Zu Besuch in Lilly's Cupcakery - wo die feinen Cupcakes und kleinen Küchlein wohnen


Mag's klein und süß: Lilly Kürten von Lilly's Cupcakery


12|01|2019   Foodblog goes Backvlog! Du interessiert Dich fürs Backen im Allgemeinen und Cupcakes im Speziellen? Dann bist Du heute im Food & Wine Blog Moderne Topfologie genau an der richtigen Stelle, denn ich habe Lilly Kürten hier in meiner Blogger-Küche zum Interview sitzen. Lilly ist quasi eine „Nachbarin“ von mir, denn Sie stammt aus dem Örtchen Hackenheim in meiner Heimatregion Nahe. Erst vor kurzem hab‘ ich allerdings erfahren, dass sie auch Video-Bloggerin (Vloggerin) ist und seit rund einem Jahr den Kanal Lilly’s Cupcakery auf YouTube betreibt. Und nicht nur das: Anfang Februar ist Lilly „live und in Farbe“ im Fernsehen als Kandidatin der ZDF Küchenschlacht zu sehen und vom 6. bis 14. April 2019 ist sie Schirmherrin der Backwoche auf der Rheinland-Pfalz Ausstellung in Mainz. Dort wird die 26-Jährige täglich in Backshows in Aktion zu erleben sein. Wenn das mal keine guten Gründe für ein Interview sind! Genau: Gedacht, getan!


INTERVIEW mit Lilly von „Lilly’s Cupcakery“


Lilly Kürten von Lilly's Cupcakery mit Lillet Cupcakes.
Mag's klein und süß: Lilly mit Lillet Russian Wild Berry Cupcakes.


Hallo, Lilly! Bevor wir gleich tief in die Cupcake-Teigmaterie eintauchen, verrate doch zunächst einmal etwas über Dich. Wer bist Du, wo kommst Du her und was machst Du, wenn Du nicht gerade in der Küche stehst und Backvideos für Deinen YouTube-Kanal drehst?

Ich bin Lilly, 26 Jahre alt, Deutsch-Amerikanerin. Ich habe Amerikanistik und Anglistik studiert und arbeite seit 2012 selbstständig als Englischtrainer für Unternehmen. Aufgewachsen bin ich in Hackenheim, 2013 bin ich nach Mainz auf den Lerchenberg gezogen.

Und woher kommt nun Deine Leidenschaft für das Backen in Allgemeinen und für Cupcakes im Speziellen?

Meine Mama, die aus den USA kommt, konnte jahrelang beim Militär die amerikanischen Cake Mixes (Backmischungen) kaufen und hat mit den Cupcakes, die daraus entstanden, jeden meiner Geburtstage zum Highlight gemacht. Damals wusste keiner, was Cupcakes sind, aber ich glaube, ich hatte 80 Prozent meiner Freunde wegen der kleinen Kuchen, hahaha! Naja, irgendwann konnten wir nicht mehr bei den Amis einkaufen und 2012 habe ich mir gesagt: das kannst du auch selbst . . . und plötzlich hatte ich hunderte Cupcakes vom ganzen Testen und Probebacken zu Hause und habe so meine Leidenschaft entdeckt.

Eine besondere Leidenschaft für irgendetwas hat ja fast jeder, aber die wenigsten machen einen YouTube-Kanal draus. Wie bist Du auf die Idee dazu gekommen? Für wen ist der Kanal gedacht, welche Zuschauer und welche Zielsetzung verfolgst Du mit „Lilly‘s Cupcakery“?

