Hildegard-Wurst, Weck & Wein [HEIMATKÜCHE - Serie Teil 11]

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Hildegard-Wildwurst Wildkammer Bad Sobernheim



16|02|2017   Eine Hildegard-Wildwurst mit Kardamom, Koriander, Liebstöckel, Thymian, Ingwer und Bocksklee, ein Mispel-Limette-Brotaufstrich und ein Hildegard-Bier - diese besonderen Lebensmittel aus der Region gehören zur neuen Hildegard-Linie, die unter dem Dach des Regionalbündnisses Soonwald-Nahe (SooNahe) und der Naheland-Touristik herausgebracht wird.

Die Hildegard-Linie ist neu im Portfolio der Regionalvermarkter. Fünf Produkte, die mit dem Leben und Wirken der Heiligen Hildegard von Bingen zu tun haben, gibt es bereits, doch die Palette soll weiterwachsen. Bereits auf dem Markt ist Klaus Niedings oben genannte Hildegard-Wildwurst von Wildschweinen und Rehen aus der Region. In dem Wildprodukt (»Alle Tiere wurden bei rechtsdrehendem Vollmond geschossen«, scherzt der Inhaber der Wildkammer Bad Sobernheim) sind der von der Klosterfrau angepriesene Kräuter wie Kardamom, Liebstöckel, und Bocksklee enthalten. „Drei Wochen dauert es, bis eine solche schmackhafte Wurst fertiggestellt ist“, erzählt Nieding.


HEIMATKÜCHE - Die Serie Teil 11

Zur Hildegard-Linie gehören aktuell zudem ein Löwenzahnessig und ein Mispelaufstrich aus der Genuss-Manufaktur Vinella (Bad Münster am Stein-Ebernburg), Kekse mit dem Konterfei der Heiligen von Bäcker Alfred Wenz, Dinkelnudeln der Körnertruhe Eileen Eyer und als besonderer Clou ein Hildegard-Bier der Kirner Brauerei. Das unfiltrierte Kellerbräu trägt ein eigens kreiertes Wappen und eine Zeichnung des Hildegard-Wanderweges auf dem Flaschenetikett. Ergänzt werden wird die Lebensmittel-Linie auf jeden Fall noch mit einem Hildegard-Honig und einem Hildegard-Wein. Damit der Rebensaft seine heilsame Wirkung nicht verfehlt, wird es ein besonderer „Herzwein“ sein. Als Ergänzung zur Hildegard-Wildwurst plant Nieding plant zudem noch einen Hildegard-Kräuterschinken.

Die Hildegard-Lebensmittel von SooNahe


Die Idee zu den Hildegard-Lebensmitteln stammt von Bettina Dickes, Vorsitzende des Freundeskreises Disibodenbergs. Auf dem Disibodenberg bei Odernheim am Zusammenfluss von Nahe und Glan wirkte die Heilige Hildegard in ihren Anfangsjahren, bevor sie bei Bingen ihr eigenes Kloster gründete. Bei einer Wanderung von Dickes und Naheland-Touristik-Geschäftsführerin Ute Meinhard auf dem Hildegard-Weg, einer momentan im Aufbau befindlichen rund 150 Kilometer langen Wanderstrecke zwischen Idar-Oberstein und Bingen, kam die Frage auf, wie der Themen-Weg beworben werden könnte. Schnell kam die Idee zu einer Verknüpfung mit der Genuss-Region Nahe im Allgemeinen und der Regionalmarke „SooNahe“ im Speziellen auf. „Entlang der Strecke liegen Gasthöfe, Wirtschaften, aber auch Bäckereien und Hofläden, von denen die exklusiven Lebensmittel der neuen Hildegard-Linie vermarkten werden könnten“, so Dickes. „Möglich wären zum Beispiel auch eine Pilger-Vesper oder ein Hildegard-Menü in einem Landgasthof. Oder handgemachte Hildegard-Brötchen verkauft im kleinen Bäckerladen“, sinniert Dickes.

