Chili con Carne mit einem Schuss Scotch - hicks!

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Scharfe Sache: Chili con Carne

14|02|2015   Zack, zack - antworte auf folgende Frage ganz schnell: Wo kommt Chili con Carne urspünglich her? Aus Mexiko. Falsch getippt! Der feurige und gehaltvolle Eintopf mit Fleisch und Chili stammt aus dem Süden der Vereinigten Staaten. Wo genau und von wem das Gericht zum ersten Mal gekocht wurde, darüber streiten die US-Bundesstaaten Texas, New Mexiko und Arizona. Als Erfinder werden in Geschichten unter anderem amerikanische Ureinwohner und die US Army, texanische Gefängnisinsassen, Einwanderer aus Mexiko, Griechenland, Irland und sogar China genannt, und sogar der Heilige Geist wird bei der Schöpfung des Chili ist Spiel gespracht: Einer alten Legende nach ist das erste Chilirezept im frühen 17. Jahrhundert einer spanischen Nonne während eines tranceartigen Traumes erschien.

Chili con Carne


Chili con carne mit "spiritueller Note"

Ob im Chili ein Hauch vom Heiligen Geist zu finden ist, ich vermag es nicht zu sagen. Was ich aber mit Bestimmtheit sagen kann, ist, dass in meinem Chili schon ein Geist mitwirkt, und zwar ein edler Weingeist. Hinein kommt nämlich ein wenig Whisky, im besten Fall ein Scotch mit einer feinen rauchigen Torfnote - ansonsten darf es aber auch ein irischer Whisky sein. Du legst Deine Stirn in Falten? Keine Sorge! Von Deinem seltenen Laphroaig Jahrgangsscotch zu 270 Euro die Flasche musst Du nicht unbedingt etwas in Dein Chili schütten, aber ein zehn Jahre alter Single Malt oder ein guter Blended Scotch Whisky darf es ruhig sein.

Noch ein Erläuterung zum Rezept: Die Zwiebeln und Paprikawürfel, den Mais und die Bohnen gebe ich nicht von Anfang an, sondern zeitversetzt in den Topf. Dadurch behalten die Zutaten bis zum Ende der Kochzeit hin mehr Form und Biss - was mir persönlich besser schmeckt als ein völlig eingekochtes Chili. Zu dem serviere ich - was auch sonst - leicht angeröstete Scheiben Weißbrot - das passt perfekt.  


Rezept für Chili con Carne mit Whiskey


Zutaten  |  für 4 - 6 Personen

  • 1 rote Chilischote
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 Paprika (je eine rot, gelb, grün)
  • 3 Gemüsezwiebeln
  • 700 g Schweineschulter (alternativ Nacken / Kamm)
  • 5 EL Olivenöl
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 2 EL Tomatenmark
  • 150 ml Rotwein
  • 2 EL Whisky (Scotch)
  • ca. 800 g stückige Dosentomaten
  • ca. 400 g ganze Dosentomaten
  • 1 TL Keuzkümmel (Cumin)
  • 2 EL Oregano
  • 1 EL Paprika, edelsüß
  • 1 kleines Lorbeerblatt
  • grober schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 500 g Rinderhackfleisch
  • 1 Dose Mais (140 g Abtropfgewicht)
  • 2 Dosen Kidneybohnen (je 400 g Füllgewicht)
  • 1 EL geriebene Edelbitterschokolade


