Saftiger Pulled Pork Burger in Rekordzeit: Backofen statt Smoker
Geht das nicht auch einfacher und fixer? Aber ja doch, das geht, denn zum Glück lässt sich Pulled Pork aber im Backofen gut und mit vergleichsweise geringem Zeitaufwand zubereiten. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit schmort das Fleisch innerhalb von nur rund drei Stunden der „Zupfbereitschaft“ entgegen, und das von ganz alleine und ohne weiteres Zutun. Okay, anschließend solltest du noch nicht sofort lospullen, sondern das Fleisch (je nach Größe des Schmorstücks) noch ein bis zwei Stunden abkühlen lassen. Aber selbst inklusive dieser Zeit hat dir die Pulled Pork Blitz-Zubereitung im Backofen immer noch einen riesigen Zeitvorteil gegenüber der klassischen Smoker-Methode verschafft.
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| Superzart, rauchig-würzige und saftig gelingt das Pulled Pork auch aus dem Backofen. |
Außerdem musst du dir für diese Zubereitung keinen Smoker kaufen, sondern greift einfach auf bereits vorhandenes Küchenequipment (wie den Backofen) zurück, das ist ja auch nicht zu verachten. Sparen kannst du dir mit dem Blitz-Pulled-Pork-Rezept übrigens auch lange Marinier-Zeiten vor dem Garen. Ja, man kann den Rub, also die Trockenmarinade, 12 bis 24 Stunden vor dem Zubereiten auf das Fleisch aufgetragen. Muss man es? Nein! Im Rezept unten verkürzen wir die Standzeit mit dem Rub auf 30 Minuten – funktioniert auch ziemlich gut!
Rub und BBQ-Sauce selbst machen!
Apropos Rub: Statt eine Gewürzmischung zu kaufen, kannst du diese auch selbst zusammenmischen. Aus welchen Gewürzen? Eine mögliche Zusammenstellung für ein Rub notiere ich dir am Ende dieses Blogartikels – schaue unten in die Randnotizen. Du möchtest einen Rub kaufen? Dann kann ich dir den Magic Dust BBQ Rub* von Azafran empfehlen. Alternativ kombiniere ich für einen BBQ Rub zwei anderen Azafran-Gewürzmischungen: Dazu mische 2/3 Burger Gewürzzubereitung* mit 1/3 Chili con Carne Gewürzzubereitung* - schmeckt auch top!
Für die BBQ-Sauce gilt gleiches, auch diese kannst du vorab selbst zubereiten. Wie, das verrate ich dir hier im Blog im Rezept Kleine Schweinereien für große Genießer: Hausgemachte BBQ-Sauce - genial einfach, einfach genial!
Coleslaw: Beilage oder Zutat zum Pulled Pork Burger
Als Beilage oder Zutat zum Pulled Pork Burger eignet sich amerikanischer Coleslaw (Krautsalat) bestens. Serviere ich den Krautsalat als Beilage neben dem Burger, dann ist die klassische Variante mein Favorit – das passende Rezept dafür findest du hier im Blog in diesem Rezept: Falafel-Sandwich mit Coleslaw sowie zusätzlich hier im Rezept weiter unten in der Randnotiz. Möchte ich hingegen etwas Coleslaw direkt auf dem Fleisch als Baubestandteils des Burgers servieren, dann bevorzuge ich die die auf dem Grill geschmorte Variante des Coleslaw – dieses spezielle Rezept dafür findest du ebenfalls hier im Blog, und zwar unter dem Titel Coleslaw - gegrillt & nicht nur kalt verrührt.
Tipps: Du und deine Gäste können sich nicht entscheiden, welche Coleslaw-Variante sie lieber mögen. Dann mach beide, und du bist für alle Geschmäcker gewappnet! Bereitest du einzig nicht gegrillten Coleslaw zu, dann greife dafür am besten zu einem Spitzkohl, der im Vergleich zum robusteren Weißkohl zarter ist. Bereitest du (auch) eine gegrillte Variante zu, dann nutze am besten Weißkohl, denn Spitzkohl wird für meinen Geschmack durch das Grillen tendenziell im Biss etwas zu weich.