Naja, 2012 fing ich an, auf Instagram und Facebook meine Werke zu posten, und immer mehr kursierten plötzlich Videos im Netz, die erklärten, wie Cupcakes funktionieren. Der Höhepunkt war dann irgendwann ein Video, in welchem Butter geschmolzen und mit Mehlschwitze ein angebliches Frosting hergestellt wurde. Ich hab‘ bald gebrochen! Da ich Erfahrungen vor der Kamera habe und in meinem Job jeden Tag vor Menschenmengen reden muss, um etwas zu erklären, habe ich mich dann dazu entschlossen, einen Channel zu mache. Der ist auf zwei Zielgruppen spezialisiert: Ich backe typisch amerikanische Sachen auf deutsch für Deutsche und deutsche Backklassiker auf englisch für meine Follower in den USA. Also hier lernen, was ein Devil's Food Cake ist, und in den USA deutsche Brötchen nachbacken.

http://www.youtube.com/channel/UC_EZCCUAzBWRcAO5Pm3tl9w

Mein Ziel mit Lilly's Cupcakery ist es, hauptsächlich die Menschen, die gerne backen und ein Interesse daran haben, zu begeistern und an den Ofen zu bekommen. Mein Traum ist es, irgendwann mal eine Backsendung zu haben. Entweder in Deutschland, um hier amerikanische Kuchen zu demonstrieren, oder in den USA, um dort deutsche Torten, Brot, Brezeln und so weiter zu zeigen. Ich will gerne Reisen, viele Länder und ihre Backwaren erforschen. Das macht mir Spaß.

Ich bin ja bekennender Back-Legastheniker . . . obwohl, ein Rezept für einen Muffin (ein beschwipster Muffin mit Traubenkernöl) ist hier in meinem Blog tatsächlich zu finden – aber auch nur eines. Erkläre doch mal kurz für alle Back-Unbedarften: Was ist der Unterschied zwischen Muffins und Cupcakes? Und was macht für Dich einen guten Cupcake aus?

„Du machscht doch do immer diese scheene Muffins uff Youtube. Nooooo! It's a Cupcake!“ Ein Muffin ist ein Teig mit groben Stückchen, der relativ groß ist, wenn er fertig gebacken ist. Ein Cupcake ist ein samtiges Küchlein mit einem Topping. Erst das Frosting, welches oben drauf kommt, macht es zu einem Cupcake. Hinzu kommt die liebevolle Dekoration. Ich würde sagen, der Muffin ist die Oma mit Lebenserfahrung, Tiefe und Herz, wohingegen der Cupcake die filigrane hübsche Enkelin voller Verspieltheit und Tatendrang ist. Wow! Jetzt werde ich auch noch Dichter. Lilly's Poetery bald auch auf YouTube, hahaha!

Aus eigener Erfahrung als Food & Wine Blogger weiß ich: Ein veröffentlichter Rezeptbeitrag ist schnell in fünf bis 15 Minuten gelesen, aber die vorherige Erstellung von Text und Fotos ist meistens sehr, sehr langwierig. Wie sieht’s da bei Dir als Video-Bloggerin aus? Alles easy? Die Videos sind doch bestimmt abends nach der Arbeit fix abgedreht, oder? 

Lilly backt süße kleine Sachen für ihren YouTube Kanal Lilly's Cupcakery


Tzzzz! Ich mache alles alleine. Ich bin Kamerafrau, mache Licht, Ton, Schnitt, Inhalt und Moderation. Im ersten Schritt denke ich mir aus, was ich backen will. Ich entwickle das Rezept, backe es zu Hause probe. Ich kaufe alle Zutaten und Dekorationen ein, fahre zu „Küche Creativ“ in Bad Kreuznach, wo ich meine Videos drehe, baue mein gesamtes Equipment auf. Drehen und dabei backen dauert immer circa fünf bis sieben Stunden. Danach baue ich alles ab, mache sauber. Fahre nach Hause, importiere alles an Material auf meinen Laptop und beginne mit dem Schnitt. Circa sechs Stunden pro Video am Laptop für den Schnitt. Dann erstelle ich ein Thumbnail Foto für YouTube, verfasse einen Text für den Post und betreibe Recherche, welche Tags (Suchbegriffe) ich unter das Video setzen muss, damit es besser geklickt wird. Anschließend lade ich es hoch, verfasse alle Posts für die verschiedenen sozialen Medien . . . und dann beginnt das alles von vorne. Pro Video brauche ich im Durchschnitt circa zwischen zehn bis 15 Stunden, je nach Länge und Aufwand.

Und woher nimmst Du die Ideen für Deine Rezepte und Videobeiträge?

