Tartiflette - Soul Food aus den französischen Alpen

Tartiflette - Kartoffelauflauf mit Käse und Speck aus Frankreich


22|02|2026  Tartiflette ist pures Winter-Comfort-Food aus den französischen Alpen: goldgelbe samtige Kartoffeln, geschmorte Zwiebeln, knuspriger Speck und obenauf ein Laib Reblochon, der im Ofen zu einer cremig-würzigen Decke verschmilzt. Der nussig-butterige Weichkäse aus Savoyen schmilzt beim Backen, läuft cremig zwischen und um die Kartoffelscheiben herum und verbindet alle geschmacklichen Komponenten zu einem unglaublich aromatischen Auflauf, der nach alpinen Hüttenzauber, Kaminfeuer und einem wohligen Abend nach einem langen Tag im Schnee schmeckt.

Ich liebe dieses Gericht, weil es aus wenigen einfachen Zutaten besteht, einfach zuzubereiten ist und in Windeseile den Zauber eines Abends in einer kleinen Berghütte in die heimischen vier Wände holt – perfekt, wenn es draußen kalt ist und du dir etwas Herzhaftes gönnen möchtest. Die Kombination aus zarten Kartoffeln, würzigem Speck, einem Schuss Weißwein und der schmelzenden Reblochon-Kruste macht Tartiflette gleichzeitig deftig, cremig und überraschend raffiniert. Dazu noch (wenn du magst) ein frischer grüner Salat und ein Glas Weißwein, und du hast ohne viel Aufwand ein Soulfood-Gericht für einen gemütlichen Abend auf dem Tisch stehen.


Tartiflette - Kartoffelauflauf mit Käse und Speck aus Frankreich
Tartiflette frisch zubereitet in der gusseisernen Pfanne.

Tartiflette - wer hat's erfunden?


Übrigens: Lass dich nicht auf die falsche Fährte führen! Wenn du in Tartiflette-Rezepten liest, das dies ein typischen Gericht aus der französischen bäuerlichen Küche ist, dann ist das etwas irreführend. Ja, Tartiflette wirkt in seiner Rustikalität und Einfachheit so, als wäre es so und nicht anders schon vor Hunderten von Jahren von alpinen Bäuerinnen zubereitet und das Rezept über etliche Generationen weitergereicht worden. Stimmt aber nicht: Tartiflette ist ein Kunstprodukt von Marketingstrategen!

Tartiflette in seiner heutigen Form wurde erst in den 1980er-Jahren entwickelt, um für den regionalen Rohmilchkäse Reblochon zu werben. Dabei griffen die Rezept-Strategen ein traditionelles Vorläufergericht namens „Péla“ aus Haute-Savoie auf, bei dem Kartoffeln, Zwiebeln und Käse in einer Pfanne geschmort wurden, und kombinierten dieses mit dem seit dem 13. Jahrhundert in Savoyen verwurzelten Reblochon und französischem Weißwein. Den Namen für das neue Gericht leiteten die "Konstrukteure" vom savoyardischen Wort „tartiflâ“ beziehungsweise „tartifle“ für Kartoffel ab - womit eine Verwurzelung des Gerichts in der Bergküche Savoyens evoziert wurde. Für die in den 1960er Jahren am Reißbrett entworfenen alpinen französischen Skidestinationen war diese Rezept-Konstruktion ein Glücksfall, denn endlich hatten sie ein kulinarisches Gegenstück zu den Hütten-Klassikern der alpinen Nachbarn wie Kasnocken, Speckknödel und Speckspatzeln, Fondue, Raclette und Gröstln.


Tartiflette - Kartoffelauflauf mit Käse und Speck aus Frankreich
Soul Food aus Frankreich für kühle Tage: Tartiflette.

 
Und ja, man muss es unumwunden einräumen: die damaligen Food-Designer haben exzellente Arbeit geleistet. Geschickt spielt Tartiflette auf der Klaviatur der bäuerlichen alpenländischen Küche - viel mehr nach Bergwelt und geselligem Beisammensein in der Hüttenstube drinnen bei Schnee und Minusgraden draußen kann ein Gericht kaum schmecken. Also - ran an Rezept!


Tipps: So wird Tartiflette supernett


  • Den Käse quer halbieren, sodass du zwei große runde Scheiben mit Rinde erhältst, und diese mit der Rinde nach oben auf den Auflauf legen. So kann der Käse nach unten hin ungehindert in die Kartoffeln "hineinschmelzen". Für ein 2-Personen-Essen reicht übrigens eine der Käselaib-Hälften (siehe Rezept unten). Die andere kannst du für den späteren Verzehr im Kühlschrank lagern oder auch einfrieren.
  • Nicht zu heiß und nicht zu kurz backen: Der Käse soll langsam schmelzen und in die Kartoffeln laufen, die Rinde darf schön goldbraun werden, aber nicht verbrennen.
  • Kein "Tartiflette-Käse-Ersatz" verwenden – für den typischen Geschmack braucht es Reblochon -und nur Reblochon.

Tartiflette - Kartoffelauflauf mit Käse und Speck aus Frankreich

Rezept für Tartiflette - Kartoffel-Käseauflauf aus den Savoyen


ZUTATEN  |   für 2 Personen

  • 620–650 g festkochende Kartoffeln
  • 8 Scheiben Südtiroler Speck (ca. 50 g)
  • 60 g Butter
  • 2 kleinere Zwiebeln
  • Salz
  • 200 ml trockener Weißwein
  • schwarzer Pfeffer
  • feines Meersalz*
  • 200 ml Sahne
  • die Hälfte eines 450 g Reblochon (alternativ 1 Reblochon zu 230 g)

Weitere Utensilien:



ZUBEREITUNG  |   ca. 40 Min.


  1. Die Kartoffeln in Salzwasser kochen. Abgießen, schälen und in Scheiben mit einer Breite von 4–5 mm schneiden. Den Speck in große Streifen reißen/schneiden. Einen EL von der Butter in einer Pfanne schmelden und darin die Speckstücke anbraten. Die Zwiebeln in Scheiben (ca. 2 mm dick) schneiden. Einen weiteren EL Butter in der Pfanne mit dem Speck schmelden, die Zwiebelscheiben darin zusammen mit einer Preise Salz anschwitzen, bis sie weich, aber nicht gebäunt sind. Das wird ca. 15 Min. dauern. Nun den Weißwein angießen und alles kräftig einköcheln.
  2. Die ofentaugliche gusseiserne oder eiserne Pfanne (Bodendurchmesser 20 cm; alternativ Keramik- oder Emailleform vergleichbarer Größe) mit der restlichen Butter einfetten. Eine Schicht Kartoffeln einlegen und mit grobem schwarzen Pfeffer und ein wenig Meersalz bestreuen. Die Hälfte der Zwiebel-Speckmischung und die Hälfte der Sahne darauf verteilen. Eine zweite Schicht mit den restlichen Kartoffeln auflegen, den Rest der Zwiebel-Speckmischung und Sahne darauf verteilen. Den 450-g-Reblochon-Laib quer halbieren, sodass du zwei große runde Scheiben mit Rinde erhältst. Eine der Hälften für eine spätere Verwendung kühlen oder einfrieren. Die andere Hälfte vierteln und mit der Rinde nach oben in die Pfanne auf die Kartoffelschichten legen. (Hast du einen kleineren 230-g-Laib Reblochon bekommen, diesen quer halbieren und mit der Rinde nach oben auf den Auflauf legen.)
  3. Im Ofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze auf der mittleren Schiene ca. 20 Min. backen, bis der Käse cremig geschmolzen und an der Oberfläche leicht gebräunt ist. Warm servieren

Randnotiz Reblochon

Hier sind noch ein paar Tipps, damit dein Reblochon richtig zur Geltung kommt – ob pur, auf der Käseplatte oder in der Tartiflette.

