Bank im Renaissance-Keller: Die »wineBank Nahe« im »Fürstenwärther Hof« in Meisenheim

Meisenheimer Hof und wineBank Nahe


25|06|2026   Die Region Nahe erhält eine neue Bank. „Hm, na und?“, mag der ein oder andere jetzt denken. „Geldinstitute gibt’s hier ja schon einige und überhaupt: Warum wird darüber in einem Food & Wine-Blog berichtet? Was hat eine Bank mit Essen und Trinken zu tun?“ Diese Bank eine ganze Menge! Denn in Meisenheim wird die erste Weinbank der Region eröffnet.


Die „wineBank" im Renaissance-Keller des "Fürstenwärther Hofs"


Der Ort, an dem die „wineBank Nahe“ (so der offizielle Name) einziehen wird, ist ebenso geschichtsträchtig wie besonders: Der alte gemauerte Gewölbekeller, in dem rund 150 Fächer für die Lagerung von Wein „einziehen“ werden, stammt aus der Renaissance und liegt tief unter dem „Fürstenwärther Hof". Der ehemalige Adelshof aus dem 16. Jahrhundert in der Obergasse 8–10 im historischen Zentrum von Meisenheim wird momentan sozusagen in die neue Zeit katapultiert: Die Meisenheimer Hof GmbH & Co. KG., zu der unter anderem das Hotel und Restaurant Meisenheimer Hof, das Café Meisentörtchen und das Weinhaus Disibodenberg im Boos von Waldeckschen Hof gehören, investiert und neun Millionen Euro in die denkmalgerechten Generalsanierung des historischen Adelshofes. 

Umbau des Fürstenwärther Hofs
Der Umbau des Fürstenwärther Hofs in Meisenheim ist aktuell im vollem Gange.  Foto: Kai Brückner


Nach Abschluss der Sanierung, die 2024 begann, wird der „Fürstenwärther Hof" ein neues Restaurant mit rund 40 Plätzen und Außengastronomie, einen Hotelbereich mit 14 Doppelzimmern und Suiten, Tagungsräume und Salons sowie eine „wineBank“ im Gewölbekeller beherbergen. „Das Bauprojekt schreitet aktuell gut voran. Wir gehen davon aus, dass das gesamte Ensemble vollständig im Mai kommenden Jahres fertiggestellt sein wird. Fest steht aber schon jetzt: Die „wineBank“ wird bereits zum Jahresanfang am 2. Januar 2027 an den Start gehen“, so Spitzenkoch Markus Pape, geschäftsführender Gesellschafter der GmbH & Co. KG, der sich ebenso wie seine Mitgesellschafter Professor Christian Held, Matthias Bahr und Erik Koch auf das Fortschreiten des ambitionierten Projektes freut. 

"wineBank Nahe": Weit mehr als ein (perfekter) Ort zum Lagern von Wein

Bruno Schulz, Gastgeber der neuen „wineBank Nahe“
Schreckt auch vor großen Flaschen nicht zurück: Bruno Schulz, Gastgeber der "wineBank Nahe".


Mit Spannung und großer Vorfreude auf die Eröffnung der „wineBank“ voraus blickt auch Bruno Schulz. Der Weinkenner, Weinbuch-Autor, Kommunikationsprofi und „Genussmensch par excellence“ aus Bad Kreuznach wird die Rolle des Gastgebers in der „wineBank Nahe“ einnehmen. Für diese Aufgabe hat der 60-Jährige, aus dessen Feder unter anderem das Buch „Easy Drinking - Mehr Wein – Weniger Theater“ stammt, bereits eine Menge Ideen „in der Pipeline“, doch dazu später mehr. Klären wir zuerst die Frage: Was ist eine „wineBank“? Nun, zunächst einmal ein Ort, an dem Kundinnen und Kunden ihre Weine unter optimalen Bedingungen einlagern können. Die „wineBank“ bietet eine limitierte Anzahl von Weinfächern verschiedener Größen in einer Umgebung, die in Sachen Temperatur, Luftfeuchte und Beleuchtung perfekt geeignet ist, um edle Tropfen auch für längere Zeit bestens gelagert zurückzulegen. Wer eines der limitierten Fächer ergattern möchte, muss Weinbank-Clubmitglied werden. Je nach gewählter Kategorie der Mitgliedschaft (Rot; Gold; Platin oder Schwarz) erhalten Mitglieder ein persönliches und nur für sie zugängliches Weinfach für die Lagerung einer unterschiedlichen Zahl an Flaschen. „Der tief unter der Erde liegende Renaissance-Gewölbekeller des „Fürstenwärther Hof“ aus dem 16. Jahrhundert bietet ein Raumklima, das für die Lagerung von Wein keine Wünsche offenlässt“, zeigt sich Bruno Schulz vom gewählten Ort für die „wineBank Nahe“ begeistert. 