Um ehrlich zu sein, denke ich mir tatsächlich 90 Prozent einfach selbst aus. Ich mache ja hauptsächlich Cupcakes oder Mini Cakes. Oft sehe ich aber auch Posts auf Instagram, die mich inspirieren, oder ich zeige auch etwas, was ich selbst cool finde aus den USA - wie zum Beispiel der Crack Pie von Christina Tosi, den ich auch als Dessertrezept für meine Teilnahme in der Küchenschlacht im ZDF eingereicht habe. Wie weit ich gekommen bin und ob ich die Chance hatte, am Donnerstag meine Mini Crack Pies noch zu backen, könnt ihr vom 4. bis 8. Februar im ZDF jeden Tag um 14.15 Uhr selbst verfolgen. Ich freue mich, wenn ihr mir zuschaut!

Dein Tipp: Wenn ich tatsächlich auf die (für mich) verrückte Idee kommen sollte, einen Deiner Cupcakes nachbacken zu wollen – welches Video zu welchem Cupcake sollte ich mir auf „Lilly‘s Cupcakery“ anschauen?

Ein großer Erfolg war mein Valencia Cupcake. Aber da ja nun bald wieder Ostern vor der Tür steht: wieso probierst du nicht mal meine Carrot Cake Cupcakes mit Cream Cheese Frosting? Das sind geschmacklich einer meiner Favorites - schon immer gewesen



Die Welt besteht ja nicht nur aus Tassenkuchen: Was gibt‘s denn außer Cupcake-Zubereitungen noch auf Deinem YouTube-Kanal zu sehen?

Ganz anders als bei meiner Körpergröße geht es in meinem Channel hauptsächlich um Minis - auch des Öfteren mal vegan! Wenn ich also nicht gerade einen Cupcake demonstriere, zeige ich euch einen bestimmten Kuchen, diesen aber eben in Mini-Form. Ich mag das einfach lieber als so einen Riesenkuchen. Wenn man mal etwas mit auf die Arbeit, in die Schule oder auf einen Geburtstag nehmen will, ist es doch auch viel handlicher kleine Küchlein zu haben. Keiner muss etwas anschneiden - was ja sowieso meistens schiefgeht, haha - jeder kann einfach zugreifen. Und es ist außerdem super platzsparend im Kühlschrank und top zum Einfrieren. Ich zeige euch, wie ihr aus Keksresten und übrig gebliebener Schokolade von den Feiertagen ohne Ofen kleine Mini Cheesecakes backen könnt. Bald kommen Mini Sachertorten für die Amis und ich sitze an einem glutenfreien Cupcake Rezept!

Passend zum Start des neuen Jahres meine letzte Frage: Wie sieht‘s mit guten Vorsätzen und Plänen für die Zukunft aus? Was steht bei Dir in Sachen Backen und „Lilly‘s Cupcakery“ im neuen Jahr 2019 an?

2019 wird sehr aufregend für Lilly's Cupcakery. Ich bin selbst nicht nur in der Küchenschlacht beim Kochen zu sehen, sondern starte auch eine Zusammenarbeit mit Bosch für deren Channel „Simply Yummy“. Vom 6. bis 14. April 2019 bin ich Schirmherrin der Backwoche auf der Mainzer Rheinland-Pfalz Ausstellung und backe jeden Tag für die Besucher im Rahmen von drei Shows – alleine, aber auch mit Gästen. Was noch? Ich besuche den besten Konditor der Welt 2018: Jochen Baier in Herrenberg. Jochen ist ein Held für mich! Er hat für ein Wochenende eingeladen, seine Bäckerei anzuschauen, und wir werden dort auch gemeinsam für meinen Channel vor der Kamera stehen. Im April heißt es dann wieder „Lilly's Cupcakery goes . . .!“ - diesmal nehme ich euch mit auf eine Reise in die USA zu meiner Familie und zeige euch mal, was mich dort als Kind alles an Backware fasziniert hat und wieso ich amerikanischen Kuchen so sehr liebe!

