Oliandi - ein Fest rund ums Olivenöl

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Oliandi - das Olivenoelfest von "zait"

23|04|2014   Wer gute Olivenöle und zudem genussreiche Feste mag, dem lege ich eindringlich den Besuch des Olivenölfestes „Oliandi“ nahe. Das Fest, das 2014 am Wochenende 3. und 4. Mai jeweils von 11 bis 18 Uhr im und rund um das Weingut Wick stattfindet, zieht jährlich tausende Besucher ins beschauliche Weindorf Zell im Zellertal. Kein Wunder, bietet es doch weit mehr als „nur“ die Möglichkeit, den neuen Olivenöljahrgang des kleinen aber feinen Olivenölhändlers „zait“ zu probieren. Der große Pavillon, in dem die Olivenöl-Verkostung stattfindet, ist nur der Kern der Festes, der von einer echten Fülle an kulinarischen und kulturellen Genussangeboten umhüllt wird.


Was steckt drin im Olivenöl Nativ Extra?

„Und dann nehmen wir einen Schuss vom GUTEN Olivenöl . . .“ Es gibt wohl kaum eine Kochsendung, in dem diese Anweisung so oder in ähnlicher Form nicht mindestens einmal fällt - und die Betonung liegt immer auf dem Eigenschaftswort gut. Doch was ist GUTES Olivenöl - und wo ist es zu finden? So vielleicht: Einfach im Supermarkt nach der Bezeichnung „Natives Olivenöl Extra“ (französisch Vierge Extra , Italienisch Extra Vergine, spanisch Virgen Extra oder portugiesisch Extra Virgem) auf der Olivenöl-Flasche suchen und zugreifen, dann wird schon nichts schief gehen. Denkste! Nativ Extra ist laut EU-Verordung zwar die höchste Olivenöl-Kategorie, aber mit der Verordnung 61/2011 hat Brüssel den europäischen Markt für Ölmischungen zweifelhafter Qualität auch in dieser Kategorie Tür und Tor geöffnet. Seit Mitte 2011 lassen sich minderwertige Olivenöle, aus denen unangenehmer Geruch und Geschmack mittels einer sogenannten Desodorierung entfernt wurden, mit hochwertigeren Ölen mischen und als nativ extra vermarkten.


Der Verbraucher soll's nicht wissen

So finden Olivenöle, die aufgrund fehlerhafter Herstellungstechniken oder schlechter Fruchtqualität deutlich fehlerhaft sind und raffiniert werden müssen, ihren (Schleich-)Weg in die „beste“ Ölkategorie - aber nicht ins Augenmerk der Verbraucher. Denn weder ein Hinweis auf eine Desodorierung noch der tatsächliche Gehalt an Alkylestern, dessen Höhe einen Rückschluss auf minderwertige Ölqualität zuließe, müssen auf auf dem Etikett angegeben werden. Der per Verordnung erlaubte Verschnitt wird verschleiert und uns Verbrauchern somit der Qualitätsvergleich unmöglich gemacht.


Andere Zaiten, andere Sitten

Schöne neue Olivenölwelt! Qualitätsstandards aufweichen und die Verbraucher darüber wenn möglich im Unklaren lassen, dieses Bestreben kennt man aus etlichen Bereichen der Lebensmittelindustrie. Und wie entkommt man diesem Diktat? Suche das Gegenteil, also hohe Qualitätsstandards und eine größtmögliche Offenheit in Sachen Produktherkunft, Qualität, Herstellung und Vertrieb. In Sachen Olivenöl führte mich diese Suche vor einigen Jahren zu „zait“. Es war genau dieser Frust über massive Manipulationen und den Verbraucher täuschende Marketingstrategien der Nahrungsmittelindustrie, der Tina Ottmann und Thomas Fuhlrott im Jahr 2001 dazu bewog, „zait“ in Grünstadt in der Pfalz zu gründen. Ihr Ziel: Gutes Olivenöl einfach, transparent und kostengünstig an Frau und Mann zu bringen.

