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Botschafter des Brotgenusses: Brotsommelier Ralph Andrae

Brotsommelier und Bäckermeister Ralph Andrae


12|07|2025   Bier, Käse, Gewürze, Schnaps und sogar Wasser: Wer sein Expertentum in Sachen Lebensmittel zur Schau stellen mag, der schmückt sich gerne mit dem "Sommelier." Aber wusstest du, dass es nur zwei Arten von Sommeliers gibt, die das mit Fug und Recht - und vor allem mit einer staatlich anerkannten Ausbildung tun? Welche das sind? Wein, na klar, das weiß wohl jeder. Und wenn die Überschrift dieses Berichtes stimmt, dann weißt du bereits, dass sich der zweite staatlich anerkannte Sommelier ums Brot kümmert.

Der einzige Brotsommelier in der Region . . . bislang


Anders als etwa beim Wein sind Brotsommeliers noch vergleichsweise rar gesät. Deutschlandweit gibt es rund 300, in Rheinland-Pfalz ein knappes Dutzend und in der Naheregion ist Bäckermeister Ralf Andrae aus Waldböckelheim der Einzige, der sich mit diesem Titel schmücken darf. Doch was genau macht eigentlich ein Brotsommelier? 

»Es geht darum, Brot mit allen Sinnen zu erleben und seine vielfältigen Geschmacksnuancen zu verstehen.«


Da gibt es durchaus Ähnlichkeiten zu der Arbeit der Weinkollegen: Denn ein zentraler Aspekt seiner Arbeit ist die sensorische Beurteilung von Brot, erklärt Ralf Andrae. "Wir arbeiten mit Essenzen, um die feinen Unterschiede in Geschmack und Qualität herauszuschmecken", erklärt er. Diese sensorische Schulung ermöglicht es ihm, Brot nicht nur als einfaches Lebensmittel zu betrachten, sondern als ein komplexes Produkt mit einer Fülle an Nuancen. "Es geht darum, herauszufinden, welches Getreide verwendet wurde, wie hoch der Anteil von Roggen, Dinkel oder Weizen ist, und wie sich Zutaten wie Saaten, Nüsse oder Gewürze auf den Geschmack auswirken."

Brot-Genussbotschafter Ralph Andrae: Brotsommelier und Bäckermeister


Die Arbeit eines Brotsommeliers endet allerdings nicht bei der Analyse des Brotes. Andrae berät auch Kunden und Gastronomen, wie sie Brot optimal in ihre Menüs integrieren können. "Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist das sogenannte Food Pairing, also die Kombination von Brot mit Speisen und Getränken", erläutert er. So empfiehlt er beispielsweise, welches Brot zu einem kräftigen Rotwein oder einem bestimmten Käse passt, und zeigt auf, wie Brot als Begleiter zu verschiedenen Gerichten ein ganz besonderes - und manchmal auch unerwartetes - Genusserlebnis schaffen kann. "Das richtige Brot kann ein Gericht entweder ergänzen oder einen spannenden Kontrast setzen", sagt er. 

Frisch gebackenes Brot vom Bäckermeister
Kulturgut Brot: Ralf Andrae will vor allen Dingen auch das Bewusstsein für Brot als kulturelles Erbe und wertvolles Nahrungsmittel stärken.


Ein Brotsommelier ist also nicht nur jemand, der Brot backen kann: "Es geht vielmehr darum, Brot mit allen Sinnen zu erleben und seine vielfältigen Geschmacksnuancen zu verstehen", betont er. "Und natürlich auch darum, das Bewusstsein für Brot als kulturelles Erbe und wertvolles Nahrungsmittel zu stärken." Und die Auswahl ist riesig: Allein im Deutschen Brotregister (ja, so etwas gibt es) sind rund 3000 Sorten eingetragen.

»Das richtige Brot kann ein Gericht entweder ergänzen oder einen spannenden Kontrast setzen.«


Und wie wird man Brotsommelier? Der Weg dorthin beginnt üblicherweise mit der Ausbildung zum Bäckermeister. Diese Grundvoraussetzung bildet das Fundament, auf dem die einjährige, berufsbegleitende Weiterbildung aufbaut. Die Ausbildung, die wie bereits erwähnt, staatlich anerkannt ist, umfasst eine Vielzahl von Modulen, die Theorie und Praxis eng miteinander verknüpfen. "Man vertieft nicht nur sein Wissen über verschiedene Getreidesorten und deren Einfluss auf den Geschmack, sondern lernt auch die sensorische Analyse von Brot – ähnlich wie ein Weinsommelier es mit Wein tut", erzählt Andrae. Wer Brotsommelier werden will, beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte und Kultur des Brotes, lernt internationale Brotspezialitäten kennen und lernt, wie unterschiedliche Brote ihre Aromen im Zusammenspiel mit anderen Lebensmitteln entfalten.

Ein besonderer Schwerpunkt der Ausbildung liegt deshalb auf der sensorischen Schulung, die Andrae als "Schärfung der Sinne" beschreibt. "Wir haben gelernt, Brot mit allen Sinnen zu erleben und die feinen Unterschiede in Aromen und Texturen herauszuschmecken", sagt er. Diese Fähigkeiten werden in Prüfungen getestet, die sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Fertigkeiten erfordern. "Es ist ein anspruchsvoller Prozess", so der Bäckermeister, "aber er lohnt sich." 

Brotsommelier und Bäckermeister Ralph Andrae
Rund 3000 Brotsorten sind im Deutschen Brotregister eingetragen. Brotsommeliers wie Ralf Andrae behalten den Überblick und wissen genau, welches Brot wozu passt.


Die Dienste von Ralf Andrae als Brotsommelier stehen sowohl Privatpersonen als auch Gastronomen zur Verfügung, die das Besondere am Brot erleben möchten. Wer eine Veranstaltung plant, sei es ein festliches Abendessen, eine Weinverkostung oder ein besonderes Menü, kann sich von Andrae beraten lassen, welches Brot am besten zu den Speisen und Getränken passt. "Viele Gastronomen kommen zu mir, wenn sie ein maßgeschneidertes Brot für ihr Menü suchen", erklärt er. Und für Privatleute, die sich für die Vielfalt des Brotes interessieren, bietet der Brotsommelier unter anderem Genussabende und Seminare an.

Ralf Andrea betont: "Jeder Bäckermeister weiß ganz genau, wie man aus guten Zutaten hervorragende Brote zaubert." Die Arbeit eines Brotsommeliers ergänzt dieses Handwerk, indem sie die feinen sensorischen Nuancen und die kulturelle Bedeutung des Brotes hervorhebt. Andrae findet: "Der Brotsommelier ist weniger Handwerker und vielmehr ein Brot-Genussbotschafter."

Randnotiz

Wer mehr über die Arbeit von Ralf Andrae erfahren möchte oder sich für Veranstaltungen und Seminare interessiert, erhält online weitere Informationen via: www.baeckerei-andrae.de

Heimatküche - die Serie
 
Alle Teile der Blog-Serie HEIMATKÜCHE findest Du aufgelistet unter der Spezial-Rubrik Heimatküche hier im Blog in der Rubriken-Übersicht.