Lilly, das hört sich nach spannenden Aktionen und Wochen für Dich an. Dann wünsche ich Dir viel Erfolg, weiterhin Spaß beim Backen und Vloggen und vielen Dank für das Interview. Und welches Cupcake-Rezept ich aus „Lilly's Cupcakery“ nachbacke, na, da schau‘ ich dann noch mal. Muss vorher wahrscheinlich noch etwas backen üben, schätze ich . . . 

. . . doch stopp! Bevor Du Dich wieder an den Backofen verdrückst, doch noch schnell eine zweiteilige Frage außerhalb des offiziellen Interview-Protokolls, und zwar zu Deinem Video Lilly's Cupcakery goes ... Krakau! Erstens: Wieviel Biere waren’s denn tatsächlich, die Du da (so ab ca. Videominute vier) intus hattest – waren’s wirklich vier für Dich und eins für Sie, wie von Deiner Mutter behauptet? Und zweitens: Haben die Krakauer Tauben im Park den „schrotigen Bagel“ vertragen oder musste denen allen nach dem Verzehr der Taubenmagen ausgepumpt werden - siehe ab ca. Minute acht?



Hahhahaha! Es bleibt ein Mysterium, wie viele Biere es denn nun waren.
„Wie viele Biere hatten Sie?“
„Eins . . . zu viel.“
Schrotigen oder eher SCHROTTIGEN Bagel?! Also ich bin mir sicher, den Tauben geht‘s gut. Sie fanden den Bagel aber genauso ekelhaft wie meine Mutter und ich!

Lilly, danke! Und immer schön dran denken: Don't drink beer and bake!
In diesem Sinne: Tschüss!


Lilly Kürten vom Vlog Lilly's Cupcakery

Fotos & Videos: Lilly's Cupcakery

Buntes Ofengemüse – eine feine Leckerei vom Blech [plus Wein-Tipp]


Zum Ofengemüse passt ein Rotwein perfekt


05|01|2019   Ofengemüse – kaum etwas in der Küche ist leichter gemacht als das. Mit ein wenig gutem Olivenöl, etwas Meersalz und Pfeffer wird aus Karotten und Sellerie, Petersilienwurzeln, Pastinaken und Topinambur, Kürbis, Süßkartoffeln und Rote Bete, Zucchini und Aubergine, Paprika, grüner Spargel und Tomaten im Handumdrehen eine köstliche Beilage oder komplette Mahlzeit

Ofengegarte Möhren mit Ziehenkäse


Aufs Blech kann im Prinzip fast alles, was der Garten oder das saisonale Angebot deines Gemüsehändlers gerade so hergibt, und zwar entweder ein einzelnes Gemüse oder verschiedene miteinander kombiniert. Zudem kannst Du dem Ofengemüse mit Gewürzen und Kräutern wie Chili, Knoblauch und Koriander, Rosmarin- und Thymianzweigen oder weiteren Beigaben wie Feta, Ziegenkäse oder kleine Kartoffelstücken einen anderen „Dreh“ verpassen.

Ofengemüse
Farbenfroher Anblick: Wurzelgemüse auf dem Ofenblech.


Hast Du die Gemüse- und Würzkombination Deiner Wahl zusammengestellt, geht’s zunächst ans Putzen und Schnibbeln - bei vielen Sorten kann sogar die Schale dranbleiben. Dann das Gemüse gut mit etwas Olivenöl und Gewürzen mischen, alles auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und im Ofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze bis zur gewünschten Bissfestigkeit garen – fertig! Die Zubereitung ist so kinderleicht, dass man im Prinzip ein Rezept nicht wirklich benötigt. Ich verrate euch heute trotzdem eines, und zwar mein bevorzugtes Rezept für Ofengemüse als Beilage zu Ziegenkäsetaler, Steaks und gerilltem Fisch.