Skizzen der WineBank Nahe
Architektur-Skizzen zur künftigen "wineBank Nahe".


Rund 150 Fächer verschiedener Größe werden Markus Pape zufolge im rund 100 Quadratmeter großen Renaissance-Gewölbekeller Platz finden, wobei 50 Fächer von den Restaurants Meisenheimer und Fürstenwärther Hof selbst genutzt werden und 100 Fächer für Weinfreude offenstehen. Mithilfe einer Schlüsselkarte können diese rund um die Uhr in den Keller gehen, das persönliche Weinfach öffnen und eigene Weine alleine oder in Gesellschaft zu verkosten. „Zudem dürfen unsere ‚wineBank‘-Mitglieder auch eigene Weine aus dem Weinfach in eines unserer beiden Restaurants zum Verzehr mitbringe. Wir entkorken dort gerne die Flasche für die Hälfte unseres üblichen Korkgeldes, also für 15 Euro“, spricht Markus Pape einen weiteren Pluspunkt für die Clubmitglieder an.

Eine „wineBank“ ist aber noch viel mehr als ein spezieller Ort zur Lagerung von Wein. Für Winzer Christian Ress, der das „wineBank“-Clubkonzept entwickelte, stand von Anfang an auch die Idee einer „wineBank“ als Ort des Austausches und der ebenso genussvollen wie facettenreichen Kommunikation zum Thema Wein im Mittelpunkt. „2003 hatte ich die Idee, einen besonderen Ort zu kreieren, an dem Weinbegeisterte Tag und Nacht zusammenkommen, ihren Wein optimal lagern, ihre Leidenschaft teilen und exklusive Events erleben können. So eröffnete ich die erste ‚wineBank‘ in meiner Rheingauer Heimatstadt“, so der Winzer und „wineBank“-Gründer aus dem Rheingau. 

Spitzenkoch Markus Pape und Genussmensch Bruno Schulz
Sind für einen Plausch bei einem Glas Wein - beispielsweise über die neuen „wineBank Nahe“ - immer zu haben: Spitzenkoch Markus Pape (l.) und Genussmensch Bruno Schulz.


Ganz gemäß dieser Grundidee ist eine „wineBank“ ein exklusiver Treffpunkt für Genießerinnen und Genießer, der ein (kommunikatives) Netzwerk von den „wineBank“-Betreiberinnen und Betreiber über Sommeliers und Weinprofessionals bis hin zu den Mitgliedern und unterschiedlichen Kooperationspartnern spannt. An allen „wineBank“-Standorten, von denen es aktuell 21 Stück in vier Ländern gibt, finden exklusive Veranstaltungen rund um das Thema Wein statt, an denen die Mitglieder teilnehmen dürfen – und das nicht nur an einem Standort, sondern an allen. Denn wer Mitglied der „wineBank“ wird, schließt seine Clubmitgliedschaft zwar für einen speziellen Standort ab, hat mit seiner Mitgliedskarte aber auch weltweit Zugang zu allen Standorten (meist sogar rund um die Uhr an allen Tagen eines Jahres) und kann dort auch an den Club-Events teilnehmen. 


