Feine Weine & feine Burger: Martinsverkostung mit Grill-Bonus im Weingut Korrell Johanneshof

Britta und Martin Korrell vom Weingut Korrell Johanneshof an der Nahe.


18|10|2019  Da kommen zwei zusammen, die sich bestens zueinander passen: Wenn Winzerfamilie Korrell aus Bad Kreuznach-Bosenheim am Wochenende 9. und 10. November zur Martinsverkostung ihrer Weine einlädt, dann wird im Hof des Weingutes Korrell Johanneshof in der Görzstraße 7 auch ein besonderes Gast den Kochlöffel, pardon, die Grillzange schwingen: Astrid Gräfin zu Münster, ihres Zeichens geprüfte Fleisch-Sommelièr und ausgewiesene Grillexpertin, schultert ihr Grillgerät und wird für die Besucher der Martinsverkostung eine besondere Burger-Kreation frisch auf dem Grill zubereiten.


Martinsverkostung: Aktuelle Weine und gereifte Rieslinge probieren


Von wegen graues November-Wochenende! Auch wenn es draußen nun neblig und kühl ist, gibt es in der Region doch interessante und geschmackvolle Events, die hinter dem Holzofen und aus dem Haus locken. Genau solch eine Veranstaltung ist Martinsverkostung im Weingut Korrell Johanneshof in Bad Kreuznach-Bosenheim.

In der Vinothek des Weingutes Korrell Johanneshof findet die Martinsverkostung statt.
In der Vinothek des Weingutes Korrell Johanneshof findet die Martinsverkostung statt.


Am Samstag und Sonntag, 9. und 10. November, lädt Winzerfamilie Korrell zur Martinsverkostung ein. Jeweils von 11 bis 18 Uhr haben Weinfreunde bei freiem Eintritt die Gelegenheit, die aktuelle Weinkollektion im stilvollen Ambiente der Vinothek in der Görzstraße 7 im Ortskern von Bosenheim kennen zu lernen, und zwar vom Gutwein bis hinauf zu den Spitzengewächsen des renommierten Naheweingutes. Gratis zur Verkostung dazu gibt es eine professionelle Weinberatung durch das Team des Weingutes sowie gute und informative Gespräche mit Winzerehepaar Britta und Martin Korrell.

Britta und Martin Korrell laden am 9. und 10. November in ihr Weingut zur Martinsverkostung ein.
Britta und Martin Korrell laden am 9. und 10. November ins Weingut zur Weinverkostung ein.  Foto: Steffen Henkel


Speziell zur Martinsverkostung wartet Winzerfamilie Korrell auch mit einigen Besonderheiten auf: Außergewöhnlich und an sonstigen Weingutstagen für Besucher nicht möglich ist zum Beispiel die Probe von gereiften Rieslingen aus der Korrell’schen Paradelage Paradies sowie aus Lagen der oberen Nahe. Durch die spannende Verkostung reifer Lagenweine im Vergleich zur heute von Winzer Martin Korrell in die Flasche gebrachte Lagencuvée namens "Von den besten Lagen" führt bei der Martinsverkostung Björn Ritter, der stellvertretende Betriebsleiter und Exportmanager des Gutes.


Die Gräfin grillt . . . und zwar Bosenburger


Vor der Vinothek im Gutshof lädt Astrid Gräfin zu Münster dazu ein, der „Gräfin beim Grillen“ zuzuschauen. Die Grillexpertin, über deren Werdegang und Faible für feines Fleisch ich hier im Block bereits mehrfach habe (siehe Randnotiz unten), hat sich extra für das Wochenende bei Familie Korrell eine neue Speisekreation einfallen lassen: den Bosenburger. Die geprüfte Fleisch-Sommelière wird die schmackhafte Burger-Kreation aus besten Zutaten bei der Martinsverkostung frisch auf dem Grill zubereiten, so dass sie zu den Weinen von Familie Korrell genossen werden kann. Gekrönt wird der Bosenburger mit verschiedenen Toppings, die Genuss-Sommelière Astrid Gräfin zu Münster mit im Gepäck hat. Je nachdem, zu welchen Korrell-Wein der Burger genossen werden soll, wird ein passendes Topping ausgesucht.

Grill-Expertin Astrid Gräfin zu Münster schmeißt zur Martinverkostung im Weingut Korrell Johanneshof den Grill an und legt Burger auf.
Astrid Gräfin zu Münster schmeißt zur Martinverkostung bei Winzerfamilie Korrell den Grill an.


Die Kombination von feinen Weinen und einem schmackhaften Bosenburger klingt für Dich unwiderstehlich? Ist sie bestimmt auch! Wer Du also am Wochenende 9. und 10. November  zwischen 11 und 18 Uhr noch nichts vorhast, sollte Du diese Martinsverkostung in einem der Spitzengüter der Region nicht verpassen. Ergänzend zum Wein- und Burger-Genuss gibt es zudem noch einen Anreiz zum Vorbeischauen: Wer die Verkostungstage zum Weineinkauf nutzt, dem spendiert Winzerfamilie Korrell ab einem bestimmten Einkaufswert eine besondere Aufmerksamkeit, die es ansonsten nicht zu kaufen gibt. Also: Komm vorbei! Britta und Martin Korrell, das Team des Weingutes sowie Astrid Gräfin zu Münster freuen sich auf viele Besucher!

Der Wein-Buli von Winzerfamilie Korrell.
Der Wein-Buli von Winzerfamilie Korrell.


Randnotiz

Bereits mehrfach habe ich hier im Blog über Weine aus dem Naherweingut Korrell Johanneshof berichtet und diese zu speziellen Speisen als Begleiter empfohlen, so zum Beispiel in den Texten Riesling Etape Korrell XX: Ein neuer Big-Player betritt die Bühne und Sechs Jahrgänge Paradies Riesling - eine 'Weinlesung' mit Natalie Lumpp.

Näher kennen lernen kannst Du hier im Blog aber auch Astrid Gräfin zu Münster, ihres Zeichens geprüfte Fleisch-Sommelièr und ausgewiesene Grillexpertin. Berichte über die sie findest Du unter dem Titel Fleisch-Sommelier? Ja, das gibt’s! Astrid Gräfin zu Münster ist so eine und Grillen mit Gräfin: Neue Grillkurs-Reihe von und mit Astrid Gräfin zu Münster.


MoToLogie-NEWSLETTER
Hol' Dir die neusten Rezepte, Storys & Tipps aus meiner Küche - gib hier Deine E-Mail ein und Du erhältst künftig automatisch den MoToLogie-Newsletter zugeschickt!




Deine E-Mail wird nicht für andere Zwecke genutzt! Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten findest Du in der Datenschutzerklärung.


Kürbis-Kartoffel-Flammkuchen mit Birne und Walnuss

Kürbis-Kartoffel-Flammkuchen mit Birne und Walnuss.


10|10|2019   Jetzt im Herbst ist nicht nur die traditionelle Federweißer- und Flammkuchenzeit, sondern auch die Haupterntezeit der Kartoffel, der Herbst- und Winterbirnen, von Walnüssen und Kürbis. Da liegt doch der Gedanke nahe, alle Produkte in einem Essen zu kombinieren, und zwar in einem herbstlichen Flammkuchen mit Kürbis, Birne, Kartoffeln und Walnüssen, zu dem ein Glas Federweißer aufs Beste passt


So schmeckt der Herbst: Kürbis-Kartoffel-Flammkuchen mit Birne


Der Kartoffel-Kürbis-Flammkuchen mit Birne lässt sich nicht nur schnell zubereiten, sondern entfaltet durch das Zusammenspiel der Zutaten auf der Zunge auch ein besonderes Herbstaroma. Kartoffeln, Kürbis und Birne einfach in dünne Scheiben schneiden, Crème fraîche auf dem Flammkuchenteig verteilen und ihn belegen. Gehackte Walnüsse und Speckwürfelchen sorgen für einen herzhaften Geschmack. Den Flammkuchen anschließend im Ofen bei 220 Grad Ober- und Unterhitze backen – fertig.
Wenn’s nach einem langen Arbeitstag schnell gehen soll, dann kannst Du fertigen Flammkuchenteig einkaufen und für das Essen verwenden, nur wenig mehr Zeit brauchst du mit einem hausgemachten schnellen Flammkuchenteig ohne Hefe, der sofort nach dem Verkneten bereit zum Belegen ist.

