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Wine-Fight Nr. 2 - Glorious Gänz vs. Notorious Genheimer-Kiltz


Sauvignon blanc Wine-Fight Rheinhessen vs. Nahe


11|09|2018   Let's get ready to rummmmmble! Lasst den Wine-Fight Nr. 2 beginnen! Als ich jüngst sah, dass der vor ein paar Wochen eingeläutete Premiere-Wine-Fight über 2000 Besucher innerhalb von nur zwei Wettkampftagen in die „MoToLogie-Arena“ lockte, war klar: Ihr seid mir ja welche . . . und zwar solche, die offenbar drauf stehen, wenn sich zwei Weinkämpfer im Ring die Hucke voll hauen. Also: Schnell bei den Weltweinboxverbänden angerufen und den nächsten Fight klar gemacht. Auf geht‘s, Euch steht eine heiße Champions-Wine-Fight-Night bevor.

Wine-Fight Nr. 2 - Glorious Gänz vs. Notorious Genheimer-Kiltz


Ja, jetzt gibt’s wieder was auf die Glocke. Eine der Besonderheiten der Champions-Wine-Fight-Night heute: Beim Fight Nr. 2 tritt ein Gutswein gegen ein Lagenwein an, und zwar der Sauvignon blanc 2017 trocken aus dem Weingut Genheimer-Kiltz in Gutenberg an der Nahe gegen den Sauvignon blanc 2017 Hackenheimer Kirchberg trocken aus dem Weingut A. Gänz in Hackenheim. Diese kleine Gemeinde liegt zwar ebenso wie Gutenberg im Kreis Bad Kreuznach und also an der Nahe, aus Weinbausicht gehören die Hackenheimer Wingerte aber zu Rheinhessen. Sprich: Es tritt heute nicht nur ein Guts- gegen einen Lagenweinkämpfer, sondern auch ein Rheinhessen gegen einen Naheländer an.

Sauvignon blanc Weingut Gänz und Weingut Genheimer-Kiltz
Zwei trockene Sauvignon blancs Jahrgang 2017 steigen in den Ring  . . .

Ein Gutswein gegen einen Lagenwein in den Ring schicken, ja ist das denn gerecht, sind das nicht zwei unterschiedliche Kampfklassen? Im vorliegenden Fall würd‘ ich sagen: Sieht vielleicht auf dem (Etiketten-)Papier so aus, ist de facto aber nicht so. Ein Indiz dafür: der Preis. Der Gutwein (QbA) von Genheimer-Kiltz kostet ca. 8 Euro, der Lagen-Sauvignon von Gänz nur rund einen Euro mehr. Zwar sind auch die Lagen-Sauvignons der Familie Kiltz aus dem Gutenberger Römerberg mit knapp unter 10 Euro nah dran (Kreuznacher Narrenkappe 12 Euro, Gutenberger Felseneck Sauvignon 16 Euro), so dass man diese vielleicht auch gegen den Glorious Gänz hätte fighten lassen können, aber . . .  Sauvingon Blanc ist DAS Steckenpferd von Winzer Georg und Winzersohn Harald Kiltz. In den vergangenen Jahrzehnten bestockte die Familie mehr und mehr ihrer besten Lagen mit Sauvignon Blanc, so dass diese Rebsorte inzwischen auf knapp über 40 Prozent der Weinbergsfläche des Gutes einnimmt. Der Erfolg dieses Einsatzes sind unter anderem zahlreiche Auszeichnungen für die Sauvignons blancs von Genheimer-Kiltz auf nationalem und internationalem Parkett. Mit Fug und Recht darf man das Weingut Genheimer-Kiltz also nicht nur als Sauvignon-Blanc-Pionier der Nahe bezeichnen, sondern auch annehmen, dass sich der Kiltz‘schen Sauvignon blanc Gutswein gegen einen preislich ähnlichen fixierten Lagen-Sauvignon schlagen kann.


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Dass der Sauvignon blanc 2017 Hackenheimer Kirchberg trocken aus dem Weingut A. Gänz dabei beileibe kein Federleichtgewicht ist, lässt sich an einer jüngst errungenen Auszeichnung ablesen. Beim Internationalen Bioweinpreis 2018, bei dem jüngst 1086 Bioweine aus 28 Ländern um Medaillen wetteiferten, sicherte sich der Wein mit eine Bewertung von 94 PAR-Punkten eine Goldmedaille. Nicht der erste Erfolg von Winterfamilie Gänz in Sachen Sauvignon blanc: Im Rahmen der DLG-Bundesweinprämierung 2016 ergatterte das Bioweingut den Sonderpreis für den  besten Bukettwein der Sorte Sauvignon blanc. So genug geplaudert – lasst uns fighten.