Brote aus der Bäckerei Andrae

Text: Robert Syska
Fotos: Robert Syska & privat

Weizenbrot-Stulle mit Hühnerbrust auf Zuckerschoten-Tomaten-Gemüse & Sweet-Chili-Frischkäsecreme

Stulle mit Hühnerbrust auf Zuckerschoten-Tomaten-Gemüse und Sweet-Chili-Frischkäsecreme

13|03|2025   Seitdem ich ein hervorragendes Weizensauerteigbrot im meinem Brotback-Repertoire habe (Rezept siehe hier: Mildes Weizenbrot mit Sauerteig - so backst du das!), halte ich beständig nach Möglichkeiten Ausschau, um es auch jenseits einer üblichen Brotzeit nutzbar zu machen. Mit dem Rezept Gerösteter Rosenkohl auf Sauerteigbrot mit Mayo-Joghurt-Kräuter-Creme habe ich euch jüngst ein erstes schmackhaftes Ergebnis dieser Suche präsentiert, heute folgt Stullen-Streich Nummer zwei: Ich präsentiere: eine Weizenbrotstulle mit Hühnerbrust aus der Grillpfanne auf Sweet-Chili-Frischkäsecreme und Zuckerschoten-Tomaten-Gemüse.

Die Kombination mit Huhn, Gemüse und Frischkäse-Creme macht macht aus dem Weizenbrot eine veritable Mahlzeit, mit der sich auch der etwas größere Hunger im Handumdrehen stillen lässt, und das auf äußerst schmackhafte Weise. Nicht nur das: Auch fürs Auge hat diese Stulle einiges zu bieten, speziell wenn du die Hühnerbrust mit einer Grillpfanne (oder alternativ direkt auf dem Grill mit Grillrost) zubereitest, denn dadurch verpasst du dem Fleisch ein ansprechendes Grillstreifen-Muster. Aber auch ohne "Branding" lässt diese Stulle mit Huhn geschmacklich nichts zu Wünschen übrig.


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Hinzu kommt: Die Stulle lässt sich kinderleicht variieren und so deinem persönlichen Geschmack anpassen. Beispiele: Keine (hausgemachte) Sweet-Chili-Sauce griffbereit, aber noch Chipotle Mayonnaise im Kühlschrank? Super, dann verrühre den Frischkäse statt mit Joghurt und Chili-Sauce einfach mit Chipotle Mayo. Du magst es weniger scharf? Dann ersetze die Sweet-Chili-Sauce in der Frischkäsecreme doch einfach durch ein mildes Paprika-Mus (Ajvar). Du stehst auf asiatische Aromen? Dann beträufle die Stulle noch dem Anrichten mit Ponzu (Würzsauce auf Basis von Zitrusfrüchten und Sojasauce) oder Teriyaki Sauce. Keine Zuckerschoten im Haus, aber Stangenbohnen? Geht auch, einfach die grünen Bohnen in Salzwasser ca. sieben Minuten kochen, abschrecken, gut abtropfen lassen und diese dann (statt der Zuckerschoten) wie im Rezept unten beschrieben weiter verarbeiten. 


Küchenkniff: Bouillon-Marinade fürs Huhn

 
Apropos Huhn: Die Hühnerbrust bereite ich mit einem kleinen Kniff zu, und zwar mit Bouillon-Marinade. Diese ist im Nullkommanix zubereitet (einfach einen Hühner-Brühwürfel mit etwas Speiseöl verrühren), hebt den Eigengeschmack des Huhns sehr schön an und stattet das Fleisch zugleich mit einer dezenten Würze aus. Speziell bei Fleisch mit nicht so stark ausgeprägtem Eigengeschmack (wie beispielsweise Huhn oder helles fettarmes Schweinefleisch) bewirkt diese Form der Blitzmarinade eine geschmackliche Aufwertung, probier's mal aus!

Stulle mit Hühnerbrust auf Zuckerschoten-Tomaten-Gemüse und Sweet-Chili-Frischkäsecreme
Tolle Stulle: Weizenbrot mit Hühnerbrust auf Zuckerschoten-Tomatengemüse und Chili-Frischkäsecreme.

 

Rezept: Stulle mit Hühnerbrust auf Zuckerschoten-Tomaten-Gemüse und Sweet-Chili-Frischkäsecreme

 

Zutaten  |  für 4 Personen
 
  • 200 g Zuckerschoten
  • feines Meersalz
  • 6 getrocknete Tomaten in Öl (alternativ: 12 getrocknete sizilianische "Ciappa" Tomaten*)
  • 150 g Kirschtomaten
  • 2 EL Frischkäse 
  • 3 EL Griechischer Joghurt (10 % Fettgehalt)
  • 2 EL Sweet-Chili-Sauce (Rezept zum selbermachen hier)
  • schwarzer Pfeffer
  • 3 Hühnerbrüste (je. ca. 150 g)
  • 1 Hühner-Brühwürfel 
  • 2 EL Speiseöl (Raps- oder Sonnenblumenöl)
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 EL Ahornsirup
  • 2 TL mittelscharfer Dijon-Senf
  • 1,5 TL Paprikapulver, edelsüß
  • 4 große Weizenbrotscheiben (oder 6–8 kleinere)

 

Zubereitung  |  45 Min.

  1. Die Zuckerschoten waschen, putzen und in gesalzenen kochenden Wasser ca. 3–4 Min. blanchieren. In ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser (noch besser: Eiswasser) abschrecken. Gut abtropfen lassen und die Schoten mit einem Messer längs dritteln.
  2. Die in Öl eingelegten getrockneten Tomaten abtropfen lassen und in kleine Würfel schneiden. Die Kirschtomaten waschen und vierteln. In einer kleinen Schale den Frischkäse mit dem Joghurt und der Sweet Chili Sause verrühren. Mit Meersalz und Pfeffer abschmecken.
  3. Die Hühnerbrüste in kleinere Stücke schneiden (ca. 4–5 cm lang und 2,5–3 cm breit). Den Hühner-Brühwürfel in einer kleinen Schale zerdrücken und mit dem Speiseöl gut verschlagen. Auf die Hühnerstücke gießen und alles gut vermengen, bis die Hühnerstücke rundherum gleichmäßig mit der Bouillon-Marinade überzogen sind. Min. 15 bis max. 30 Min. marinieren lassen.
  4. Das Ölivenöl mit dem Ahornsirup und Senf verrühren. Die Zuckerschoten mit den Kirschtomaten, getrockneten Tomaten und dem Dressing vermischen. Mit etwas feinem Meersalz abschmecken.
  5. Den Backofen auf 70 °C Ober-/Unterhitze (zum Warmhalten des Fleisches) vorheizen.Eine Grillpfanne mit wenig Speiseöl auspinseln. Zunächst auf kleiner Flamme erwärmen, dann auf größerer Flamme stärker erhitzen. Dies ist wichtig, denn nur bei höherer Pfannentemperatur bildet sich ein gut sichtbares Grillstreifenmuster. Die Hühnerstücke mit dem Paprikapulver vermengen. Anschließen die Fleischstücke (je nach Pfannengröße) in mehreren Partien und mit Abstand zueinander in der Grillpfanne ausbraten, zunächst ca. 3 Min. auf der einen Seite, dann ca. 3 Min. auf der anderen Seite. Fertig pfannengegrillte Fleischstücke zum Warmhalten in den Backofen legen. 