Reblochon auswählen: Achte auf „Reblochon de Savoie“ mit AOP-Siegel (geschützte Herkunft), der Geschmack ist meist aromatischer und komplexer.
Ein guter Reblochon hat eine gelblich-orange bis rötliche Rinde, die leicht feucht wirkt, und einen weichen, noch leicht elastischen Teig, der nicht bröckelt.
Riecht der Reblochon sehr scharf-ammoniakartig oder ist die Rinde schleimig, dann Finger weg. Er ist in so ein Zustand meist überreif.
Um die Perfekte Reife erkennen, drücke den Käse sanft an der Seite: Er sollte nachgeben, aber nicht völlig fließen – dann ist er cremig, aber noch strukturiert.
Für Tartiflette darf er eher etwas reifer und weicher sein, für die Käseplatte gerne noch minimal fester, damit er sich besser schneiden lässt.

Lagerung: Im Kühlschrank am besten im Gemüsefach aufbewahren, eingewickelt in Käsepapier oder leicht geöffnetem Pergament, nicht luftdicht in Plastik. Lagere ihn möglichst getrennt von sehr geruchsempfindlichen Lebensmitteln , da er sein Aroma stark abgibt. Vor dem Verzehr aus der Kühlung holen und 30 bis 60 Minuten bei Zimmertemperatur liegen lassen, damit sich das Aroma entfalten kann.

Genuss-Tipps für Reblochon pur: Eine ideale Figur macht Reblochon auf einer Käseplatte mit knusprigem Baguette, Nüssen, Trauben, Birnen oder Feigen und einem frischen, nicht zu schweren Weißwein. Für ein schnelles Highlight: Reblochon im Ganzen bei Zimmertemperatur ruhen lassen, oben etwas Rinde abschneiden und kurz im Ofen oder unter dem Grill schmelzen, dann mit Brot auslöffeln.

Wein-Tipp

Zu Tartiflette passen einerseits frische und schlanke Weine mit guter Säure, welche die Cremigkeit des Reblochon ausbalancieren, bestens, also zum Beispiel ein trockener Riesling, ein nicht zu üppiger Silvaner. Wer in der französischen Heimatregion des Tartiflette bleiben möchte, greift zu einem trockenen Weißweine aus Savoyen. 
Andererseits lassen sich auch Burgunder, die etwas mehr Schmelz, aber auch genug Frische und Struktur mitbringen, gut zu diesem Gericht schmecken, so ein nicht oder nur dezent im Holz ausgebauter Chardonnay oder ein nicht zu fruchtbetonter Pinot Blanc.
Wenn's ein roter Wein zu Tartiflette sein soll, dann ein leichter mit nicht zu hohen Alkoholgehalten und wenig Tannin, so zum Beispiel ein Gamay aus dem Beaujolais oder ein leichter Spätburgunder / Pinot noir.


Tartiflette - Kartoffelauflauf mit Käse und Speck aus Frankreich


Fotos: Moderne Topfologie  |  Kai Brückner
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Kartoffel – das neue Kochbuch von Manuel Weyer mit über 120 Rezepten rund um die tolle Knolle

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer


08|12|2025   Sie heißen Linda, Annabelle und Laura, Sieglinde, Anneliese und Charlotte, Bintje, Augusta und Adretta und sind in unseren Küchen allgegenwärtig: Kartoffel. Rund 210 verschiedene Sorten werden in Deutschland kultiviert, über 4000 weltweit. Mit einem weltweiten Verbrauch von etwa 260 Millionen Tonnen pro Jahr leisten Kartoffel einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Welt – und fristen doch ein Schattendasein. Der Profikoch, Grillexperte, Kochbuchautor und Food-Stylist Manuel Weyer möchte das ändern: In seinem neuen Buch Kartoffel – Einfach gute Rezepte* widmet er sich voll und ganz der stärkereichen Knolle. In Zusammenarbeit mit Foodfotograf Mathias Neubauer macht er die „tolle Knolle“ zum Star auf dem Teller und zeigt, welche vielfältigen Köstlichkeiten sich mit Kartoffeln auf den Tisch bringen lassen. 

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer


Auf 246 Seiten stimmt Manuel Weyer in seinem neuen Kochbuch eine Ode auf die Kartoffel an und präsentiert über 120 Rezepte, bei denen die Kartoffel im Zentrum steht – von bekannten deutschen und europäischen Kartoffelklassikern über Kartoffelgerichte aus aller Welt bis zu neuen Rezeptkreationen. Vorspeisen, Suppen und Kartoffelsnacks, Hauptspeisen, Backwaren und süßen Gerichten – der Profi-Koch aus Mainz belegt mit seinem neuen Buch, wie vielfältig einsetz- und wandelbar die Kartoffel ist.

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Einfach gute Rezept rund um die Kartoffel hat Manuel Weyer für sein neues Kochbuch niedergeschrieben.

 

Von der "Hexenpflanze" zum Ernährungs-Allrounder


Ihren Anfang nimmt die Kulturgeschichte der Kartoffel in den Anden Südamerikas. Bereits vor etwa 8.000 bis 10.000 Jahren wurden dort Wildformen der Kartoffel gegessen, vor mehr als 4.000 Jahren beginnen Andenvölker, das stärkehaltige Knollengemüse zu kultivieren. Um das Jahr 1560 bringen spanische Seefahrer die ersten Kartoffeln aus Südamerika mit nach Europa. Die Matrosen schätzen die Knolle, weil sie lagerfähig ist und Skorbut verhindert. Von der Landbevölkerung wird die Kartoffel hingegen argwöhnisch beäugt. Weil sie - ebenso wie die Tollkirsche, der Stechapfel und die Alraune - zu den Nachtschattengewächsen gehört, die je nach Verzehrmenge berauschende und sogar tödliche Wirkung entfalteten und deshalb als "Hexenpflanzen" gelten. Das Misstrauen gegenüber der unterirdisch wachsenden Kartoffel ist deshalb groß. 

Frisch geerntete Kartoffeln


Auch zweihundert Jahre nach ihrer Ankunft in Europa sind Kartoffeln fast ausschließlich in botanischen Gärten und Lust- und Ziergärten der Fürstenhöfe zu finden. Dann nimmt sich Friedrich der Große der Kartoffel an. Um wiederkehrenden Hungersnöte im Land zu bekämpfen, schreibt er den Bauern per Gesetz vor, auf einem Zehntel ihres Ackerlandes Kartoffeln anzubauen. Mit der fortschreitenden Industrialisierung ist der Siegeszug der Kartoffel in Europa dann nicht mehr aufzuhalten: Mit der Kartoffel lassen sich die Ackerflächen weit intensiver nutzen als mit Getreide, gut, um den Hunger einer rasant wachsenden Bevölkerung zu stillen, und um in Krisenzeiten zum Lebensretter zu avancieren. Die Kartoffel hat ganze Generationen durch klirrend kalte Winter, Kriege und Hungersnöte gebracht.

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Spanische Tortilla mit Speck.

