Gut Hermannsberg: Steinig, steil, Steinberg

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Das Gut Hermannsberg an der Nahe praesentiert seine Grossen Gewaechse des Weinjahrgangs 2013


10|08|2014   Im Frühjahr war ich bei der Präsentation der Gutsweine des Jahrgangs 2013 des Gutes Hermannsberg in Niederhausen an der Nahe - und ich war von den vorgestellten Weinen durchweg begeistert. Nun lädt das Weingut, das zu den Top-Fünf-Betrieben an der Nahe gehört, am 30. und 31. August (12 bis 18 Uhr) zur Präsentation seiner Großen Gewächse ein. Ich prognostiziere: Die bei den Gutsweinen gezeigte hohe Qualität wird sich bei den trockenen Spitzenweinen auf noch höheren Niveau fortsetzen, und Weinfreunde dürfen sich auf echte große Weine freuen - und auf ein ganz neues "Großes Gewächs".


Der Steinberg: Geburt eines neuen "Großen Gewächses" auf Gut Hermannsberg

Gut Hermannsberg ist eines von nur drei Weingütern in Deutschland, dessen Weinberge allesamt gemäß VDP-Statut als "Große Lagen" klassifiziert sind. Nur ein kleiner Teil der erzeugten Weine wird aber tatsächlich als "Großes Gewächs" (GG) gefüllt, denn "nur die allerbesten Trauben verwenden wir für diese Top-Bezeichnung", so Betriebsleiter Karsten Peter. In diesem Jahr darf das traditionsreiche Rieslingweingut, das 1902 als Königlich-Preußische Weinbaudomäne gegründet wurde (siehe dazu auch meinen Post hier) einen besonderen "Familienzuwachs" feiern, denn das bisherige GG-Trio Hermannsberg, Kupfergrube und Traiser Bastei wird zum Quartett: Gut Hermannsberg bringt mit dem Jahrgang 2013 erstmals den Niederhäuser Steinberg als viertes "Großes Gewächs" auf den Markt. Fünf Jahre lang hat Betriebsleiter und Kellermeister Karsten Peter die karge Rieslinglage Steinberg gepflegt und beobachtet. Nun ist der Moment gekommen: Bei der öffentlichen Präsentation der "Großen Gewächse" des Gutes am Samstag und Sonntag, 30. und 31. August, jeweils von 12 bis 18 Uhr wird der "Niederhäuser Steinberg" aus dem Jahrgang 2013 erstmals als "Großes Gewächs" lanciert.

Keine Frage: Vom Lagenpotential her braucht sich der Steinberg nicht hinter den benachbarten Premiumlagen Kupfergrube und Hermannsberg zu verstecken. Der skelettreiche Porphyritboden ist nach Süden und Süd-Osten ausgerichtet und befindet sich auf einer Seehöhe von 145 bis 230 Metern, die Lage weist eine Steilheit zwischen 25 und beachtlichen 55 Prozent auf.

Betriebs- und Kellermeister Karsten Peter vom Gut Hermannsberg an der Nahe
Carsten Peter

"Interessant ist, dass das gelbliche bis fast weisse Gestein der Lage Steinberg viel härter ist als das seiner beiden benachbarten Lagen Hermannsberg und Kupfergrube", so Karsten Peter, der die verschiedenen Lagen des Gutes bis ins kleinste Detail studiert hat. Kein Wunder, denn seine Passion ist es, die verschiedenen Charakteristika und feinen Nuancen der Lagen in den Weinen von Gut Hermannsberg schmeckbar zu machen. Die Trauben aus dem kargsten und steilsten Teil der Lage Steinberg ergeben einen ganz besonders eigenständig-kräftigen Geschmack: Das GG aus dem Steinberg, das nach weißen Blüten, Kräutern und Steinobst duftet, verbindet am Gaumen eine kristalline Mineralität und schillernde Aromen von Weinbergspfirsich, weißer Grapefruit und Veilchen mit einem druckvollen Körper, dessen mineralisch-salzige Anmutung dem Wein (Alkohol 12,5 %, Säure 7,8 g/l, Restzucker 1,2 g/l) zu einer wunderbaren Länge verhelfen.