Anrichten

  • Die Brotscheiben großzügig mit Sweet-Chili-Frischkäsecreme bestreichen. Das Zuckerschoten-Tomaten-Gemüse darauf verteilen und Hühnerbrust-Stücke auflegen. Mit ein wenig frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und etwas Meersalz bestreuen.
  • Je nach Geschmack kannst du auch noch weitere Toppings hinzufügen, so zum Beispiel einige Kleckse zusätzliche Sweet-Chili-Sauce, feine Frühlungszwiebel-Ringe, einige Spritzer Ponzu oder Teriyaki Sauce und, und und . . .

Stulle mit Hühnerbrust auf Zuckerschoten-Tomaten-Gemüse und Sweet-Chili-Frischkäsecreme


Fotos: Moderne Topfologie | Kai Bückner
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Make Rosenkohl great again! Gerösteter Rosenkohl auf Sauerteigbrot mit Mayo-Joghurt-Kräuter-Creme

Gerösteter Rosenkohl auf Sauerteigbrot mit Mayo-Joghurt-Kräuter-Creme


09|02|2025   Rosenkohl ist - ich weiß - nicht jedermanns Sache. Einige schätzen und mögen das Wintergemüse, andere schütteln sich bereits, wenn sie nur das Wort hören. Das kann beim Rosenkohl tatsächlich auch eine genetische Ursache haben - ähnlich wie das bei Koriander der Fall ist. Für das Erkennung bestimmter Bitterstoffe ist das Gen TAS2R38 verantwortlich: Diejenigen, bei denen es voll funktionsfähig vorhanden ist, können bestimmte Bitterstoffe intensiv schmecken. Das ist bei rund zwei Dritttel der Menschen der Fall. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung gehören jedoch zu den „Nicht-Schmeckern“ - ihnen kommen bestimmte Lebensmittel weniger bitter vor. 

Einfluss auf die Wahrnehmung des (Wohl-)Geschmacks hat aber auch die Art der Zubereitung. Oftmals annähernd bis zur Breiigkeit weich gekocht und als lieblos auf den Teller drapierte Beilage zu  Hausmannskost serviert, ist es wenig verwunderlich, dass Rosenkohl nur schwer eine Fangemeinde aufbaut. Trifft gekochter oder weich gedünsteter Rosenkohl nicht deinen Geschmack? Dann probier's doch mal mit geröstetem! Einmal im Ofen (oder alternativ in der Pfanne) bei starker Hitze geröstet, entfalten die Röschen ein ganz anderes, eher nussiges Aroma. Der leicht rauchige Duft, der durch das "verkohlen" der äußeren Kohlblättchen entsteht, schmeichelt zudem der Nase deutlich mehr die klebrige süßlich-herbe Ausdünstung von gekochtem Rosenkohl. 

Gerösteter Rosenkohl auf Sauerteigbrot mit Mayo-Joghurt-Kräuter-Creme
Gerösteter Rosenkohl auf Mayo-Joghurt-Kräuter-Creme plus Chipotle-Mayonnaise.


Eine perfekte Ergänzung zu den gerösteten Rosenkohl ist ein Mayo-Joghurt-Dressing, das mit Kräutern, sauren Cornichons und Kapern, Frühlingszwiebeln, Senf und etwas Sauerkraut zubereitet wird.  Eine perfekte Ergänzung zum gerösteten Rosenkohl ist ein Mayo-Joghurt-Dressing, das mit Kräutern, sauren Cornichons und Kapern, Frühlingszwiebeln, Senf und Sauerkraut zubereitet wird. Streiche die mit Würze und Frische voll beladene Creme auf ein Sauerteigbrot, und schon hast du ein Bett, in dem sich die nussig-süßlichen Rosenkohl-Röschen pudelwohl fühlen. Der ofengeröstete Rosenkohl auf Sauerteigbrot mit Mayo-Joghurt-Kräuter-Creme ist eine tolle leichte (Zwischen-)Mahlzeit, zu der sich  im Handumdrehen durch weitere Zutaten noch mehr Geschmack und Gehalt hinzufügen lassen, so zum Beispiel durch Käsewürfelchen oder eine Chipotle-Mayonnaise. Tipps dazu findest du am Ende des Rezeptes unten. 


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Beim Brot präferiere ich persönlich den Griff zu einem Weizensauerteigbrot oder einem Roggen-Weizen-Sauerteigmischbrot, aber auch ein dunkles und kräftiges reines Roggenbrot ist beileibe nicht verkehrt. Probiere einfach aus, was dir am besten schmeckt. Du backst Brot selbst? Perfekt! Mein bewährtes Rezept für ein tolles Weizensauerteigbrot findest du hier im Blog unter dem Titel Mildes Weizenbrot mit Sauerteig - so backst du das!


Gerösteter Rosenkohl auf Sauerteigbrot mit Mayo-Joghurt-Kräuter-Creme

Rezept: Gerösteter Rosenkohl auf Sauerteigbrot mit Mayo-Joghurt-Kräuter-Creme


Zutaten  |  für ca. 8 Brotscheiben

  • 750 g Rosenkohl
  • Olivenöl
  • Meersalzflocken
  • schwarzer Pfeffer
  • 80 g Cornichons
  • 2 TL Kapern
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 8 Zweige Dill
  • 75 g Mayonnaise
  • 75 g griechischer Joghurt (10 % Fettgehalt)
  • 2 EL Einmachflüssigkeit der Cornichons
  • 2 TL Dijonsenf; mittelscharf
  • 2 Messerspitzen Cayennepfeffer
  • 70 g gekochtes Sauerkraut
  • 8 Scheiben Sauerteigbrot (Weizensauerteig oder Roggen-Weizen-Mischbrot)
  • optionale Zutat: Feldsalat oder junger Spinat
  • optionale Zutat: Käsestücke (z. B. Brie; Morbier; Comté; Appenzeller; Gruyère; Sbrinz) 
  • optionale Zutat: Chipotle-Mayonnaise


Zubereitung  |  ca. 45 Min.

  1. Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Den Rosenkohl putzen und vierteln. Auf ein Blech verteilen, mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Meersalzflocken und grobem schwarzen Pfeffer würzen. Für ca. 25–30 Min im Ofen backen, bis die Rosenkohlviertel innen weich gegart und außen knusprig braun angeröstet sind. Anschließend etwas auskühlen lassen.
  2. Die Cornichons in kleine Würfel schneiden, die Kapern grob hacken, die Frühlingszwiebeln putzen und den weißen und hellgrünen Teil in feine Ringe schneiden und sechs Zweige vom Dill grob hacken. Alles zusammen in einer Schüssel geben und mit Mayonnaise, griechischem Joghurt, Einmachflüssigkeit der Cornichons, Senf und Cayennepfeffer verrühren. Das gekochte Sauerkraut unterheben und mit einer Prise Meersalzflocken und ggf. noch etwas schwarzem Pfeffer abschmecken. 
  3. Wer mag, kann die Brotscheiben vor dem Anrichten zunächst leicht anrösten. Ich verzichte zumeist darauf, da der Rosenkohl durch die intensive Garung im Ofen bereits ausreichend Röstnoten mitbringt. Probiere einfach aus, was dir besser schmeckt. Die Brotscheiben mit der Mayo-Joghurt-Kräuter-Creme bestreichen und anschließend großzügig Rosenkohl auflegen. Ein wenig frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer aufstreuen, den restlichen Dill (2 Zweige) zupfen und ebenfalls auf den Broten verteilen. 

Tipp: Wer die Schauerteigbrote mit ofengeröstetem Rosenkohl variieren und mit noch mehr Geschmack, Würze oder zusätzlicher Schärfe ausstatten möchte, dem bieten sich dazu etliche Möglichkeiten. 

