Schatzkammer-Plünderung [3]: Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Auslese 2002


Riesling Auslese Hermannshöhle und Winzer Helmut Dönnhoff


03|10|2017   Tief unten in meiner Weinschatzkammer-Truhe schlümmen noch einige wenige ältere Flaschen edelsüßer Weine aus dem Weingut Hermann Dönnhoff an der Nahe. Groß vorstellen brauche ich dieses Weingut, das im beschaulichen 370-Seelen-Dorf Oberhausen in unmittelbaren Nähe des Naheufers beheimatet ist, wohl nicht, denn es ist weltbekannt. Seit Jahrzehnten sind sich die Kritiker bei der Nennung des Namen Dönnhoff einig: Dies ist eines der besten Weißweingüter weltweit. Einige Stimmen dazu: „Weingut Dönnhoff, eine Institution des Nahe-Weinbaus, ein unverrückbarer Fels!“, heißt es im Gault&Millau Weinguide.  „Der König des Rieslings! Vier Mal in Folge geht der Preis für den besten trockenen Riesling des Jahres an Helmut Dönnhoff!“, notierte der "Feinschmecker". Und der "Decanter"  schrieb Mitte 2015„Die besten 20 Weingüter der Welt. Dabei der ‚Dalai Lama‘ der Nahe Helmut Dönnhoff mit seinem Sohn Cornelius!“

Erreicht hat diesen Status in den vergangenen zuvorderst Winzer Helmut Dönnhoff (Archivfoto oben), der das Gut 1971 übernahm. Sein Sohn Cornelius, Winzer in vierter Generation, führt heute das weltberühmt Gut auf höchstem Niveau und weiterhin unterstützt von seinem Vater fort. Beide sind Verfechter eines sehr fokussierten und klassischen Rieslingstils, der dazu beiträgt, die Herkunft der Weine aus den namhaften Weinbergen des Gutes schmeckbar zu machen. Finesse und Filigranität, Zartheit, Reintönigkeit und Frische zählen hier stets mehr als nur pure Opulenz und Fülle.

Die Riesling Auslese des Jahrgangs 2002 stammt aus der Niederhäuser Hermannshöhle, nicht nur die wohl bedeutenste Lage des Weingutes Dönnhoff, sondern auch eine der bekanntesten Rieslinglagen weltweit.

Langenkarte Hermannshöhle
Top-Weinlage an der Nahe: die Niederhäuser Hermannshöhle. Karte: DWI


Randnotiz


Die Niederhäuser Hermannshöhle ist seit über 100 Jahren die steuerlich am höchsten bewertete Lage an der Nahe. Der Name leitet sich von einem kleinen Bergwerkstollen also der Höhle im Mittelteil des Berges ab. Und der Vorname Hermann stammt von dem griechischen Hermes ab, dieser ist der römische Schutzgott der Boten und Reisenden. Es wird vermutet dass dies ein Hinweis auf eine alte Kultstätte ist. Auf einer Höhe von 130-175 m über NN liegen die 8 ha Rebfläche der absoluten super Südlage. Die extrem steilen Hänge bestehen größtenteils aus schwarz-grauem Schiefer vermischt mit vulkanischem Eruptivgestein, Phorphyr und Kalkstein, ein wenig Sand und Lehm - ein Konglomerat aus vielen möglichen Böden in leichter Erde. Hier liegt das älteste Gestein der Gemarkung Niederhausen. Es wurde im Oberkarbon vor über 300 Millionen Jahren abgelagert.