Glühwein rot - Vorglühen fürs Weihnachtsfest

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Roter Glühwein.


20|12|2014   Wer in diesen Tagen über einen Weihnachtsmarkt schlendert und an dem einen oder anderen Glühweinstand tief Luft holt, der weiß, zu welchen Schandtaten die Lebensmittelindustrie fähig ist. Über 40 Millionen Liter Glühwein trinken die Deutschen alljährlich im Advent - und ein großer Teil davon ist industriell hergestellte Massenware, die mit minderwertigerem Wein, künstlichen Aromen und - zur Geschmackskaschierung - viel Zucker maschinell angerührt wird. Dabei ist es wahrlich kein Hexenwerk, qualitativ besseren Glühwein zu machen, der nicht nur deutlich angenehmer schmeckt und aromatischer ist, sondern auch (in Maßen genossen) keinen "dicken Kopf" macht.


Roter Glühwein selbst gemacht

Wichtig bei der Glühwein-Erzeugung ist - wie bei der Zubereitung aller Speisen - die Qualität der Zutaten. Aus schlechten Trauben kann keiner einen guten Wein machen, und aus schlechtem Wein keiner einen guten Glühwein. Also: Möchtest Du Glühwein selber machen, dann suche dafür auch einen guten Wein aus. Du musst keinen Châteauneuf-du-Piff-du-Paff für 38 Euro die Flasche in den Glühweintopf gießen, aber zumindest einen ordentlichen Alltagswein, den Du mit gutem Gewissen auch “pur” trinken würdest.

Die klassischen Gewürze für einen roten Glühwein sind Zimt, Kardamom und Gewürznelken, aber auch Sternanis, Ingwer, ein Hauch Muskatnuss, Vanille, Kakaoschalen, Zitrusfrüchte oder Cranberries wandern je nach geschmacklicher Vorliebe gerne in den Glühweintopf. Kein Muss, aber besonders in skandinavischen Ländern üblich ist es, die Zahl der Umdrehungen des Glühweins (schwedisch: Glögg) etwas mit Wodka oder Korn zu erhöhen, dafür kannst Du aber auch beispielsweise Brandy, Cognac oder Cassis verwenden. Auch ein Schuss Portwein darf in den Glühwein wandern. Welche Variante Du auch ausprobierst, wichtig ist: Der Glühwein darf nur erhitzt (maximal 80 Grad Celsius, im für meinen Geschmack optimalen Fall 78 Grad) und nicht gekocht werden! Andernfalls verdampft nicht nur der im Glühwein enthaltene Alkohol, sondern die Gewürze verändern ihren Geschmack und werden bitter. Hier mein Basisrezept für einen roten Glühwein, dass Du je nach eigenem Geschmack munter mit anderen Mengenverhältnissen, Gewürzen oder hochprozentigen Spirituosen variieren kannst.

Ist schnell selbst gemacht und schmeckt super: Roter Glühwein.


Rezept für roten Glühwein


Zutaten

  • 0,75 Liter trockener Rotwein 
  • 10 Kardamomkapseln
  • 5 Nelken
  • 10 Pimentkörner
  • 1 TL Korianderkörner
  • 1 Stange Zimt
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 2–3 dünne Scheiben Ingwer 
  • 150 ml frisch gepressten Orangensaft 
  • 70 g Zucker
  • 50 ml Wodka 


Zubehör

  • Glühweingläser
  • Fleischthermometer


Zubereitung | ca. 20 Min. plus Ziehzeit

  1. Gib zunächst den Rotwein in einen Topf. Die Kardamomkapseln, Nelken, Piment- und Korianderkörner in einem Mörser grob anstoßen und alles zusammen mit der in drei Teile gebrochenen Zimtstange, der Prise Muskatnuss, Ingwerscheiben, Orangensaft, Zucker und Wodka unter Rühren zum Rotwein geben. 
  2. Nun das Ganze zugedeckt und bei gelegentlichem Umrühren so lange sanft erhitzen, bis sanft die ersten Blubberbläschen kontinuierlich aufsteigen - dann sollten ca. 80 Grad Celsius erreicht sein. Hast Du ein Fleischthermometer zur Hand, dann kannst Du damit die optimale Temperatur von 78 Grad genau bestimmen. Jetzt die Temperatur herunterdrehen und den Topf noch ca. 15 Minuten auf sehr kleiner Flamme stehen lassen. Anschließend den Herd ganz ausschalten und den Glühwein für mindestens 30 bis 60 Minuten ziehen lassen. Wer die Finger länger vom Glühwein lassen kann, umso besser, eine längere Ziehzeit schadet dem Getränk nicht. 
  3. Ist die Zeit für den Glühweingenuss reif, diesen auf Trinktemperatur erhitzen und durch ein feines Sieb in die Punschgläser oder Glühweintassen geben. Je nach eigenem Geschmack kann jeder Trinkende seinen Glühwein im Glas oder Becher noch Abschmecken, zum Beispiel mit der Zugabe einer weiteren Prise Zucker (ich benutze dafür am liebsten Muscovado- oder Invertzucker), einiger Orangen- oder Zitronenscheibe oder einem Schuss Hochprozentigem. 

Tipp

Welchen Wein zum Gühen verwenden? Einen jungen, gradlinigen, fruchtigen Rotwein ohne Barrique-Note. Wer seinen heimischen Winzer unterstützen möchte, den greift zu einem Portugieser, Regent oder Trollinger, Frankophile nehmen einen Côtes du Rhône oder einen Roten aus dem Languedoc-Roussillon. Aus Italien bietet sich zum Beispiel ein Merlot, Montepulciano d’Abruzzo oder Primitivo an, aus Spanien ein einfacher Tinto.


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