Kürbis-Kartoffel-Flammkuchen mit Birne und Walnuss.


Rezept für Kürbis-Kartoffel-Flammkuchen mit Birne und Walnuss


ZUTATEN  |  für ein Backblech Flammkuchen


Für den Teig:

  • 250 g Mehl
  • 125 ml Wasser
  • 2 EL Öl
  • 1 Prise Salz


Für den Belag:

  • 150 g Kartoffeln
  • 100 g Hokkaido-Kürbis
  • 1 Birne
  • 1 Bund Frühlingszwiebel
  • 50 g Walnüsse
  • 100 g Crème fraîche
  • Salz und schwarzer Pfeffer
  • 1 TL gerebelter Thymian
  • 50 g gewürfelter Schinkenspeck 


UTENSILIEN



ZUBEREITUNG  |  ca. 30 Min.

  1. Den Ofen auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  2. Für den schnellen Flammkuchenteig Mehl, Wasser, Öl und Salz mit den Händen zu einem Knetteig verarbeiten. Diesen sehr dünn ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
  3. Die Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden und im Anschluss vier Minuten weichkochen. Den Kürbis, die Birne und die hellen Enden der Lauchzwiebeln ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Die Walnüsse hacken.
  4. Crème fraîche mit etwas Salz und gemahlenem schwarzen Pfeffer verrühren und mit dem Rücken eines Löffels auf dem Teig ebenmäßig verteilen. Die Thymianblätter und die Frühlingszwiebelringe gleichmäßig aufstreuen. Die Kartoffel- und Kürbisscheiben abwechselnd auf dem Teig verteilen, dann die gehackten Walnüsse und den gewürfelten Schinkenspeck darüber streuen. Im Ofen etwa 15 Min. auf der unteren Schiene backen und warm servieren.

Kartoffeln.

*Links zu Amazon sind Affiliate-Links
Foto Flammkuchen: Kartoffel-Marketing GmbH

Jetzt geht‘s ans Eingemachte: Mach‘ Dein eigenes Apfel-Cutney!



06|10|2019   Was bei unseren Großeltern noch gang und gäbe war, ist mit der Erfindung und Verbreitung des Kühlschranks in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr in Vergessenheit geraten: die Tradition des Einmachens. Ist die Konservierung von Obst, Gemüse und ausgewählten anderen Lebensmitteln also nur noch etwas für Omas und Opas? Mitnichten! Einmachen liegt bei jüngeren Genießern und auch in der gehobenen Gastronomie wieder voll im Trend: Mit viel Liebe zum Produkt werden heute wieder Marmeladen, Chutneys und Liköre, süßsaurer Kürbis und salzige Zitronen eingemacht. Ein kulinarischer Trend, der ebenso einfach zu erlernen wie effektiv ist, um die Schätze der Natur auch für die Zeit weit nach der Ernte halt- und nutzbar zu machen. Hinzu kommt: Wer einmal selbstgemachtes Apfel-Chutney zu Käse oder Fleischgerichten oder Erdbeerkonfitüre aus der eigener Heim-Produktion zum Frühstück genossen hat, der lernt schnell den natürlichen, intensiven und individuellen Geschmack der Eigenerzeugnisse schätzen und möchte nur noch ungern zurück zur genormten Ware aus den Produktionsstraßen der Lebensmittelindustrie.

Einmachen ist nichts anderes als das Konservieren von Obst, Gemüse oder anderen Lebensmitteln mit Hilfe bestimmter Zutaten und Techniken. So wird zur Konservierung beim sauren Einmachen ein Essig-Sud verwendet, während beim salzigen Einmachen stark gesalzenes Wasser eingesetzt wird. Beim süßen Einmachen für Konfitüre wird hingegen Regel Zucker beziehungsweise Gelierzucker genutzt.



Ob sauer, salzig oder süß: die für das Haltbarmachen ausgewählten Lebensmittel werde anschließend in ein steriles Glas gefüllt und in einem kochenden Wasserbad erhitzt (dieser Vorgang wird als Einkochen oder Einwecken bezeichnet) oder aber zunächst in einem Topf gekocht und dann in sterile luftdichte Gläser mit Schraubdeckel gefüllt, wofür der Begriff Einmachen verwendet wird. So oder so: In beiden Fällen werden Mikroorganismen unschädlich gemacht. Richtig eingemacht, sind Obst und Gemüse für mehrere Monate konserviert. Oberstes Gebot dabei: absolute Sauberkeit!

Zum Einmachen eignet sich eine große Vielfalt an Obst und Gemüse: Beeren und Äpfel, Birnen oder Mango, Kürbis, Möhren, Zucchini, Tomaten und, und, und. Dies lassen sich zu Kompott, Konfitüre, Gelees oder Chutneys verarbeiten. Die Vorgehensweise: Das ausgewählte Obst oder Gemüse wird zunächst mit den ausgewählten weiteren Zutaten gekocht und anschließend heiß in sterilisierte Gläser gefüllt, am besten in solche mit Schraubdeckeln. Anschließend die Gläser schnell verschließen, für rund zehn Minuten auf den Kopf stellen und dann wieder umdrehen. Sind die Gläser komplett erkaltet, lassen die Metalldeckel in der Regel ein leichtes Knacken vernehmen und biegen sich nach innen. Ein Vakuum ist entstanden.

Apfel-Chutney: Ein Basisrezept, viele Variationsmöglichkeiten


Neben den Grundzutaten sorgt eine Vielzahl von Aromen, Gewürzen und anderen Zugaben für die besondere Note des Eingemachten. Konfitüren erhalten beispielsweise durch Vanille, Zitrone oder Minze einen besonderen Pfiff. In Chutneys bringen Lorbeer, Senfkörner, Piment, Ingwer und Honig Abwechslung ins Spiel. Einmal eingeübt, lässt sich durch die Variation der Zutaten schnell Eingemachtes kreieren, das genau dem persönlichen Geschmack entspricht. Ausprobieren kannst Du das auch mit dem unten aufgeführten Rezept für ein Apfel-Chutney, das besonders gut zu einem Fondue und zu Käse, aber auch zu herzhaft Gegrilltem passt. Ausgehend von der Grundzubereitung lässt sich das Chutney-Rezept zum Beispiel variieren, indem Du zum Kochen ein geriebenes daumengroßes Stück Ingwer hinzufügt. Oder einen Teelöffel Senfkörner. Oder etwas Chili im Mörser grob vermahlene Korianderkörner. Oder Vanille und Rosinen. Oder einen Hauch Curry beziehungsweise Garam Masala und Zimt und, und, und.



Rezept für Apfel-Chutney 

 



Zutaten | für 4 Personen:

  • 800 g Äpfel
  • 200 g Zwiebeln
  • 100 ml Wasser
  • 450 g Zucker
  • 400 ml Apfel- oder Obstessig (alternativ 200 ml Essig und 200 ml Weißwein)
  • eine Prise Cayennepfeffer

Zubehör

  • Mit kochendem ´Wasser ausgespülte Gläser mit Deckel

Zubereitung  |  ca. 40 Min. plus Abkühlzeit

  1. Zunächst Äpfel und Zwiebeln schälen, in Stücke schneiden und anschließend in 100 ml Wasser langsam kochen.
  2. Zucker in einem großen Topf unter Rühren schmelzen und leicht bräunen lassen. Äpfel und Zwiebeln hinzufügen, kurz rühren und dann mit Wein und Essig-Mischung ablöschen
  3. Zucker und Essig dazugeben und unter ständigem Umrühren weitere 20 Minuten köcheln. Anschließend mit etwas Cayennepfeffer abschmecken, in die vorbereiteten, ausgekochten Twist-Off-Gläser füllen, verschließen und für 10. Min. auf den Kopfstellen. Das Chutney passt sehr gut zu Käse, Fleisch und Fisch.