Probieren: Vom Gutswein bis zum "Großen Gewächs"

Wer das allererste "Große Gewächs" von Gut Hermannsberg aus dem Steinberg, aber auch die anderen Weine kennen lernen möchte, dem sei die Präsentation am Samstag und Sonntag, 30. und 31. August, 12 bis 17 Uhr, empfohlen. An diesen beiden Tagen bieten die Gutsinhaber Dr. Christine Dinse und Jens Reidel zusammen mit ihrem Team neben den vier "Großen Gewächsen" (alle spontan vergoren) auch die weiteren Weine des Jahrgangs 2013 zur Verkostung an. Die Teilnahmean der Tischpräsentation mit Fingerfood-Buffet kostet 25 € pro Person. Das Team freut sich über eine Anmeldungen über Telefon 0 67 58 / 9 25 00 oder per E-Mail an info@gut-hermannsberg.de.

Weinlage Steinberg auf der historischen Nahe-Weinbau-Karte für den Regierungsbezirk Koblenz Jahre 1901
Der Steinberg auf der
 historischen Nahe-Weinbau-Karte für den Regierungsbezirk Koblenz aus dem Jahre 1901.

Service & Bezugsquellen

Du möchtest die Weine von Gut Hermannsberg kennen lernen? Diese bekommst Du direkt im Weingut oder über den Online-Handel unter anderem hier*.

Dr. Christine Dinse hat zum 100. Geburtstag der ehemals königlich preussischen Weinbaudomäne ein prächtiges, das reich bebildertes Buch Gut Hermannsberg - Die Geschichte der königlich-preussischen Rieslingdomäne* herausgebracht, das nicht nur die ereignisreiche Geschichte des Gutes im Kontext zur deutschen Wein-, Kultur- und Zeitgeschichte beleuchtet. Mit Originalakten und Verkostungsnotizen, historische Karten, Fotos, Dokumenten und prächtigen Landschaftsaufnahmen zeichnet das großformatige Buch (28 x 29 cm) auf 270 Seiten eindrucksvoll den über 110 Jahre langen Weg vom „fiskalischen Musterweinberg“ zur Jahrhundertwende bis zum „Neuanfang“ als Gut Hermannsberg im Jahr 2009 nach. Lesens- und sehenswert! Das Buch Gut Hermannsberg - Die Geschichte der königlich-preussischen Rieslingdomäne* bekommst Du unter anderem hier*.


Randnotizen

Wie ist der Jahrgang 2013 auf Gut Hermannsberg ausgefallen: Betriebsleiter Karsten Peter strahlt über beide Ohren, wenn er nach nach dem Jahrgang 2013 gefragt wird. Die Weinqualität? Extrem gut! Wobei er sich im gleichen Moment aber auch an die vielen Strapazen erinnert, die ihm und seinem Team vor allem die Lesemonate bescherten. "Die Trauben mussten während der Regenpausen fast gestohlen werden. Nie war es bisher bei einer Lese so riskant. Immer hieß es, auf den perfekten Moment zu warten", so Peter. "Unser Ertrag ist geringer als erwartet, aber dafür wiesen die Trauben eine nicht für möglich gehaltene Qualität auf. 2013 zählt definitiv zu den besten Jahrgängen auf Gut Hermannsberg!" 

Seit der Übernahme der ehemaligen Staatlichen Domäne durch die neuen Eigentümer Dr. Christine Dinse und Jens Reidel im Jahr 2009 wurde nicht nur der Name des Betriebs in Gut Hermannsberg verändert. Betriebsleiter Karsten Peter beweist Jahr um Jahr , dass er ein feines Gespür für besondere Rieslingcharaktere und die sehr eigenständigen Lagen des Gutes hat. Schnell ist es ihm gelungen, das einmalige Lagenpotential wieder deutlich hörbar in den Weinen zum Klingen zu bringen, was auch die Weinkritiker des Gault&Millau Weinguide Deutschland honorierten. Sie kürten im Guide 2013 Karsten Peter zum Aufsteiger des Jahres und spendierten dem Gut die vierte von fünf möglichen Bewertungstrauben.

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