 
Und heute? Sind die Grundtugenden der Kartoffel weithin bekannt und wissenschaftlich belegt: Die Kartoffel verdirbt weniger schnell und ist unter einfachsten Lagerbedingungen lange haltbar, sie sättigte gut (und stillte so den Hunger) und ist preiswert. Zudem gehört sie aufgrund ihrer vielen Vitamine und Mineralstoffe zu den gesündesten Nahrungsmitteln überhaupt. Und doch: In einer Welt, in der viel äußerer Schein oft mehr gilt als eine Fülle innerer Werte, hat es das knuffige Knollengewächs, dem optisch und olfaktorisch meistens ein Hauch von Erdigkeit anhängt, schwer. Ja, Kartoffeln sind einfach nicht besonders „sexy“ und wenig "instagrammable".


Die Kartoffel: Gelassenes Understatement statt aufgeregte Extravaganz

Ich geb's zu: Weder von der Form noch von der Farbe her machen die Erdäpfel viel her - Lila Kartoffeln mit ihrem violettem Fruchtfleisch einmal ausgenommen. Ja, die Kartoffel an sich ist weder exotisch noch rar, weder fancy Superfood noch Luxus-Lebensmittel, mit dem sich die „Schönen, Reichen und ganz schön Reichen“ auf ihren Tellern schmücken. Im Gegenteil: Sie ist jederzeit und für jeden verfügbar. Sie ist regional und immer da, bodenständig und treu, nahbar und zugänglich. Mode, Trendyness und Chic? Sind der Kartoffel aber so was von egal. Extravaganz und Verpackungs-Schnickschnack? Prallen von der Kartoffel ab. Der Zeitgeist? Kann die Kartoffel mal von hinten sehen.
 
Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Herzogin-Kartoffeln.


All’ das schert die Kartoffel nicht ein Deut. Warum auch - das ganze Brimborium hat sie nicht nötig. Knallige Verpackungen, Influencer- und Rebranding-Kampagnen, „Day of the Potato“-Events, emotionalisierende Storytelling-Nebelmaschinen und sonstiges Marketing-Geschwurbel? Braucht sie nicht. Sie liegt einfach da, auf dem Wochen- oder im Supermarkt. In Pappkartons, Körben oder Kisten, lose oder zur Kiloware mit Netzen gebündelt, unspektakulär, ohne Leuchtreklame und Werbe-Gewese. Reicht so! Die Kartoffel macht kein Drama und braucht die große Oper nicht!


Bescheidene Heldin des (Küchen-)Alltags

Sie ist – so wie sie aus der Erde kommt – einfach da für uns und landet immer und immer wieder auf unseren Tellern, von unserer Jugend bis ins hohe Alter, vom ersten Kartoffel-Karottenbrei für Babys über Fritten und Reibekuchen, Kartoffelsuppe und Kartoffelsalat, Bratkartoffeln, Kartoffelpüree und Rösti bis zu Kroketten, Pommes dauphines und Hasselback-Kartoffeln.

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Hasselback-Kartoffeln.


Wie stark die Kartoffel die Kulturgeschichte unserer Ernährung prägt, hebt auch Manuel Weyer im Vorwort seines Buches hervor. Dort verrät der 42-Jährige gleich zu Beginn, dass er ein "Kartoffekind" ist. Aufgewachsen am Niederrhein, wo der Kartoffelanbau eine lange Geschichte hat, prägte sich die Kartoffel schon von Kindesbeinen an in das kulinarisches Gedächtnis des. Salz- und Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Fritten, Reibekuchen, Kroketten in Zapfenform, Kartoffelpüree mit Maggi und Kartoffelklöße aus dem Päckchen kamen bei Familie Weyer auf den Tisch und prägten früh das Kartoffel-Gedächtnis des jungen Rheinländers. 

Koch und Buchautor Manuel Weyer
Koch Manuel Weyer in Aktion.  Foto: Kai Brückner


Im „Geuenicher Hof“ im Städtchen Inden-Altdorf in der Nähe seiner Heimatstadt Düren tritt Manuel später eine Lehre zum Koch an. Und siehe da: Durch seine dortige Ausbildung und seinen weiteren beruflichen Werdegang, der ihn unter anderem in die Gastronomieküchen von Jean Claude Bourgueil, Johann Lafer und Tom Aikens führte, lernt der wissbegierige Jungkoch einen ganz neuen Zugang zur Kartoffel kennen: Die Welt der Kartoffel erschöpft sich nicht in „festkochend, vorwiegend festkochend und mehlig“ und ihre Verarbeitung in der Küche nicht in „gekocht, gebraten, frittiert“. Nein, es gibt eine große Vielzahl von unterschiedlichen Sorten mit einer großen Bandbreite hinsichtlich Form und Farbe, Beschaffenheit und Geschmack. Und Kartoffeln werden „gewässert, gekocht, gebacken, gedämpft, gedünstet, confiert, gebraten, pochiert, getrocknet, bei unterschiedlichen Temperaturen frittiert, eingemacht und fermentiert“, so Weyer.

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Fritten - der Publikumsliebling aus Kartoffeln.


Damit spricht der 42-Jährige ein weiteres Pfund an, mit dem die Kartoffel wuchern kann: ihre Vielseitigkeit in der Küche: Die tolle Knolle ist wie kaum ein anderes Gemüse ein wandelbarer Tausendsassa, der sich auf mannigfaltige Weise verarbeiten und zubereiten lässt. Kochen, braten, frittieren und gratinieren, schneiden, raspeln, hobeln und stampfen: die knollige Verwandlungskünstlerin lässt alles mit sich machen. Zickt nicht rum, auch wenn man sie mal nicht mit Samthandschuhen anpackt, fügt sich mit größtmöglicher Toleranz in die unterschiedlichsten Aromawelten ein und leistet still und leise ihren kulinarischen Beitrag, millionenfach in den Töpfen unserer Privathaushalte, in den Kantinen der Nation und auch auf den schnicken Tellern der Sternegastronomie.

Kartoffel – das Kochbuch: Über 100 einfach gute Rezepte von Manuel Weyer

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer


Also: Zeit ist’s, die Kartoffel als Solokünstlerin zu feiern – und genau das macht Manuel Weyer mit seinem neuen Buch Kartoffel – Einfach gute Rezepte*. Die Fakten: Auf knapp 250 Seiten präsentiert der Koch aus Mainz 120 (alltagstaugliche) Rezepte, bei denen die Kartoffel im Zentrum steht. Los geht’s mit einem Kapitel, dass Grundwissen über die tolle Knolle vermittelt. Auf rund 30 Seite präsentiert Weyer Wissenswertes zur Geschichte und Sortenvielfalt der Kartoffel, aber auch zur richtigen Lagerung und zum Nährwert. Er stellt nützlichen Küchenwerkzeug für die Kartoffelverarbeitung vor, erläutert Schnitt-, Reibe- und Gartechniken, gibt Tipps zum Frittieren, Heißbacken und Confieren, Einkochen, Einfrieren, Vakuumieren, Trocknen, Einlegen und Fermentieren von Kartoffeln.

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer


So bestens für die Kartoffelzubereitung präpariert, geht es direkt hinein in die Fülle der Kartoffelrezepte aus der Feder des Profikochs. Beilagen, Vorspeisen, Suppen, Snacks, Hauptspeisen und süße Gerichte: Übersichtlich und für jederman nachvollziehbar erläutert Weyer in seinen rund 120 alltagstauglichen Rezepten, was sich alles aus Kartoffeln zubereiten lässt. Optisch perfekt in Szene gesetzt werden die Speisen von Foodfotograf Mathias Neubauer, dessen Fotos dafür sorgen, dass beim Betrachter selbst bei schon tausendfach gesehenen Kartoffelgerichten wie Kartoffelsalat, Pellkartoffel und Pommes das Wasser im Mund zusammenläuft.