Beim Olivenoelfest von zait koennen die Oele des neuen Jahrgangs probiert werden
Das Oliandi-Olivenöl-Probierzelt.

Ihr Weg dorthin: Die Konzentration auf eine kleine handvoll Olivenöle aus Italien, Spanien, Portugal und Griechenland, ein direkter und kontinuierlicher Kontakt zu den Herstellern, denen die Qualitätsansprüche von „zait“ vermittelt werden, umfassende sensorische und chemische Untersuchungen (unter anderem auch auf rund 270 Pestizide und Weichmacher), deren Ergebnisse dem Konsumenten jederzeit zugänglich gemacht werden, der Verkauf der Öle möglichst direkt und in Großgebinden (drei Litern) an die Kunden, um so ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen, und nicht zuletzt die Traute, ein Öl auch einmal aus dem Jahresprogramm heraus zu nehmen, wenn ein Analysewert aus dem eng gesteckten Qualitätsrahmen fällt.
„zait“ schnürt auf diese Weise ein Gesamtpaket aus Respekt und Fairness - und zwar vor dem Lebensmittel Olivenöl und dessen Qualität ebenso wie vor und gegenüber den Erzeugern und Konsumenten - und erhält dafür von mir etwas, was man mit Geld nicht kaufen kann: Vertrauen. Seit sechs Jahren decke ich mich immer im Frühjahr mit einem Jahresvorrat von rund 18 Litern Olivenöl bei „zait“ ein - vorzugsweise beim Olivenölfest im Zellertal - und noch nie bin ich von dem Olivenöl - das angesichts der hohen Qualität zu fairen Preisen angeboten wird - enttäuscht worden.


Oliandi 2014 | 3. und 4. Mai

Wer die Olivenöle von „zait“ kennen lernen möchte, für den kann ich - wie oben bereits getan - die Reise zum Oliandi-Olivenölfest nur dringend empfehlen. Spielt das Wetter mit, dann ist das Fest ein Erlebnis, das auch ohne einen Olivenöl-Einkauf eine Fülle von Eindrücken und Genüssen bietet. Dazu gehören neben der Olivenöl-Verkostung eine Wein- und eine Teeprobe, Live-Musik im Innenhof des Weingutes, die Möglichkeit, Kaffee- und Kakaospezialitäten oder kleine Gerichte aus der mediterraner Küche zu genießen, das vierzehnte World-Open im Olivenkernweitspucken und viele Stände von Festpartnern, die unter anderem Schinken, Käse und Gewürze, frisches Brot und Marmeladen, Schmuck, Keramik, Holzprodukte, marokkanische Accessoires und Seifen, Skulpturen, Plastiken und Kaleidoskope sowie Outdoor-Zelte anbieten. Das komplette Teilnehmerverzeichnis und Programm von „Oliandi 2014“ ist hier zu finden. Ein Interview mit Zait-Mitbegründer Thomas Fuhlrott findest Du hier: Das Interview zum Olivenölfest.

Das Oliandi-Olivenoelfest findet im und rund um das Weingut Wick in Zell im Zellertal statt
Innenhof des Weingutes Wick beim Olivenölfest.

TIPP

Zum Olivenölfest in Zell im Zellertal, das eine Nahtstelle zwischen der Pfalz und Rheinhessen bildet und als touristischer Geheimtipp gilt, kommen am Oliandi-Wochenende mehr Besucher, als - so vermute ich - die kleine und hübsche Weinbaugemeinde in einem ganzen Jahr begrüßen darf. Eine Parkplatzsuche in Zell ist deshalb ebenso aussichtslos wie unmöglich, die Ortsdurchfahrt wird für das Olivenölfest gesperrt. In unmittelbarer Nähe werden große Sammelparkplätze eingerichtet, von denen aus Besucher zum Fest entlang von Weinbergen wandern können – aber nicht müssen. Von „zait“ werden von und zu den Parkplätzen in Einselthum und Harxheim Shuttlebuss-Fahrten angeboten - kostenlos.
Blick vom Weindorf Zell ins Zellertal



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