Nimm Tschischis statt Cevapcici!

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Cevapcici mit Wildkräutersalat


29|05|2014   Ja, ein schönes rund 800 Gramm schweres Porterhouse-Steak (Dry Aged), frisch gemahlenen Pfeffer und Meersalz, etwas Weißbrot und eine schöne Flasche Rotwein, was braucht es mehr, um beim Grillen glücklich zu sein? Doch seien wir ehrlich: Immer geht das nicht und schon gar nicht, wenn sich Land und Leute zum Grillfest angekündigt haben - wer will da die vielen Steaks bezahlen? Zum Grillvergnügen (speziell für viele Personen) gehören deshalb Cevapcici zu unserem erprobten und beständigen Inventar. Die kleinen Hackröllchen mag (fast) jeder, sie sind relativ zügig auch in großen Mengen gemacht, sie lassen sich einfach grillen und gut mit allerlei Saucen, Broten und Salaten kombinieren.


Hackfeischröllchen mit Limonen-Kapern-Kick

Allerdings: Unser familieninternes Hausrezept für die kleinen Röllchen hat sich inzwischen eine gutes Stück vom originären Cevapcici-Rezept entfernt, weshalb die Röllchen bei uns vor geraumer Zeit auch einen neuen, aus der Ursprungsbezeichnung abgewandelten Namen bekommen haben: Tschischis. Der größte geschmackliche Unterschied zwischen den beiden: Typisch für Cevapcici ist (nicht weiter verwunderlich bei einem Nationalgericht des Balkans) ein scharfer Paprika-Geschmack - ergänzt durch Knoblauch. Bei unseren Tschischis spielen hingegen würzig-pikanten grüne Aromen und Zitrusnoten die erste Geige - erzeugt durch Kapern und Cornichons, Rucola und Petersilie, Majoran und Limonen-Abrieb. Diese Zutaten geben den Tschischis einen tollen Frische-Kick, der sie geschmacklich unverwechselbar macht. Gut zu den Hackfleischröllchen passt ein leichter Joghurt-Dip, ein grüner Salat und frisches Fladenbrot, aber auch viele andere Kombis sind denkbar - die Tschischis sind da nicht so empfindlich. Aktuell habe ich - wie es auf den Fotos zu sehen ist - einen Wildkräutersalat zu den Tschischis serviert - passt super!

Cevapcici mit Wildkräutersalat


Rezept für Cevapcici mit Wildkräutersalat


Zutaten | für 4 Personen

  • 4 Schalotten
  • 8 Cornichons (kleine Gewürzgurken)
  • 4 frische Knoblauchzehen
  • 2 EL Kapern
  • 1 EL grüne Pfefferkörner
  • ½ Bund glatte Petersilie
  • etwas Rucola (drittel Hand voll)
  • einige Zweige frischen Majoran
  • 1 Limone, unbehandelt
  • 2 Weißbrotscheiben, angetrocknet
  • 600 g Rinderhack
  • 200 g Schweinehack
  • 2 grobe Bratwürste
  • 4 EL Olivenöl
  • Salz 
  • schwarzer Pfeffer

Cevapcici auf dem Grill


Zubereitung | 40 Min. plus Grillzeit

  1. Die Schalotten und Cornichons, die Knoblauchzehen, Kapern und grünen Pfefferkörner sehr fein hacken. Dann die Petersilie, den Rucola und den frischen Majoran sehr fein hacken und von der Limone rund ⅔ der Schale abreiben - ich nutze dazu meine Muskatreibe. Reibe dann die angetrockneten Weißbrotscheiben zu einem groben Paniermehl (oder jage das gewürfelte Brot durch einen kleinen Mixer – das geht schneller).
  2. Das Hackfleisch in eine große Rührschüssel geben, anschließend die groben Bratwürste aus ihrem Darm auf das Hackfleisch drücken. Nun das Olivenöl dazu gießen und das Fleisch mit all den fein gehackten und gehäckselten Zutaten sowie Salz und Pfeffer gut mit den Händen durchmengen. Dabei das Hackfleisch gut knetet, denn das ist nicht nur für die Verteilung der vielen fein gehackten Zutaten wichtig, sondern auch für die spätere Stabilität der Tschischis.
  3. Alles fertig durchgewalkt? Dann forme aus der Masse zwei circa 7 cm lange Tschischis mit einem Durchmesser von ca. 2,5 cm. Nur zwei? Jenau! Denn die brate ich mir direkt in einer Pfanne, um zu testen, ob die Würze stimmt. Falls nicht, schmecke ich noch mit Salz und Pfeffer ab, und erst dann forme ich die restlichen Tschischis - aus der genannten Fleischmenge müssten ca. 40 Stück herauskommen.
  4. Nun den Grillrost oder Grillpfanne mit Öl einpinseln und die Tschischis ringsum braun grillen, das dauert circa 8 Minuten. Die Röllchen dabei erst drehen, wenn sie fest genug geworden sind.
Lasst es Euch gut schmecken!


TIPPS

Lust auf Burger statt auf Tschischis? Nullo Problemo! An der Rezeptur brauchst Du nicht zu ändern, forme einfach Burger-Pattys statt Röllchen aus dem Tschischi-Hackfleisch. 

Ist ein Joghurt-Dip zu den Tschischis gewünscht? Der ist schnell gemacht: 150 g Vollmilchjoghurt, 1 bis 2 TL Zitronensaft, 2 EL gehackte glatten Petersilie und eine durchgedrückte Knoblauchzehe mischen, mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen, fertig. 

Ein Salat aus jungen frischen Frühlingswildkräutern ist eine fantastische Abwechslung zum üblichen Salatkopf-Einerlei. Dazu 200 bis 250 g Wildkräuter (z. B. Löwenzahn, behaartes Schaumkraut, Knoblauchsrauke, Schafgarbe, Weinbergslauch, Huflattich- und Veilchenblüten) mit einer leichten Vinaigrette (2 bis 3 EL weißen Balsamico mit 1 Prise Salz und Puderzucker sowie weißem Pfeffer verrühren, dann 4 bis 5 EL Olivenöl darunter schlagen, abschmecken) überziehen. Umfassend kräuterkundig musst Du zum Erreichen dieses Genusses nicht unbedingt sein. Ich habe beispielsweise das Glück, dass ein Obst- und Gemüselädchen in meiner Nähe losen Wildkräutersalat anbietet.

Noch mehr Grill-Rezepte gefällig? Mit diesem Rezept nehme ich am 1. Blogevent von Eckel´s Küche Teil. Fabian sammelt in seinem Blog bis Ende Mai Rezepte und Ideen zum Thema “Grill & Outdoor Kitchen”. Also, schaut dort mal rein!

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