Wurzelgemüse-Mix mit Niora Paprika aus dem Backofen


Für diese Zubereitung schmore ich Wurzelgemüse (Karotten, Petersilienwurzeln, Pastinaken) abweichend von der oben beschriebenen Grundzubereitungsform zunächst in der Pfanne an, um die Aromen etwas besser „aufzuschließen“ und die Garzeiten der verwendeten Gemüse anzugleichen, aber das ist ein Kann und kein Muss. Wenn Dir das zu viel des Guten ist, kannst Du auch einfach der Grundzubereitung „Putzen, Schibbeln, Mischen, Ofengaren“ folgen. Mengenangaben? Gibt’s dieses Mal nur in grob, passe die Zusammenstellung einfach Deinen Wünschen an, das ist ganz easy, easy.

Ziegenkäsetaler mit Ofengemüse
Schmeckt bestens zum Ofengemüse:
ein mit Schinken umwickelter und in der Pfanne angebratene Ziegenkäsetaler.

 

Rezept für buntes Ofengemüse


Zutaten  |  für ein Blech (für 4–6 Personen als Beilage

  • 4–6 rote Zwiebeln
  • ca. 500 g orange und gelbe Möhren 
  • ca. 300 g violette Urkarotten
  • ca. 150 g Petersilienwurzeln
  • ca. 150 g Pastinaken
  • Olivenöl
  • Pfefferkörner (z. B. Roter Kampot*)
  • Meersalz
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kleines Lorbeerblatt
  • 6–8 Thymianzweig
  • ca. 2 TL Niora Paprika*, geschrotet


Zubereitung  |   ca. 40 Min.

  1. Den Ofen auf 180 ° C Ober- / Unterhitze) vorheizen.
  2. Die Zwiebeln schälen und je nach Größe halbieren oder vierteln. Das Gemüse waschen, Petersilienwurzeln und Pastinaken schälen, die Karotten darfst Du auch ungeschält lassen. Alles in etwa gleich große Stücke schneiden, kleine Karotten und Pastinaken dürfen unzerschnitten bleiben. Die violetten Urkarotten, die Petersilienwurzeln und Pastinaken separat in eine Schüssel geben. Die gelben und orangenen Möhren zusammen in eine Schüssel geben. 
  3. Zwei Pfannen auf dem Herd etwa Olivenöl erhitzen - zwei Pfannen, denn die stark ausfärbenden violetten Urkarotten werden getrennt vom anderen Gemüse angeschmort. In der ersten Pfanne die violetten Urkarotten unter mehrfachem Wenden ca. 8 Min. kräftig anschmoren. In der zweiten Pfanne die restlichen Möhren ebenfalls unter Wenden ca. 8 Min. anschmoren. Nach 4. Min. die Pastinaken und nach 6. Min. die Petersilienwurzelstücke in die Pfanne mit den gelben/orangen Möhren geben.
  4. Nach der Hälfte der Garzeit die Zwiebelstücke auf die Pfannen verteilen. Die Pfefferkörner grob mahlen/mörsern und zusammen mit etwas Meersalz in die Pfannen geben. Außerdem die beiden Knoblauchzehen ungeschält mit dem Handballen angedrückt und zusammen mit dem Lorbeerblatt den Thymianzweigen auf die beiden Pfannen verteilen.
  5. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Ca. 2 EL vom Olivenöl aus den Pfannen in ein kleines Schälchen umfüllen und mit dem Niora Paprika verrühren. Das Gemüse und restliche Olivenöl aus beiden Pfanne auf das Backblech schütten und gut verteilen. Das mit Niora Paprika verrührte Öl mit einem Teelöffel grob über das Gemüse verteilen. Blech in den Ofen schieben und das Gemüse fertig garen. Je nach Größe der Stücke und gewünschtem Grad der Bissfestigkeit dauert dies ca. 15 bis 20 Minuten.

Wein-Tipp


Wenn wir unserem Ofengemüse schon mit Niora Paprika, Thymian und Knoblauch einen kleinen mediterranen Touch geben, dann bietet es sich auch gleich an, einen südländischen Wein dazu zu entkorken, oder? Du nickst? Dann hätte ich hier gleiche eine Wein-Empfehlung für Dich, und zwar den "Oltremé". Der Rotwein stammt aus dem Weingut Tenute Rubino, das in Apulien am Absatz des italienischen "Stiefels" beheimatet ist, und belegt auf sehr schmackhaft Art und Weise, dass die Winzer im Süden von Italien mehr können als Primitivo.

