Gnocchi alla Sorrentina – kleine Kartoffel-Nocken mit Tomatensauce, Mozzarella und Basilikum [plus Wein-Tipp]


Gnocchi alla Sorrentina.


19|01|2019   So einfach gemacht und doch so lecker! Mit nur wenigen (besten) Zutaten zauberst Du Dir mit Gnocchi alla Sorrentina die Sonne Italiens auf den Teller - sei es im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Kommt dazu dann auch noch ein südländischer Wein wie der Torre Testa Rosato aus Apulien auf den Tisch (siehe Wein-Tipp weiter unten), dann weht ein wohlig-warmer mediterraner Hauch durch Deine Küche.

Gnocchi und Tomatensauce, Mozzarella, Parmesan und frisches Basilikum - das nach der Stadt Sorrento südlich von Neapel benannte italienische Gericht Gnocchi alla Sorrentina ist ein Genuss, für den Du weder eine ellenlange Liste an Zutaten noch besondere kochtechnische Kniffe oder unheimlich viel Zeit braucht - besonders, wenn Du gekaufte statt selbstgemachte Gnocchi verwendest. Wie bei allen aber besonders bei den "einfachen" Gerichten gilt aber auch hier der Grundsatz: Greife nur zu den qualitativ besten Grundprodukten, so zu Tomaten/Tomatenprodukten aus reifen und schmackhaften Tomaten (zum Beispiel aus San Marzano Tomaten*) und allerbeste Gnocchi aus der Frischetheke.


 Gnocchi alla Sorrentina Türmchen


Traditionell werden die Gnocchi alla Sorrentina in Kampanien in kleinen Terrakottaschälchen überbacken, aber für die alltägliche familiäre Küche oder "große Runde" bereite ich dieses Gericht auch gerne in der Auflaufform zu. Besonders schick anrichten lässt sich das Gnocchi-Gericht, wenn Du es in kleinen runden Backförmchen Soufflé- oder Crème-Brûlée-Schälchen (Ø 8 bis 9 cm) zubereitest. Ist das Gericht fertig überbacken, stürze es aus den Förmchen vorsichtig heraus und richte je eines der flachen Gnocchi alla Sorrentina-Türmchen auf einem Teller an.

Gnocchi in Tomatensauce mit Zucchini und Basilikum.
Gnocchi alla Sorrentina-Türmchens mit überbackenen Zucchini-Scheiben.

Auf diese auf den Teller bringe ich Gnocchi alla Sorrentina gerne als Zwischengang. Dann ergänze ich das Gericht auch um einige mit Parmesan überbackene Zucchini-Scheiben, die ebenfalls einfach gemacht sind. Die Zucchini-Scheiben passen geschmacklich bestens zu den Gnocchi in Tomatensauce und setzen so schöne farbige Kontapunkte zu den durch die Tomatensauce rotglänzenden Gnocchi, dass es eine rechte Augenweide ist.


Rezept für Gnocchi alla Sorrentina

 

Gnocchi alla Sorrentina mit Tomatensauce, Mozzarella und Basilikum.


ZUTATEN  |  für 4 Personen als Hautgericht oder 8 Pers. als Zwischengang

  • 1 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • ca. 500 ml passierte Tomaten
  • 50 ml Sahne
  • 16 Basilikumblätter
  • Salz, Pfeffer
  • 600–700 g Gnocchi
  • ca. 200 g Büffelmozzarella
  • 40 g Parmesan
  • 1–2 EL Butter


ZUBEREITUNG  |  ca. 45 Min.

  1. In einem Topf Olivenöl erhitzen. Die ungeschälte Zwiebel halbieren und mit der Schnittfläche nach unten im Olivenöl ca. 3 Min. anbraten. Die Hitze reduzieren, die passierten Tomaten, die Sahne und 6 Basilikumblätter hinzugeben. Mit etwas Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen und ca. 15 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Sauce angedickt ist.
  2. Die Gnocchi aus der Frischetheke nach Packungsanleitung zubereiten, also ca. 4–5 Min. in einer Pfanne von allen Seiten bräunen). Währenddessen die Zwiebelstücke aus der Tomatensauce entfernen. Vom Büffelmozzarella 100 g in kleinere Stücke reißen oder schneiden und in die Sauce geben. Herd ausschalten und die Sauce mit einem Löffel umrühren, so dass sich der schmelzende Büffelmozzarella gut verteilt.
  3. Backofen auf 180 °C vorheizen. Von den restlichen 10 Basilikumblättern 5 fein hacken und zur Tomatensauce geben. Gnocchi und 2 EL geriebenen Parmesan in den Topf geben und mit der Sauce verrühren. Gnocchi mit Tomatensauce auf die Auflaufform(en) verteilen. Mit dem restlichen in Scheiben geschnittenen Büffelmozzarella und dem übrigen geriebenen Parmesan belegen. Für ca. 15 Minuten in den Backofen geben, bis der Käse geschmolzen ist. Dann noch kurz unter dem Grill des Ofens überbacken. Die restlichen Basilikumblätter (5) in feine Streifen schneiden und damit die Gnocchi alla Sorrentina garnieren.

ERWEITERUNG

Du möchtest Du das Gericht um mit Parmesan überbackene Zucchini-Scheiben ergänzen, dann ist auch das schnell gemacht.