Die richtige Fleischmenge für deinen Pulled Pok Burger
Bevor es gleich ans Rezept geht, hier noch ein paar Tipps zur Mengenkalkulation. Der Pulled Pork Belag besteht aus geschmortem und gezupftem Fleisch vermischt mit BBQ-Sauce. Ein Standard-Burger hat Buns mit einem Durchmesser von 10 bis 11 Zentimetern und einem Gewicht von rund 80 bis 90 Gramm. Diese Bun-Größe solltest du mit 130 Gramm Pulled Pork pro Burger kalkulieren. Circa 5 g davon sind Sauce, 125 g Fleisch.
Ausgehend von diesem Zielwert pro Burger kannst du berechnen, wie viel Rohfleisch du in den Ofen schieben musst. Die Formel dafür lautet: Multipliziere die Burger-Anzahl mit der Pulled Pork-Fleischmenge pro Burger (125 g) und addiere dann zum Ergebnis 35 Prozent hinzu – soviel Rohfleisch musst du dann kaufen.
Beispiel: 8 Burger x 125 g = 1000 g + 35 % = 1350 g Rohfleisch
Warum 35 Prozent hinzufügen? Nun, durch das Garen verliert das Rohfleisch zuvorgerst Wasser und damit rund 35 Prozent seines Gewichts. Diesen Gewichtsverlust musst du ganz einfach beim Fleischeinkauf mit einkalkulieren.
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| Hausgemachter Pulled Pork Burger. |
Rezept für Pulled Pork aus dem Backofen
ZUTATEN - für 4 Personen / 8 Standard-Burger
Für das Pulled Pork:
- 1350 g Schweinenacken
- Rub (gekauft oder selbst gemischt – Rezept siehe unten)
- Liquid Smoke* (optional)
- ca. 4 EL Sriracha Hot Chili Sauce (alternativ BBQ Sauce oder einen anderen "Kleber" wie Senf; Wagyu-Fett; Guanciale-Fett)
- 170 ml Cola (Mengenberechnung: pro 100 g Fleisch 12,5 ml Cola - alternativ eine andere Flüssigkeit wie dunkles Bier oder naturtrüber Apfelsaft)
- 1 TL Worchester Sauce*
- ca. 6–7 EL BBQ Sauce (ca. 100 ml) - gekauft oder selbst gemischt - Rezept siehe unten
- optional: ca. 2 TL (10 ml) Sojasauce
- optional: ca. 2 TL (10 ml) Ketjap Manis*
- optional: ca. 4 TL (20 ml) Tomami Nr. 1*
Für die Burger:
- 8 Buns
- ca. 6 EL BBQ Sauce
- einige robuste Salatblätter, z. B. Romana, Batavia, Eisberg, Kopfsalat
- optional: einige Gewürzgurken
- optional: 2 rote Chilischoten
Kuchenutensilien:
- Backpapier (alternativ Metzgerpapier)
- reißfeste Alufolie
- Fleischthermometer
- Gabeln oder alternativ Fleischkrallen*
- Backreine oder große Auflaufform
ZUBEREITUNG – 45 Min. Vorbereitung + 3 Std. Backzeit + 1–2 Std. Ruhezeit
1. Das Fleisch parieren. Auf eine Arbeitsfläche legen und eine Fleischseite mit der Hälfte des Rub bestreuen und den Rub mit den Händen fest andrücken. Optional, aber empfehlenswert: Die Schweinenacken-Seite dünn mit Liquid Smoke einsprühen. Nun die Hälfte der Sriracha Hot Chili Sauce (oder eines alternativen „Klebers“ mit einem Küchenpinsel auf der gerubten Fleischseite verstreichen. 15 Min. ruhen lassen. Fleisch umdrehen und Arbeitsschritte wiederholen, also Rub, optional Liquid Smoke, Kleber auftragen und 15. Min. ruhen lassen. Du kannst – wenn du magst – nun auch schon den Backofen auf 150 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Nach den 15 Minuten wird der Schweinenacken fest in Backpapier und Alufolie eingewickelt.