Lust bekommen aufs Einmachen? Dann findest Du weitere Rezepte rund ums Einmachen auch auf der Website der Initiative Obst & Gemüse – 1000 gute Gründe.



Foto Apfel-Chutney: Obst & Gemüse – 1000 gute Gründe  |  Foto Äpfel: Annie Spratt 
Foto Eingemachtes: Reka-Biro Horvath  |  Foto Apfelbaum: Anna Kaminova

Jetzt wird‘s grob! Grillsenf aus dem Kreuznacher Senfwerk

Jeanette Marquis und Bruno Schulz vom Kreuznacher Senfwerk.


03|10|2019   Grob geht’s zu im Kreuznacher Senfwerk, sehr grob sogar! Kein Grund aber, jetzt gleich den Arbeitsschutz einzuschalten. Denn Stimmung und Teamgeist in der kleinen Senfmanufaktur sind bestens. Grob ist nur das, was die drei „Senfwerker“ Jeanette Marquis, Bruno Schulz und Markus Tebbe ins Glas bringen: einen kaum geschroteten und knackigen Rotisseur-Grillsenf in den Geschmacksrichtungen klassisch, fruchtig und scharf.

In der Impulsagentur schulzundtebbe in Bad Kreuznach liegt ein Notizbuch. Korrekt gesagt: es liegen dort viele. Doch dieses eine da, das ist ein ganz besonderes. In dieses Büchlein trägt Bruno Schulz, der die Agentur im Jahr 2003 zusammen mit Markus Tebbe gründete, Wünsche ein. Pläne, die er hat. Vorhaben, die er umsetzen will. Dinge, die er gemacht haben möchte, bevor die Uhr abläuft. Hinter einem Eintrag in diesem „Wünschebuch“ darf der 53-Jährige jetzt einen dicken Haken setzen: einen eigenen Senf kreieren, verfeinern und in den Verkauf bringen.

Klassischer Grillsenf aus dem Kreuznacher Senfwerk.
Grillsenf klassisch aus dem Kreuznacher Senfwerk.


Klassisch, fruchtig, scharf: Die Senfe aus dem Kreuznacher Senfwerk


Ende 2018 war es soweit: Bruno Schulz, Markus Tebbe und Jeanette Marquis gründeten gemeinsam das Kreuznacher Senfwerk und brachten damit eine lokale Senfproduktion unter besonderen Vorzeichen zurück in die Nahestadt. Was die drei „Senfwerker“ in ihrer kleinen Senfmanufaktur in Bad Kreuznach ins Glas bringen, ist keineswegs alltäglich. Es ist ein Rotisseur-Senf aus grober Bio-Senfsaat und besten sowie zum Teil regionalen Zutaten in den drei Geschmacksrichtungen klassisch, fruchtig und scharf.

Rotisseur-Senf? Genau! Diese Bezeichnung tragen seit alters her sehr grobe Senfe. Im Gegensatz zu anderen Senfsorten ist Rotisseur-Senf nicht streichzart, sondern körnig und bissfest. Er wird aus nur wenig gemahlenen Senfkörnern hergestellt. Aufgrund des geringen Grades der Schrotung ist Rotisseur-Senf relativ hitzebeständig. Aus diesem Grund wird der körnige Senf gerne für die Zubereitung von Pfannengerichten verwendet, wodurch sich auch der Name des Senfes erklärt. Für Pfannengerichte ist in einer klassischen Küchenbrigade der Rotisseur (Bratenkoch) zuständig.

Jeanette Marquis und Bruno Schulz vom Kreuznacher Senfwerk.
Kennen sich seit ihrer Jugend: Jeanette Marquis und Bruno Schulz.
Sie sind seit Jahrzehnten befreundet und teilen neben ihrer Leidenschaft für Design und Kulinarik
auch einen so gut wie identischen Humor.


Jetzt sagen Sie: „Grober Senf? Kenn ich, mag ich!“ Vortrefflich, aber vermutlich nicht treffsicher. Denn handelsüblicher grober Senf aus dem Supermarktregal taugt nur sehr eingeschränkt als Vergleichspartner zum Rotisseur-Senf aus dem Kreuznacher Senfwerk. Letzterer ist viel, viel, viel gröber. Das Gros der Körner im Grillsenf aus der Kreuznacher Schmiede ist kaum geschrotet, sie sind noch intakt und „knacken“ beim Anbiss fein auf. Wer jetzt an Senf-Kaviar denkt, liegt genau richtig. Denn von den eingelegten ganzen Senfkörnern eines Senf-Kaviars hat der Rotisseur-Senf aus dem Senfwerk viel und von einer fein vermahlenen Senfpaste nichts.



Drei Senf-Fans machen gemeinsame Sache


Als nicht minder genussverliebte und kreative Partnerin für das Senfwerk-Projekt holten Schulz und Tebbe Mitte 2018 ohne langes Federlesen Jeanette Marquis an Bord. Eine ebenso persönliche wie perfekte Wahl. Persönlich, denn Jeanette Marquis und Bruno Schulz kennen und schätzen sich seit ihrer Jugend. Perfekt, weil die Unternehmerin über jede Menge Erfahrung in der Zubereitung von kleinen und feinen Extras verfügt. In ihrer ebenfalls in Bad Kreuznach beheimateten Manufaktur "Marquis - Feines zum Leben" kreiert die Genusshandwerkerin seit 2010 feinste Köstlichkeiten für jeden Geschmack - und das mit extrem viel kochtechnischem Fingerspitzengefühl und einem hervorragenden Geschmackssinn. Das Können der 49-Jährigen in Sachen Marmelade, Chutney, Senf und Co. blieb der Öffentlichkeit nicht lange verborgen, und so ist Jeanette Marquis inzwischen nicht nur gern gesehene und gehörte Expertin im ZDF Fernsehgarten und im ZDF Servicemagazin „Volle Kanne“ (zu sehen immer werktags von 9.05 bis 10.30 Uhr), sondern auch erfolgreiche Kochbuchautorin. 2015 erschien ihr Buch „Delikatessen Manufaktur“, in dem die kreative Genusshandwerkerin einige ihrer Rezepte für Marmeladen und Gelees, Chutneys, Senf, herzhafte Früchte, Kuchen und Likör verrät.

Grober Rotisseur-Grillsenf aus dem Kreuznacher Senfwerk.
Grobes Korn: Die körnige Struktur ist prägend für den des Rotisseur-Senf aus dem Kreuznacher Senfwerk.


Spaß am Ausprobieren und Aromen kombinieren, Lust auf Saisonküche und regionale Zutaten, Tatendrang zum Verwirklichen eigener Ideen und Wille zum Wiederbelegen altbewährter kulinarischer Traditionen. Seit fast zehn Jahren stellt Jeanette Marquis in ihrer Genussmanufaktur Feines zum Leben im Neufelder Weg in Bad Kreuznach handgemachte Marmeladen, Chutneys und Senf her, und das am liebsten mit Zutaten aus der Region sowie von bester Qualität. Ein „Gesamtpaket“, das die 49-Jährige wie geschaffen macht für das Senfwerk-Projekt. „Denn eines stand von Anfang an fest“, so Senf-Fan Bruno Schulz. „Unser Senf sollte ein besonderer, ein ganz spezieller Senf werden.“ Und um diesen Senf-Traum Wirklichkeit werden zu lassen, waren und sind genau jene Fähigkeiten gefragt, die Jeanette Marquis mitbringt. Eine unbändige Kreativität, die Lust, kulinarische Traditionen neu zu interpretieren sowie die Fähigkeit, aus besten und zuvorderst regionalen Zutaten neue Geschmackskompositionen zu entwerfen.

Genusshandwerkerin Jeanette Marquis.
Handarbeit von A bis Z: Genussfachfrau Jeanette Marquis beim Abfüllen des Grillsenfes.