  • Mische etwas Feldsalat oder Blätter vom jungen Spinat unter den gerösteten Rosenkohl.
  • Ergänze den ofengerösteten Rosenkohl um etwas Käse. Mische dazu Würfel eines weichen oder halbfesten Käses wie Brie und Morbier unter oder hoble (z. B. mit einem Trüffelhobel) Stücke eines harten Bergkäses wie Comté, Appenzeller, Gruyère, Sbrinz über die Brote. 
  • Kleckse etwas scharfe Chipotle-Mayonnaise auf die Brote - das Rezept für die Mayo findest du hier im Blog unter dem Titel Kleine Schweinereien für große Genießer: Chipotle Mayonnaise.

Gerösteter Rosenkohl auf Sauerteigbrot mit Mayo-Joghurt-Kräuter-Creme


Fotos: Moderne Topfologie  |  Kai Brückner
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Mildes Weizenbrot mit Sauerteig - so backst du das!

Sauerteigbrot mit Weizen


29|01|2025   Wenn du dieses Weizensauerteigbrot einmal gebacken hast, willst du es in deinem Brotback-Repertoire mit Sicherheit nicht mehr missen: Es überzeugt nicht nur mit seiner mittleren und nicht zu groben Porung, der wattig-wolkigen Krume und krossen dünnen Kruste, sondern auch mit seiner aromatischen Vielschichtigkeit und Tiefe. Zusätzlicher Pluspunkt: Es bringt eine milde Säure mit, die dieses Sauerteigbrot sowohl für herzhafte als auch für süße Belage und Aufstriche geeignet macht. Hinzu kommt zudem, dass die Zubereitung kein Hexenwerk ist und strukturiert und ohne große Stolpersteine von der Hand geht. Also: Probier's aus und lass' dich ebenfalls von den Vorzügen dieses milden Sauerteigbrots überzeugen! 


Weizensauerteigbrot im Gusseisentopf


Besonderheiten des Brotes:

  • Um die Saftigkeit und Frischhaltefähigkeit dieses Weizensauerteigbrots zu erhöhen, setze ich es mit einem Kochstück an.
  • Das helle 550er Weizenmehl wird mit einem kleineren Anteil Weizenvollkornmehl kombiniert, was die aromatische Komplexität des Brotes steigert.
  • Durch die Zugabe von pastösem (enzyminaktiven) Gerstenbackmalz wird die Erzeugung eines intensiven Brotaromas ebenso gefördert wie die Fermentation und Krustenbildung. Der Brotgeschmack wird runder, die Krume bekommt ein größeres Volumen und (je nach Dosierung) einen appetitlichen Karamellton und die Bräunung der Kruste ist intensiver. 
  • Durch die kalte Stückgare über die Nacht im Kühlschrank wird die Aromaausbildung ebenfalls vorangetrieben. 

Das Weizensauerteigbrot hat eine luftige Krume.
Läuft alles rund, dann hat das Weizenbrot mit Sauerteig eine weiche und luftige Krume. 


Praxis-Tipps: 

  • Für den Trieb und die Volumenzunahme des Brotes beim Backen wichtig ist ein sehr aktives Anstellgut. Um ein triebstarkes und aktives Anstellgut zu erhalten, frische es mindestens zwei- und besser dreimal vor dem Ansetzen des Sauerteiges auf.  
  • Am besten geeignet ist für die Auffrischung des Anstellgutes und für die Stockgare des Teiges ist eine Temperatur von 27 bis 28 °C. Ja, das verkürzt/halbiert die Zeit, die du in das Auffrischen und in die Stockgare investieren musst. Viel wichtiger ist aber, dass sich bei dieser Temperatur sowohl die Milchsäurebakterien als auch die Hefe im Ansatz gleichermaßen gut entwickeln. Zudem bilden die Milchsäurebakterien bei 27 bis 28 °C im Vergleich zu einer Gare bei Zimmertemperatur (20–21 °C) weniger Säure - und das führt zu einem insgesamt milderen Sauerteigbrot. 
  • Nutze ein hochwertiges 550er (oder Tipo 0) Weizenmehl mit einem Eiweiß-Anteil (Proteingehalt) von mindestens um die 12 Gramm pro 100 Gramm Mehl. Solch ein Mehl hat die Fähigkeit, etwas mehr Wasser aufzunehmen und über einen langen Reifezeitraum das Teiggerüst stabil aufrechtzuerhalten. Das hier vorgestellte Weizensauerteigbrot kommt mit einer Teigausbeute von 183 (TA 183) in der Backofen. Das bedeutet: Auf 100 Gramm Mehl kommen 83 Gramm Mehl Wasser. Das verwendete Mehl muss  muss also auf jeden Fall in der Lage sein, über 80 Gramm seines Eigengewichts in Wasser zu absorbieren und zu halten. Das gelingt nur mit glutenstarken Mehlen von mindestens mittlerer bis hoher Backstärke, die einen Eiweißgehalt von 12 Gramm und mehr mitbringen, denn die Faustregel besagt: Brote mit hohem Wasseranteil und/oder Brote mit längerer Teiggare (ab einer Teigreife von circa 5 Std. bei Raumtemperatur) erfordern backstärkere Mehle mit mehr Klebereiweiß. Brotbackmehl mit einem Eiweißgehalt von um die 12 Gramm solltest du im Handel bei dir an Ort und Stelle bekommen. Bei backstärkeren Mehlen mit einem Eiweißgehalt von 13 Gramm und mehr wird das schon schwieriger bis unmöglich. Solche Mehl bekommst du aber online. 
  • In welchen Online-Shops ich meine Mehle kaufe? Von mit bevorzugte Online-Bezugsquellen für hochwertige Mehle sind Bon'gu, die Drax Mühle und die Meraner Mühle. Der Vollständigkeit halber - aktuell nutze ich für dieses Brot bevorzugt folgende Mehle: Als Weizenvollkornmehl das T80 Label Rouge von Bon’gu - ein besonderes und aromaintensives Mehl, dass deutlich mehr Wasser aufnimmt als ein durchschnittliches1050er Mehl bei gleicher Teigkonsistenz. Alternativ das Weizenmehl Type 2 "La Speziata" (1050er, Ruchmehl) der Meraner Mühle, das sehr aromatisch, ballaststoffreich und backstark ist. Beim Weizenmehl greife ich (je nach Verfügbarkeit) zum Weizenmehl Nr. 6 Type 0 Bio der Meraner Mühle, zum Tipo 0 Orange von Bon’gu und zum Bio-Weizenmehl Type 550 der Drax Mühle. Am liebsten setze ich in jüngster Zeit eine Mischung aus den beiden letztgenannten Mehlen (Hälfte Tipo 0 von Bon’gu und Hälfte Type 550 der Drax Mühle) ein.

