Linsensuppe mit Senfkaviar - ein herzhafter & würziger Genuss

Linsensuppe


20|01|2022   Herzhaft und deftig: Eine klassische Linsensuppe mit Kartoffeln und Gemüse rangiert in meinem persönlichen Suppen-Beliebtheitsranking ziemlich weit oben. Speziell Linsensuppe. Besonders an usseligen Tagen im Herbst und Winter ist ein Teller Linsensuppe ein probates Mittel, um der Kälte, der Feuchte und dem bedrückenden Grau die Stirn zu bieten.

"Klassisch" bedeutet bei Linsensuppe für mich: Rein kommen Karotten und Lauch, Sellerie und Kartoffeln sowie (für Fleischesser) Wiener oder Frankfurter Würsten, aber auf keinen Fall gelbe oder rote Linsen. Denn letztere zerfallen beim Kochen sehr schnell und machen die Suppe breiig, und das ist für eine klassische Linsensuppe ein No-Go. Um einen schönes Spiel der Konsistenz zwischen der Suppenflüssigkeit und den Linsen zu erhalten, sollte die Linseneinlage zwar gar, aber noch weitestgehend bissfest sein.

Berglinsen, Puy-Linsen, Alb- und Delikatesse-Linsen


Tellerlinsen werden in deutschen Küche am häufigsten verwendet - auch für Linsensuppe. Sie sind die größte Linsensorte und es gibt sie in grün, braun oder gelblich. Getrocknete Tellerlinsen, die vorab eingeweicht wurden, haben Kochzeit von 30 bis 45, ohne Einweichen bis zu 60 Minuten. Gerne verwendet werden Tellerlinsen für Suppe, Eintopf und Linsensalat. Allerdings: Ihre Schale platzt beim Kochen zumeist leicht auf, so dass ihre Konsistenz durch das Kochen weich und sämig wird - für meinen Geschmack für eine Linsensuppe zu sämig. Mein Favoriten für die Linsensuppe waren deshalb bisher entweder die kleinen und aromatischen Berglinsen oder die kleinen Puy Linsen oder Le Puy Linsen mit ihrem feinen nussigen Geschmack aus der französischen Auvergne. Beide Sorten müssen nicht eingeweicht werden und bleiben relativ bissfest, die Kochzeit beträgt je nach Sorte zwischen circa 20 und 30 Minuten.

Linsensuppe
Herzhaft-deftiges Soulfood: Linsensuppe.


Gerne greife ich auch zur einst fast ausgestorbene Alb-Linse von der Schwäbischen Alb, und zwar Späths Alblinse II. Dieser „Zwerg“ unter den kleinsamigen Linsen ist noch kleiner als die Puy-Linse, hat eine hellgrün-beiger Farbe und platzt auch nach längerem Kochen nicht auf - perfekt für Linsensalat, aber auch gut geeignet für Linsensuppe mit dem gewissen Biss. Mehr zur Alb-Linse, Passagier der "Arche des guten Geschmacks" von Slowfood, erfährst Du hier im Blog im Rezept Alb-Leisa Salat mit Merguez.


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Mein neuer Favorit seit kurzem allerdings eine Linse, die mich nach erstmaligen Einsatz in der Suppe  sofort begeistert hat: eine grüne Delikatess-Linse aus Kanada, in die Tüte gepackt von der Antersdorfer Mühle. Die dunkelgrünen gesprenkelten Linsen sind klein, aber nicht ganz so klein wie Alp- und Puy-Linse, sie sind festkochend und zerfallen auch bei längerer Kochen kaum und sie haben einen tollen nussig-würzigen Geschmack. Für mich aufgrund von Größe, Bissfestigkeit und Geschmack die bisher beste Linse für eine klassische Linsensuppe. Magst Du ausprobieren? Zu bekommen ist die Delikatess-Linse grün von Antersdorfer unter anderem in den "denns"-Biomärkten oder auch hier*.

Senf oder Senfkaviar zur Linsensuppe

Ein Zubereitungstipp vorab: Ich rühre in meine Linsensuppe sehr gerne zur abschließenden Würzung einen Klecks Ur-Rezept-Senf aus der Monschauer Senfmühle*(Moutarde de Montjoie) ein, sehr gut zur Suppe passt aber auch ein ein Teelöffel Senfkaviar pro Teller, wie es hier auf den Fotos zu sehen ist. Wie machen? Keine Schwierigkeit! Hier im Blog findest Du auch ein Rezept für Senfkaviar.

Rezept für Linsensuppe


Linsensuppe


Zutaten  |  für 4 Personen

  • 350 g Delikatess-Linse grün*
  • 1 Zwiebel
  • 150 g Möhren
  • 150 g Knollensellerie
  • 150 g Lauch
  • 1 EL Butterschmalz
  • 1 Lorbeerblatt
  • 250 g festkochende Kartoffeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 TL gekörnte Brühe
  • 1 EL Aceto Balsamico*
  • als Einlage: Wiener oder Frankfurter Würstchen
  • zum Abschmecken: mittelscharfer Senf oder Senfkaviar
  • als Beilage: Baguette-Scheiben


Zubereitung |  ca. 60 Min.

  1. Die Linsen in ein Sieb geben und mit kaltem Wasser abbrausen. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Möhren und Sellerie in kleine Würfel, das Weiße vom Lauch in Ringe schneiden.
  2. Die Zwiebel in einem großen Topf in Butterschmalz 2–3 Min. anschwitzen. Dann Möhren, Sellerie und Lauch dazugeben und unter Rühren 3–4 Min. mit andünsten. Gewaschene Linsen und das Lorbeerblatt dazugeben und mit ca. 1,5 Liter kaltem Wasser aufgießen. Zum Kochen bringen, dann die Hitze herunterregeln und die Suppe sanft weiter köcheln lassen. Wichtig: Während des Garvorgangs die Suppe nicht salzen. 
  3. Nach etwa 30 Min. die gewürfelten Kartoffeln dazu geben. Sind die Linsen, die Kartoffeln und das Gemüse gegart, das Lorbeerblatt entfernen. Die gekörnte Brühe einrühren und mit Salz, schwarzem Pfeffer und Aceto abschmecken. Wer mag, erhitzt vor dem Servieren in Scheiben geschnittene Wiener oder Frankfurter Würstchen in der Suppe. Nachdem die Suppe im Teller ist,  einen Klecks groben Ur-Senf* oder etwas Senfkaviar einrühren. Sehr gut zur Linsensuppe passen als Beilage Baguette-Scheiben.

Linsensuppe


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   Foto Linsen: Gaelle Marcel
   Foodftos Linsensuppe: Moderne Topfologie - Kai Brückner

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