„wineBank Nahe“: Genussvolle Veranstaltungen für Jedermann 


Genau an dieser Stelle, nämlich im Bereich Veranstaltungen und Kommunikation, nimmt Bruno Schulz seine Position als künftiger „Gastgeber“ der „wineBank Nahe“ ein. Der Weinkenner, Genussexperte sowie Mitinhaber des „Kreuznacher Senfwerks“ und der Kommunikationsagentur „schulz & tebbe“ wird die „wineBank“ und deren Umfeld durch Veranstaltungen aller Art mit Leben und Möglichkeiten zum Austausch füllen. Geplant sind unter anderem Verkostungen und Präsentationen von Weingütern, lockere Weinevents für Wein-Neulinge, Masterclass-Weinveranstaltungen für Profis, Events zum Thema „Food and Wine-Pairing“, ein „After Business Wine“ und anderen Veranstaltungsformate, die zum Teil auch für Nicht-Mitglieder zugänglich sein werden.

Markus Pape und sein Sous-Chef Erik Koch
Markus Pape und sein Sous-Chef Erik Koch erläutern bei einem Rundgang durch den "Fürstenwärther Hof" das künftige gastronomische Konzept.


An Ideen für „wineBank Events“ mangelt es Bruno Schulz nicht. Und der Bad Kreuznacher ist – das spürt man in jeder seiner Ausführungen – von der „wineBank“-Einrichtung im „Fürstenwärther Hof“ („Ein mutiger und toller Schritt!“) gleichermaßen begeistert wie von den genuss-, kultur- und heimatverliebten Köpfen der Meisenheimer Hof GmbH („die auch mal Sinn vor Ertrag stellen“) und dem Städtchen Meisenheim insgesamt („Eine echte Perle hervorragender Qualität, mit der sich auch touristisch wuchern lässt.“).

"Wein muss nicht erklärt werden, um zu funktionieren."
Bruno Schulz

Seine Fühler zu Weinprofis aller Couleur im In- und Ausland hat der 60-Jährige bereits ausgestreckt, und so darf man bereits jetzt auf die künftigen Events gespannt sein. „Wir werden Experten der Weinwelt vom internationalen Weinjournalist über renommierte Sommeliers bis zu nationalen und internationalen Spitzenwinzern nach Meisenheim holen, die Spannendes über den Weinbau und außergewöhnliche Weine zu erzählen haben“, macht Schulz Appetit. Und der Autor des Buches „Easy Drinking – Mehr Wein – Weniger Theater“) verspricht noch etwas: Die Veranstaltungen der „wineBank Nahe“ sollen zuvorderst Spaß machen und Lust auf den Weingenuss wecken. Keine elitären Rituale, kein önologisches Fachchinesisch, kein staubtrockenes Schulungskauderwelsch! Stattdessen offene Türen und Kommunikationskanäle und Veranstaltungen, die Weinwissen und Weinerfahrungen „locker und ohne Prüfungsgespräch-Atmosphäre zugänglich machen. Denn Wein“, so Bruno Schulz, „muss nicht erklärt werden, um zu funktionieren.“


Weinexperte Bruno Schulz
Weinkenner, Genussexperte und Kommunikationsprofi Bruno Schulz ist auch Autor des Weinbuches „Easy Drinking – Mehr Wein – Weniger Theater“.


wineBank-Clubmitglied werden

Weitere Informationen zum Clubkonzept der „wineBank Franchise GmbH & Co. KG“, zu den Kosten für die jeweiligen Kategorien einer Clubmitgliedschaft und zu den einzelnen Standorten sind online auf www.winebank.de zu finden.
Wer sich schon jetzt über eine Mitgliedschaft und Weinlagerfach in der „wineBank Nahe“ in der Obergasse 8–10 in Meisenheim informieren möchte, erhält diesbezügliche Informationen auch direkt bei „wineBank“-Gastgeber Bruno Schulz, E-Mail nahe@winebank.de; Tel. 0171 / 5 39 32 16.