Let's Get Ready To Rumble!


Gongggggg – der Wine-Fight ist eingeläutet. Der Glorious Gänz hält sich gar nicht lange mit Taktieren auf, seine gezielten Schläge aus dem Glas heraus zeigen dem Gegner sofort, wo der aromatische Hammer hängt. Da schnellt Stachelbeere empor, da drängt etwas schwarze Johannisbeere hervor, da blitzen exotische, einen süßlichen Duft verströmende Fruchtnuancen (Sternfrucht, Mango) auf. Ein schmelziges, mundfüllendes Fruchtaroma (Sternfrucht, Mango, Ananas) baut sich am Gaumen auf, gezielt streut der Glorious Gänz mit grasigen Noten kleine Schlagvarianten in sein dominierendes exotisch-blumiges und von einer leichten Süße bestimmtes Grundschlaggerüst ein. Das ist schon stark, da muss der Notorious Genheimer-Kiltz definitiv aufpassen, dass er sich keine ebenso geschmeidig wie druckvoll vorgetragene Gerade des Glorious Gänz einfängt.

Und was macht Notorious Genheimer-Kiltz? Verkriecht er sich hinter eine Doppeldeckung? Mitnichten! Von Angst keine Spur, der fackelt ebenfalls nicht lange und schickt ein Feuerwerk an Aroma-Faustschlägen zurück. Viel Stachelbeere und etwas weiße Johannisbeere, gelbe und ofengeröstete grüne Paprika, grasige Noten und eine feine Spur von Bitterorange. Ja, das ist wilder vorgetragen als die Schlagkombi des Glorious Gänz, aber definitiv ebenfalls hochattraktiver Sauvignon-Boxsport. Am Gaumen wirkt der Kämpfer aus Gutenberg frisch, saftig und kräftig wie der junge Tag. Die dominierenden Noten von grüner Paprika und Stachelbeere bekommen Gesellschaft von weißer Johannisbeere, grünem Apfel und Litschi, im Abgang zeigt der Notorious Genheimer-Kiltz mit einem feinen Grapefruit-Limetten-Aufwärtshacken noch einmal seinen Biss.

Kerl in der Kiste, was für ein Kampf! Genheimer-Kiltz macht seinem Wine-Fighter Vornamen Notorious (berühmt-berüchtigt) alle Ehre und steckt ordentlich was weg, da hat der vermeintlich als Favorit in den Ring gestiegene und etwas kräftiger gebaute Lagenwein-Kämpfer Glorious Gänz gegen den gewieften Gutswein-Fighter ganz schön was zu beißen. Beide agieren schnell und präzise, beide zeigen einen ein blitzsauberer Sauvignon blanc-Kampfstil, beide besitzen Stehvermögen . . . doch was ist das, da spielt einer seine Schnelligkeit aus, da bringt einer der Kämpfer seinen Gegner mit einer geschickt gesetzten Schlag-Doublette ins Wanken, da scheint sich der Fight zu entscheiden . . .


Und der Sieger ist . . .


Aus, aus, der Kampf ist aus! Ein toller, ein mitreißender Fight, bei dem beide Kämpfer über eine lange Strecke auf Augenhöhe agierte, doch einer über die Distanz mit etwas mehr Biss und Angriffslust agierte. Sieger nach Punkten ist der Sauvignon blanc 2017 trocken aus dem Weingut Genheimer-Kiltz. Der zeigt sich wieselflink auf den Füßen, bringen mit seinem frisch-fruchtigen Kampfstil mühelos die Geschmackspapillen zum Jubeln und erkämpft sich durch Rasse und Facettenreichtum einen kleinen Vorspung vor dem Glorious Gänz. Glückwunsch!

Sauvignon blanc Genheimer-Kiltz
Holt sich den Sieger-Gürtel: der Sauvignon blanc Gutswein aus dem Weingut Genheimer-Kiltz.

Der Wine-Fight – die Regeln

    • Wer zum Wine-Fight zugelassen wird, bestimmt der Wine-Fight-Veranstalter allein.
    • Der Wine-Fight-Veranstalter achtet darauf, dass die Kontrahenten in einer identische Gewichtsklasse unterwegs sind.
    • Der Wine-Fight-Veranstalter lässt nur solche Weine zum Fight zu, die ihre Klasse bereits in Vorkämpfen bewiesen und sich so den ultimativen Championship-Fight verdient haben.
    • Der Wine-Fight-Veranstalter sorgt für identische Bedingungen für die Kontrahenten vor und während des Kampfes. Heißt: Identische Zeit zum „kalt machen“ im Kühlschrank, identisch geschnittenen Weingläsern während des Fights.
    • Wer zum Wine-Fight gerufen wird, muss kämpfen.
    • Der Fight dauert genau solange, wie er dauern muss.
    • Wenn ein Wein „Stop“ ruft, schlappmacht oder abklopft, ist der Fight vorbei.
    • Wer in der Champions-Wine-Fight-Night verliert, darf im Folgejahrgang Revanche fordern.