Zutaten | für 4 Personen

  • 2 mittelgroße Zucchini
  • etwas Olivenöl
  • schwarzer Pfeffer
  • 100 g Parmesan

Zubereitung


  1. Die Zucchini längs in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden. Den Parmesan in etwas gröbere Stücke reiben. Die Zucchini-Scheiben nebeneinander auf ein mit Packpapier belegtes Backblech legen. Mit Olivenöl bepinseln und mit etwa schwarzem Pfeffer würzen. Den Parmesan gleichmäßig über die Scheiben verteilen. Blech in den Backofen geben und so lange backen, bis der Parmesan verlaufen ist. 
Gnocchi mit Tomatensauce und Basilikum.
Frisch aus dem Ofe: Gnocchi alla Sorrentina in der Backform.

Wein-Tipp


Ein Gäbelchen von Gnocchi alla Sorrentina reicht, um sich wie im Urlaub in Italien zu fühlen. Steigern lässt sich dieses Gefühl noch durch einen Wein, der aus dem Land, wo die Zitronen blühn und im dunkeln Laub die Goldorangen glühn, gekeltert wurde: den Torre Testa Rosato.

Erzeugt wurde der Rosé auf dem "Stiefelabsatz" Italiens, und zwar in der IGT Salento einige Kilometer nördlich von Brindisi. Dort verfügt Winzerehepaar Romina und Luigi Rubino, Leiter des Weingut Tenute Rubino, über einen besonderen Schatz: Susumaniello - eine für die Region typische autochthone Rebsorte. Aus der erzeugt das Winzerehepaar nicht nur die beiden Rotweine Torre Testa und Oltremé (letzteren habe ich jüngst in meinem Ofengemüse-Rezept empfohlen) und zwei Schaumweine, sondern seit dem Jahrgang 2014 auch einen Rosato, den Torre Testa Rosé – und der ist ein echter Charakterkopf mit Charme.

Der Torre Testa Rose der Tenute Rubino.


Das Geheimnis der Rubino Weine liegt jedoch nicht nur in der autochtonen Rebsorte Susumaniello (mehr über deren Herkunft erzähle ich Dir hier), sondern auch an der ganz besonderen Lage. Direkt an der Adria acht Kilometer nördlich von Brindisi gelegen, wächst der Susumaniello von Rubino auf den kalkhaltigen Böden der Tenuta Jaddico, die einen hohen Sandanteil aufweisen. In Kombination mit einem niedrigen Ertrag, der für alte Susumaniello-Rebstöcke typisch ist, sowie schonenden Ausbau (temperaturkontrolliere Gärung im Stahltank, keine malolaktische Gärung, Fasslagerung im Edelstahl über mindestens 5 Monate) bringt Ehepaar Rubino einen Rosato in die Flasche, der den für Rosé-Weine typischen fruchtigen und lebendig-beschwingten Überschwang mit einer "zügelnden" Portion Ernst in Form von Tannin und Säure (5,9 g/l), Würze und kalkiger Trockenheit verbindet.

Zu den Gnocchi alla Sorrentina probierte ich jüngst den Jahrgang 2017 des Torre Testa Rosé, der in einem helle Zartrosa mit leichten lila und orangen Nuancen im Glas funkelt. In der Nase verströmt der Rosé eine frische Fruchtigkeit mit Aromen von zuvorderst, Erd- und Himbeere, etwas Granatapfel und Kirsche. Am Gaumen dominieren zunächst Himbeere und kleine Walderdbeeren, sowie ein Touch reife Banane, dann steuern Bitter- und Zwergorangen ihre Aromen sowie eine dezente Bitterkeit bei und geben dem Wein Griffigkeit und Kontur. Ein Zusammenspiel, das sich auch im Abgang wiederholt. Auch dort vertändelt sich der Rosé nicht in Frucht und Süße, sondern läuft in einem trockenen, von einer feinen Tanninherbe und kräutrigen Würze dominierten Geschmacksbild aus.

Ich bin – offen gestanden – kein allzu großer Fan von Rosé-Weinen, die mir nur allzu oft mit ihrer plakativen Fruchtigkeit und eher süßlich-aufdringlichen Machart nach nur wenigen Schlucken schon gehörig auf den Geschmacksnerv gehen, aber die Kombination von frischer Frucht und würzig-trockenem Ab- und Tiefgang, die der Torre Testa Rosé (Preis um die 13 Euro pro Flasche) aufs Parkett legt, gefällt mir richtig, richtig gut . . . und offenbar nicht nur mir. In den Weinführern Italiens sahnt der Torre Testa Rosato regelmäßig hohe Bewertungen ab und der Falstaff zeichnete ihn jüngst bei der „Rosati d’Italia Trophy 2018“ mit 91 Punkten aus. Meine Bewertung liegt zwei Pünktchen darunter, was an meiner Empfehlung aber nichts ändert: den Torre Testa Rosato, von dem pro Jahrgang nur ca. 5 000 Flaschen produziert werden, unbedingt einmal probieren! Zum Beispiel zu Gnocchi alla Sorrentin, zu Bandnudeln in fruchtig-frischer Tomatensauce, Linguine mit Scampi, zu Kräuterrisotto, frittierten Meeresfrüchten, Thunfischcarpaccio oder beim Grillabend zu einem fruchtig-frischen Salat und gegrilltem Fisch.

Der Torre Testa Rose der Tenute Rubino passt perfekt zu Gnocchi in Tomatensauce.
Passt perfekt zu Gnocchi in Tomatensauce: der Torre Testa Rosé der Tenute Rubino.

Foto Basilikum: Markus Spiske
Restliche Fotos: Moderne Topfologie