Der italienische Rotwein Oltreme


Erzeugt wurde der "Oltremé" in der IGT Salento einige Kilometer nördlich von Brindisi. Hier verfügt Winzerehepaar Romina und Luigi Rubino über einen besonderen Schatz, der lange Jahre in den durch kalkhaltige und sandige Böden geprägten Rebflächen entlang der Adria-Küste schlummerte: Susumaniello - eine für die Region typische autochthone Rebsorte. Auf die stieß Luigi Rubino eher zufällig, als er vor einigen Jahren das Weingut Jaddico erstand. In einigen der neu erworbenen Weinberge, die im gemischten Satz mit mehreren Rebsorten bestockt waren, fielen dem Winzer einige Rebstöcke auf, die einen extrem niedrigen Ertrag lieferten. Die Rebsorte: Susumaniello.


Das Eselchen unter den Rebsorten

Tatsächlich Susumaniello? Die Bezeichnung der autochtonen Rebsorte, die DNA-Analysen zufolge eine Verwandtschaft zum Sangiovese zeigt, deutet eher auf Masse denn auf kleine Erträge und Klasse hin. Den klangvollen Namen verdankt nämlich der hohen Produktivität der Rebsorte in jungen Jahren. Die Pflanze ist dann wie ein Esel, italienisch „somariello“, bepackt. Die mundartliche Redewendung „Susu lu somariello!“ bedeutet so viel wie „Lauf Esel lauf!“. Aber: Wird der Susumaniello Rebstock älter als zehn Jahre, dann verliert er rasant an Produktivität. Der Ertrag schrumpft auf höchstens 0,8 bis 1 Kilo Trauben pro Rebstock.

Es ist wohl hauptsächlich diesem niedrigen Ertrag geschuldet, das Susumaniello in der Vergangenheit mehr und mehr aus den Weinbergen verschwand. Ende des vergangenen Jahrhunderts war Susumaniello in Apulien nahezu nicht mehr auffindbar. Für den qualitätsorientierten Winzer Luigi Rubino ist die Ertragsschwäche des "Eselchens unter den Rebsorten" hingegen der beste Grund, diesen Reben besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Als erstes Weingut der Region lässt er jeden Susumaniello-Rebstock der Tenuta Jaddico kennzeichnen und vervielfältigten. Zugleich beginnt er umgehend damit, aus den vorgefundenen bis zu 80 Jahre alten Reben einen reinsortigen Susumaniello-Wein auszubauen: den Torre Testa, der erstmals im Jahr 2000 gefüllt wurde. In den Folgejahren tüftelt Winzerehepaar Romina und Luigi Rubino weiter am Susumaniello. 2011 wird der erfolgreiche "Erstwein" Torre Testa (Preis um die 36 Euro) durch einen weiteren sortenreinen Rotwein ergänzt: den "Oltremé", der mit einem Preis von knapp 10 Euro einen erschwinglichen Einstieg in die Aromenwelt des Susumaniello ermöglicht.

Winzerpaar Romina und Luigi Rubino
Winzerpaar Romina und Luigi Rubino.

Der "Oltremé" (zu Deutsch „Mehr als ich“) durchläuft eine fast zweiwöchige und temperaturkontrollierte Maischegärung gefolgt von einer circa zehnmonatigen Reife im Stahltank. Zum Ofengemüse entkorkte ich jüngst den "Oltremé" Jahrgang 2016, eine gute Wahl, denn der Wein verbindet intensiv fruchtige Noten mit einer eleganten und angenehmen Frische. Beides passt sehr gut zum ofengegarten Gemüse, das eine schmeckbare Süße mitbringt und nach einem starken, nicht zu gerbstoffbetonten und fruchtigen Partner verlangt, zugleich aber auch nach einem Kontrapunkt zur Süße, und genau den setzt der "Oltremé" mit seiner Säure und seinen würzigen Noten.