Das Bauprojekt Fürstenwärther Hof

Die Meisenheimer Hof GmbH & Co. KG. investiert rund neun Millionen Euro in das aktuelle Bauprojekt. Dieses beinhaltet unter anderem eine Hotelerweiterung und die Einrichtung eines Restaurants im "Fürstenwärther Hof", einem ehemaligen Adelshof in der Obergasse in Meisenheim aus dem 16. Jahrhundert. Zudem wird auf einer unbebauten Fläche, die an den einstigen Adelshof angrenzt, ein modernes Fachwerkhaus errichtet, und das "Schäfflerhaus" in der Obergasse wird zu einem Personalgebäude umgestaltet.

Umbauarbeiten im Fürstenwärther Hof
Besichtigung der umfangreichen Umbauarbeiten im "Fürstenwärther Hof".


Der Entwurf für die denkmalgerechte Generalsanierung des ehemaligen Adelshof stammt vom international renommierte Architekt Prof. Dr. Florian Hertweck, der einen Lehrstuhl für Architektur und Stadtentwicklung an der Universität Luxemburg innehat. Die bauliche Betreuung in Meisenheim liegt in den Händen von Axel Efferth vom Mainzer Architekturbüro "egr Architekten". Das Sanierungs- und Bauprojekt soll bis Mitte 2027 fertiggestellt sein.


Die beiden Restaurants

Das „Wein Romantik Hotel Meisenheimer Hof“ ist Mitglied bei den „Jeunes Restaurateurs d’ Europe“. Es trägt einen Michelin-Stern und ist damit momentan das vom Michelin Guide höchstbewertete Restaurant an der Nahe. Das Restaurant trägt zudem den „Best Of Award Of Excellence“, eine renommierte Auszeichnung des US-Magazins „Wine Spectator“ für herausragende Weinkarten in Restaurants weltweit. Nach Fertigstellung des Projektes „Fürstenwärther Hof“ stehen in den beiden Hotels zwei Restaurants, über 38 Doppelzimmer und Suiten, ein eigenes Café, eine Kochschule, vielfältige Tagungsmöglichkeiten, eine „wineBank“ sowie eine große Fläche für Freiluftveranstaltungen zur Verfügung. 

Ein eingespieltes Duo am Herd: Markus Pape (r.) und Erik Koch.
Ein eingespieltes Duo am Herd: Markus Pape (r.) und Erik Koch.


Im neu gestalteten Restaurant im "Fürstenwärther Hof"  (voraussichtlicher Name: "La Mésange"  - französisch für "die Meise") soll künftig  die aktuell mit einem Micheln Stern ausgezeichnete Küche von Markus Pape zelebriert werden. Seine rechte Hand Erik Koch wird im aktuellen Restaurant des Meisenheimer Hofs ab Oktober eine gehobene, aber nicht abgehobene Heimatküche verantworten. Entsprechen wird das Restaurant auf den Namen "Heimatküche" umgetauft. Das Restaurant „Heimatküche“ soll ab 3. Oktober seinen Betrieb aufnehmen, der das Restaurant „La Mésange“ am 7. November.


wineBank-NETZWERK

Zurück geht das „wineBank“-Clubkonzept auf den Winzer Christian Ress. 2003 eröffnete er die erste „wineBank“ in seiner Rheingauer Heimatstadt Eltville. Damit legte er den Grundstein für ein weltweites Netzwerk von Weinbank-Standorten. Mit Clubs in Deutschland, Europa und den USA wurde in den Folgejahren eine stetig wachsende Weincommunity aufgebaut. Heute umfasst das „wineBank“-Netzwerk mehr als 3000 Mitglieder an 21 Standorten. Weinbanken des Netzwerkes sind in vielen der deutschen Weinbaugebiete wie Ahr, Baden, Mosel, Rheingau und Pfalz (und nun bald auch an der Nahe) zu finden, aber auch auf Sylt, in Oldenburg und am Niederrhein und in Großstädten wie Hamburg, Köln, Frankfurt, Zürich, Wien, Bern und Washington D.C.


Gastronomie im Meisenheimer Hof


Text: Moderne Topfologie / Kai Brückner
Fotos: schulz & tebbe & Meisenheimer Hof GmbH


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