Hotdogs mit hausgemachtem Brötchen - Streetfood at home


Hot Dog


31|01|2016   Ich bekenne: Ich steh' auf Hotdogs - aber ich esse sie total selten! Warum: Weil es bei mir auf dem "platten Land" jenseits der hippen Streetfood-Metropolen keinen rauschebärtigen und tätowierten Foodtruck-Koch gibt, der Hotdogs mit Hingabe und Leidenschaft für eine hohe Produktqualität genussvoll auf den Teller beziehungsweise auf die Hand bringt.


Ein Wunderteig für Hotdogs, Burger-Buns und Co.

Einzige Alternative: selber machen! Wer wissen möchte, wie's geht, dem möchte ich das Buch "Auf die Hand" vom Stevan Paul ans Herz legen. In seinem im Brandstätter Verlag erschienenen Kochbuch porträtiert der Autor, Foodblogger und Koch nicht nur das Lebensgefühl und Denken der aktuellen Streetfood- und Brotbackszene, sondern er liefert eine Fülle von Rezepten aus aller Welt, mit denen die Zubereitung von Burgern und Sandwiches, Hotdogs und feinen Snacks fürs Abendbrot leicht von der Hand geht. Besonders empfehlen möchte ich aus dem Buch das Kapitel mit den Grundrezepten (unter anderem für Saucen, Relish und Gemüsebeilagen, Bagels und Buns): Wer hier in Blog öfters liest, wird vielleicht schon über mein Bekenntnis gestolpert sein, das ich kein begnadeter Brotbäcker vor dem Herrn bin. "Auf die Hand" hat mir da das Leben ein ganzes Stück leichter gemacht. Im Grundrezepte-Kapitel ist das Rezept für "Wunderteig" zu finden, einem "Teig für alle Fälle", der auch Brotback-Anfängern wie mir die frische Zubereitung von Burger-Buns, Hotdog-Brötchen und Toastbrot leicht macht. Der Beweis: Bereits beim ersten Ausprobieren sind mir aus dem Teig ansehnliche Hotdog-Rolls gelungen - siehe Fotos. Eine kleine Rezeptabänderung habe ich allerdings (für das nächste Backen) vorgenommen, denn für meinen Geschmack waren die Hotdog-Brötchen einen Tick zu süß. Ich habe deshalb im Rezept Wunderteig-Rezept die Zuckermenge von 40 auf 30 Gramm reduziert.

Hot Dog Brötchen
Hot Dog Brötchen - hausgemacht.

Wer neben den Brötchen auch die Mayonaisse und den Ketchup für die Hotdogs in Eigenproduktion herstellen möchte, der findet auch dazu Rezepte im Grundrezepte-Kapitel von "Auf die Hand". Ans Herz legen möchte ich Dir auch einen Besuch in meiner hauseigenen Ketchup-Küche: Hier im Blog findest Du im Artikel Ketch(up) 22 mein persönliches Ketchup-Rezept.

Das Rezept für einen Basis-Ketchup, der genau Deinen Geschmack trifft, ist schnell gefunden, und durch die Variation von Zutaten und Gewürzen lassen sich dann aus diesem vielfältige Varianten von feurig-scharf über rauchig-würzig bis zu fruchtig-exotisch entwickeln. Die Herstellung ist nicht weiter schwer, mitzubringen ist allerdings etwas Zeit, da das Einköcheln etwas länger dauert. Zunächst stellst Du nach meinem Basisrezept Ketchup her, den Du dann durch das Drehen an verschiedenen Stellschrauben wie dem Zucker, Essig oder Pfeffer an Deinen persönlichen Geschmack anpassen kannst. In meinem Blogbericht Ketch(up) 22 zeige ich Dir gleich, wie einfach es ist, Varianten zu erzeugen. Mit nur wenigen Handgriffen erhält der Basis-Ketchup eine fruchtige Orangen-Note oder verwandelt sich in einen rauchigen Barbecue-Ketchup.

Hausgemachter Ketchup.
Hausgemachter Ketchup.

Und zu guter Letzt: Inzwischen habe ich aus dem Teig auch Toastbrot selber gebacken - das Rezept dafür findet Du im Blog-Artikel Buttriges Toastbrot - selbst gebacken - geht ganz einfach!. Ein paar weitere Angaben zum selber gebackenen Toast aus dem "Wunderteig" findest Du auch am Ende dieses Artikels.