Mildes Weizensauerteigbrot


Zeit-Management-Tipps:

  • Das Brot wird an zwei Tagen zubereitet. Am ersten Tag erledigst du von morgens bis abends alle Vorarbeiten (Morgens: Sauerteig-Ansatz und Kochstück-Ansatz. Mittags: Autolyseteig-Ansatz, anschließend Hauptteigansatz und Kneten. Nachmittags: Stockgare inklusive Dehnen und Falten. Abends: Teig aufarbeiten. Die Stückgare erfolgt anschließend über Nacht im Kühlschrank. Am zweiten Tag wird direkt gebacken. Wie viel Zeit zwischen den einzelnen Arbeitsschritten liegt und du tatsächlich benötigst, ist allerdings abhängig von verschiedenen Parametern, darunter zuvorderst von der Umgebungstemperatur, bei der die Teigreife erfolgt. Beispiel: Ein Teig, der bei 27–28 °C geführt wird, fermentiert ungefähr doppelt so schnell wie ein Teig bei einer Raumtemperatur von 20–21 °C. 
  • Fermentationszeit: Optimal für die Teigreife während der Stockgare ist eine Temperatur von 27 °C. Warum ist das so? In einem Sauerteig sind Milchsäurebakterien und Hefen aktiv. Hefen arbeiten bei niedrigen Temperaturen von 21–25 °C langsam, entwickeln dabei aber mehr Aromen. Höhere Temperaturen zwischen 27–32 °C lassen einen Hefeteig zügig gehen - allerdings bei reduzierter Aromen-Bildung. Milchsäurebakterien arbeiten bei Temperaturen zwischen 21–30 °C perfekt - je höher in diesem Rahmen die Temperatur ist, desto schneller erledigen die Bakterien ihren Job. Um sowohl den Hefen als auch den Bakterien etwas Gutes zu tun und eine gute Balance zwischen Aromaentwicklung und Zeit-Investition zu finden, sind 27 °C perfekt. Diese Temperatur ist der optimale Mittelwert und passt für quasi jeden Teig gut, egal ob Hefe- oder Sauerteig. Du wirfst ein, dass ein Zimmer zum Gehenlassen des Teiges mit konstant 27 °C auch im Sommer selten ist. Richtig! Abhilfe schaffen du mit einem Gärautomat* oder einer Styropor-Thermobox* mit eingelegter Wärmeflasche und eingelegtem Thermometer zur Temperaturkontrolle, in den du den Teig zum Gehenlassen hineinstellst. Du hast beides nicht zur Hand? Dann richtet es die Zeit. Ist die Temperatur niedriger, bleibt der Teig einfach eine längere Zeit zum Fermentieren stehen. Die in diesem Rezept angegebenen Zeitangaben beziehen sich auf eine Umgebungstemperatur von ca. 21 °C. Du nutzt einen Gärautomaten mit 27 °C zur Fermentation? Dann halbieren sich die Fermentationszeiten ungefähr. 
  • Auch die im Rezept angegebenen Knetzeiten sind keine fixen Größen, sondern Richtwerte. Wie lang die Knetzeit tatsächlich ist, hängt von verschiedenen Parametern ab, so von der Mehlsorte, der final hinzugefügten Wassermenge, der Umgebungstemperatur, der Knetmaschine und, und, und. Sprich: Deine Knetzeiten werden mit großer Wahrscheinlichkeit von meinen Knetzeichen abweichen. Bei der Knetzeit gilt also ebenso wie bei der Fermentation gilt die Maxime: Die Teigkonsistenz ist wichtiger als alle Zeitangaben. Die im Rezept notierten Angaben zur Knetzeit und Fermentationsdauer sind Richtwerte, keine Gebote! Aussehen und Konsistenz des Teiges verraten dir, ob ein Arbeitsschritt abgeschlossen ist oder nicht. "Sagt" dir der Teig also, dass er noch etwas mehr Knet- oder Fermentationszeit braucht, dann vergiss die Zeitangabe im Rezept und gib ihm diese Zeit auch!

Weinbrot gebacken mit Sauerteig


Rezept für ein milde Weizensauerteigbrot


ZUTATEN  |  gesamt:

  • 30 g Lievito Madre (oder ein anderer Sauerteig als aktives Anstellgut)
  • 400 g Weizenmehl Type 550 (mindestens um die 12% Eiweißanteil)
  • 100 g Weizenvollkornmehl
  • 320 ml Wasser
  • 10 g (= 2 % der Mehlmenge) pastöses enzyminaktives Gerstenbackmalz (alternativ Rübensirup oder Melasse)
  • optional: 0,3 g Trockenhefe (oder 1 g Frischhefe)
  • 12 g Meersalz


WEITERE UTENSILIEN:


Mildes Weizensauerteigbrot im gusseisernen Backtopf
Rundes Weizensauerteigbrot im gusseisernen Backtopf.


ZUBEREITUNG & ZUTATEN  |  je Arbeitsschritt:


1. TAG

Sauerteig-Ansatz (morgens):

  • 75g Wasser (ca. 14 °C)
  • 30 g Weizensauer 
  • 50 g Weizenmehl
  • 25g Weizenvollkornmehl

  1. Wasser in ein hohes hohen Gefäß (z. B. Einmachglas) schütten und darin das Anstellgut (Lievito Madre) auflösen. Das Mehl einrühren und lose abgedeckt an einem warmen Ort (optimal: 27 °C) reifen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.

Kochstück (morgens):

  • 100g Wasser (ca. 14 °C)
  • 10g Rübensirup  (alternativ Melasse oder enzyminaktives Backmalzenzyminaktives Backmalz)
  • 25g Weizenvollkornmehl
  
  1. Das kalte Wasser in einen kleinen Topf gießen und das Gerstenbackmalz (alternativ Rübensirup oder Melasse) einrühren und vollständig auflösen. Das Mehl zugeben und ebenfalls einrühren, bis weitestgehend keine Mehlklumpen mehr vorhanden sind. Topf auf den Herd stellen und bei moderater Hitzezufuhr unter Rühren aufkochen, bis eine puddingartige Konsistenz erreicht ist. Dann sofort vom Herd nehmen, mit mit einem Stück Frischhaltefolie abdecken und bei Raumtemperatur abkühlen lassen.

Autolyseteig  (ca. mittags, nachdem sich das Volumen des Sauerteigansatzes verdoppelt hat)

  • 220 ml Wasser (ca. 14 °C)
  • Sauerteig-Ansatz 
  • 1/2 des Kochstücks
  • 350 g Weizenmehl; gesiebt
  • 50 g Weizenvollkornmehl; gesiebt

  1. Wasser in eine große Rührschüssel schütten. Den Sauerteigansatz, der sich bis zu diesem Zeitpunkt im Volumen verdoppelt haben sollte, mit einem Schneebesen kräftig einrühren, bis sich der Ansatz vollständig gelöst hat. Anschließend die Hälfte des Kochstücks einrühren und auflösen.
  2. Das gesiebte Mehl zugeben und grob verkneten (z. B. mit einem Dänischen Teigbesen*), so dass keine Mehlnester mehr zu sehen sind. Der Teig abgedeckt 45 Minuten rasten lassen.

