14 VDP Weingüter präsentieren über 60 Weine - Spätlese-Sonderverkostung inklusive


Frank Schönleber und Daniel Butz


19|08|2017   14 VDP Weingüter von Nahe und Ahr, über 60 Weine - darunter 14 erstmals präsentierte neue "Große Gewächse" und acht besondere Riesling Spätlesen der Jahre 2010 bis 2016 - sowie kleine kulinarische Köstlichkeiten vom "ForstMobil" der Wildkammer aus Bad Sobernheim, das alles wartet auf die Besucher der neuen Veranstaltung "VDP@Emrich-Schönleber" am Samstag, 9. September, von 10 bis 16 Uhr im Weingut Emrich-Schönleber in der Soonwaldstraße 10a in Monzingen.

"Mehr Präsenz des VDP in der Region zeigen", dieses Ziel gab Winzer Frank Schönleber im April 2016 aus, als er das Amt als Vorsitzender des VDP Regionalverbandes Nahe übernahm. Gesagt, getan! Im Juni lockte das "VDP.Heimspiel 2017" über 400 Besucher zur Probe des neuen Weinjahrgangs an die Nahe, nun gibt es in Kürze eine weitere Gelegenheit, an einem Tag ausgewählte Weine von Güter des VDP zu probieren. Bei der Premiere der Veranstaltung "VDP@Emrich-Schönleber" in Monzingen werden am Samstag, 9. September, von 10 bis 16 Uhr insgesamt 14 VDP Weingüter (sechs von der Ahr und acht von der Nahe) jeweils vier ihrer Weine im Fasskeller des Weingutes Emrich-Schönleber präsentieren. "Jedes Weingut wird unter anderem ein Großes Gewächs mitbringen. Diese Spitzenweine werden erstmals vorgestellt", so Frank Schönleber, der sich freut, dass bis auf das Weingut Dr. Crusius, dass an diesem Tag bereits eine Eigenveranstaltung im Terminkalender stehen hat, alle VDP Weingüter von der Nahe und der Ahr bei der gemeinsamen Präsentation mitmachen (siehe auch die Teilnehmerliste weiter unten).

Frank Schönleber, Vorsitzender des VDP Nahe
Frank Schönleber, Vorsitzender des VDP Nahe, freut sich darauf, 13 Winzerkollegen zur Weinveranstaltung "VDP@Emrich-Schönleber" begrüßen zu dürfen.

Als gastronomischer Partner reist die Wildkammer aus Bad Sobernheim mit dem "ForstMobil" an, so dass Besucher Gelegenheit haben, sich mit erstklassigen Wildbratwürsten oder Wildburgern zu stärken.
Bei den Weingütern von der Ahr haben die Besucher Gelegenheit, ausgewählte trockene Spät- und Frühburgunder vom Gutswein bis zum "Großen Gewächs" zu probieren, an den Tischen der Naheweingüter gibt vorrangig der Riesling - ergänzt um einige Weiß- und Grauburgunder - den Ton an, wobei der Fokus auch hier auf den trockenen Weinen liegt.


Sonderverkostung: Die Spätlese wieder ins Rampenlicht rücken

Die trocken ausgebauten Spitzenweine aus deutschen Landen, speziell der Riesling, sind in den vergangenen Jahren (zu Recht) immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Eine Entwicklung, die aber zugleich speziell den restsüß ausgebauten Weine nicht gut bekam, denn diese gerieten immer mehr in den Schatten der trockenen Weine. »Zu Unrecht, denn die Nahe wird international auch ihrer exzellenten Spätlesen wegen hoch geschätzt«, so Schönleber. Zeit also, die restsüße Spätlese wieder mehr ins Licht zu stellen. An einem speziellen Spätlese-Tisch werden deshalb am 9. September acht besonders gelungene Riesling Spätlesen der Jahrgänge 2010 bis 2016 der VDP Weingüter zum Verkosten bereit stehen. Ausgeschenkt werden die Riesling Spätlesen von Daniel Butz, ehemals langjähriger Sommelier bei Johann Lafer, der sich mit Wein im Speziellen und Nahewein im Besonderen bestens auskennt und Informationen und interessante Hintergrundwissen rund um die Riesling Spätlese liefern wird. "Wenn eine Riesling Spätlese zwei bis fünf Jahre gereift und die Süße geschmacklich zurückgegangen ist, dann passt dieser Weintyp auch hervorragend zu vielen Speisen, auch zu herzhaften", bricht Butz, der als selbständiger Gastronom das Café und die Weinbar Michel in Stromberg betreibt, eine Lanze für diesen restsüßen Weintyp.