2. Bevor dieses „Päckchen“ geschlossen wird, wird die Cola hineingegossen. Zum engen Einschlagen benötigst du ein für das Fleischstück ausreichend großes rechteckige Stück Backpapier und ein ebenso großes Stück robuster Alufolie. Ausreichend groß heißt: Die Stücke Folie und Papier sollten so breit und hoch sein, dass sie mit überlappenden Seiten das Fleischstück vollständig umschließend. Sprich: Folie und Papier sollten rund doppelt so breit und mindestens ein Drittel höher als der Schweinenacken sein. Zum Vorgehen: Lege die Aluminiumfolie so auf eine Arbeitsfläche, dass die längeren Seiten nach links und rechts von dir zeigen. Lege das Backpapier deckungsgleich auf die Alufolie. Lege das Fleischstück mittig auf das Backpapier. Jetzt geht’s ans Einschlagen:
- Falte die linke Längsseite des Backpapiers eng über das Fleischstück.
- Falte die rechte Seite des Backpapiers eng über das Fleisch.
- Falte die untere Seite des Backpapiers eng über das Fleisch.
- Falte die untere Seite der Alufolie eng über das Fleisch.
- Falte die linke Seite der Alufolie eng über das Fleisch.
- Falte die rechte Seite der Alufolie eng über das Fleisch
3. Das so entstandene Päckchen ist nun unten verschlossen und oben noch offen. Stelle das Päckchen nun aufrecht in eine Backform (um ggf. austretende Flüssigkeit aufzufangen) vor dich hin und gieße die Cola ein. Anschließend verschließe das Pächchen möglichst dicht, indem du die nach oben überstehende Doppelschicht aus Backpapier und Alufolienach unten einschlägst. Stecke zur genauen Kontrolle der Kerntemperatur ein Fleischthermometer in den Schweinenacken. Lege das Päckchen flach auf ein Grillrost und schiebe dieses mittig in den Backofen. Unter das Rost platziere ein Backblech (oder alternativ ein zweites Rost mit einer aufgestellten Backform), um die herabtropfende Flüssigkeit aufzufangen. Die Ofentür schließen.
4. Jetzt heißt es den Coleslaw vorbereiten, den Rasen mähen, mit dem Hund Gassi gehen, E-Mail beantworten, ein Buch lesen, ein Nickerchen machen oder anderweitig die Däumchen drehen (oder alles das hintereinander), denn in den kommenden rund 4 bis 6 Stunden hast du mit dem Pulled Pork erst einmal nichts mehr zu tun. Das Fleischpaket bleibt im Ofen, bis der Schweinenacken eine Kerntemperatur von 90 Grad erreicht hat. Das wird (bei vorgeheiztem Backofen) rund 3 Stunden dauern, ohne Vorheizen circa 3 Stunden und 15 Minuten. Ist die Kerntemperatur erreicht, schalte den Backofen aus, lasse das Fleisch aber drinnen liegen. Denn bevor du das Fleisch zupfst, sollte es noch einige Zeit ruhen, damit sich zum einem die Fleischsäfte gut verteilen. Zum anderen gehen mit dem austretenden Dampf zu viele Aromastoffe verloren, wenn du das Fleisch sofort bei einer hohen Kerntemperatur zupfen würdes. Also: Ruhe bewahren und das Fleisch einige weitere Stunden rasten lassen. Ich beginne mit dem Zupfen im frühesten Fall nach einer Stunde - im optimalen Fall aber erst, wenn die Kerntemperatur auf 60–70 °C gesunken ist – bei der hier verwendeten Größe des Fleischstücks ist diese Temperaturabsenkung erst nach ca. 2 Std. erreicht.