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Kartoffelschnitzel mit Gurkensalat.


Die Rezepte finden zumeist alle auf einer einzigen Buchseite Platz und haben eine für das Auge gut zu erfassende Gliederung und Darstellung der Zutatenliste sowie der Zubereitungsschritte. So ist es leicht, einen Überblick über das Rezept zu erhalten und während des Kochens ohne viel Sucherei zu jenem Zubereitungsschritt zurückzukehren, an dem man das Rezept zuvor verlassen hast. In allen Rezepten wird grafisch hervorgehoben über die Zeiten für Vor- und Zubereitung, die Gar- und Ruhezeiten sowie die addierte Gesamtzeit informiert. Besonderes Goody: Einzelne Rezepte wurden mit dem Stempel „Blitzrezept“ gekennzeichnet, so das bereits beim schnellen Durchblättern gut zu erkennen ist, welches Rezept besonders schnell auf den Tisch zu zaubern ist.

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Fondantkartoffeln vom Grill,


Präsentiert Weyer Kartoffeln-Grundrezepte im Buch, schickt er zumeist gleich Varianten hinterher. Klassiker wie Pellkartoffeln und Pommes, Knödel und Bratkartoffeln erhalten zwei Folgeseiten spendiert, auf denen der Koch mit drei oder vier Rezeptvariationen zeigt, wie sich das Grundrezept in weitere aromatische Welten auffächern lässt. Beispiel: Nach dem Basisrezept für Pellkartoffeln finden Lesrinnen und Leser die Rezepte für vier Pellkartoffel-Varianten: Kräuterkartoffeln mit Mozzarella, Kartoffelspieße mit Ras el Hanout, Patatas Arrugadas und Smashed Potatoes mit Tomaten-Salsa.

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Variationen von der Pellkartoffeln.


Einsortiert hat Manuel Weyer seine Rezepte mit und rund um die Kartoffel in insgesamt sieben Kapitel – von „Basics & Klassiker“ über „Aus Pfanne & Topf“ bis zur Süßes & Snacks“. Als Bonus obendrauf gibt es zum Abschluss zudem noch einige Rezepte für kalte und warme Kartoffel-Toppings. 

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer


Als Appetitanreger hier einige Rezept-Beispiele aus den einzelnen Kapiteln:

Basics & Klassiker

  • Kartoffelsalat mit getrockneten Tomaten und Oliven
  • Ofenkartoffeln mit Sour Cream
  • Kartoffelpüree Dubai Style mit Pistazien und Kadayif-Fäden
  • Röstzwiebelknödel


Frittiert & Heißgebacken


  • Parmesan-Kroketten
  • Pommes mit BBQ-Mayonnaise
  • Nüschenkartoffeln mit Chimichurri
  • Empanadas mit Kartoffel-Hack-Füllung


Vorspeisen & kleine Gerichte

  • Kartoffel-Falafel mit Knoblauchjoghurt
  • Kartoffel-Galettes mit Honigzwiebeln
  • Kartoffel-Käse-Küchle mit Wildkräutersalat
  • Kartoffel-Pinsa mit Räucherlachs


Suppen & Eintöpfe

  • Kartoffelvelouté mit gebackenem Ei
  • Kartoffel-Cassoulet mit Pfifferlingen
  • Kartoffelgulasch mit Chorizo
  • Kartoffel-Nudel-Suppe Asia Style


Aus Pfanne & Topf

  • Kartoffelfrikadellen
  • Kartoffel-Tortilla mit Speck
  • Königsberger Kartoffelklopse mit Linsen
  • Kartoffel-Dim-Sum


Grill & Ofenkartoffel

  • Hasselback Potatoes mit Feta-Tomaten-Topping
  • Fondantkartoffeln vom GrillexperteKartoffelpizza mit Zwiebeln uns Speck
  • Shepherd’s Pie vom Grill
  • Kartoffel-Erbsen-Koteletts Veggie Style


Süßes & Snacks

  • Kartoffelkrapfen mit Beerenfüllung
  • Kartoffelhörnchen mit Zimtzucker
  • Kartoffel-Karamelleis
  • Kartoffelcracker mit Kräutern


Toppings

  • Kartoffelstaub
  • Kartoffelblätter
  • Kartoffelschaum
  • Kartoffel-Esspapier


Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Eine der Süßspeisen aus dem Buch: Kartoffel-Karamell-Eis.


Fazit: Mit seinem Buch „Kartoffel – Einfach gute Rezepte“ hat Manuel Weyer der Kartoffel den roten Teppich ausgerollt. Das ebenso informative wie appetitanregende Grundlagenkochbuch zur Kartoffel gibt gelingsichere Grundrezepte an die Hand, überrascht mit aromatisch vielschichtigen Variationen und lässt Erdäpfel-Klassiker ebensowenig aus wie beliebte Kartoffel-Spezialitäten aus aller Welt. Ein Grundkochbuch, das in jeder Lebenslage das Beste aus Kartoffeln macht! Also: Zugreifen, Buch kaufen, die eigene Kochbuch-Bibliothek damit komplettieren oder „Kartoffel – Einfach gute Rezepte“ von Manuel Weyer als Buchgeschenk an Familie und Freunde weitergeben!

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer

Manuel Weyer & Mathias Neubauer
ZS Verlag
ISBN 9783965845428
Hardcover bebildert
29,90 Euro (DE) - 30,80 Euro (AUT)


Zur Person

Manuel Weyer ist geborener Rheinländer. Nach seiner Ausbildung kochte er national sowie international in verschiedenen von Gault&Millau und Michelin ausgezeichneten Küchen, unter anderem bei Jean-Claude Bourgueil und Johann Lafer, dessen Kochschule „Table d’Or“ er mehrere Jahre leitete. Der 42-Jährige ist Küchenmeister, Foodstylist und Bestseller-Kochbuch-Autor, er arbeitet er als Rezeptentwickler für Buchverlage, Zeitschriften und Magazine. Kochen und Grillen sind seine große Leidenschaft, und so widmet er sich mit großer Hingabe der Kulinarik. 

Koch Manuel Weyer
Koch und Buchautor Manuel Weyer.  Foto: Mathias Neubauer


Sein Standpunkt in der Küche ist ist glasklar: "An einen guten Geschmack erinnert man sich ein Leben lang." Deshalb wählt der 42-Jährige die Zutaten für seine Gerichte äußerst sorgsam ausgewählt, fügt sie in Harmonie zusammengebracht oder stellt sie für spannende Kontraste konträr gegenüber.
Nach mehreren Lebensjahren an der Nahe ist der Koch mit seiner Familie inzwischen in Mainz-Hechtsheim zu Hause. Dort betreibt er zusammen mit seiner Frau Silvia das kulinarische Unternehmen manuel weyer culinary art – zu dem das Pop-Up-Restaurant Manusfaktur und eine Koch- und Grillschule gehören.


Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Kartoffelvelouté mit gebackenem Ei.