Ihre Idee der Hildegard-Linie wird nun gemeinsam mit der Naheland-Touristik, „SooNahe“ und anderen Mitstreitern umgesetzt. Ziel ist es, dass die Produktpalette kontinuierlich wächst. Potenzielle Erzeuger sollen animiert werden, mitzumachen. Zwei Voraussetzungen müssen dabei erfüllt werden. Die Produkte müssen einen Bezug zum Leben und Wirken Hildegards haben und zudem den Qualitätskriterien entsprechen, die von der Regionalmarke „SooNahe“ für Lebensmittel festgelegt sind. „Gesucht werden exklusive Kleinanbieter, Nischenbetriebe, die nicht den großen Markt bespielen“, so Regionalmarke-Geschäftsführer Klaus Wilhelm. Für Dickes ist das Hildegard-Produkte-Projekt auch eine direkte Form der Wirtschaftsförderung, denn als Projekt-Erzeuger werden in der Region ansässige Manufakturen und Unternehmen mit ins Boot geholt.


Mispel-Limette Brotaufstrich und Hildegard-Löwenzahnessig

Bei der ersten öffentlichen Präsentation der Hildegard-Linie in der Kirner Brauerei erläuterten jüngst die Hersteller der bisher kreierten Produkte ihre Leckereien. Die Feinkost-Manufaktur Vinella um Claudia Rapp klärte beispielsweise über die Mispel auf. Die Apfelfrüchte des kleinwüchsigen Baumes sind nach Frosteinwirkung oder längerer Lagerung essbar und haben einen typischen säuerlich-aromatischen Geschmack. Sie können zu Marmelade oder Gelee verarbeitet werden. Nach der Veredelung zum Brotaufstrich soll die Mispel nach der Lehre der Heiligen Hildegard als blutreinigendes Mittel und zur allgemeinen Stärkung dienen.

Initiatoren und Erzeuger der Hildegard-Lebensmittel-Linie (v. l.): Koordinator Reinhold Kuntz, Initiatorin Bettina Dickes, Dr. Rainer Lauf und Klaus Wilhelm von SooNahe, Michael Peitz (Kirner Brauerei), Klaus Nieding (Wildkammer), Claudia Rapp (Vinella), Eileen Eyer (Körnertruhe) und die Geschäftsführerin der Naheland-Touristik, Ute Meinhard.
Initiatoren und Erzeuger der Hildegard-Lebensmittel-Linie (v. l.): Koordinator Reinhold Kuntz, Initiatorin Bettina Dickes, Dr. Rainer Lauf und Klaus Wilhelm von SooNahe, Michael Peitz (Kirner Brauerei), Klaus Nieding (Wildkammer), Claudia Rapp (Vinella), Eileen Eyer (Körnertruhe) und die Geschäftsführerin der Naheland-Touristik, Ute Meinhard.

Von Vinella stammt auch der Hildegard-Löwenzahnessig. „Der Essig reinige den Menschen vom Gestank“, heißt es bei der Gelehrten, durch die Verfeinerung mittels Löwenzahn entstehe ein gesundheitsförderndes Produkt. Auch Dinkel hat Hildegard in höchsten Tönen gelobt, als »bestes Getreide, fettig und kraftvoll. Die Seele der Menschen mache „der Dinkel froh, voll Heiterkeit«, wird die Glaubensschwester zitiert. In der Körnertruhe Eileen Eyer in Weinsheim werden die Dinkelnudeln der Hildegard-Linie erzeugt.

„Das durch die EU geförderte Projekt des Hildegard-Weges wird unglaublich gut der Vernetzung der Region von Birkenfeld bis Bingen dienen“, ist sich Dr. Rainer Lauf, Vorsitzender vom „Regionalbündnis SooNahe“, sicher. Der Weg sei ein Paradebeispiel dafür, wie Akteure Stärken zusammenlegten und davon alle profitierten. Ute Meinhard, Chefin des Projektträgers Naheland-Touristik, freut sich, dass mit der neuen Genusslinie auch ein besonderer Schwung in das Thema Hildegard-Weg kommt. Noch in diesem Jahr soll der Wanderweg offiziell eröffnet werden. Die Lebensmittel der Hildegard-Linie bekommen Genussfreunde aktuell nur in der Wildkammer Bad Sobernheim, doch weitere Verkaufstellen kommen in kürze hinzu. Diese werden auf der SooNahe-Homepage im Internet www.soo-nahe.de veröffentlicht. Über die Website können sich auch interessierte Erzeuger bei „SooNahe“ melden.


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