Hauptteig (nach der Autolyse):

  • Autolyseteig
  • 1/2 des Kochstück
  • 12 g Meersalz (
  • 25 ml Wasser (ca. 14 °C)

  1. Kneten: Den Autolyseteig in die Rührschüssel einer Küchenmaschine geben. Auf auf niedriger Stufe (Stufe 1) für 5–6 Min. verkneten, bis der Teig geschmeidig wird. Das restliche Kochstück (1/2) etappenweise einkneten: 2 TL einfügen, dann einkneten, bis der Teig wieder sauber abgebunden hat, dann erneut 2 TL Kochstück einkneten usw. Tipp: Du bist nicht dazu gekommen, dein Anstellgut vor der Verwendung dreimal aufzufrischen und/oder du hast den Eindruck, dass dein Sauerteigansatz nicht aktiv genug und mit ausreichend Triebkraft ausgestattet ist? Dann füge jetzt zusammen mit dem Kochstück auch jene 0,3 g Trockenhefe (oder 1 g Frischhefe) hinzu, die oben in der Gesamt-Zutatenliste als alternative Beigabe aufgeführt sind. Anschließend die Maschine eine Rührstufe höher stellen und den Teig so lange kneten, bis er sich vollständig von der Schüsselwand löst und eine gut entfaltete Glutenstruktur (Fenstertest) zeigt. Das Meersalz mit 25 ml (2 EL) Wasser übergießen und verrühren. Diese Mischung ebenso wie zuvor das Kochstück etappenweise auf der 1. Rührstufe einkneten. Also 2 TL in die Rührschüssel geben, dann einkneten, bis der Teig sauber abgebunden hat, dann erneut 2 TL der Salz/Wassermischung einkneten usw. Nun die Maschine eine Rührstufe höher stellen und den Teig so lange kneten, bis er sich vollständig von der Schüsselwand löst und das Glutengerüst erneut gut aufgebaut ist. Die anvisierte Teigtemperatur am Ende des Knetvorgangs liegt bei 24–25 °C.
  2. Stockgare: Eine Teigwanne (alternativ flache Backform) mit dem Olivenöl aufpinseln und den Teig unter Zuhilfenahme einer kleinen Teigkarte hineinschieben. Deckel auflegen und 30 Min. bei Zimmertemperatur rasten lassen. Steht dir ein Gärautomat zur Verfügung, stelle diesen auf 27 °C ein und stelle den Teig ein. Es folgen nun im 30 Minuten-Abstand 3 Dehn- und Falt-Sets statt, also nach 30, 60 und 90 Minuten - siehe dazu die Beschreibung und das Video oben. Das erste Set hat 4 Faltvorgänge, die folgenden zwei Sets je nach Fortschritt des Teigstruktur-Aufbaus nur noch 3 oder 2 Faltungen. Durch das Dehnen und Falten baut der Teig von Set zu Set immer mehr Struktur und Form auf. Wie das Dehnen und Falten funktioniert, erfährst du inklusive Video-Anleitung hier im Blog im Ciabatta-Rezept. Stelle den Teig nach jedem Dehn- und Faltset ggf. zurück an einem warmen Ort bzw. in den Gärautomaten. Nach dem Dehnen und Falten wird die Stockgare fortgesetzt, bis der Teig auf seiner Oberfläche Luftbläschen zeigt und sich das Teigvolumen verdoppelt hat. Die Zeitdauer dafür ist abhängig von der Umgebungstemperatur: Bei 21° Raumtemperatur rechne mit ca. 4 Std; bei 27 °C mit 2 Std. 
  3. Vorformen: Nach der Stockgare (abends): Bemehle eine Arbeitsfläche leicht mit etwas 550er Weizenmehl und kippe den Teig aus der Wanne auf. Schiebe den Teil mit einer großen Teigkarte ungefähr in eine quadratische Form. Schiebe die Teigkarte unter und drehe den Teig um. Mit der Teigkarte den Teig nun kugelförmig zusammenschieben und auf Spannung bringen (Preshaping). Wie's geht, zeigt das weiter unten eingefügte Video vom Instagram-Kanal crusty_ofer. Die Teigkugel anschließend mit einer großen Schüssel abdecken und für 20 Min. ruhen lassen.
  4. Formen: Gegen Ende der Ruhezeit bestäube dein Gärkorb mit der Mischung aus Reismehl und Mehl. Danach etwas 550er-Mehl auf der Oberfläche des Teiglings aufstäuben. Den Teig mit Hilfe der Teigkarte umdrehen und etwas zu einem Rechteck ausziehen. Nun wird der Teig ausgeformt und auf Spannung gebraucht (Shaping). Je nachdem, welche Form du anstrebst, forme den Teiling entweder eher rund oder zu einem länglichen Bâtard. Das unten eingefügte Video von "crusty_ofer" zeigt sehr anschaulich, wie das Formen vonstatten geht - schaue es dir an! Nach dem Formen etwas Mehl auf die glatte Oberfläche des Teigs aufstreuen, dann die große Teigkarte unterschieben, den Teig anheben und umgedreht auf die flache Hand ablegen. Den Teigling in das Gärkörbchen einlegen.
  5. Stückgare: Der Teig im Gärkörbchen abgedeckt bei Zimmertemperatur ca. 10 Min. stehen lassen. Dann das Gärkörbchen über Nacht locker abgedeckt in den Kühlschrank (5–6 °C) stellen. Zum Abdecken nutze ich gerne folgende Methoden: Ein rundes Gärkörbchen stelle ich in eine größere Metall- oder Plastikschüssel, die ich mit einem Deckel verschließen kann. Eine längliches Körbchen schiebe ich in einen größeren Plastikbeutel (z. B. 10 Liter Abfallbeutel), puste etwas Luft hinein, so dass sich der Beutel etwas aufbläht, und verschließe den Beutel dann mit einer Klemme. 

Hier das Video zum Vorformen / Preshaping:



Hier das Video zum Formen / Shaping: 


  1. Einschnitt: Am Morgen des zweiten Tages wird das Brot gebacken, bei mir in einem gusseisernen Topf. Stelle diesen samt Deckel auf die 2. Schiene von unten in den Backofen und bei 250 °C Ober-/Unterhitze, und zwar 45. Min. vor dem Backen, so dass der gut Topf aufheizt. Nach 45 Min.: Lege ein Stück Backpapier auf den Tortenbodenheber. Stürze den Teigling aus dem Gärkorb auf das Backpapier. Straffe den Teigling mit einer kleinen Teigkarte etwas nach, indem du die Teigkarte seitlich rundherum etwas unter den Teigling einschiebt. Anschließend wird der Teigling eingeschnitten. Dazu streue ich zunächst dort, wo ich den Schnitt setzen möchte, etwas Mehl auf, bei mir ist einige Zentimeter seitlich der Brotmitte von einer Brotseite zur anderen. Um die Schnittlinie zu finden, betrachte das Brot von oben und teile es gedanklich in Drittel auf. Die gedankliche rechte Drittelline (bei Linkshändern die linke) leicht bemehlen und dort den Schnitt setzen. Dazu das Teigmesser mit Rasierklinge (alternativ ein Wellenmesser) im 45 Grad Winkel am Brotlaib ansetzen und dann seitlich entlang der Drittelline ca. 7–8 mm tief einschneiden. 
  2. Backen: Das Brot mit aufgesetztem Topfdeckel 20 Min. bei 250 °C backen. Dann den Deckel abnehmen, die Hitze auf 220 °C reduzieren und für weitere ca. 23–24 Min. (bis zur gewünschten Bräune der Kruste) backen. Den Topf aus dem Ofen holen, das Brot herausnehmen und auf einem Rost auskühlen lassen. 

Mildes Weizensauerteigbrot in ovaler Batard-Form
Ovales Weizensauerteigbrot im gusseisernen Backtopf.


