Olivenölverkostung: Grünes Gold im Geschmackstest

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Oliande, das Olivenoelfest von zait in Zell im Zellertal 2014


15|05|2014   Wie immer ein Genuss: Das Oliandi Olivenölfest von zait in Zell im Zellertal (über das ich jüngst hier vorberichtete). Bestes Wetter, tolle Stimmung, hervorragende Olivenöle und vielfältige Genussmöglichkeiten. Hier nun mein kleines Resümee zur Olivenölprobe. Im großen Zelt stand beim Fest das komplette zait-Olivenöl-Sortiment zur Verkostung bereit. Sieben Öle von sechs Produzenten aus vier Ländern werden von der neuen Ernte angeboten. Ein Öl stammt aus Portugal (Alentejo), drei aus Italien (Sizilien, Kampanien, Aupulien), eins aus Griechenland (Kreta) und eins aus Spanien (Katalonien), wobei das Öl des spanischen Herstellers in einer konventionellen und einer biologischen Variante angeboten wird. In unseren Einkaufskorb wanderten nach der Probe schließlich drei der Öle.


Olivenöle von zait: Vom Tausendsassa in der Küche bis zur Solistin

Zum Teil sehr widrige Wetterbedingungen machten in der vergangenen Vegetationsperiode das Leben der Ölivenöl-Bauern in großen Teilen des Mittelmeerraumes schwer. Zur verzettelten Olivenblüte gesellten sich während des Wachstumsperiode Hitze und Feuchtigkeit jeweils zur Unzeit und zu allem Übel in einigen Regionen auch noch Schäden durch die Olivenfliege. Bedingungen, die beispielsweise in Griechenland zur schlechtesten Ernte seit mehr als 30 Jahren führten. Auch die Produzenten der Öle von zait fuhren zum Teil erheblich kleinere Erntemengen ein, was der Qualität aber keinen Abbruch tat. Diese ist bei allen probierten Ölen ohne Fehl und Tadel. Im direkten Vergleich zum Vorjahr schmeckt mir das Sortiment in der Breite sogar besser, da einige der Öle eine geringere Schärfe mitbringen.

Beim Olivenoelfest kann das gesamte zait-Sortiment an Olivenoelen probiert werden


Hans Dampf in allen Töpfen und Schüsseln

Nach dem Probieren der Öle beim Oliandi-Fest in Zell wanderten drei in unseren Einkaufskorb. Die größte Menge (drei Bag-in-Box-Einheiten , also 12 Liter) entfiel wie in den Vorjahren auf den zait-Klassiker, das Olivenöl aus Katalonien. Es ist mild, leicht fruchtig und nussig und in meiner Kochpraxis quasi ein Hans Dampf in allen Töpfen und Schüsseln, da es sich aufgrund seiner Milde und Harmonie für fast alle Anwendungen in der kalten und warmen Küche eignet, so auch für das Backen (Kuchen mit Olivenöl etc.), für das Frittieren oder Aufschlagen von Mayonnaisen.
Das katalonische Öl wird bei zait in einer konventionellen und einer kontrolliert biologischen Variante angeboten. Welches davon in die Einkaufskiste wandert, das entscheiden wir allein gustatorisch, nicht ideologisch. Keine leichte Aufgabe, denn beide Öle liegen geschmacklich zumeist eng beieinander. Im vergangenen Jahr machte das konventionelle Öl das Rennen, in diesem Jahr das biologische, das einen Hauch fruchtiger schmeckt.