5. Der Zupfzeitpunkt ist gekommen? Dann ran ans Fleischstück! Schäle das Fleischstück zuerst aus Alufolie und Backpapier und fange dabei die gesamte Flüssigkeit auf, die noch im Päckchen enthalten ist. Damit auch beim nun folgenden Zerzupfen keine Fleischsäfte verloren gehen, lege den gegarten Schweinenacken direkt über oder in einem Gefäß (zum Beispiel eine große Backreine), so dass austretender Fleischsaft aufgefangen wird. Die einfachste Methode zum Zupfen: Nimm zwei Gabeln und ziehe die Fleischfasern auseinander. Der alternative Weg: Nutze zum Zerkleinern spezielle Pulled-Pork-Gabeln (auch Fleischkrallen oder Meat Claws genannt), die entwickelt wurden, um weiches Fleisch nach dem Barbecue schnell und einfach zu zerzupfen. Wichtig beim Zerzupfen: Ziehe die Stücke jeweils gegen die Faserrichtung und nicht zu kleinteilig und kurzfaserig auseinander, damit das Fleisch faserig bleibt und einen gewissen Biss behält.
Alles gezupft? Dann gibt vom Cola- und Fleischsaft-Sud, den du beim Auspacken des Fleisches aufgefangene hast, ca. 9 EL zurück zum gezupften Fleisch und mische zudem ca. 6–7 EL von der BBQ-Sauce (sowie die optionalen Zutaten Sojasauce, Ketjap Manis und Tomami Nr. 1) unter. Wieviel BBQ-Sauce du schlussendlich untermischt, entscheidest du ganz nach persönlichem Geschmack. Beachte dabei aber: Beim Aufstapeln des Pulled Pork Burger kommt noch ein Schuss von der BBQ-Sauce oben aufs Fleisch.
6. So, das Pulled Pork ist jetzt fertig zubereitet. Geht’s jetzt gleich ans Essen? Dann folgt jetzt der Bau des Burgers. Röste die Schnittflächen der Bun-Hälften an. Bestreiche die Schnittfläche der unteren Bun-Hälfte mit ein wenig BBQ-Sauce (alternativ Mayonnaise) und lege einige Salatblätter auf, um zu verhindern, dass das Bun nach unten zu schnell durchweicht. Optinal kommen nun die Gewürzgurken und rote Chilischoten zum Einsatz. Schneide beide in Scheiben und lege davon einige auf die Salatblätter. Das Pulled Pork kommt als nächstes dran, nimm davon ca. 125 g Fleisch pro Standardgröße-Bun und lege es auf den Salat. Gib dann einen Klecks BBQ-Sauce auf das Fleisch. Hast du gegrillten Coleslaw vorbereitet? Dann lege davon etwas auf das Fleisch. Den nicht gegrillten gegrillten Coleslaw serviere am besten als Beilage ergänzend zum Burger. Den Bun-Deckel aufsetzen, und voilà, dein hausgemachter Pulled Pork Burger ist servierbereit!
Randnotiz:
Rub und Coleslaw selbst machen
RUB - Zutaten und Zubereitung:
- 10 g Meersalz
- 15 g schwarzer Pfeffer
- ½ TL Kreuzkümmel
- 1 TL Rohrzucker
- 1 TL Paprikapulver
- 1 TL Rauchsalz*
- Alle Zutaten nacheinander im Mörser zermahlen und dann mischen.
COLESLAW - Zutaten & Zubereitung:
- 400 Gramm Weiß- oder Spitzkohl
- 1 Möhre
- 1 kleine Zwiebel
- 1–1,5 EL Aceto Balsamico Bianco*
- 1–1,5 EL Agavendicksaft (alternativ Reissirup oder Akazienhonig)
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 75 g Mayonnaise
- 50 ml Buttermilch
- Salz
- etwas gehackte glatte Petersilie
- Den Kohl in feine Streifen schneiden, Möhre schälen und grob raspeln, die Zwiebel in feine Würfel schneiden. Alles vermischen und einige Minuten mit den Händen durchkneten.
- Essig, Honig, Senf, Mayonnaise und Buttermilch vermischen und glattrühren, mit Salz abschmecken und mit dem Gemüse vermengen. Mit gehackter Petersilie bestreuen.