Sommelier und Gastronom Daniel Butz
Sommelier und Gastronom Daniel Butz kümmert sich um die Spätlese-Sonderverkostung.

An den Spätlesen von der Nahe schätzt der mehrfach prämierte Sommelier besonders deren große geschmackliche Varianz in Kombination mit ihrer Eleganz und feinen Verspieltheit. "Die Nahespätlese spiegelt den jeweiligen Bodentyp, von dem sie stammt, hervorragend wieder", so Butz, der sich mit dem Vorsitzenden des VDP Nahe darin einig ist, dass sich die besten Spätlesen der VDP Güter auf Augenhöhe mit den trockenen "Großen Gewächsen" bewegen: Eine restsüße Spätlese ist eine andere Interpretation einer großen Lage, ansonsten aber genauso gut wie das trockene Große Gewächs derselben Lage, betonen beide unisono.


Eintrittskarten für "VDP@Emrich-Schönleber"

Wer sich davon überzeugen möchte, der sollte die Weinpräsentation "VDP@Emrich-Schönleber" am Samstag, 9. September, von 10 bis 16 Uhr im Weingut Emrich-Schönleber in Monzingen nicht verpassen. Der Eintritt kostet 20 Euro, Wein und Wasser sind inklusive. Karten können in der VDP Geschäftsstelle via E-Mail info@vdp-nahe.de bezogen oder direkt am Tag der Veranstaltung beim Einlass ins Weingut gekauft werden.


Die teilnehmenden Weingüter

NAHE
Schlossgut Diel │ Dönnhoff │ Emrich-Schönleber │ Gut Hermannsberg │ Kruger-Rumpf │ Prinz Salm │ Joh. Bapt. Schäfer │ Schäfer-Fröhlich 

AHR
J.J. Adeneuer │ Deutzerhof │ Kreuzberg │ Meyer-Näkel │ Nelles │ Jean Stodden 


Gut zu wissen: die Spätlese

Spätlese ist - so ist es in Wikipedia nachzulesen - ein Prädikat für Qualitätsweine. Sie gehört zur Wein-Qualitätsstufe der Prädikatsweine. Einer lokalen Sage nach entstand die Bezeichnung entstand 1775 im Rheingau. Den Weingütern dort wurde damals die Leseerlaubnis von den Gemeinden vorgeschrieben. Eine Ausnahme bildete jedoch das Schlossgut Johannisberg, das zum Besitz des Bistums Fulda gehörte. Die Johannisberger Mönche mussten die Erlaubnis zur Weinlese direkt vom Fuldaer Fürstbischof einholen. Sie schickten deshalb einen berittenen Boten nach Fulda, doch in jenem Jahr verspätete sich die Rückkehr des Boten aus unbekannten Gründen. Die Trauben waren währenddessen von der Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) befallen. Obwohl sie die Ernte für verloren hielten, brachten die Mönche die Trauben ein und kelterten sie. Als sie im darauffolgenden Frühjahr den jungen Wein verkosteten, waren sie von dessen hervorragender Qualität überrascht. Die Bezeichnung wurde daraufhin für besonders hochwertige Weine üblich, und nebenbei hatte man die positiven Effekte der Edelfäule entdeckt. (Quelle: Wikipedia)

Laut Herbert Michel ist diese Geschichte über die Entdeckung der Spätlese aber eine "faule Angelegenheit". Anhand verschiedener anderen historischen Quellen lasse sich belegen, dass der positiven Effekte der Edelfäule auf die Weinqualität bereits früher entdeckt worden sei. So habe J. B. von Rohr in seiner »Viticultura Germaniae« von 1730 festgehalten: „Einige sehen es gerne, wenn eine kleine Fäulnis die Weintrauben trifft und warten daher auch mit der Weinlese so lange, bis ein Regen auf die Trauben gefallen ist und sie hierdurch zu einiger Fäulnis disponiert, damit ihnen einige Süßigkeit zu Wege gebracht werde.” Mehr zur Diskussion über die Ursprünge und Geschichte der Spätlese ist hier nachzulesen.

Alle Personenbilder: Moderne Topfologie
Flaschenfoto: Bernward Bertram für VDP