Kampfansage an die Verschwendung von Lebensmitteln: Die FoodFighters in Aktion

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Foodfighter und Gastronom Michael Schieferstein mit Schülern.


30|01|2015   Sie kennen die Foo Fighters? Genau, das ist die Rockband des ehemalige Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl. Und kennen Sie auch die FoodFighters? Nein! Dann wird’s Zeit, die Mitstreiter des gemeinnützigen Vereins kennen zu lernen. Wann und wo? Zum Beispiel am Dienstag, 3. Februar. Denn dann veranstaltet der „FoodFighters e.V.“ in der Integrierten Gesamtschule in Emmelshausen am Rand des Mittelrheintals eine riesige Kochshow mit Schülern unter dem Motto School for Life. Das Besondere daran: Gekocht wird mit sogenannter Aus- und Überschussware - und zwar für fast 500 Personen. Wer mag, darf vorbeikommen, mitessen und sich über die Arbeit des Vereins informieren.


FoodFighters: Lebensmittel verschwenden, nein danke!

Dem Kampf gegen die globale Lebensmittelverschwendung hat sich der noch junge Verein FoodFighters verschrieben. Ziel der Initiative rund um den gelernten Koch, Experten für gesunde Ernährung und Buchautor Michael Schieferstein ist es, mit breit angelegten Aufklärungsaktionen eine nachhaltige Veränderung des Verbraucherverhaltens und -bewusstseins zu erreichen. Seit rund 20 Jahren engagiert sich Schieferstein, Autor des Buches "Projekt: Globaler Wegwerf-Wahnsinn", für den nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln. Das rief in der Vergangenheit neben Fernsehen und Politik - Schieferstein war als zu Gast in diversen TV-Shows und sprach als Experte im Bundestag - jüngst auch die deutsche Expo-Gesellschaft auf den Plan: Schieferstein wird im Mai als Themen-Botschafter des Deutschen Pavillons auf der Weltausstellung Expo Milano 2015 seine Ideen rund um das Thema Lebensmittelwertschätzung präsentieren. Was den Foodfighter ärgert: Mit nur einem Zwölftel aller in den Industrieländern produzierten Lebensmittel könnte der gesamte Welthunger gestillt werden - und dennoch landet 50 Prozent aller produzierten Lebensmittel auf dem Müll. Alleine in Deutschland sind das mehr als 30 Millionen Tonnen jährlich - Tendenz steigend.


Das kleine ABC der Wertschätzung unserer Lebensmittel

2012 gründete Schieferstein deshalb die Initiative FoodFighters, eine Gruppe von hochqualifizierten Kochprofis und Lebensmittelaktivisten, die sich mit der Problematik Lebensmittelverschwendung auseinandersetzen, gegen die Essensvernichtung ankämpfen und sich für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen einsetzen, um die künftige Nahrungssicherung zu gewährleisten. Seit rund vier Wochen sind die FoodFighters als gemeinnütziger Verein anerkannt. "Wir setzen bei der Aufklärung an und veranstalten, fördern und koordinieren Bildungsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene", erläutert der Vorsitzende der FoodFighters die "Mission". Ein Beispiel für diese Aufklärungsarbeit ist das Schulprojekt "ABC der Lebensmittelwertschätzung": Schieferstein kocht einmal wöchentlich mit Kindern einer Mainzer Grundschule, um ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln näher zu bringen und das ABC der Lebensmittelwertschätzung zu vermitteln.


School for Life - Foodfighters Kochshow an der IGS Emmelshausen

Bevor Schieferstein im Mai zur Weltausstellung nach Italien fährt, geht die Reise zusammen mit weiteren Foodfighters wie seinem Bruder Andreas Schieferstein, langjähriger Gastronomie- Mitarbeiter auf Burg Rheinfels, sowie Christian Schneider, Inhaber des Restaurant Schneiders in Emmelshausen, zunächst an den Mittelrhein. Am kommenden Dienstag, 3. Februar, veranstaltet der Verein dort die Kochshow School for Life - gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule und integrierten Gesamtschule Emmelshausen. Zentrales Thema der Kochshow ist die gesunde nachhaltige Ernährung.
"Wir wollen dem Nachwuchs zeigen, wie viele Lebensmittel im Handel, der Industrie und Agrarwirtschaft als sogenannte Überschuss- und Ausschussware unnötig vernichtet werden", sagt Schieferstein. Die FoodFighters sprachen dazu im Vorfeld der Veranstaltung Märkte, Großhändler und Bauern aus der Region an und baten diese, Lebensmittelaus- und Überschuss zu spenden - die Resonanz war enorm. Zusammen mit einigen Schülern werden die FoodFighters am Tag vor der Show diese Spenden einsammeln und gemeinsam entscheiden, welche vegetarischen und veganen Gerichte daraus gekocht werden. Richtig zur Sache geht es dann am Dienstagmorgen, wenn die Speisen zubereitet werden.

Wer Lust hat, darf mitessen!

Über 900 Gäste werden zu der Veranstaltung erwartet, neben Schülern und Lehrern auch Vertreter des Mainzer Landwirtschafts- und des Wirtschaftsministeriums. Die Besucher - es darf jeder vorbeikommen, der Lust und Interesse hat - dürfen die Speisen genießen, der Verein informiert zudem über seine Arbeit. Alle an dem Tag gesammelten Spenden kommen zu 100 Prozent dem Verein FoodFighters zugute, um weitere Projekte voranzutreiben. Bleiben an dem Tag Lebensmittel übrig, werden diese an die Tafeln in der Region verteilt.



Um den Kindern und Jugendlichen, aber auch allen anderen Gästen das Ausmaß und die Zusammenhänge der globalen Lebensmittelverschwendung noch deutlicher näher zu bringen, wird an dem Tag zusätzlich eine Informationsausstellung aus tonnenweise Ausschuss- und Überschussware aufgebaut. Dadurch soll vermittelt werden, welche Mengen von Lebensmitteln und in welcher Qualität pro Jahr alleine in Deutschland vernichtet werden. Neben den Gästen aus der Politik haben sich auch zahlreiche Fernsehsender angesagt. "Wir bekommen nun schon Anfragen aus ganz Deutschland, die Sache wird immer größer", freut sich Michael Schieferstein, der in Ubstadt-Weiher zwischen Heidelberg und Karlsruhe beheimatet ist. Wer mehr erfahren möchte, schaut auf die Internetseite der FoodFighters. Dort kann auch ein Flyer zum Verein heruntergeladen werden. Eine Einladung und der Veranstaltungsablauf zu School for Life kann hier angeschaut werden.

Text: Magdalena Bomba  |  Fotos: FoodFighters


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