Ein spezieller Scharfmacher- Rotisseur-Grillsenf mit Biss


Nicht weiter verwunderlich also, auf wessen Fußmatte Bruno Schulz im Juni 2018 steht, als der Traum vom eigenen Senf Wirklichkeit werden soll, zumal sich Jeanette Marquis und der Agenturbesitzer seit Jahrzehnten kennen. „Wir sind uns zuallererst als Heranwachsende in den 80er Jahren in unserer gemeinsamen Heimatstadt Bad Kreuznach über den Weg gelaufen“, erinnert sich Schulz. „Jeanette war die Freundin einer Freundin. Über die haben wir uns kennen gelernt und irgendwie sind wir seitdem aneinander hängen geblieben.“ Was, so sinniert der 53-Jährige, auch daran liegen mag, dass beide neben ihrer Leidenschaft für die Kulinarik noch ein weiteres Faible teilen: die für die schönen Dinge im Leben: „Ich war in meinem ‚früheren Leben‘ Mode-Designerin“, so die Genusshandwerkerin, und Bruno Schulz verdiente sich seine ersten Sporen in der Kreativbranche als Grafiker und Innenarchitekt.

Kreativität ist auch eine der Eigenschaften, die bei der Entwicklung des Senfes für das Kreuznacher Senfwerk gefragt ist. Denn den Machern schwebt ein besonderer, ein spezieller Scharfmacher vor, für den es kein Patentrezept gibt. Aber einen weit zurückliegenden Ankerpunkt: „Vor gut drei Jahrzehnten im Urlaub habe ich einen Senf entdeckt“, erinnert sich Bruno Schulz, „dessen Geschmack und Konsistenz mich nicht mehr losgelassen hat. Der Senf war grob, sehr grob sogar, und hatte unheimlich viel Biss und Knackigkeit. In dieser Intensität hatte ich das bislang bei anderen Senfen noch nie erlebt.“ Als der Bad Kreuznacher in seine Heimatstadt zurückkehrt, macht er sich sofort über die Senfherstellung kundig. Er liest mit der Zeit „alle deutschsprachigen Bücher, die es über Senf gibt“, und probiert sich einmal quer durch die Senflandschaft. Einen Senf mit einem Geschmacksbild und Biss, wie er ihn im Urlaub gegessen hat, findet er unter den probierten Produkten aber nicht.

Das Kreuznacher Senfwerk bietet Senfe in den Geschmacksrichtungen klassisch, fruchtig und scharf an.
Das Kreuznacher Senfwerk bietet Senfe in den Geschmacksrichtungen klassisch, fruchtig und scharf an.


Es gibt ihn nicht, aber man kann ihn machen: Bruno Schulz trägt die Erzeugung eines eigenen Senfes als Plan in sein „Buch der Vorhaben und Wünsche“ ein. Doch zunächst stehen andere Lebensaufgaben an. Jahre und Jahrzehnte gehen ins Land, bis 2018 ein spezieller „Stolperstein“ bei Schulz den Gedanken aufkeimen lässt: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Auf einer Palette in den Agenturräumen von „schulzundtebbe“ stehen Hunderte von Weck-Gläsern herum, die von einem „Kuchen im Glas“-Agenturprojekt übriggeblieben sind. „Ungenutzt rumstehen lassen? Nichts da, jetzt wird Senf gemacht!“, beschließt der Kreativarbeiter.


Leinen los für das Kreuznacher Senfwerk


Im August 2018 rollt das Senfwerk-Projekt an. Mit Jeanette Marquis, die in ihrer Genussmanufaktur bereits seit zehn Jahren eine eigene Senf-Linie erzeugt, findet Bruno Schulz die perfekte Projekt-Partnerin. „Dass Jeanette bereits eine Menge Erfahrung in Sachen Senf hat, ist für uns optimal, denn wir müssen bei der Senferzeugung nicht bei null anfangen.“ Bis das erste Senfwerk-Produkt marktreif ist, dauert es trotzdem Wochen und Monate.

„Kein Kitt, keine homogene Masse, sondern ein Senf mit sehr grober, sehr körniger Struktur soll es sein.“
Bruno Schulz. 

Denn die Senfwerk-Macher wollen keinen 08/15-Senf ins (übriggebliebene) Weck-Glas bringen, sondern ein ganz besonderes Produkt. Ein Senf soll es sein, der dem vor Jahrzehnten probierten „Urlaubssenf“ ähnelt, ein hochwertiger Rotisseur-Senf aus ausgewählten Zutaten, ein sehr grober Senf mit Knack und Biss. Die Vision: „Kein Kitt, keine homogene Masse, sondern ein Senf mit sehr grober, sehr körniger Struktur“, so Schulz. Zutaten aus der Region wie zum Beispiel Nahe-Riesling sollen in den Senf einfließen. Und der Riesling soll ebenso wie die anderen Zutaten geschmacklich auch erkennbar sein. „Der Senf darf also scharf, aber nicht zu scharf sein, denn sonst würde die Schärfe alle anderen Geschmacksempfindungen übertönen.“

Jeanette Marquis gibt Bruno Senf. Das geht mit den Erzeugnissen aus dem Kreuznacher Senfwerk auch löffelweise.
Fütterung eines Freundes: Jeanette Marquis gibt Bruno Senf.
Das geht mit den Erzeugnissen aus dem Kreuznacher Senfwerk auch löffelweise.


Die drei „Senfwerker“ bündeln ihre Ideen und ihr Wissen über Senf und starten Probereihen, um ihre Vision eines klassischen Grillsenfes mit differenzierter Struktur und ebenso differenziertem Geschmacksbild ins Senftöpfchen zu bringen. „Wir haben uns dann peu à peu zunächst an unseren klassischen Grillsenf herangetastet“, erinnert sich Schulz. Schnell wird aber auch beschlossen, das Portfolio um eine etwas schärfere Version und einen fruchtigen Grillsenf zu erweitern. Jeanette Marquis spielt mit unterschiedlichen Mischverhältnissen zwischen gelber, brauner und schwarzer Bio-Senfsaat, sie ergänzte unterschiedliche Zutaten wie beispielsweise frischen Meerrettich für den scharfen und Mango für den fruchtigen Senf und spielt mit Schärfe und Aromatik. Was alle drei Varianten eint: die eingelegte Bio-Senfsaat aus Deutschland bleibt so gut wie ungeschrotet und eingesetzt werden ausschließlich ausgesuchte und beste Zutaten, so unter anderem Naheriesling aus einem Demeter-Weingut, frischer Meerrettich, bester grüner Pfeffer und reife geschmacksintensive Mango.


Auch Grillexperten sind begeistert


Monate gehen ins Land, bis die ersten Senfwerk-Produkte reif für die Öffentlichkeit sind, ein erster Test am Verbraucher erfolgt bei verschiedenen Weihnachtsmärkten. Geschmack und Textur der Senfe kommen bestens an, das Startup-Unternehmen Kreuznacher Senfwerk kann mit seinen Produkten Grillsenf klassisch, fruchtig und scharf an den Start gehen. Ein Start, der aus dem Stand heraus sehr gut gelingt. Da der Senf nicht nur in lokalen Verkaufsstellen (siehe Infokasten), sondern auch über den Online-Shop des Senfwerkes bezogen werden kann, findet er schnell weit über die Naheregion hinaus Freunde, darunter zum Beispiel auch einen Metzger aus der Rhön, der den Senf aus Bad Kreuznach für seine Grillschulungen nutzt.

Der fruchtige und der scharfe Grillsenf aus dem Kreuznacher Senfwerk.
Auch in fruchtig und scharf gibt es den Grillsenf aus dem Kreuznacher Senfwerk.