Fotos: Moderne Topfologie  |  Kai Brückner
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Jalapeño-Cheddar-Focaccia Rezept: Würziges Vergnügen für Käse- & Schärfe-Liebhaber

Focaccia mit Cheddar und Chili-Scheiben


28|07|2024   Das Einzige, was besser ist als hausgemachte Focaccia? Hm, da fällt mir etwas ein: Jalapeño-Cheddar-Focaccia! Diese Variante kommt bei uns am häufigsten auf den Tisch, wenn wir unser klassisches Focaccia-Rezept um würzige Zutaten ergänzen möchten. Die Kombination aus cremig-geschmolzenem Cheddar und der Schärfe der Chilis ist einfach unwiderstehlich.


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Focaccia mit Cheddar und Chili


Die perfekte Kombination: Cremiger Cheddar und würzige Jalapeños auf hausgemachter Focaccia


Für die Jalapeño-Cheddar-Focaccia dient das klassische Focaccia-Rezept als Basis - das findest du hier im Blog unter dem Titel Leckere Focaccia: Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein perfektes Ergebnis. In diesem Blogartikel ist alles, was du über die Focaccia-Zubereitung wissen musst, im Detail und sehr ausführlich beschrieben, inklusive einer Rezept-Variante mit Vorteig (Poolish) und einem Kompendium rund um die Vorteige Biga und Poolish. Im Artikel hier konzentriere ich mich auf das "blanke" Rezept - für mehr Hintergrunderläuterungen und ergänzendes Backwissen schaue einfach im anderen Blogartikel nach. Dort findest du auch alle Angaben zu der Focaccia mit einem Vorteig auf Lievito Madre Basis, die von mir am  häufigsten genutzte Zubereitungsart. 


Focaccia mit Cheddar und Jalapeños
Perfekte Kombi: Luftige Focaccia mit Käse und Chili.


Zutaten und Zubereitung: So gelingt die Jalapeño-Cheddar-Focaccia


Für die Jalapeño Cheddar Focaccia kommen ergänzend zum Basisrezept zwei Zutaten hinzu, und zwar Käse und Chilis. Ich nutze wegen seiner Würze und sehr guten Schmelzeigenschaft sehr gerne Cheddar, aber du kannst auch zu einem anderen gut schmelzenden Käse greifen, so zum Beispiel zu Edamer, Butter- und Raclette-Käs, Provolone und Fontina. Bei den Chilis greife ich bevorzugt zu gepickelten grünen Jalapeños in Scheiben (Nochos Pickled Jalapeño Peppers), einer klassischen Cheeseburger-Zutat. Wer es noch etwas schärfer mag, greift zu den roten in Essig und Gewürzen eingelegten Jalapeños (Pickled Sliced Red Jalapenos). 


Focaccia belegt mit Cheddar und Chili-Scheiben
Der Focaccia-Teig wird mit Cheddar-Würfeln, geriebenem Cheddar und Chili-Stücken belegt.


Du magst Schärfe in Kombination mit einem dezent rauchigen Aroma? Dann greife einfach zu den gegrillten roten Jalapenoscheiben (Toreados Rodajas de Jalapeños) und schwups - schon hast du beides auf der Focaccia vereint. Tipp: Die roh eingelegten grünen Chili-Ringe und roten Chili-Stücke sind  fest und lassen sich einfach vor dem Backen auf dem Focaccia-Teig verteilen und eindrücken. Die gegrillten roten Jalapeno-Scheiben sind - da bereits gegart - recht weich. Diese arbeite ich alternativ zum Auflegen auch sehr gerne direkt in den Teig ein, Dazu die Chilisegmente grob hacken und dann portionsweise beim ersten, zweite und dritten Falten des Teiges in der Stockgare-Phase in den Teig mit "einfalten".


Focaccia mit Cheddar und Jalapeños
Frisch aus dem Backofen: Focaccia mit Cheddar und Jalapeños.

Rezept für Jalapeño-Cheddar-Focaccia


ZUTATEN  |  für eine Backform mit einer Bodenfläche von 22 x 33 cm



Für den Teig:


  • 550 g hochwertiges Brotmehl mit höherer Backstärke (z. B. Tipo 0 orange von Bon'gu, ersatzweise Farina Caputo Nuvola* oder ein Weizenmehl Type 550 wie das Diana W 550 von Bon'gu.)

  • 450 ml lauwarmes Wasser (ca. 30–35 °C)

  • 10 g (1 EL) Reissirup (alternativ Agavendicksaft oder Maltose / Flüssigmalz enzym-inaktiv*)

  • 8 g Trockenhefe (2 TL); alternativ 24 g Frischhefe. (Tipp: Bei kalter Teiggare über Nacht Hefemenge halbieren!)

  • 15 g Meersalz (= 1,5 % der Mehl- und Wassermenge)

  • 10 ml Olivenöl (= 1 % der Mehl- und Wassermenge)



Für den Belag:

  • 180 g Cheddar 
  • 25 Scheiben von den eingelegten Jalapeños (alternativ von frischen Chilis)


Zusätzlich:

  • Rührschüssel (ca. 5 l Volumen)

  • Olivenöl zum Fetten der Teigwanne sowie der Backform und zum finalen Beträufeln des Teiges

  • Meersalz-Flocken zum Bestreuen des Teiges

  • Backpapier

  • Backform mit einer Bodenfläche von ca. 33 x 22 cm, z. B. Backform aus Emaille oder eine Backform aus Carbonstahl mit Antihaftbeschichtung


Focaccia Teig nach der Stückgare
Der Focaccia-Teig nach der Stückgare.



ZUBEREITUNG 


  1. Hefeansatz: Mehl in eine Schüssel sieben. Eine kleine Mulde in die Mitte des Mehls formen. In einer kleinen zweiten Schüssel 100 ml Wasser mit dem Reissirup verrühren, bis sich dieser vollständig im Wasser gelöst hat. Anschließend die Hefe einrühren und alles in die Mehlmulde schütten. Oberfläche der Flüssigkeit mit ein wenig Mehl aus der Schüssel dünn bestauben. Für ca. 15 Min. die Hefe anspringen lassen. 

  2. Teigansatz: Das restliche Wasser in eine große Rührschüssel schütten. Zuerst das Meersalz, dann das Olivenöl einrühren. Das Mehl mit dem Hefeansatz aufschütten und alles mit einem Dänischen Knethaken* oder dem Stiel eines langen Holzlöffels (und ggf. zum Anschluss mit einer Teigkarte) ca. 2–3 Min. verrühren, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind. Der entstandene Teig ist feucht, klebrig und nicht homogen, enthält also etwas festere Bestandteilen - keine Sorge, das gibt sich im Verlauf der weiteren Teigbearbeitung. Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und 20 Min. stehen lassen. Nach dieser Zeit eine zweite große Schüssel innen leicht mit Olivenöl pinseln und den Teig dorthin zum nun folgenden Dehnen und Falten umfüllen.