Feiner Tropfen: der Oltremé Jahrgang 2016


Im Glas funkelt der "Oltremé" 2016 (13 Vol.% Alk.) dunkel rubinrot mit lila Nuancen. Das intensive Bouquet verströmt die Aromen von reifen, dunklen Früchte, vor allem Kirsche, reife Pflaume und Granatapfel. Ins Spiel der Früchte sind zugleich würzige Aromen von Lorbeerblatt und Piment verwoben. Am Gaumen präsentiert sich der Wein saftig, die Fruchtaromen, das seidige Tannin und eine zarte Bitterschokolade-Note entfalten sich wohlig im Mund Raum. Dann packen die Säure, leicht pfeffrige Noten und ein Anflug von grüner Paprika zu und verhindern, dass sich der Wein in Frucht und Gefälligkeit verliert. Der "Oltremé" legt nun einen konturierten, gradlinigen und von Frische geprägten Abgang hin, der Lust auf den nächsten Schluck macht.


Service & Bezugsquellen


Niora Paprika . . .
. . . ist eine Spezialität aus Spanien und wird in der Provinz Murcia seit dem 15. Jahrhundert, als Christoph Kolumbus die Paprika aus Amerika nach Europa mitbrachte, kultiviert. Namensgebend ist das Kloster La Nora, in dem die Frucht von Mönchen zuerst auf spanischem Boden anbaut wurden. Die kleinen runden und tiefroten Schoten werden im Herbst bei voller Reife von Hand gepflückt und mehrere Tage in der Sonne getrocknet. Für die Verwendung in der Küche werden die getrockneten Schoten klein gehackt oder gemahlen. Das tolle an Niora Paprika: anders als viele Chilis und Paprikasorten kommt Niora Paprika gänzlich ohne Schärfe aus. Das Aroma ist vielmehr fruchtig-erdig mit einer dezent säuerlichen Note. Niora ist also bestens geeignet für alle Zubereitungen, bei denen man zwar eine schöne Paprika-Aromatik, aber keine Schärfe sucht. Hier eine  Bezugsquelle für Niora Paprika.

Roter Kampot . . .
. . . ist ein besonderer Pfeffer aus Kambodscha, wo er im feuchtwarmen Klima auf schweren, tiefgründigen und mineralstoffreichen Lehmböden gedeiht. Die roten Pfefferbeeren werden von Hand ausgelesen und besitzen eine sehr angenehme, von einer erdigen Ader getragene Pfefferschärfe, die von süßlich-fruchtigen Noten und feinwürzigen Anklängen (Eukalyptus, Melisse, Zitronenthymian) umspielt wird. Hier meine bevorzugte Bezugsquelle für Roten Kampot.

Im Ofen gegartes Wurzelgemüse
Farbenfroher Anblick: ein Ofenblech voll mit geschmortem Wurzelgemüse. Foto links: Dana Devolk

Schwarz-Weiß-Foto Möhren: Eric Muhr
Weitere Fotos: Moderne Topfologie

Dreierlei Sekt & Speise-Zauberei: Tortilla-Türmchen, Presa vom Ibérico de Bellota und Entrecôte zum Winzersekt


Winzersekt zu feinen Speisen aus dem Weingut Bamberger


21|12|2018   Drei feine Gerichte und dazu dreimal Winzersekt: In den vergangenen Wochen ging’s in meinem Food & Wine Blog Moderne Topfologie besonders prickelnd zu. Angeregt durch eine Idee meines Blog-Premiumpartners, des Wein- und Sektgutes Bamberger aus Meddersheim an der Nahe, tauchte ich einige Wochen lang tief in die faszinierende Welt der Speise-Sekt-Vermählung ein – und jüngst aus dieser mit einer Erkenntnis und dringenden Empfehlung wieder auf. Die da lauten: Ihr Genießer da draußen, lasst zum Essen viel öfter die Korken knallen! Denn wer Schaumwein nur als Aperitif oder zur Vorspeise eines Menüs serviert, der verschenkt ein riesiges Genusspotential!