Als das Senfwerk-Telefon jüngst bei Bruno Schulz erneut klingelt, hat er einen weiteren und weitaus bekannteren Anbieter von Grillschulungen und Grilltechnik am Telefon: die Weber-Stephen Deutschland GmbH. Das Unternehmen ordert einige Kilo Kreuznacher Grillsenf, um ihn bei Grillschulungen für Weber-Partner auf seine Tauglichkeit zu testen . . . und das Senfwerk-Erzeugnis besteht den Test offenbar mit Bravour. „Wir durften quasi alle drei Tage Senf nachliefern, weil der Verbrauch bei den Grillschulungen so hoch war“, erzählt Bruno Schulz erfreut. Ein toller Erfolg für die drei Grillsenf-Erzeuger aus Bad Kreuznach, die aktuell nach weiteren lokalen, regionalen und überregionalen Handelspartnern für ihr Produkt Ausschau halten. Der Rotisseur-Senf ist tatsächlich zurück in Bad Kreuznach an der Nahe. Und er macht sich von hier aus auf, die Welt der Grillfreunde und Genießer zu erobern. 


MoToLogie-NEWSLETTER
Hol' Dir die neusten Rezepte, Storys & Tipps aus meiner Küche - gib hier Deine E-Mail ein und Du erhältst künftig automatisch den MoToLogie-Newsletter zugeschickt!




Deine E-Mail wird nicht für andere Zwecke genutzt! Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten findest Du in der Datenschutzerklärung.


Hier geht‘s zum Senf

Lust bekommen, Senf aus dem Kreuznacher Senfwerk zu probieren. Die Senfe können einzeln oder als gemischte Dreierpackung im Online-Shop des Senfwerkes über www.senfwerk.de bestellt werden. In und um Bad Kreuznach werden sie zudem in folgenden Geschäften verkauft: Connys Nahelädchen, Mannheimerstrasse 14, in Bad Kreuznach sowie Hot-Meat, Poststraße 4, in Stein-Bockenheim.


Hier geht's zu Jeanette

Mehr über Genusshandwerkerin Jeanette Marquis uznd ihre Arbeit erfährst Du hier im Blog im bericht Feines zum Leben: Genusshandwerkerin Jeanette Marquis im Portrait.


Gib Deinen Senf dazu (Rezepte, Rezepte)!

Rotisseur-Senf ist als Marinade für Grillfleisch geeignet, aber auch als Brotaufstrich oder würzige Zutat zur Wurst und Frikadelle passt der grobe Scharfmacher mit seinem körnigen Biss perfekt. Und wozu noch? Zum Beispiel zur Vinaigrette für einen Salat, als Begleitung zur Tortilla, als Aufstrich zum italienischen Omelett (Frittata) oder als würzige Zutat auf einem Flammkuchen. „Der Fantasie sind da nur wenig Grenzen gesetzt. Einfach ausprobieren“, rät Senf-Enthusiast Bruno Schulz.

Rezept gefällig? Gerichte, bei denen ich Senf aus dem Kreuznacher Senfwerk einsetze, findest Du mit Rezept auch hier im Blog, und zwar für Schupfnudeln mit Sauerkraut, Speckwürfelchen und Rotisseur-Senf sowie für Schwartenmagen-Salat mit Rotisseur-Senf.

Schupfnudeln mit Sauerkraut, Speckwürfelchen und Rotisseur-Senf.
Schupfnudeln mit Sauerkraut, Speckwürfelchen und Rotisseur-Senf.


Vom Senf
  • Das Wort Senf geht aus dem lateinischen sināpi hervor. Außerdem führte das lateinische „mustum ardens“, der brennende Most, über das altfranzösische „mostarde“ zum deutschen, noch immer geläufigen „Mostrich“ oder „Mostert“ oder dem englischen „mustard“.
  • Als Senf bezeichnet man ein scharfes Gewürz, das aus den Samenkörnern des weißen, braunen und des schwarzen Senfs hergestellt wird. Zum Einsatz kommen sowohl reine Senfkörner, also ganze Samen, Senfpulver, gemahlene Samen, oder die aus den mehr oder weniger fein gemahlenen Samen und weiteren Zutaten bereiteten Würzpasten: „Tafelsenf“ oder „Mostrich(t)“.
  • Die Sorten Weißer, Brauner und Schwarzer Senf gehören allesamt zu den Kreuzblütengewächsen und ihre Samenkörner bilden die Grundlage für die zahlreichen schmackhaften Senfsorten. Durch die unterschiedlichen Schärfegrade wird die Intensität des Senfes durch das Verhältnis der verschiedenen Senfsorten bestimmt. Durch Auswahl und Verhältnis von weißem, braunem und schwarzem Senf, dem Mahlgrad der Körner und dem zugesetzten Most oder Essig entstehen die verschiedenen Geschmacksrichtungen und Konsistenzen.
  • Die üblichen Grundzutaten sind neben dem Senf selbst vor allen Dingen Wasser, Essig und Salz. Weitere Zutaten wie Zucker, Karamell oder Honig, Meerrettich oder Cayennepfeffer, Kräuter, Früchte und Gewürze wie Estragon oder Zimt, Zitronensaft, Wein oder Bier, Knoblauch, Tomaten oder Paprika bedingen weitere Nuancen zwischen süßlich mild, würzig und sehr scharf.  (Quelle: Kreuznacher Senfwerk)

 Text: Moderne Topfologie
 Fotos: Moderne Topfologie | schulzundtebbe.de

Der Wald tischt auf: Wald-Pesto mit Bucheckern, Pilzen und Giersch

Der Herbstwald deckt den Tisch, beispielsweise mit Pilzen, Esskastanien, Bucheckern und Wildkräuten. Daraus lässt sich unter anderem Wald-Pesto zubereiten.


02|10|2019   Pfifferlinge, Steinpilze und Herbsttrompete, ja, immer gerne. Aber der heimische Wald hat noch viel mehr zu bieten als ausschließlich Pilze. Bärlauch, Heidelbeeren und Bucheckern, Vogelmiere und Schlehen, junge Triebspitzen von Nadelbäumen und Moos, das und noch viel mehr lässt sich in der modernen „Waldküche“ verwenden.

Wer aufmerksam durch den Wald läuft, findet dort das ganze Jahr eine Vielzahl an gesunden Leckereien. Im Frühling und Sommer ist der Tisch des Waldes besonders reichhaltig gedeckt, aber auch der Herbst hält viele schmackhafte Zutaten für die Küche bereit. So erlebt die Pilzsaison im Herbst ihren Höhepunkt. „Typische Pilzarten in einem artenreichen Wald sind Marone, Herbsttrompete und natürlich Steinpilz und Pfifferling“, so Dirk Teegelbekkers, Forstexperte und Geschäftsführer der Waldschutzorganisation PEFC Deutschland e.V., der zugleich aber auch daran erinnert, dass in vielen Bundesländern eine Sammelbeschränkung von einem Kilo pro Pilzart und Person am Tag gilt.

Der Herbstwald deckt den Tisch, beispielsweise mit Pilzen, Esskastanien, Bucheckern und Wildkräuten.
Der Herbstwald deckt den Tisch, beispielsweise mit Pilzen, Esskastanien, Bucheckern und Wildkräuten.


Doch Vorsicht: Viele Pilze sind im rohen Zustand giftig und daher nur gekocht oder gedünstet genießbar. Weil viele Speisepilze zudem giftige Doppelgänger besitzen, sollte nur das gesammelt und verzehrt werden, was eindeutig als essbar identifiziert werden kann. Wer sich unsicher ist, kann die Pilzernte vor dem Verzehr durch Pilzsachverständige überprüfen lassen. Wio die zu finden sind, das verrät die Webseite der deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) www.dgfm-ev.de, auf der eine Karte mit Pilzsachverständigen zu finden ist.


Wildfrüchte und Wildkräuter aus dem Herbstwald für Wald-Perso & Co.


Auch viele Wildfrüchte und Wildkräuter sind im Herbst in schonend bewirtschafteten Wäldern zu finden. So ist der September der ideale Monat, um Brombeeren oder Hagebutten zu ernten, die als vitaminreicher Tee oder leckere Konfitüre serviert werden können. Wildkräuter wie Brennnesseln, Löwenzahn, Schafgarbe, Spitzwegerich, Vogelmiere, Giersch und Gundermann (auch wilde Petersilie genannt) sind bis zu den ersten Frostnächten im Wald zu finden – ebenso wie die essbaren Früchte und Samen einiger Bäume. Bucheckern und Haselnüsse können beispielsweise geröstet entweder im Müsli, als Pesto oder gemahlen zum Backen von Keksen und Kuchen verwendet werden. Das Rösten der Bucheckern in der Pfanne ist übrigens sehr wichtig, da diese sonst Bauchschmerzen verursachen können. Die mehlig süßen Früchte der Edelkastanie (besser als Maronen bekannt) passen perfekt zu Wildgerichten, einem Braten oder Ofengemüse.