Weitere Buchtipps

Zu den Büchern aus der Feder von Manuel Weyer gehören unter anderem die Werke "365 Tage Grillen", "Süß Grillen" und "Giro Gelato" sowie mehrere Grillbücher aus der Grillbibel-Reihe von Weber’s. Zu einigen dieser Bücher findest du auch ausführliche Buchbesprechungen hier im Blog. Du hast Lust, noch weitere Koch- und Grillbücher aus der Feder von Manuel Weyer zu entdecken. 
Hier einige Empfehlungen:

Rezepte und Food-Styling Manuel Weyer
Fotos: Mathias Neubauer
ZS Verlag (2016)

Rezepte und Food-Styling: Manuel Weyer
Text: Rainer Schillings
Fotos: Ansgar Pudenz
99pages Verlag by Heel (2016)

Rezepte und Food-Styling Manuel Weyer
Fotos Mathias Neubauer
ZS Verlag (2017)

Rezepte und Food-Styling: Manuel Weyer
Text: Rainer Schillings
Fotos: Ansgar Pudenz
99pages Verlag (2013)

Autor: Manuel Weyer
Fotos: Mathias Neubauer
GU Verlag (2021)

Text Melanie Zanin, Eisrezepte Manuel Weyer
ZS Verlag (2017)

Autor: Manuel Weyer
GU Verlag (2022)

Kartoffeln - das Kochbuch von Manuel Weyer
Asia Style: Kartoffel-Nudel-Suppe.


Fotos Buch-Einblicke: Moderne Topfologie  |  Kai Brückner
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Katsu? Kannst du! Crispy Chicken im Japanese-Style mit feurig-frischem Krautsalat & Cipotle-Mayonnaise

 
Hühnchenbrust-Schnitzel im Japanese-Style: Katsu mit Krautsalat und Mayonnaise


16|11|2025   Dünne Hähnchenfilets umhüllt von einer superknusprigen Panade aus Panko-Bröseln, serviert auf einem Krautsalat mit feurig-frischem Chili und Limetten-Kick und getoppt mit einer cremigen Chipotle-Mayonnaise - dieses geniale Crispy Chicken im Japanese-Style wird - einmal ausprobiert - mit 100-prozentiger Sicherheit ein Dauerbrenner in deiner Küche. 

Unsere komplette Familie (also der nicht vegetarische Teil davon) liebt die ultraknusprigen
Katsu. Katsu? Das ist die japanische Bezeichnung für ein paniertes und frittiertes knuspriges Schnitzel. Abgeleitet ist die Kurzform von Katsuretsu, der japanischen Übertragung des englischen Wortes "cutlet" (Kotlett). Nutzt du für die Zubereitung Schweinefleisch, dann lautet die japanische Bezeichnung Tonkatsu, nutzt du (wie hier im Rezept) Hähnchen, dann ist's ein Torikatsu oder Chicken Katsu).


Hühnchenbrust-Schnitzel im Japanese-Style: Katsu mit Krautsalat und Mayonnaise


Crispy Chicken im Japanese-Style: Hühnchen-Katsu


Ähnlich wie bei einem Schnitzel Wiener Art wird Katsu bei der Zubereitung zunächst flach geklopft. Für die Panade wird Panko verwendet. Dieses etwas gröbere Paniermehl der japanischen Küche sorgt beim Frittieren für den superknusprigen Katsu-Crunch, in den man sich einfach verlieben muss. In Japan wird Katsu häufig mit Weißkohlstreifen serviert, das behalte ich in meinem Rezept bei. Um dem Weißkohlsalat einen asiatischen Kick zu verpassen, wird er mit Zitronensaft und Chiliöl angemacht, das steuert Frische und Schärfe bei. Zum Katsu wird gerne eine Sauce auf Ketchup-Basis serviert, die mit Worcestershire- und Austernsauce sowie Zucker abgeschmeckt wird - das ändere ich. Noch viel lieber schmeckt uns zum Hühnchen-Katsu nämlich Chipotle-Mayonnaise, deren Cremigkeit perfekt den Crunch der Panko-Kruste umschmeichelt. Würze und Geschmack der Chipotle-Mayo lassen zudem das Hühnerfleisch glänzen. 

Ein Schälchen Reis wird gerne zum Katzu serviert. In Anlehnung an ein Schnitzelbrötchen verwandeln wir unser Hühnchen-Katsu gerne in ein offenes Sandwich: Einfach eine Scheibe Brot (am liebsten nutzen wir unser hausgemachtes Weizensauerteigbrot) oder Toast (hier ein Toast-Rezept) auf den Teller legen, mit etwas Mayo bestreichen, Krautsalat darüber verteilen, das Katsu auflegen und mit einer großzügigen Portion Chipotle-Mayonnaise und einigen Tropfen Chiliöl toppen. Yummy!


Hühnchenbrust-Schnitzel im Japanese-Style: Katsu mit Krautsalat und Mayonnaise
Verbindet Knusprig- und Cremigkeit, Schärfe und Frische: Chicken Katsu mit Mayonnaise, Krautsalat und Chiliöl. 

Rezept für Hühnchen-Katsu mit Krautsalat & Chipotle-Mayonnaise


ZUTATEN  |  für 2 Personen

Für die Chipotle-Mayonnaise  | ca. 250 ml:



Für den Krautsalat:



Für die Hühnerbrüste in Panko-Panade:

  • 2 Hühnerbrustfilets zu je ca. 170 bis 200 g
  • Salz
  • ca. 100 g Mehl
  • 2 Eier
  • 1 EL Wasser
  • ca. 120 g Panko-Brösel*
  • ca. 1–1,2 l Öl zum Frittieren (z. B. Raps- oder Sonnenblumenöl)
  • Brotscheiben (Weizensauerteigbrot od. Buttertoast)


Zusätzliches Zubehör:



ZUBEREITUNG  |  ca. 45 Min.

Mayonnaise

  • Die Salsa de Chipotle mit der Mayonnaise zusammen mit dem Ketchup (für die Süße) und  Limettensaft (für die Frische) verrühren. Mit etwas Salz abschmecken - fertig! Bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen. Nutzt du für die Zubereitung nicht Salsa de Chipotle, sondern (wie alternativ möglich) die in Adobe Sauce eingelegten ganzen Chipotle Sauce, dann müsst du diese vor dem Einrühren in die Mayo zunächst mit einem Pürierstab oder einer kleinen Küchenmixer bis zur gewünschten Feinheit zerkleinern.

    Tipp: Wer's etwas schärfer mag, darf die Salsa de Chipotle-Menge in der Mayo auch erhöhen. Ich persönlich wurde die Schäfte der Mayo bei diesem Rezept aber nicht zu expressiv einstellen, da auch der Krautsalat durch das Chiliöl eine gewisse Schärfe mitbringt und zudem zum Abschluss noch einige Tropfen Chiliöl über das Gericht geträufelt werden. 