Nimm drei! Bamberger-Sekte begleiten Tortilla-Türmchen, Ibérico de Bellota und Rindersteak


Drei ausgesuchte Schaumweine des Wein- und Sektgutes Bambergers standen am Anfang der Reise. Zu denen galt es, drei verschiedene Gerichte zu kochen, und siehe da – diese schmiegten sich so nahe und harmonisch an die prickelnden Begleiter, das selbst ebenfalls zu den Speisen probierte Stillweine keine Chance hatten, einen Keil zwischen die Kombinationen zu treiben.

Hat eine besondere Leidenschaft für Schaumwein:
Winzer und Sekterzeuger Heiko Bamberger aus Meddersheim an der Nahe.

Was es gab? Nun, zum Cuvée Pinot brut 2014 gesellte sich ein leichter und mediterran angehauchter Einstieg in das Thema Sekt-Speise-Kombination, und zwar in Form einer Vorspeise. Es gab ein Türmchen aus Tortilla mit eingebauter dünner fruchtig-erdiger Rote Beete Schicht, darauf eine dezent gewürzte und hausgemachte Matcha-Mayo und ein Röllchen Iberico Rohschinken.

Tortilla Tapas mit Matcha-Mayonnaise und Ibérico-Schinken


Zum Riesling extra brut Réserve 2013 gab es ein auch als Zwischengang täugliches Gericht: Scheiben vom Presa (Nackenkern) des Iberico Belotta Schweins auf den grünen Kernen von Saubohnen und Spitzpaprika-Stücken in einer Olivenöl-Fonds-Emulsion mit leichter Zitrusnote.

Presa vom Ibérico de Bellota mit Spitzpaprika und Saubohnen


Zum Pinot brut nature Réserve 2011 wurde es dann vollfleischig. Ein Simmentaler Premium Ribeye Steak von der Färse auf einer dezent mit Sherry fino abgeschmeckten Sauce Bordelaise gesellte sich zu zweierlei Mangoldgemüse (als Blattgemüse und als ofengegarter Stiel) und cremige Nussbutter-Polenta.

Entrecôte auf Sauce Bordelaise mit zweierlei Mangoldgemüse und cremiger Polenta


Ich gebe freimütig zu: Auch ich hatte Sekt bislang nicht in dieser breit gefächerten, ein ganzes Menü umspannenden Form auf meiner kulinarischen und kochtechnischen Landkarte stehen. „Asche auf mein Haupt!“, denn nun rufe ich vehement aus: Essen und Sekt, in diesem in vielerlei Hinsicht noch unerforschten Landstrich der kulinarischen Welt steckt ein riesiges Genusspotential, das es noch zu entdecken gilt!

Winzersekt aus dem Weingut Bamberger
In klassischen Flaschengärung (Méthode champenoise, Méthode traditionnelle) erzeugt: die Winzersekte des Wein- und Sektgutes Bamberger..

Also: Wer hat noch Lust, in dieses Terrain einzutauchen? Du? Dann begleite mich doch einfach auf den drei Etappen meiner kulinarischen Forschungsreise durch die Welt der Speise-Schaumwein-Kombination. Hier geht’s lang, bitte sehr, bitte schön, die Links zu den drei speziell zu den Sekten vom Wein- und Sektgut Bamberger entwickelten Rezepte – Sektbeschreibungen und Foodfotos inklusive:



PS: Den gibt's auch in der Magnum . . .


Übrigens: Wenn Du mit Familie und Freunden zu Silvester eine Sause planst oder für einen anderen Anlass noch einen erstklassigen Sekt in großer Flasche zum erschwinglichen Preis suchst, dann lege ich Dir den 2014er Rieslingsekt brut aus dem Wein- und Sektgut Bamberg ans Herz. Diesen feinen Schaumwein gibt es nämlich auch in der Magnum für "schlanke" 28 Euro – sozusagen ein Schnäppchen für diesen ebenso feinfruchtigen wie feingliedrigen Rieslingsekt mit dezente Gelb-frucht- und Apfelnoten sowie zarten Brioche-Nuancen in der 1,5 Liter Flasche.

Sekt Riesling brut in der Magnum
Kleine (aber starke) Frau stemmt große Flasche: Rieslingsekt brut in der Magnum.

Fotos: Moderne Topfologie