Bucheckern lassen sich zusammen mit Giersch und Pilzen zu einem herzhaften Wald-Pesto verarbeiten.
Bucheckern lassen sich zusammen mit Giersch und Pilzen zu einem herzhaften Wald-Pesto verarbeiten.


Nach den ersten Frösten lohnt sich ein Waldspaziergang, um Schlehen zu ernten. Daraus lassen sich Sirup und Gelee kochen. Auch jetzt kann man noch einige Wildkräuter – zumindest solange kein Schnee liegt – finden. Wichtig zu beachten ist: Während das Sammeln von Früchten, Wildkräutern oder Pilzen in Naturschutzgebieten und Nationalparks verboten und vollständig zu unterlassen ist, ist es in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern (erkennbar am PEFC-Zeichen) in kleineren Mengen für den Eigenbedarf erlaubt.

Lust auf ein leckeres Gericht aus dem Herbstwald? Dann probiere doch einfach einmal das folgende Rezept für ein Wald-Pesto mit Bucheckern, Pilzen und Giersch aus. Mit dem lassen sich beispielsweise Pasta, Gnocchi, Bratkartoffeln oder auch Käse aromatisieren und verfeinern.


Rezept für Wald-Pesto mit Bucheckern, Pilzen und Giersch


Mit einem Wald-Pesto mit Bucheckern, Pilzen und Giersch lassen sich zum Beispiel Käse, Pasta oder Gnocchi verfeinern.


Zutaten  |  für 4 Personen

  • 40 g Bucheckern (od. Haselnüsse)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 120 g frische Waldpilze, zum Beispiel Maronenröhrlinge (od. Kräuterseitlinge)
  • 1 Handvoll junge Giersch-Blätter (od. ½ Bund glatte Petersilie)
  • ca. 50 ml Olivenöl
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • 80 g Parmesan (funktioniert vegan/laktosefrei auch ohne Käse)

Zubereitung  |  ca. 15 Min.

  1. Bucheckern schälen und im Mörser fein mahlen. Zwiebel schälen und fein würfeln. Pilze putzen und ebenfalls kleinschneiden. Giersch waschen, trockenschütteln und fein hacken. Parmesan reiben (das Rezept funktioniert auch vegan/laktosefrei ohne Parmesan).
  2. Zwiebelwürfel in etwas Olivenöl glasig dünsten. Pilze hinzugeben und garen. In einer zweiten Pfanne die gemahlenen Bucheckern fünf Minuten ohne Fett rösten. Dabei immer wieder durchschwenken (durch das Erhitzen verlieren sich die Giftstoffe in den Bucheckern und das Aroma wird intensiver).
  3. Geröstete Bucheckern zur Pilzmasse geben, gut durchmischen und kurz erhitzen. So viel Olivenöl hinzugeben, bis eine cremige Masse entsteht.
  4. Den Giersch und die Hälfte des Parmesans unter die Pilzmasse heben. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. Das fertige Pesto mit dem restlichen Parmesan beispielsweise zu Pasta, Gnocchi oder Bratkartoffeln servieren.
Weitere Rezeptideen mit Waldzutaten sind auf der Website des Vereins PEFC Deutschland zu finden.

Mit einem Wald-Pesto mit Bucheckern, Pilzen und Giersch lassen sich zum Beispiel Pasta verfeinern.

Foto Pesto: James Sutton

Wenn die Glückskatze zu heißen Beats rhythmisch winkt: Küchenparty im Meisenheimer Hof

Küchenparty mit Gerichten rund um die Weine des Weingutes Disibodenberg im Restaurant des Meisenheimer Hofes.


30|09|2019  Wer jüngst die Weine des Weingut Disibodenberg kennen lernen und dazu auch gleich noch feine Speisen genießen wollte, dem bot sich dazu eine ganz besondere Gelegenheit. Nach der Jahrgangspräsentation des Weingutes in Odernheim am Nachmittag öffnete am Abend das Weinhotel Meisenheimer Hof seine Türe zur lockeren „Wine & Dine“-Küchenparty.

Küchenparty mit Gerichten rund um die Weine des Weingutes Disibodenberg im Restaurant des Meisenheimer Hofes.


Wenn im Meisenheimer Hof die Stunde zur Küchenparty schlägt, dann dreht die Küchencrew die Beat-Box auf, erhellt den Arbeitsplatz mit bunter Strahlern und bringt den Arm der japanischen (Küchen-)Glückskatze zum rhythmischen Winken. Die kleine Küche im Restaurantbereich des Weinhotels wird zum „Work- & Partyplace“ und nicht nur feine Speisen wechseln dort von der Küchencrew hinüber zum Gast, sondern auch der ein oder andere kurze Plausch zwischen den Küchenparty-Besuchern, mit Küchenchef Markus Pape und den Köchen seines engagierten Teams.

Küchenparty mit Gerichten rund um die Weine des Weingutes Disibodenberg im Restaurant des Meisenheimer Hofes.
Küchen- und Hotelchef Markus Pape (l.) schäumt Sauce auf, während Servicekraft Bianca Frick die Küchenparty-Gäste mit Wein versorgt.


„Wie lange wurde das Schulterstück vom Glanrind geschmort?“ „Was, rund 20 Stunden, wow! Kein Wunder, dass es so butterweich ist.“ „Welchen Riesling habt ihr für das Süppchen genutzt?“ „Welche Zutaten geben der Alsenzer Kartoffellasagne diese feine Würze?“: Zu allen Fragen rund um die Speisen des Vier-Gänge-Weinmenüs hatte die Küchencrew an Ort und Stelle Antwort parat.

Küchenparty mit Gerichten rund um die Weine des Weingutes Disibodenberg im Restaurant des Meisenheimer Hofes.
Andreas Tönning (Food & Beverage Manager) beim Küchenparty-Einsatz im Meisenheimer Hof.


Genossen werden durften die Köstlichkeiten dann im großen Gastraum des Meisenheimer Hofes. Dort sorgten Sommelier Andreas Held und das Serviceteam für die passenden Weine zum Essen. Zu jedem Gang wurden ein bis zwei Weine aus dem Keller des Weingutes Disibodenberg serviert, vom noch jungen Wein des neuen Jahrgangs 2018 bis zu gereifteren Gewächsen zurück bis zum Weinjahrgang 2009.

Küchenparty mit Gerichten rund um die Weine des Weingutes Disibodenberg im Restaurant des Meisenheimer Hofes.
Sommelier Andreas Held weiß, was die Weine des Weingutes Disibodenberg im Detail auszeichnet.


Für die harmonische aromatische Kommunikation zwischen Weinschönheiten und Speisen sorgte Küchenchef Markus Pape. Er hatte zuvor jeden Gang des Menüs passgenau auf den oder die Weinbegleiter abgestimmt. Und um die Harmonie zwischen Wein und Speise noch weiter zu beflügeln, wanderte bei jedem Gang zudem ein guter Tropfen direkt bei der Zubereitung mit in den Koch- oder Schmortopf, so beim Rieslingsüppchen und Sektkraut, beim Oyster Blade in Burgunderjus und Silvaner-Zabaione.


Küchenparty im Meisenheimer Hof - die Speise-Wein-Kombination


Das Ergebnis: Vier bemerkenswerte Gaumen-Duett zwischen Speisen und Weinen, deren Aromenspiel jeder Küchenparty-Gast mit Freude auf der Zunge tanzen lassen durfte.

Die Speise-Wein-Duette im Detail:

Küchenparty mit Gerichten rund um die Weine des Weingutes Disibodenberg im Restaurant des Meisenheimer Hofes.