Krautsalat

  1. Der Weißkohl in feine Streifen schneiden - die Streifen sollten um die 3 mm breit sein. Mit dem Meersalz in einer Schüssel mit den Händen durchkneten und mind. 20–30 Min. ziehen lassen. Ab und an erneut durchmengen.  
  2. Gib die Eiswürfel zusammen mit dem Wasser in eine kleine Schüssel. Schneide nun die weißen und hellgrünen Teile der Frühlingzwiebeln in längliche Ovale. Lege dazu zwei Frühlingszwiebeln nebeneinander und schneide sie mit einem sehr scharfen Messer in einem sehr spitzen Winkel (ca. 15–20 Grad) fast parallel zu den Lauchzwiebel-Stangen. Damit diese nicht verrutschen und du saubere Schnitte erhältst, drücke die Stängel ein wenig mit der haltenden Hand etwas an. Schneide mit der vollen Länge der Klinge (maximale horizontale Bewegung) und mit geringstem Abwärtsdruck (minimale vertikaler Bewegung) mit ziehenden Schnitten, so erhältst du saubere Schnitte, ohne dass gravierende Zerquetschungen der Lauchzwiebeln auftreten. Lege die Frühlingszwiebel-Zuschnitte in die Schüssel mit dem Eiswasser und bewahre ca. 20 Min. im Kühlschrank auf. Dadurch absorbieren sie etwas Flüssigkeit, was ihre Schärfe mildert, und sie straffen und kräuseln sich etwas. Anschließen die Frühlingszwiebeln vom Eis und Wasser trennen und unter den Krautsalat mengen.
  3. Für die Vinaigrette verrühre zunächst den Saft der Zitrone mit Mirin (bzw. alternativ dem feinen Zucker). Rühre dann das native Sesamöl und Chiliöl unter, je nach gewünschter Schäfte etwas mehr oder etwas weniger Chiliöl. Die Vinaigrette gut mit dem Krautsalat vermengen.

Ein Schnitzel vom Huhn wird frittiert
Im Wok frittiert sich das Katsu kinderleicht.


Frittierte Hühnerbrüste

  1. Die Hühnerbrüste auf ein Schneidbrett legen und halbieren. Die Hühnerbrusthälften nacheinander zwischen zwei Bögen Frischhaltefolie legen und auf eine Dicke von ca. 1,2 cm flach klopfen, z. B. mit einem Fleischklopfer mit flacher nicht genoppter Schlagfläche. Hast du keinen im Haus, nutze zum Plattieren z. B. eine kleinere gusseiserne Pfanne mit stabilem Griff. Die plattierten Fleischstücke salzen. Tipp: Du kannst das Fleisch auch bis zu einem Tag im Voraus plattieren, salzen und bis zur Weiterverarbeitung im Kühlschrank aufbewahren.
  2. Baue mit drei flachen Schalen und dem Mehl, Ei und Panko eine Panierstraße auf. In die erste Schale kommt das Mehl, in die zweite die mit dem Wasser verquirlten Eier, in die dritte das Panko. Die Hühnerbrustfilets nacheinander sorgfältig im Mehl wenden, so dass überall eine dünne Mehlschicht haftet. Überschüssiges Mehl abklopfen, dann in das Ei tauchen und überall benetzen. Die Filets nun in die Panko-Brösel legen und damit panieren. Die Brösel gut andrücken, damit sie überall haften bleiben. Stücke vom Packpapier zurechtschneiden und die panierten Hühnerbrustfilets mit Backpapier dazwischen aufstapeln.
  3. Den Backofen zum Warmhalten auf 75 °C (Ober-/Unterhitze oder spezielle Warmhaltestufe) vorheizen. Das Öl zum Frittieren in einem Wok oder einem Topf / einer Pfanne erhitzen, bis es eine Temperatur von 170 bis 180 °C erreicht hat. Kein Thermometer zur Temperatur-Kontrolle des Fetts zur Hand? Dann einen Holzlöffelstiel oder ein Holzstäbchen in das Fett halten: Wenn sich kleine sprudelnde Bläschen um das Holz bilden, hat das Fett eine Temperatur von ca. 170 °C erreicht. Die panierten Filets nacheinander frittieren. Vorsichtig ins heiße Öl gleiten lasse und 3 Min. frittieren, dann umdrehen und weitere ca.2,5 bis 3 Min. frittieren, bis es goldbraun und knusprig ausgebacken ist. Ein Gitterrost auf ein Backblech legen. Fertig frittierte Filets darauf ablegen und im Backofen während des Frittierens der restlichen Filets warm halten. 

Anrichten

  • Eine halbe oder ganze Scheibe Brot / Toast (Je nach Größe der Scheiben) auf den Teller legen, mit etwas Mayo bestreichen. Krautsalat darüber verteilen, ein Katsu auflegen und mit einer großzügigen Portion Chipotle-Mayonnaise und einigen Tropfen Chiliöl toppen. Rest der Mayo auf den Tisch stellen, so dass sich jeder zwischendurch nach Belieben einen oder zwei oder drei Mayo-Nachschläge holen kann.
    
Getränke-Tipp

Was zu Katsu trinken? Hier ein paar Tipps.

Ein Bier, na klar, das geht immer. Ein kühles Lagerbier, ein japanisches Bier oder ein (Lager) Pale Ale passen sehr gut dazu.
Wenn Wein zu Katzu, dann einen schnittigen und trockenen Weißwein, beispielsweise einen Riesling aus Deutschland oder einen Grünen Veltliner aus Österreich..
Mein allerliebster Getränkebegleiter zu Katsu ist Sekt: Ein Schaumwein (extra brut oder brut) ist ein erfrischender und lebendiger Speisepartner und lässt das Katsu förmlich auf der Zuge schweben.
Alkoholfreies Getränk gewünscht? Grüner Tee (warm oder auch kalt) ist eine Möglichkeit.


Hühnchenbrust-Schnitzel im Japanese-Style: Katsu mit Krautsalat und Mayonnaise


Fotos: Moderne Topfologie  |  Kai Brückner
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Vom Bildschirm ins Bücherregal: Joshua Weissman & Sepp Schellhorn präsentieren ihre viralsten Rezepte auf Papier

Joshua Weissman und Sepp Schellhorn


12|11|2025   Zwei leidenschaftliche Köche, die via Instagram, TikTok und YouTube Millionen mit ihren Rezeptideen begeistern, sind mit ihrer nächsten großen Inspiration ins Rampenlicht getreten: dem eigenen Kochbuch. Joshua Weissman, charismatischer YouTube-Star aus den USA, und Sepp Schellhorn, Social-Media-Phänomen aus Österreich, zeigen, wie aus virtuellen Küchen-Hits echte Buchseiten werden.

Wer bislang per Wischgeste durch die Kochvideos von Weissman und Schellhorn scrollte, kann sich jetzt auch auf Rezepte zum Blättern, Nachkochen und Staunen freuen – denn eines der jüngeren Kapitel der beiden Koch-Künstler spielt sich zwischen zwei Buchdeckeln ab: Ein unverschämt gutes Kochbuch* hat Joshua Weissman sein Kochbuch getauft, und nicht weniger selbstbewusst betitelte Sepp Schellhorn sein Werk mit: Sepp, was machst du? Ein richtig gutes Kochbuch*.

Was die beiden Profi-Köche unterscheidet, ist ihr Alter: Weissman zählt 29 Jahre und ist ein Jungstar auf dem internationalen Social-Media-Parkett. Schellhorn verbucht die doppelte Lebenszeit auf seinem Konto: er ist 58 Jahre alt und in seinem Heimatland eine etablierte Koch- und Gastronomiegröße. Was die beiden verbindet, ist ihre Leidenschaft für das Kochhandwerk, aber auch ihre ebenso persönliche wie mitreißende Art, vom Kochen zu erzählen. Und mit genau dieser Art erzielen beide nicht nur im „World Wide Web“ Erfolge, sondern auch im Buchhandel.


"Ein unverschämt gutes Kochbuch" von Joshua Weissman

Egg Benedikt von Joshua Weissman
Eier pochieren und Sauce Hollandaise aufschlagen: In seinem Rezept für Eier Benedikt zeigt Joshua Weissman, wie’s geht.