Zubereitung  |  ca. 30 Min. plus 100 Min. Kochzeit

  1. Zunächst erledigen wir die Schnibbelei: Die entkernte Chili-Schote, die Knoblauchzehe und die Paprikaschoten werden gewürfelt, die Zwiebeln werden halbiert und in ca. 5 mm breite Streifen geschnitten. Die Würfel und Streifen jeweils separat beiseite stellen. Schneide dann das parierte Schweinefleisch in kleine (2 x 2 cm) Würfel.
  2. Weiter geht's mit dem Fleisch: Erhitze 3 EL vom Olivenöl in einem großen gusseisernen Topf und schmore darin die Fleischwürfel portionsweise von allen Seiten kurz und scharf an. Die angeschmorten Würfel beiseite stellen und mit ein wenig Salz würzen.
  3. Nun das Gemüse: Schmore die Paprikawürfel unter gelegentlichem Rühren 4–5 Minuten an. Die angeschmorten Würfel herausfischen. Jetzt werden die Zwiebelstreifen 4–5 Minuten angeschmort und dann aus dem Topf genommen.
  4. Jetzt im Topf 2 EL vom Olivenöl erhitzen. Erst die Fleischwürfel (das Hack noch nicht!), dann das Tomatenmark und die Hälfte der Koblauchwürfel dazugeben. Kurz anbraten, dann mit Wein und 1 EL Whisky ablöschen. Aufkochen und die Dosentomaten sowie die Hälfte der Chiliwürfeln dazugeben. Auch die Gewürze kommen jetzt in den Topf: der im Mörser grob zerstoßenen Kreuzkümmel, Oregano, Paprikapulver, Lorbeerblatt, 1 TL Meersalz und etwas grob gemahlener schwarzen Pfeffer. Alles gut verrühren, Deckel drauf und für rund 60 Minuten sanft köcheln. Nach 15 Min. die Zwiebelstreifen dazugeben, nach 45 Min. die Paprikawürfel.
  5. Sind rund 60 Minuten verstrichen, brate das Hackfleisch scharf an. Etwas salzen und pfeffern und in den Chili-Topf geben. Dort hinein kommen nun auch der abgetropfte Mais und die abgewaschenen Kidneybohnen, das geriebene Schokoladenstück und der Rest der Knoblauchwürfel. Weitere 40 bis 60 Minuten sanft köcheln. (Ich richte die genaue Kochzeit an den Fleischwürfel aus. Sind diese schön mürbe geworden, ist mein Chili con carne fertig.)
  6. Viel ist nicht mehr zu tun, nun geht es nur noch ums Abschmecken. Rund 20 Minuten vor Ende der Kochzeit justiere erstmals die Schärfe. Findest Du das Chili con Carne nicht scharf genug? Ok, die Hälfte der gewürfelten Chilischote ist noch da, gib einfach mehr Chiliwürfelchen hinzu. Ist die Ziellinie in Sicht, stelle die feinen Nuancen in Sachen Rauchigkeit, Schärfe und Salzigkeit ein: 1 EL Whisky ist noch nicht verbraucht, davon kannst Du etwas oder alles in den Topf geben. Immer noch nicht scharf genug? Dann wirf die Pfeffermühle an. Auch Salz wird jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch gebraucht, den bislang haben wir dies nur sehr dezent eingesetzt. Mit gutem Grund, den für den letzten Schliff habe ich noch einen salzig-rauchig-feurigen Tipp: Ich nutze für diesen sehr gerne Chipolte-Salz. Mit der Mischung aus Fleur de sel und Chipotle (das sind getrocknete und geräucherte rote Jalapeno-Chili) schlage ich sozusagen drei Fliegen mit einer Klappe, denn ich füge dem Chile con carne dadurch nicht nur Salzigkeit, sondern durch die Chipotlestücke auch noch eine Spur Rauchigkeit und Schärfe hinzu. Alles gut gewürzt? Dann rein mit dem Chili con Carne in kleine Porzellanschüsseln oder tiefe Teller und lasse es Dir schmecken!
Mit einem guten Schuss Scotch: Chili con carne.
Mit einem Schuss Scotch: Chili con carne.


Tipp

Ja, eine frische Zubereitung ist beim Kochen wichtig, aber es gibt Gerichte, die aufgewärmt einfach besser schmecken. Wer schon mal das gleiche Gulasch oder Chili con Carne direkt nach dem Kochen und nochmals erwärmt tags darauf probiert hat, weiß, wovon ich rede. Fast alle in viel Flüssigkeit geschmorte Speisen und Eintöpfe zeigen diesen „One day later“-Effekt, denn je länger deren Zutaten Zeit haben, gemeinsam zu ziehen, desto intensiver wird der Geschmack. Also: Mach‘ Dein Chili con carne am Vortag oder - wenn Du die Fingen nicht davon lassen kannst - zumindest in einer so großen Menge, dass am Tag danach (oder zum Einfrieren) noch etwas übrig bleibt.


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