Rieslingsüppchen mit Wildfanggarnele in Kombination mit 2009 Riesling trocken sowie 2018 Kloster Disibodenberg Riesling „Luise von Racknitz" trocken.


Küchenparty mit Gerichten rund um die Weine des Weingutes Disibodenberg im Restaurant des Meisenheimer Hofes.

Hunsrück Forelle auf Montfort Sektkraut kombiniert mit 2016 Grauburgunder „Drei Sterne“ trocken.


Küchenparty mit Gerichten rund um die Weine des Weingutes Disibodenberg im Restaurant des Meisenheimer Hofes.

Oyster Blade vom Glanrind in Burgunderjus mit herbstlichen Gemüse und Alsenzer Kartoffellasagne in Begleitung von 2015 Kapellenberg Frühburgunder trocken und 2012 Montfort Spätburgunder trocken „Meisenheimer Hof exklusiv“.


Küchenparty mit Gerichten rund um die Weine des Weingutes Disibodenberg im Restaurant des Meisenheimer Hofes.
Legt letzte Hand am Dessert an: Erik Koch, stellvertretender Küchenchef im Meisenheimer Hof.

Meisenheimer Apfelstrudel mit Salzkaramelleis und Sylvaner Zabaglione mit dem Weinpartner 2011 Kloster Disibodenberg Riesling Auslese.

*****

Küchenparty mit Gerichten rund um die Weine des Weingutes Disibodenberg im Restaurant des Meisenheimer Hofes.
Prof. Christian Held (l.), persönlich haftender Gesellschafter des Weingutes Disibodenberg, bei der Küchenparty im Meisenheimer Hof.


MoToLogie-NEWSLETTER
Hol' Dir die neusten Rezepte, Storys & Tipps aus meiner Küche - gib hier Deine E-Mail ein und Du erhältst künftig automatisch den MoToLogie-Newsletter zugeschickt!




Deine E-Mail wird nicht für andere Zwecke genutzt! Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten findest Du in der Datenschutzerklärung.

Fotos: Moderne Topfologie

Cupcake-Queen Lilly Kürten – große Backkunst in kleiner Form [plus Rezept für Pfirsich-Tarte]

Lilly Kürten, die Cupcake-Queen des YouTube Kanals Lilly's Cupcakery


28|09|2019   Mit kleinen Backformen läuft sie zur großen Form auf: Anfang 2018 ging Lilly Kürten mit ihrem YouTube-Videokanal Lilly's Cupcakery online. Ihre Spezialität: das Backen von kleinen Cupcakes und Mini-Kuchen.

Die Nachbarn von Lilly Kürten im Mehrparteien-Wohnhaus in Bad Kreuznach sind zu beneiden, ja, aber auch zu bedauern. Zu beneiden, weil in schöner Regelmäßigkeit verführerische Backdüfte aus der Wohnung der 27-Jährigen in den Flur des Wohnhauses entschlüpfen und dort die Sinne der Nachbarn betören. Zu bedauern, weil die Bewohner ja nicht ständig klopfen und die Back-Expertin fragen können, ob sie etwa vom feinen süßen Naschwerk probieren dürfen. Was die Nachbarn aber tun könnten (und nicht nur die, sondern alle Personen weltweit mit Internetzugang), ist: Lilly beim Backen quasi "über die Schultern schauen" und ihre süßen Kreationen nachbacken.


Lilly's Cupcakery - wo die kleinen Cupcakes und Mini-Küchlein wohnen


Möglich macht dies der eigene Videokanal, den Lilly Kürten Anfang 2018 auf YouTube eröffnete. Seither veröffentlicht sie dort wöchentlich selbst produzierte Videos ihrer Backtätigkeit sowie die dazugehörigen Backrezepte. Nomen est omen: Die 27-Jährige zeigt in ihrem "Lilly's Cupcakery" getauften Vlog (Video-Logbuch) auf YouTube hauptsächlich, wie sie kleine Cupcakes und Mini-Cakes (Mini-Kuchen) zubereitet.

Lilly Kürtens YouTube Kanal Lilly's Cupcakery.
Wöchentlich ein neues Backvideo veröffentlich Lilly auf ihrem YouTube Kanal "Lilly's Cupcakery".


Als ich Lilly jüngst zum Interview besuche, steht allerdings gerade kein Cup- oder Mini-Cake im Ofen, sondern eine Amerikanische Pfirsich-Tarte (Peach Tart) üblicher Größe. "Meine Mama macht – neben mir natürlich – die allerbesten Kuchen. Letztens hat sie eine amerikanische Pfirsich-Tarte gebacken, die war so lecker, dass ich das Rezept unbedingt auf meinem YouTube-Kanal teilen will", erzählt mir die Vloggerin einem Schmunzeln. Die spezielle Leidenschaft für Cupcakes steckt der 27-Jährigen, die im rheinhessischen Hackenheim in der Nähe von Bad Kreuznach aufgewachsen ist, sozusagen in den Genen. "Ich bin Deutsch-Amerikanerin. Meine Mutter, die aus den USA kommt, konnte jahrelang beim US-Militär in Bad Kreuznach die amerikanischen Backmischungen kaufen und hat mit Cupcakes jeden meiner Geburtstage versüßt."

Logo von Lilly Kürtens YouTube Kanal Lilly's Cupcakery.
Nach dem Abzug der US-Streitkräfte aus der Stadt versiegte diese Einkaufsquelle, auf ihre geliebten Cupcakes verzichten wollte Lilly aber nicht. Sie griff selbst zur Backform und machte sich daran, die kleinen Mini-Kuchen mit Buttercreme-Haube (Frosting genannt) zu backen – mit stetig wachsender Leidenschaft. Im Jahr 2012 begann sie dann damit, Fotos ihrer Cupcakes auf Instagram und Facebook zu teilen, Anfang 2018 legte sie mit ihrem YouTube-Kanal "Lilly's Cupcakery" los. Auf dem pflegt sie passend zu ihrer doppelten Staatsbürgerschaft einen interkulturellen Backwissen-Austausch. "Ich backe typisch amerikanische Sachen auf deutsch für meine deutschen Fans und deutsche Backklassiker auf englisch für meine Follower in den USA. Also hier erfahren, was ein Devil's Food Cake ist, und für die Amis zeigen, wie deutsche Brötchen oder Mini-Sachertorten gebacken werden."

Lilly Kürten, die Cupcake-Queen des YouTube Kanals Lilly's Cupcakery.

 

Lilly's Cupcakery: Haufenweise Backvideos für Jedermann (und ab und an auch Reiseberichte)


Cupcakes sind also die Spezialität der 27-Jährigen. „Des Öfteren zeige ich im Video aber auch, wie ich einen bestimmten Kuchen backe, diesen dann aber eben in Mini-Form. Begibt sich Lilly auf Reisen, dann dokumentiert sie auch das auf Video. Anschließend können die Fans der Cupcake-Queen dann auf YouTube sehen, welche Cafés beispielsweise in Valencia und Wien, Krakau und den USA einen Besuch wert sind und welche regionaltypischen Backwaren man dort unbedingt probieren sollte (oder welche auch besser nicht). Über 80 Videos sind aktuell auf "Lilly's Cupcakery" zu finden, fast 1000 Nutzer haben den Videokanal inzwischen abonniert. Ergänzend ist die 27-Jährige auch auf Instagram (wo ihr inzwischen gut 10 000 Personen folgen), auf Facebook (fast 900 Verfolger) und Pinterest aktiv.

Lilly Kürten, die Cupcake-Queen des YouTube Kanals Lilly's Cupcakery.
Mag's klein und süß: Lilly mit einer Auswahl ihrer Cupcakes und Mini-Cakes.