Joshua Weissman ist mit über 5,1 Millionen YouTube-Abonnenten und mehr als 900.000 Followern auf Instagram weltweit einer der größten kulinarischen Social-Media-Namen. Er wurde 1996 in Los Angeles geboren und entdeckte seine Leidenschaft fürs Kochen bereits im Alter von vier Jahren, als er mit seiner Mutter zu kochen begann. Schon als Kind kochte er täglich für seine Familie und Nachbarn, mit 16 Jahren half er beim Food-Styling und Verfassen von Rezepten für Magazine. Seine offizielle Ausbildung absolvierte er in renommierten Restaurants im Süden der USA. Im Jahr 2015 startete er parallel zu seiner Arbeit im Restaurant seinen eigenen YouTube-Kanal, um Kochvideos zu veröffentlichen. 2019 wurde er Vollzeit-YouTuber und betreibt nun einen der größten Kochkanäle weltweit. Inzwischen ist Weissman auch Autor von Kochbuch-Bestsellern. Seine beiden Kochbücher "Ein unverschämt gutes Kochbuch" (Originaltitel: "An Unapologetic Cookbook", 2021 veröffentlicht) und "Textur über Geschmack" (Originaltitel: "Texture Over Taste"; 2023) avancierten beide zu Verkaufsschlagern und wurden „New York Times Bestseller“. In Buchform genießen können Kochfans die innovative Trendküche des US-Amerikaners auch in deutscher Sprache: Das im DK Verlag publizierte Werk "Ein unverschämt gutes Kochbuch" entführt mit über 100 Rezepten in die kulinarische Welt Weissmans.

Gnocchi von Joshua Weissman
Grüne Sensation: Gnocchi mit Pesto.


Kochen mit Originalität und Humor: Das ist das Markenzeichen des kulinarischen Superstars. Weissman vereint technische Präzision, einen humorvollen und unkonventionellen Stil und eine große Neugier auf die kulinarische Welt in all ihren Facetten. So finden sich auf seinem YouTube-Kanal neben Rezeptvideos für klassische und moderne Gerichte sowie Schritt-für-Schritt-Kochanleitungen auch etliche unterhaltsame Tests und Herausforderungen, darunter Videos wie „100 Food-Hacks, die ich im Restaurant gelernt habe“; „Ich testete jedes berühmte Videospiel Essen“; „Ich habe jedes Tik Tok Koch-Gadget getestet“ und „Ich testete das schlechteste Essen der Welt“.
 

Pulled Pork von Joshua Weissman
In Mojo geschmortes Pulled Pork.


In seinem gedruckten Werk „Ein unverschämt gutes Kochbuch" geht es Weissman zuallererst um Grundlegendes: Er möchte die Leserinnen und Leser für das Kochen begeistern und ihnen dafür zentrale Grundkenntnisse und Grundtechniken vermitteln. Aber nicht nur das. Der Profi-Koch möchte zudem einen Funken legen, um damit das kulinarische Gespür und die kulinarische Kreativität zu entfachen. Weissman stiftet mit seinen Anregungen, Kochtipps und Rezepten dazu an, auf der Grundlage von Kochtechniken, Lebensmittel-Kenntnissen und selbst hergestellten Grundzutaten die eigene kulinarische Intuition und Experimentierfreude zu entwickeln und auszuleben.


Eingelegtes Gemüse von Joshua Weissman
Im ersten Teil seines Kochbuchs präsentiert Weissman "selbstgemachte Basics" zum Kochen – darunter Rezepte für süßsauer eingelegtes Gemüse.


Getreu dieser Zielsetzung gliedert sich das 264 Seiten starke Buch in zwei Hauptabschnitte: Im ersten Teil werden etliche Grundzubereitungen vorgestellt, denn die Eigenherstellung möglichst vieler Komponenten ist Weissman ein besonderes Anliegen. Mit einer ganzen Reihe von Schritt-für-Schritt-Anleitungen erläutert Weissman deshalb, wie beispielsweise Mayonnaise und Mozzarella, Brot und Butter oder Pesto und Pasta in wenigen Schritten selbst zubereitet werden. Wie einfach Gemüse eingelegt und haltbar gemacht werden kann, wird ebenso erläutert wie das Kochen von Brühen und Fonds, die Erzeugung von Frischkäseprodukten, die Zubereitung von Chilisaucen und Mayonnaisen und Dressings. Daran an schließt sich ein Kapitel mit Grundrezepten für Teigprodukte, vom einfachen Sauerteigbrot über Burger- und Sandwichbrötchen bis zu Weizentortillas, Maisbrot und Pasta.
 

Gerösteter Broccoli von Joshua Weissman
Brokkolini mit gerösteten Erdnüssen und Chiliöl ist eines der Rezepte aus dem „unverschämt guten Kochbuch“ von Joshua Weissman.


Im zweiten Teil des Buches folgt dann eine Fülle von Rezepten. Unterteilt in Kapiteln wie Frühstück, Snacks, Fisch, Fleisch, Suppen, Pasta, Desserts gibt der Kochprofi die Zutaten und Zubereitungsschritte an die Hand, um aus den zuvor vorgestellten Grundzubereitungen und weiteren Lebensmitteln Hunderte von Gerichten zu zaubern, von einfachen Kreationen wie Armer Ritter, Avocado-Toast mit Ei, geröstetem Grünkohl und Chicken Nuggets bis zu ausgefeilteren Kreationen wie japanischer Schweinerollbraten in Mojo, geschmortes Pulled Pork, Shoyu-Ramen und Pho. Im Buch präsentiert werden dann auch etliche jener Rezepte, mit denen der Profikoch schon auf seinen Kanälen im Internet besonders zu begeistern wusste, darunter Grilled Cheese Sandwich und French Toast, Eggs Benedict, Spaghetti Carbonara, Parmesan Chicken, Smash Burger, Key Lime Pie, Peanut Butter Cookies und New York Bagles.

Key Lime Pie von Joshua Weissman
Joshua Weissmans Key Lime Pie (Limettenkuchen).


Fazit: Die im Buch mit über 150 appetitanregenden Fotos in Szene gesetzten Rezepte sorgen für kreative Abwechslung in der Küche – vom Hähnchensandwich mit Honigbutter über Backfisch-Tacos bis zu Hefeschnecken mit Pekannüssen und Karamell. Ein Kochbuch, das mit seinen Rezepten für Abwechslung in der Küche sorgt und dazu animiert, viele Grundzubereitungen selbst herzustellen, den Kochlöffel kreativ zu schwingen und einfach unverschämt gut zu kochen.

Kochbuch von Joshua Weissman

Joshua Weissmann
DK Verlag
ISBN 978-3-8310-4424-5
264 Seiten, fester Einband
24,95 €


"Sepp, was machst du?" - Das Kochbuch von Sepp Schellhorn


Huhn in Estragon Sauce.
Dass die Zubereitung eines Estragon-Huhns gar nicht schwer sein muss, belegt Sepp Schellhorn mit seinem Rezept im Kochbuch „Sepp, was machst du?“.