Rezept für Hotdogs mit hausgemachten Brötchen (Rolls)


ZUTATEN & ZUBEREITUNG

BRÖTCHEN
Ca. 8–12 Rolls
Zubereitungszeit  |  15 Min. plus min. 90 Min. Geh- und 20 Min. Backzeit

  • 450 g Mehl (405 Type)
  • 50 g Maisgrieß
  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • 50 ml lauwarme Milch
  • 30 g Zucker
  • ½ Würfel Frischhefe
  • 80 g Butter
  • 5 g Salz
  • 2 Eier, zimmerwarm
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Sahne

  1. Siebe das Mehl in eine Rührschüssel und mische es mit dem Maisgrieß. In einem kleinen Topf die Milch leicht erwärmen und mit dem lauwarmen Wasser und dem Zuckern verrühren. Dann die Hefe hinein bröckeln und mit einem Schneebesen so lange rühren, bis die Hefe aufgelöst ist. Eine Mulde in das Mehl drücken, die Flüssigkeit hineingießen und umrühren, so dass sich etwas vom Mehl mit der Flüssigkeit vermischt und in der Mulde ein dünner Vorteig entsteht. Diesen mit etwas Mehl vom Rand bedecken und die Schüssel zugedeckt an einen warmen Ort stellen. Den Teig 30 Min. gehen lasse.
  2. In einer kleinen Schüssel mit einer Gabel das Salz und die zimmerwarme Butter vermengen und bereitstellen. Die 2 Eier in die Teigschüssel geben und mit einem Knethaken 4 Minuten auf kleiner Geschwindigkeit zu einem glatten Teig kneten. Dann die Butter stückchenweise dazugeben und weitere 2 Min. bei leicht erhöhter Geschwindigkeit unterkneten. Den Teig aus der Schüssel heben und mit bemehlten Händen ein paar Mal falten und rundwirken, also zu einer Kugel formen. Die Kugel zurück in die Schüssel geben und zugedeckt nochmals mindestens 30 Min. (bis max. 60) an einem warmen Ort gehen lassen.
  3. Den Teig aus der Schüssel haben und auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen - nicht mehr kneten. Mit einem bemehlten großen Messer in 8 bis 12 gleichgroße längliche Stücke schneiden. Jede Teigportion mit bemehlten Händen umfassen, mit den Fingern nach Innen einkrempeln und so lange einarbeiten, bis straffe, nahtlose Kugel entstanden sind. Die Kugeln zu Rollen (Hot-Dog-Rolls) formen und mit ausreichend Abstand auf ein Blech (oder zwei Bleche) mit Backpapier setzen. Mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 200 Grad (Ober- / Unterhitze) vorheizen. 
  4. Nach der Gehzeit das Eigelb mit 1 EL Sahne verquirlen und die Brötchen damit bestreichen. In den Backofen schieben, die Hitze auf 180 Grad reduzieren und 20–25 Min. goldbraun backen.
Teig für Hot Dog Brötchen
Aus dem "Wunderteig" werden die Hotdog Rolls geschnitten und geformt.

HOTDOGS
ca. 8–12 Stück
Zubereitungszeit  |  20 Min.

Blitz-Pickles-Gurken
  • 1 Mini-Salatgurken
  • 1 El Weißweinessig
  • 1 EL Zucker 
  • 1 EL Öl
  • Salz

  1. Die Gurken in sehr dünne Scheiben schneiden und mit dem Essig, Zucker und Öl in einer Pfanne kurz (ca. 3 Min.) schmoren. Mit Salz würzen, auf einen flachen großen Teller geben und abkühlen lassen. 

Hotdog-Sauce
  • 8 EL Ketchup
  • 2 El Dijonsenf
  • 1 TL Meerretich, fein gerieben

  1. Den Ketchup mit dem geriebenen frischen Meerrettich und dem Senf verrühren. 

Hotdog-Zwiebeln
  • 1 große rote Zwiebel
  • 1 TL Essig
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Öl
  • Salz

  1. Die Zwiebel fein würfeln, mit Essig, Zucker Öl und einer Prise Salz verrühren. 

Hotdogs
  • 8–12 Rolls
  • 8–12 Wiener Würstchen
  • 8–12 Blätter vom Romanasalat
  • Mayonnaise
  • Hotdog-Sauce
  • Hotdog-Zwiebeln

  1. Einen Topf mit Wasser aufsetzen, die Wiener Würstchen einlegen und langsam erwärmen. Vorsicht: Das Wasser nicht kochen lassen, sonst platzen die Würstchen. Die Salatblätter waschen und trocknen. 
  2. Die Rolls längs aufschneiden und je ein Salatblatt und ein Würstchen einlegen. Etwas Hotdog-Sauce und Mayonnaise über die Wurst streichen und mit den Zwiebeln und den Gurkenscheiden belegen. 