Was in Lillys Videos nach leichthändiger und beschwingter Backkunst aussieht, ist in der Produktion harte Arbeit. Backrezepte entwickeln und dafür einkaufen, gegebenenfalls zunächst eine Runde Probebacken, dann das Video-Equipment aufbauen und den Backvorgang drehen: allein das dauert bereits mehrere Stunden, ist aber noch lange nicht das Ende der Produktionsphase. Es folgen mehrere Stunden für den Schnitt des Videomaterials, das Erstellen von sogenannten "Thumbnail Fotos" (Vorschaubildern) für die YouTube-Veröffentlichung, das Tippen des Rezeptes und Einleitungstextes für den Textteil unter dem Video, das Suchen und Einfügen von Tags (Suchbegriffen), das Hochladen des gesamten Materials auf YouTube, das Verfassen von Beiträgen für die verschiedenen sozialen Medien, das Beantworten von Kommentaren und Anfragen von Nutzern zu jedem Beitrag und, und, und. "In jedem Video stecken im Durchschnitt je nach Länge und Aufwand rund zehn bis 15 Stunden Zeiteinsatz. Das ist, wenn man es richtigmachen möchte, ein Fulltime-Job", lässt Lilly keinen Zweifel daran aufkommen, dass ohne harte Arbeit und Durchhaltevermögen in der vermeintlich immer schönen virtuellen Welt der Vlogger, Blogger und Influencer kein Preis zu gewinnen ist.


„Wenn mich der Hafer sticht und ich ne verrückte witzige Idee hab‘, dann lass‘ ich die auch mal beim Dreh raus.“
Lilly Kürten


Vier Tage jeder Woche, und zwar den Freitag, das komplette Wochenende und den Montag, hat Lilly für ihre Arbeit an "Lilly's Cupcakery" reserviert. Zu dieser gehört inzwischen auch die Veranstaltung von Backkursen für kleine Gruppen in ihrer Küche in Bad Kreuznach sowie das "Auftragsbacken" für Veranstaltungen und Feiern. An den restlichen Tagen ihrer "Sieben-Tage-Woche" kümmert sich die 27-Jährige um ihre zwei anderen Jobs, denn sie arbeitet zudem als Englisch-Trainerin und Rednerin für Trauungen (www.lillykuerten.de).


Bodenständig, ehrlich und authentisch bleiben


„Wer einen Spartenkanal auf YouTube aufbauen möchte, der muss viel Zeit und Leidenschaft investieren und braucht einen langen Atem“, weiß die Bad Kreuznacherin. Und was ist noch erforderlich? „Man sollte seine eigene thematische Nische finden“, rät die Vloggerin. Ebenfalls wichtig: Nicht an der gewählten Zielgruppe „vorbeibacken“. Bei Lilly bedeutet das: „Ich zeige kein Highend-Backen mit super komplizierten Rezepten, hochspezialisierten Backgeräten - und ausgefallenen Backutensilien. Das, was ich zeige, kann jeder in seiner heimischen Küche mit normalen Küchengeräten nachbacken.“ Und zu guter Letzt: „Immer man selbst bleiben!“ Will heißen: Beim Videodreh ehrlich und authentisch agieren. „Wenn bei mir mal was danebengeht, dann fluche ich auch vor der Kamera. Und wenn mich der Hafer sticht und ich ne verrückte witzige Idee hab‘, dann lass‘ ich die auch mal beim Dreh raus und schneide das hinterher nicht raus.“

Lilly Kürten, die Cupcake-Queen des YouTube Kanals Lilly's Cupcakery.
Lilly mit der frisch gebackenen American Peach Tart.
Foto: Moderne Topfologie


Dass die Bad Kreuznacherin neben Zeit und Fleiß auch jede Menge Persönlichkeit und Leidenschaft in „Lilly‘s Cupcakery“ steckt, ist beim Anschauen ihrer Videos schnell zu merken. Was Lilly Kürten macht, kommt bei den Leuten an – auch jenseits der Online-Welt. So ergatterte die Vloggerin im April 2019 einen besonderen Job auf der jüngsten Mainzer Rheinland-Pfalz Ausstellung. Als Schirmherrin der Backwoche begeisterte sie mit ihren Shows mehrmals täglich ein "echtes" Publikum. Und ihre Koffer vom jüngsten Außeneinsatz hat die "Cupcake-Queen" noch gar nicht ganz ausgepackt. Denn nach dem Gastspiel in der Landhauptstadt Mainz folgte jüngst eines in der Bundeshauptstadt Berlin. Als Partnerin von Bosch Hausgeräte zeigte Lilly Anfang November auf der Internationalen Funkausstellung, was sie an der Backform zu leisten vermag. Als Backexpertin an der Seite von Spitzenkoch Mario Kotaska zauberte die 27-Jährige in zwölf Koch- und Backshows etliche süße Backwaren für ein großes internationales IAA-Publikum. "Die vergangenen Monate waren echt aufregend für mich. Mein Leben hat sich quasi einmal komplett gewendet", blickt Lilly auf die rasante Entwicklung zurück. Eine Entwicklung, die offenbar noch längst nicht zu Ende ist. Details darf sie zwar noch nicht verraten, aber es zeichnet sich ab, dass die Back-Enthusiastin demnächst erneut "live und in Farbe" auf einer öffentlichen Showbühne stehen wird. Wer das und die vielen tollen Backrezepte von Lilly Kürten nicht verpassen möchte, der sollte "Lilly's Cupcakery" schleunigst folgen . . . auf YouTube, Facebook oder Instagram!

MoToLogie-NEWSLETTER
Hol' Dir die neusten Rezepte, Storys & Tipps aus meiner Küche - gib hier Deine E-Mail ein und Du erhältst künftig automatisch den MoToLogie-Newsletter zugeschickt!




Deine E-Mail wird nicht für andere Zwecke genutzt! Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten findest Du in der Datenschutzerklärung.


PS: Du möchtest Lilly noch näher kennen lernen? Dann findest Du hier im Blog auch ein Interview mit der Cupcake-Queen, und zwar unter dem Titel


Rezept für Lillys Peach Tart - Amerikanische Pfirsich Tarte


Pfirsich Tarte von Vloggerin Lilly Kürten von Lill's Cupcakery.


ZUTATEN

Für den Boden:

  • 160g Mehl
  • Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Ei
  • 70 g Zucker
  • 75 g kalte Butter

Für die Füllung:

  • 2 Eier
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 25 g brauner Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 600 g reife Pfirsiche (im Winter Dosenpfirsich)
  • 125 g Aprikosenmarmelade

Weitere Zutaten:

  • Puderzucker zum Bestreuen
  • Vanilleeis

ZUBEREITUNG

  1. Alle Zutaten für Boden mit einem Knethaken oder der Hand zu einem Teig verkneten und 30 min kalt stellen in Frischhaltefolie.
  2. Eier, Mandeln, braunen Zucker und Vanillezucker mit einem Schneebesen zu einer Masse verrühren.
  3. Teig ausrollen und in die gebutterte und gemehlte Tarte-Form legen. Mit einer Gabel Löcher in den Boden stechen.
  4. Pfirsiche in einem Topf mit heißem Wasser 5 Min. stehen lassen. Anschließend häuten und Sechsteln.
  5. Füllung auf den Teig geben und die Pfirsichstücke darauf verteilen. Das Ganze mit Aprikosenmarmelade bestreichen und bei 175 Grad Ober-/Unterhitze auf der untersten Backofen-Schiene für 45 Min. backen.
  6. Die Tarte etwas auskühlen lassen und stückweise bestäubt mit Puderzucker und zusammen mit einer Kugel Vanilleeis servieren.
Und hier Lillys Video zum Rezept:




Randnotiz

Kürten? Der Name klingt bekannt? Ist er auch! Lillys Vater Achim Kürten ist der jüngere Bruder des bekannten deutschen Sportreporters Dieter Kürten. Achim Kürten selbst machte ebenfalls beim Fernsehen Karriere: Für das ZDF arbeitete er lange Jahre als Filmeditor, 1990 wurde er mit dem deutschen Fernsehpreis „Telestar“ für den Schnitt der Produktion „Album ’89 – Bilder eines Jahres“ ausgezeichnet. Von daher: Auch das Videoschnitt- und Moderatoren-Talent liegt YouTuberin Lilly offenbar im familiären Blut.