  3. Teig dehnen und falten: Die jetzt kommenden Dehn- und Faltphase besteht aus 4 Sets, und jedes Set hat 4 Faltungen. Der Teig wird also insgesamt 16 mal (4x4) gefaltet. Zwischen jedem Set lasse 10 Min. Ruhezeit, in denen der Teig mit einem Geschirrtuch abgedeckt an einem warmen Ort rastet. Vor jedem Falt-Set befeuchte zuerst deine Hände. Stelle die Schüssel vor dich und beginne an der dir gegenüberliegenden hinteren Schüsselseite: Greife dort unter den Teig, heben ihn vorsichtig über den Schüsselrand und schüttele ihn dabei leicht. Schlage ihn zur gegenüberliegenden vor dir liegenden Schüsselseite um drücke ihn dort leicht an bzw. unter die Teigkante. Drehe die Schüssel nun drei mal um je 90 Grad und wiederhole diesen Faltvorgang. Anschließen den Teig 10 Min. abgedeckt rasten lassen. Zu Beginn der 4 Sets erscheint die Teigtextur zunächst schwach, der Teig gewinnt aber mit jedem Set an Elastizität und Homogenität. Tipp: Besonders bei den ersten Faltungen wird der Teig am Schüsselrand wahrscheinlich schwer mit den Fingern zu greifen sein. Hilfreich ist dann eine leicht flexible Teigkarte: Feuchte diese an, schiede sie mit der einen Hand unter den Teigrand, hebe ihn etwas an und greife den Teigrand mit der anderen Hand. Teigkarte weglegen, mit der nun freien zweiten Hand den Teig ebenfalls greifen, hochziehen und wie oben beschrieben die Faltung vornehmen. 

  4. Stockgare: Nach den 4x4 Faltungen den Teig dünn mit Olivenöl bestreichen. Die Schüssel mit Frischhaltefolie und einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort im Zimmer (oder alternativ in einem Gärautomat* bei 26 °C) gehen lassen, und zwar ca. 1,5–2 Std. Das Teigvolumen sollte um rund 70–80 % (max. 100 %) ansteigen. Je nach Umgebungstemperatur kann das auch einmal länger dauern. Tipp: Wer Lust und Zeit hat, kann den Teig ab diesem Zeitpunkt auch über Nacht rund 12 bis max. 16–18 Std. im Kühlschrank (4–6 °C) reifen lassen. Beachte in diesem Fall aber zwei Dinge. 1. Du planst eine kalte Gare über Nacht? Dann halbiere die Hefemenge im Teigansatz. 2. Vor der Weiterverarbeitung des Teigs (siehe nächster Schritt unten) den kalt geführten Teig rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen und ca. 2 Std. in der Küche stehen lassen, bis er Raumtemperatur angenommen hat.

  5. Teig aufarbeiten: Nach der Gare die Plastikfolie entfernen. Bewegen die Schüssel etwas hin und her, damit der Teig atmen und seine Blasen öffnen kann. Jetzt kommt der etwas kniffelige Teil, den Teig in die Backform umzuheben. Kniffelig, weil der Teig wirklich sehr weich und luftdurchsetzt ist, was die Handhabung erschwert. Ziel ist es, den Teig für das Backen umzuheben, ohne allzu viel der im Teig eingeschlossenen Gärungsgase "entkommen zu lassen". Es gibt verschiedene Umhebe-Varianten - hier die zwei einfachsten. 

    • Variante 1 - einfach: Der Teig ist sehr weich und fließend und ein zweistufiges Umheben und Falten erscheint dir nur sehr schwer möglich: Dann streiche den Teig einfach direkt von der Schüssel in die Backform. Befeuchte zuvor den Boden der Backform (Bodenfläche 22 x 33 cm) mit etwas Wasser und lege Backpapier ein. Das Backpapier dann großzügig mit Olivenöl ausstreichen und anschließend den Teig mithilfe einer großen Teigkarte schonend hineingleiten lassen.

    • Variante 2 - relativ einfach: Der Teig ist zwar weich, aber ein weiteres Falten und anschließendes Umheben erscheint dir möglich. Dann befeuchte zuvor den Boden der Backform mit etwas Wasser und lege Backpapier ein. Das Backpapier dann großzügig mit Olivenöl ausstreichen. Lasse den Teig nun zunächst (aus niedriger Höhe) auf eine leicht bemehlte bzw. leicht geölte Arbeitsfläche fallen. Die Ränder des Teiges bemehlen, dann mit einer großen Teigkarte die Teigränder so vorsichtig zusammenschieben, dass ein Teigrechteck vor dir liegt. Dann mit der Teigkarte unter die linke oder rechte kurze Seite des Teigs fahren und diesen einmal komplett über sich selbst einschlagen, so dass nun erneut ein rechteckiges, jetzt aber nur noch halb so großes Teigsegment vor dir liegt. Den Teig nun mittels der großer Teigkarte mittig in die geölte Backform umheben.

  6. Stückgare: Eine der Varianten abgeschlossen? Dann ziehe den Teig vorsichtig ein wenig in Richtung Ecken, aber wirklich vorsichtig und ohne ein Reißen des Teiges zu riskieren. Für den abschließenden Gärvorgang den Teigling vorsichtig mit Olivenöl bepinseln, ohne dabei bereits entstandene Luftblasen an der Teigoberfläche zu beschädigen. Die Form abdecken (z. B. mit einem großen Schreibrett oder alternativ mit Frischhaltefolie und einem Geschirrtuch) und den Teig weitere ca. 60 Min. an einem warmen Ort im Zimmer (oder alternativ in einem Gärautomat bei 27 °C) rasten lassen. Der Teig wird sich in dieser Zeit weiter dehnen, er wird aufgehen und an Höhe gewinnen und weitere Luftblasen werden an der Oberfläche erscheinen. Wenn der Raum nicht warm genug ist, kann dieser Prozess auch etwas länger dauern, füge dann weitere 30 Min. Aufwärmzeit hinzu.

  7. Belag vorbereiten: Während der Stückgare bereite die Zutaten für den Belag vor. Schneide etwas 100g vom Cheddar in Würfel (Kantenlänge ca. 2 cm), der Rest (80 g) wird grob gerieben. Die eingelegten Jalapeño-Stücke abzählen und bereitstellen. Wenn du frisch Chilis benutzt, diese waschen, entkernen und in Ringe schneiden.

  8. Backen: Den Ofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Cheddar-Würfel, die Jalapeño-Stücke und den geriebenen Cheddar gleichmäßig auf der Teigoberfläche verteilen. Dabei die Käsestücke auch in den Ecken der Pfanne platzieren. Die Oberseite mit (nicht zu wenig) Olivenöl beträufeln. Nun mit gut eingeölten Fingerspitzen vorsichtig Mulden in den Teig drücken, und zwar möglichst ohne dabei bereits entstandene Luftblasen zu zerstören. Dabei auch einige der Käsewürfel etwas tiefer in den Teig drücken. Du besitzt einen Wasserzerstäuber, der einen feinen Sprühnebel erzeugt? Dann kann du den Teig jetzt auch noch mit einem dezenten Wassersprühnebel benetzen. Teigoberfläche großzügig mit Meersalzflocken bestreuen. Form auf ein Rost stellen, Focaccia auf zweite Schiene von unten in den Ofen schieben und 5 Min. bei 250 °C backen. Dann die Temperatur auf 230 °C reduzieren, Rost auf mittlere Schiene umstellen und je nach Ofenstärke für weitere ca. 17–20 Min. backen, bis die Oberseite der Focaccia die gewünschte Bräunung erreicht hat. Die Focaccia aus dem Ofen holen, das Brot aus der Form heben und ohne Backpapier auf ein Backgitter umlegen. Wer einen Wasserzerstäuber zur Hand hat, der einen feinen Sprühnebel erzeugt, kann die Focaccia sofort nach dem Umheben mit einem dezenten Wassersprühnebel benetzen, das verleiht dem Brot zusätzlichen Glanz. Focaccia etwas abkühlen lassen und frisch und ggf. noch leicht warm servieren.


Focaccia mit Cheddar und Jalapeños


Fotos: Moderne Topfologie | Kai Brückner
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