 Randnotiz

Wer hat's erfunden? Die Idee zum Bau eines Hotdogs (andere Schreibweise: Hot Dogs) in der heute in den USA bekannten Form hatte ein Deutscher, und zwar der Hannoveraner Charles Feltman. Dieser ließ sich die Kombination aus Grillwürstchen und Brötchen im Jahr 1867 einfallen und verkaufte seine Hot Dogs aus einem Handkarren auf der Vergnügungsmeile auf Coney Island. Ein Verkaufsschlager war geboren: Allein im ersten Jahr soll der gelernte Bäcker annähernd 4000 Würstchen verkauft habe - für den jungen Unternehmer der Beginn eines rasanten Aufstiegs zu einem mächtigen Gastronomen. 1871 machte der Auswanderer aus Deutschland das „Feltman’s Restaurant and Beer Garden“ auf, die Keimzelle für ein Großunternehmen der Gastronomie- und Vergnügungsbranche, das um die Jahrhundertwende einen ganzen Straßenblock einnahm und aus neun Restaurants, einem Biergarten, zwei Bars, einem Hotel, einem Badehaus und Kino sowie Karussell und Achterbahn bestand. In dem zu seiner Zeit größte Restaurantkomplex der Welt wurden jährlich über fünf Millionen Besucher bewirtet.

Folge dem Link, dass erfährst Du mehr über die Entstehung des Hotdogs und den US-amerikanischen Nationalen Hotdog Tag.


Zwingende Zutaten für Hotdogs sind – logo - die weichen Brötchen und die im Wasser erhitzten Knackwürstchen – beispielsweise Wiener oder Frankfurter. Die weiteren Beilagen können und dürfen variieren: Ketchup, Senf und Remoulade, rohe oder geröstete Zwiebeln, Käsescheiben oder geriebener Käse, Krautsalat oder Cole Slaw, eine Salsa, würziges Chimichurri, tomatigem Curtido und, und, und . . . 
Probiere doch einfach mal verschiedene Varianten aus und entscheide selbst, was Dir am besten schmeckt. Packe zum Beispiel eine würzige Hackmischung, Zwiebeln und Senf auf die Wurst. Oder fülle das Hotdog mit säuerlichem Sauerkraut und einer süßlichen Zwiebel-Tomatensauce. Wie wär's mit einem Hotdog, bei dem sich gebratene Jalapeños, geschmolzener Käse, eine Koriander-Creme, und Tomaten-Salsa mit zur Wurst ins fluffige Brötchen gesellen? 
 


Selbst gebackenes Toastbrot schmeckt einfach um Klassen besser als die übliche Supermarktware. Inzwischen habe ich aus dem "Wunderteig" auch Toastbrot selbst gebacken - siehe Foto. Das Rezept dafür findet Du im Blog-Artikel Buttriges Toastbrot - selbst gebacken - geht ganz einfach!.


Das nach diesem Rezept gebackene Toastbrot gehört inzwischen zu den festen Bestandteilen unserer Brotküche.  Verglichen mit Industrietoast hat dieses selbst gebackene Weißbrot einen deutlichen und herrlichen Brotduft, es ist phantastisch luftig-fluffig und – oh Wunder – es schmeckt tatsächlich nach Butter und trägt dieses Merkmal nicht nur als geschmacklich nicht nachvollziehbares Versprechen auf der Verpackung. Ein weiterer deutlicher und positiver Unterschied: Toast aus Massenproduktion ist im Prinzip nur in jenem Moment halbwegs genießbar, wenn er warm den Toaster verlässt. Im kalten oder wieder erkalteten Zustand dominiert hingegen das Gefühl, auf einem Stück Pappkarton herumzukauen. Ganz anders bei diesem selbst gebackenen Toast. Kalt und ungetoastet - das Toast schmeckt. Frisch getoastet - herrlich! Getoastet und dann wieder komplett abgekühlt - jamjam - schmeckt auch. Ob so oder so, die Toastscheiben haben immer einen tollen Geschmack, verfügen über einen schönen Biss und hinterlassen ein angenehmes Mundgefühl.

Ist bestimmt schwer zu backen - überlegst Du jetzt bestimmt. Denkste! Denn ebenso wie die Rolls für die Hot Dogs ist auch das Toast mit dem „Wunderteig“ nach dem Grundrezept von Stevan Paul gebacken - und dieser "Teig für alle Fälle" macht auch blutigen Brotback-Anfängern die frische Zubereitung von Burger-Buns, Hot Dog-Brötchen oder Toastbrot leicht.


Selbst gebackenes Toastbrot

Alle Fotos: Moderne Topfologie