mit einem Hauch von weißem Pfirsisch und Aprikose sowie einem leichten Karamellduft umschmeichelt der „Kleine Zarte“ bereits die Nase bereits, am Gaumen kommen etwas kandierte Orange und Kumquat, Noten von Litschi sowie im Abgang eine dezent pfeffrige Würze hinzu. Die auf der Zunge deutlich spürbaren Süße des Weines und dessen Fruchtspiel, das sich bestens mit den Aromen von Mango und Bitterorangen-Eis auf dem Teller verzahnt, machen den „Kleinen Zarten“ zu einem würdigen Begleiter zum Dessert – aber auch solo (und gut gekühlt) getrunken macht der Wein aus Weinsheim unter der Sonne Südwestfrankreichs richtig Spaß!

Sandstrand soweit das Auge reicht. Die Côte d’Argent im Südwesten Frankreichs.
Sandstrand soweit das Auge reicht. Die Côte d’Argent (Silberküste) im Südwesten Frankreichs.

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Fotos: Moderne Topfologie