Sepp Schellhorn ist der Beweis dafür, dass auch Alter nicht vor Social-Media-Ruhm schützt. Der heute 58-Jährige ist in seiner Heimat Österreich längst eine renommierte Koch- und Gastronomiegröße, als quasi „aus einer Wirtshausidee heraus“ sein erstes Video für Social Media entsteht. Im Spätwinter 2022 hat der Koch ein Problem. Ihm fehlen Mitarbeiter für seine Gastronomie. Schellhorn bittet drei Freunde um Hilfe. „Die konnten halt nicht kochen, aber auf einem anderen Gebiet sind sie großartig, dem Marketing“, erinnert sich Schellhorn. Bei einigen Bieren am Wirtshaustische entwickeln und verwerfen die Freunde Ideen, und landen schließlich zum Dreh eines Kurzvideos in der Gastronomieküche: Mit der laut in die Küche gerufenen Frage „Sepp, was machst du?“ leitet einer der Freunde das Video ein – der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die in dieser Größenordnung kaum zu erwarten war. Die zunächst für die Mitarbeiter-Suche via Social-Media vorgesehene Videoreihe findet schnell etliche Fans beim kochbegeisterten Publikum, und Schellhorn wird mit zuletzt fast einer halben Million Instagram-Follower zum „Social-Media-Phänomen“.

Spinatknödel von Sepp Schellhorn
Spinatknödel mit Käse.


Der besondere Charakter von Schellhorns „Sepp, was machst du?“-Auftritte speist sich nicht zuletzt aus seiner unkonventionellen, direkten und in Teilen satirischen Art: In seinen Videos arbeitet er mit Ironie und einem gewissen Hang zur Provokation. So kocht er gelegentlich ohne Shirt und spielt mit dem Mittelfinger vor der Kamera, um Koch-Influencer zu parodieren, die einen rüden provokativen Stil pflegen. Sein Ton ist launig, volksnah und manchmal bewusst brüskierend, wodurch er die Zuschauer emotional „packt“ und die Kulinarik von ihrer handwerklichen, aber auch einer sehr persönlichen Seite zeigt. Kulinarisch setzt Schellhorn stark auf eine bodenständige österreichische Wirtshausküche, er bringt viel regionale Authentizität und gelebtes gastronomisches Handwerk mit.

Spaghetti Vongole
Spaghetti Vongole - eines der mediterranen Rezepte aus Sepps Kochbuch.


In seinem im DK Verlag erschienenen Buch „Sepp, was machst du?“ (Untertitel: Ein richtig gutes Kochbuch) setzt Sepp Schellhorn die direkte Art seines Social Media Auftritts fort. So wird bei den Rezeptfotos ein Stil gepflegt, der darauf verzichtet, das Essen besonders aufwendig und kunstvoll in Szene zu setzen. Es gibt kein detailverliebtes Food-Styling mit der Küchenpinzette, (fast) keinen Einsatz von Requisiten und Dekorationselementen rund um den Teller und kein technisch hochgerüstetes Lichtmanagement, um die Speisen bis in den letzten Winkel wohlfeil auszuleuchten. Stattdessen wird hart und direkt auf die Teller geblitzt, und die Speisen werden ansehnlich, aber nicht unter Zuhilfenahme von Millimeter- und Winkelmaß angerichtet. Die Teller wirken, als wären sie ohne viel Federlesen und Umweg ins Foto-Studio direkt am Wirtshaustisch aufgenommen –sozusagen „aus der Hüfte heraus“. Eine Art der Food-Fotografie also, wie sie jeder von uns sie am heimischen Küchentisch oder beim Restaurantbesuch realisieren könnte.

Falscher Thunfisch aus Wassermelone
Seinen falschen Thunfisch bereitet Sepp Schellhorn aus Wassermelone zu.


Zum guten „Sepp, was machst du?“-Ton gehört zudem, dass jedes der auf 224 Buchseiten präsentierten rund 90 Rezepte mit einer persönlichen Einleitung versehen ist. In denen lässt Schellhorn nicht nur an seinem kulinarischen Wissen, sondern auch an seinen Erinnerungen teilhaben, die er mit der jeweiligen Speise verbindet. So erfahren wir unter anderem, warum ihm Salzburger Nockerl verhasst sind, was gegen aufgeschlagene Knie, Fieber und Liebeskummer hilft (Antwort: Rundsuppe!) und warum er keine Fleischersatzprodukte wie vegane Würstl mag, aber doch jene Dinge, die „mit einer gewissen Zauberei daherkommen“ wie der vegane „Falsche Thunfisch“.

Kaiserschmarren
Klar, das im Kochbuch eines Österreichers auch süße Mehl- und Eierspeisen nicht fehlen (dürfen), so der berühmte Kaiserschmarrn.


Kasnocken und vegetarischen Knödeln, Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn: Es sind speziell solche Wohlfühlgerichte aus der Heimat, die durch Schellhorns unkomplizierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf Social Media viral gingen. Auch die kompakten und auf das Wesentliche reduzierten Zubereitungsanleitungen im Buch lesen sich geradeheraus, nahvollziehbar und frei von Fachchinesisch. Rezeptbeispiele gefällig? Im Buch enthaltenen sind viele von Sepps Basisrezepten, so beispielweise für Nudelteig und Gnocchi, Fond und Brot. Klar: Beliebte österreichische Klassiker, die bereits auf Social Media Hitpotential entfalteten, lässt Schellhorn auch in seinem Buch nicht unter den (Wirtshaus-)Tisch fallen, darunter Krautwickler und Schinkenfleckerl, Kaspressknödel, Schweinsripperl mit Sauerkraut und Semmelknödel Reisfleisch. Suppen und Kleinigkeiten wie Schinken-Croissant und Caesar Salad gehören ebenso zum Rezeptfundus wie vegetarische und vegane Gericht, beispielsweise gebackene Champignons mit Sauce Tartare, gefälschter Thunfisch aus Wassermelone und Veggie-Bolognese. Dazu gesellen sich Fleisch- und Fischgerichten mit einem Hauch Bella Italia wie Spaghetti Vongole, Saltimbocca und Saibling mit Olivenkaviar sowie Desserts und Mehlspeisen wie Salzburger Nockerln, Marillenknödel und Topfen-Strudel.

Schinken-Croissant von Sepp Schellhorn
Schinken-Croissant mit Käse und Spiegelei nach Sepp Schellhorn.



Fazit: In seinem Kochbuch zeigt Sepp Schellhorn auf seine ganz eigene Art, dass Kochen keine Wissenschaft sein muss. Ob schnelle und einfache Gerichte, Leckeres für Familie und Freunde oder „SEPPtakuläre“ Klassiker: Bodenständige gute Küche, hier und da gewürzt mit dem ein oder anderen Kniff, ist gar nicht schwer und macht eine Menge Spaß - und mit Sepps unkomplizierten Rezepten ganz besonders.

Sepp, was machst du? - das Kochbuch von Sepp Schellhorn

Sepp Schellhorn
DK Verlag
ISBN 978-3-8310-4852-6
224 Seiten, fester Einband
29,95 €


Randnotiz

Der bisherige private Instagram-Kanal von Sepp Schellhorn trug den Namen "pepssch" und verbuchte fast eine halbe Million Follower. Seit Juni 2025 ist er Kanal offline. Grund: Der Koch übernahm ein politisches Amt als Staatssekretär. Aufgrund gesetzlicher Unvereinbarkeitsregeln legte er seine privaten Social-Media-Kanäle, seinen Instagram-Account „pepssch“ und seinen TikTok-Kanal mit Kochvideos still. Wer Sepps Rezepte kochen möchte, muss also aktuell zu seinem Buch greifen.


Fotos Buchcover: DK Verlag
 Fotos Bucheinblicke: Kai Brückner
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