Gut Hermannsberg: Neues Leben in der Mördergrube

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02|07|2015  Neuigkeiten aus dem Gut Hermannsberg in Niederhausen an der Nahe: Es gibt nicht nur neue Gesichter im Führungsteam des Weingutes, sondern auch eine bemerkenswerte Neuanlage in der "Mördergrube". Dazu weiter unten mehr, zunächst zu den Personen: Nachdem Dr. Christine Dinse und Jens Reidel die Königlich-Preussische Weinbaudomäne in den vergangenen Jahren durch umfangreiche Investitionen in „Mensch und Material“ wieder an die Spitze der führenden deutschen Weinbaubetriebe herangeführt haben, wollen sich die beiden Eigentümer nun aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Die Fäden für diesen Bereich legten sie jüngst in die Hände von Stefan Weber. Der Unternehmensberater ist bereits seit 2013 beratend für Dr. Christine Dinse und Jens Reidel tätig und wurde nun mit der Führung des operativen Geschäftes der Gut Hermannsberg GmbH & Co. KG betraut. „Ziel meiner Tätigkeit in den kommenden Monaten ist es auch, Betriebsleiter und Kellermeister Karsten Peter an die spätere Übernahme dieses Arbeitsbereiches heranzuführen“, so der 58-Jährige aus Neustadt an der Weinstraße.


Neue Gesichter im Team von Gut Hermannsberg

Ebenfalls neu im Team des Gutes ist Tobias Fricke. Der 32-Jährige ist seit kurzem für der Weinkunden aus der Gastronomie und dem Fachhandel zuständig. An die Nahe „verschlagen“ hat es den Restaurantfachmann und Betriebswirt aus Niedersachsen. In Hannover war Fricke zuletzt acht Jahre lang Leiter des Spitzenrestaurant Titus in Hannover. „Während dieser Zeit habe ich meine Leidenschaft für Wein entwickelt. Daraus ist der Wunsch entstanden, beim Thema Wein noch mehr ins Detail zu gehen“, so der 32-Jährige, der dafür seine Chance sah, als er erfuhr, das im Gut Hermannsberg ein neuer Experte für den Bereich Gastronomie und Fachhandel gesucht wird.

Gut Hermannsberg, das Führungsteam 2015(v. l.): Stefan Weber, Karsten Peter, Konstanze Lange, Simone Groß und Tobias Fricke. #nahe #Nahewein #MoToLogie #GutHermannsberg
Das Führungsteam 2015 (v. l.): Stefan Weber, Karsten Peter, Konstanze Lange, Simone Groß und Tobias Fricke.

Die beiden „Neuen“ verstärken nun das bewährte Führungsteam des Gutes: Dazu gehören neben Betriebsleiter und Kellermeister Karsten Peter, der seit der Übernahme des Gutes durch Dr. Christine Dinse und Jens Reidel im Jahr 2009 mit an Bord ist, auch Simone Groß, Leiterin der Bereiche Privatkundengeschäft und Werbung, und Konstanze Lang. Die Hotelkauffrau kümmert sich um die Vermarktung des Gästehauses mit elf Zimmern und die Tagungsmöglichkeit im Weingut. Letztere ist relativ neu: Dazu wurde das „Hindenburg-Zimmer“ des Gutes in einen mit moderner Technik ausgestatteten Tagungsraum mit Platz für bis zu 18 Personen umgestaltet. Geblieben ist die fantastische Aussicht vom Raum aus in das Nahetal und auf die umliegenden beeindruckenden steilen und felsigen Weinberge.


Mördergrube: Neue Rebpflanzung in alter Weinbergsparzelle

Dort, nämlich im Bereich der Premiumlage Kupfergrube, ist die Wirkungsstätte von etlichen neuen „Mitarbeiterinnen“ des Gutes Hermannsberg: Im Frühjahr wurden in einem bislang brachliegenden Filetstück der Lage Hunderte von Riesling-Reben neu angepflanzt. Die Augen von Winzer Karsten Peter beginnen zu leuchten, wenn er von der Neuanlage spricht: Aus Gesprächen mit alteingesessenen Weinbauern weiß er, welch großes Potential in dem 1250 Quadratmeter großen Teilstück der sogenannten „Mördergrube“, die auf einer Seite von einem Felsriegel begrenzt ist und dadurch auch vor kühlen Winden geschützt wird, steckt. Ein Potential, das lange Zeit nicht genutzt wurde, denn die mit einer Neigung zwischen 60 und 70 Prozent extrem steile und dadurch schwierig zu bewirtschaftende Parzelle, die erst seit kurzem im Besitz des Gutes Hermannshöhle ist, lag über Jahrzehnte brach.

Betriebsleiter und Kellermeister Karsten Peter von Gut Hermannsberg an der Nahe. #Nahe #Nahewein #GutHermannsberg #MoToLogie
Kellermeister Karsten Peter mit einer Flasche Riesling Steinterassen. Im Hintergrund die "Mördergrube".
 
Diese „Durststrecke“ ist nun mit der Neuanlage beendet. Gesetzt wurde auf der Rebfläche Riesling-Reben aus alter Genetik: „Die Setzlinge sind eine Nachzucht aus Reben, die 70 bis 100 Jahre alt sind“, so der 38-Jährige. Dieses besondere Rebmaterial wurde bei der Neuanlage eng gepflanzt, und zwar sehr eng: Die durchschnittliche Zahl von Reben pro Hektar liegt landesweit bei rund 4000 bis 4500, auf allen Flächen des Gutes Hermannsberg bei rund 6500. Selbst das überrundet die neue Mördergrube-Parzelle locker: Hier stehen - hochgerechnet auf einen Hektar - 12 000 Reben, deren „Arbeitsziel“ nicht Höchstmengen, sondern niedrige Erträge mit ausgereiften und hocharomatischen Trauben sind. „Durch die enge Bepflanzung zwingen wir die Reben dazu, sehr tief in den felsigen Untergrund hinein zu verwurzeln“, so Karsten Peter, dessen „Wein-Vision“ mineralische und langlebige „Charakter-Weine“ sind, in denen sich die jeweilige Weinberglage unverwechselbar widerspiegelt.

Service & Bezugsquellen

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Dr. Christine Dinse hat zum 100. Geburtstag der ehemals königlich preussischen Weinbaudomäne ein prächtiges, das reich bebildertes Buch Gut Hermannsberg - Die Geschichte der königlich-preussischen Rieslingdomäne* herausgebracht, das nicht nur die ereignisreiche Geschichte des Gutes im Kontext zur deutschen Wein-, Kultur- und Zeitgeschichte beleuchtet. Mit Originalakten und Verkostungsnotizen, historische Karten, Fotos, Dokumenten und prächtigen Landschaftsaufnahmen zeichnet das großformatige Buch (28 x 29 cm) auf 270 Seiten eindrucksvoll den über 110 Jahre langen Weg vom „fiskalischen Musterweinberg“ zur Jahrhundertwende bis zum „Neuanfang“ als Gut Hermannsberg im Jahr 2009 nach. Lesens- und sehenswert! Das Buch Gut Hermannsberg - Die Geschichte der königlich-preussischen Rieslingdomäne* bekommst Du unter anderem hier*.

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