    Wine-Fights - alle Kämpfe auf einen Blick

    Du möchtest noch mehr Weine kennen lernen, die hier in der Arena von Moderne Topfologie in den Ring gestiegen sind? Hier findest Du die Übersicht aller bis ausgetragenen Wine-Fights.

    Fotos: Moderne Topfologie

    Wine-Fight Nr. 1: Incredible Kauer vs. Fantastic Forster


    Wein-Fight zwischen Riesling Forster und Riesling Kauer


    28|08|2018   Let's get ready ro rummmmmmmmmble! Heute hebe ich in meinem Food & Wine Blog Moderne Topfologie eine neues kleines fetziges Wein-Format aus der Taufe, und zwar den Wine-Fight. Ja, jetzt gibt’s einen auf die Glocke. Für den Wine-Fight kommandiere ich zwei Weine meiner Wahl in den Ring ab und schaue zu, wie sich die Tropfen gegenseitig den – tschuldigung! – Arsch versohlen.

    Dabei achte ich selbstredend darauf, dass es beim Fight halbwegs fair und mit rechten Dingen zugeht. Die Kontrahenten sollten sich stets in derselben Gewichtsklasse tummeln und auch beim Aufwärmen (respektive in diesem Fall Abkühlen) sowie beim Auftritt gilt das Regelwerk. Sprich: Beide Weine erhalten eine identische Zeit zum „kalt machen“ im Kühlschrank und beide treten zum Kampf im identisch geschnittenen Sportdress, also Weinglas, an.


    Wine-Fight Nr. 1 - Incredible Kauer vs. Fantastic Forster

    Die Ehre und das Vergnügen, den Wine-Fight Nr.1 zu bestreiben, haben zwei Weine aus meiner Heimat-Weinbauregion Nahe, und zwar der Riesling Gutswein 2017 aus dem Weingut Gebr. Kauer in Windesheim und der Riesling Gutswein 2017 aus dem Weingut Forster in Rümmelsheim/Burg Layen. Warum diese beiden? Nun, beide zogen aktuell meine Aufmerksamkeit auf sich, denn die „kleinen“ Gutweine (die in den Gütern die Basis der Qualitätspyramide bilden) trumpften jüngst groß auf. Der Riesling Gutswein aus dem Weingut Gebrüder Kauer strich bei Best of Riesling 2018, dem größten Riesling-Wettbewerb der Welt mit 2300 Weinen aus elf Ländern, mit 92 Parker-Punkten den Sieg in der Kategorie Riesling trocken mit moderatem Alkoholgehalt ein. Beachtlich! Nicht minder erfolgreich war der Riesling Gutswein 2017 von Winzerfamilie Forster, denn der schoss beim Internationalen Bioweinpreis 2018, bei dem 1086 Bioweine aus 28 Ländern um Medaillen wetteiferten, den Vogel ab: Mit 96 PAR-Punkten holte sich der kleine Gutswein die Auszeichnung Großes Gold.

    Gutsrieslinge aus den Weingütern Forster und Kauer
    Zwei hoch prämierte Riesling-Gutsweine steigen in den Ring  . . .


    Also: Beide Weine haben jüngst beachtliche Auszeichnungen eingefahren, was geradezu danach schreit, die Tropfen gegeneinander kämpfen zu lassen. Und es spricht auch nichts dagegen, denn in Sachen Gewichtsklasse herrscht Parität. Beide sind Gutsweine und beide haben 12 Volumenprozent Alkoholgehalt auf dem Etikett stehen, treten also jeweils im Superweltergewicht an. Ebenfalls vergleichbar: der Verkaufspreis. Beim Kauer-Riesling sind es 7,40 Euro pro Spitzflasche, beim Forster-Riesling 7 Euro.


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    Let's Get Ready To Rumble!