Riesling unter den zait-Olivenölen

Nicht vorbeigehen konnten wir am Bio-Olivenöl aus Sizilien (zwei Liter eingetütet), das geschmacklich eine echte Granate ist: Herrlich fruchtig, durchzogen von Bananen- und Blütenaromen und versehen mit einem pikanten, leicht bitteren Abgang. Wegen seiner verführerischen Aromatik und feingliedrigen Gestalt ist dieses rare Erzeugnis von Produzentin Luciana Vermiglia für mich quasi der Riesling unten den Olivenölen - es verdient in der Küche eine bevorzugte Rolle. Zum Anbraten und für andere Verwendungen der warmen Küche ist es aufgrund der genannten Eigenschaften viel zu schade, in der kalten Küche trumpft es fraglos bemerkenswert auf, aber seine wahre Größe zeigt es - finde ich - am allerbesten im innigen Duett mit einem luftigen Weißbrot, das tief in diese „grüne Gold“ getunkt wird: Ein Hammer-Olivenöl-Geschmackserlebnis.

3 Liter Bag-in-Box mit zait-Olovenoel

Wer dieses nachvollziehen möchte, sollt vorab bei zait in der Pfalz die Verfügbarkeit des sizilianischen Öls erfragen. Die Olivenfliege machte den Olivenhainen von Luciana Vermiglia besonders zu schaffen, nur ein Drittel der sonst üblichen Erntemenge konnte eingebracht werden. Entsprechend klein ist die verfügbare Olivenölmenge ausgefallen -  und bereits beim Olivenölfest machte die Kunde „Fast ausverkauft!“ die Runde.


Kräuternoten und pikanter Abgang

Drittes Öl im Bunde ist das portugiesische Öl aus Alentejo, von dem wir zwei Literdosen erstanden. Es ist das geschmacklich das schärfste der drei hier beschriebenen Ölivenöle und ebenfalls von feinen Fruchtnoten durchzogen, betont aber im Vergleich zum sizilianischen Öl stärker eine würzige Aromatik. Die Kräuter- und Basilikumnoten und der pikante, etwas schärfere Abgang prädestinieren das Öl beispielsweise als Begleiter zu Ziegenfrischkäse und Feta, zu mediterranem Gemüse oder zu Brot mit fruchtig-würzigen Aufstrichen / Beilagen.

Im goßen Oliandi-Zelt an an mehrere Probierstationen das Olivenoel verkostet werden
Weitere Fotos vom Oliandi-Olivenölfest findest Du auf Facebook und Google+.

Mehr als 16 Liter auf 365 Tage?

Ob die gekauften 16 Liter Olivenöl als Jahresvorrat reichen? Ich schätze mal nein - irgendwann im Jahresverlauf werde ich wohl zum „Aufstocker“ werden (müssen). Ist das ein ungewöhnlich hoher Verbrauch - oder doch eher ein kleiner? Keine Ahnung, schwer einzuschätzen. Was verbraucht ihr denn so in einem Jahr an Olivenöl?



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Kommentare :

  1. Danke für den sehr schönen Bericht. Das Sizilienöl ist tatsächlich schon ausverkauft, aber es gibt ja lohnenswerte Alternativen.
    Herzliche Grüße
    Thomas Fuhlrott
    zait - Olivenöl

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  2. Auch ich habe mich dieses Jahr für das katalanische Öl entschieden. Wegen seiner zarten Milde ist diese Öl auch Essern, die keine Affinität für Olivenöl haben, sehr zu empfehlen.
    Von den aromatisierten Ölen favorisiere ich das Basilikumöl, hauptsächlich zu (kalten) Tomatengerichten, das Limonenöl für Fischgerichte und das Peperoniöl für alles Herzhafte. Dass diese Öle auch sehr lecker einfach mit frischem Baguette "aufgetitscht" schmecken, brauche ich wahrscheinlich nicht zu erwähnen ;-)

    Liebe Grüße > Stefanie Spira

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    1. Sehe ich auch so! Das katalanische Öl ist wegen seiner Milde weithin beliebt und quasi die Allzweckwaffe in der Küche, und zu Ölen wie dem sizilianischen oder portugiesischen mit ihren feinen fruchtigen und würzigen Noten reichen mir als Mahlzeit oft auch nur ein luftiges französisches Weißbrot und eine Flasche Wein - manchmal ergänzt durch ein paar schwarze Oliven und einen würzigen Bergkäse. Grüße!

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