    Der Gong fällt. Der Incredible Kauer, der in einem lichtgelben, mit grünen Reflexen durchsetzten Box-Short antritt, lässt sich nicht lange bitten. Er legt gleich mit einer schnellen Folge von aromatischen leichten Punchs auf die Nase los. Gelbe Mirabelle und rotwangiger Apfel, etwas Granatapfel, ein Hauch Hefe, kräutrige Noten und eine salzige Brise durchwehen den Wein, an dem zu schnuppern eine echte Freude ist. So viel Komplexität und Spiel bereits im Duft, das ist tatsächlich ungewöhnlich für einen Gutswein. Und der zeigt sich auch im Geschmack treffsicher. Das herrliche Säurespiel, die Frische und Fruchtaromen (Mirabelle, Apfel, etwas Mandarine und Zitronengras) sind durchwoben mit salzig-erdigen Anklängen, im Abgang verleihen feinherbe Noten dem Gutswein nochmals einen zusätzlichen Dreh, so dass der Wein auch "hinten raus" und kurz bevor er vor der Attacke des Fantastic Forster in Deckung geht,  nochmals einen ordentlichen Punch landet. Was – bitte schön – ist das für ein klasse Einstiegsriesling, das ist geschmacklich nicht Welter- sondern mindestens Supermittelgewicht, das ist tatsächlich unglaublich, was dieser Gutswein auf die Bretter des Boxrings zaubert – Applaus für den Incredible Kauer, ein starker, durchtrainierter, technisch extrem versierter Kämpfer.

    Der muss nun aber in Deckung gehen, denn jetzt legt der Fantastic Forster, den man bereits äußerlich durch das sattere Gelb seines Box-Short vom Gegner im Ring unterscheiden kann, so richtig los. Das Mehr an Kraft in der Farbe setzt der Gutswein nahtlos in der Nase fort. Hier schlägt der Forster breit und wuchtig zu, dunkle und steinig-erdige Noten bestimmen den Duft, etwas Feuerstein blitzt auf, dann übernehmen deutlich vegetabile Düfte (Petersilienwurzel, frische Selleriestaudenblätter) das Ruder. Je länger sich der Fantastic Forster warm kämpft, desto mehr schälen sich aus diesem dunklen, grauen und grünen Duftgepräge gelbe Farben hervor, eine feine Honignote wird wahrnehmbar, Steinobstaromen schillern immer kräftiger hervor. Ein mächtiger Duft, das hat Durchschlagskraft. Aber, so frage ich mich: Reicht das auf Dauer und am Gaumen aus, um gegen die technisch präzisen Schläge und die flinke Beinarbeit, das herrliche Spiel des Incredible Kauer zu bestehen? Und siehe da: Es gelingt dem Fantastic Forster tatsächlich, die Kraft und Wucht seines Duftes nicht in Breite und Trägheit versanden zu lassen, sondern zu beschleunigen. Am Gaumen gewinnen nicht nur die Steinobstaromen weiter an Kraft, es kommt auch eine feinherbe Fruchtigkeit von rosa Grapefruit hinzu, die sich stärker und stärker auftürmt und den Gutswein in einen gleichermaßen kräftigen wie lebendigen Abgang hinüber katapultiert.

    Wow! Was für ein Fight. Der Incredible Kauer ist brillant, ein durchtrainierter Kämpfer, der leichtfüßig seinen Gegner umtänzelt, sich unter den Schlägen wegduckt und auf dessen Angriffe mit technisch ausgefeilten Konterschlägen zu antwortet vermag. Das reicht für eine lange Zeit, um den Forster‘schen Gutswein auf Distanz zu halten, aber nicht für ewig. Denn hat sich der Fantastic Forster erst einmal warm geboxt, dann setzt es seine Schläge vielleicht nicht immer mit gleicher Präzision wie der Incredible Kauer, aber mit ebensolcher Schnelligkeit und zudem mit mehr Kraft.

    Und der Sieger ist . . .

    Der letzte Gong fällt, der Kampf ist aus. Einen K.o.-Sieg gab‘s nicht zu bestaunen, dafür waren beide Kontrahenten zu ähnlich stark. Aber es gibt einen Punktesieger zu beklatschen. Der Riesling Gutswein 2017 aus dem Weingut Forster darf den Gürtel des Siegers in die Höhe recken.

    Sieger des Wine-Fight: der Riesling trocken aus dem Weingut Forster.
    Holt sich den Sieger-Gürtel: der Riesling trocken aus dem Weingut Forster.


    Mein Fazit: Was für ein klasse Kampf, was für grandiose Gegner. Was beide Rieslinge in der Klasse der Gutsweine, also in der Einstiegsklasse leisten, ist absolut beeindruckend – das kann sogar so manchem Orts- und Lagenwein das Fürchten lehren. Mein Tipp: Als Essensbegleiter würde ich den Incredible Kauer eher zu leichteren und feinwürzigen Speisen kombinieren, der Fantastic Forster nimmt es auch locker mit kräftigeren und würzigeren Speisen auf. Meine dringende Empfehlung: Zuschlagen! Für einen Preis um die 7 Euro sind beide Weine Preis-Leistungs-Giganten!

    Wine-Fights - alle Kämpfe auf einen Blick

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    Fotos: Moderne Topfologie